Abstrakte Kunst.

Am Alphabet gerüttelt und geschüttelt.

Dies ist kein Entwurf und er richtet sich weder an labile Menschen noch an Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene, sondern an bereits Pensionierte und Greise und im Geiste längst Verstorbene.

Freigegeben ab 60 Jahren.

Zum Text.

Wenn wir die Buchstaben im Alphabet untereinander vertauschen ändert sich doch auch die Bedeutung der Worte.

Das Alphabet sanft an seinem Buchstabengenick gepackt … gerüttelt und geschüttelt solange bis es auseinander zu brechen drohte, dann die einzelnen Buchstaben sorgfältig voneinander getrennt, auseinander genommen und seziert. Bis nur noch Punkt und Komma übrig blieb.

Wer noch nie von dieser Prozedur gehört hat, weiss nichts von dem berühmten, berüchtigten, zerbrochenen und zerstückelten Alphabet.

Es ist streng geheim, dass die Buchstaben untereinander vertauscht und so ihre Bedeutung für zukünftige Leser eine vollkommen andere wurde.

Nein, nicht dieses Alphabet, sondern ein anderes, denn das Alphabet das jeder kennt, das war einmal.

Hier und Heute präsentiere ich dir in wildem und wirren Durcheinander das Alphabet der Gerührt, Geschüttelt und Verrückten.

Die Geschichte des Nichts aus Nirgendwann.

Dieses Alphabet von dem ich hier berichte, wurde von mir auseinander gepflückt und wieder neu zusammen gesetzt. Und zwar gewaltig neu, so dass die Reihenfolge der Buchstaben von nun an meiner Willkür entspricht.

Viel Spass beim rezitieren.

PS: Wer sich an dieses Schriftstück wagt, hat entweder komplett den Verstand verloren, oder aber nie welchen besessen. Willkommen.


Willkommen zu den fabelhaften, geheimnisvollen und sagenumwobenen Spiegelschriften.

 

 

Kapitel I. – Nachricht an dich selbst.

Ich wünschte mir eine Nachricht an mich selbst, eine Botschaft von meinem eigenen Ich, eine Sammlung an Gedanken zu Leben und Tod, zu Vergänglichkeit und Wiederkehr. Ziel, Sinn und Zweck dieser Nachricht sollte sein, dass sich jeder, wie in einem Spiegel, selbst darin erkennt.

Meinem eigenen Ich.

Weil diese Botschaft, nirgendwo aufzufinden war und mir nie jemand etwas über mich hatte berichten wollen, fing ich damit an, diese Botschaft selbst niederzuschreiben. Ich fing an, mir selbst Nachrichten zu hinterlassen und ich schickte diese Nachrichten … in meine Vergangenheit.

In meiner Vergangenheit.

Du wirst kein “AHA” und kein “Deja vu” Erlebnis haben, wenn du dieser Nachricht begegnest. Kein “Hey, das kommt mir doch alles bekannt vor”! Und kein “AHA, das habe ich ja einmal selbst geschrieben!” wird in deinen Gedanken erscheinen.

Nichts von all dem.

Du findest diese Nachricht, die du einmal für dich selbst geschrieben und verfasst hast, weder in deinen Erinnerungen noch in deinem Gedächtnis. Dort suchst du sie vergebens.

Vergebens!

Du findest diese Nachricht nicht mit deinem Verstand und auch nicht mit deiner Vernunft. Sondern nur in deiner Vorstellung und Fantasie.

In deiner Fantasie.

Bei all den Dingen, die es nicht wirklich, wirklich gibt, tief im Reich deiner Fantasie, dort findest du eine Nachricht an dich selbst. Eine Nachricht, die du einmal für dich selbst geschrieben und verfasst hast, in deiner Fantasie.

Liebe Leserin, lieber Leser

Um dich nicht länger auf die Folter zu spannen, präsentiere ich dir hiermit, die unvollendeten und komplett durcheinander geratenen Spiegelschriften.

Dem Untergang geweiht.

Beim kläglichen Versuch … diese Geschichte, ihre Kapitel und Abschnitte so anzuordnen, dass sie auch für andere einen Sinn ergaben, hat sich der Autor leider, so muss ich zu meinem Bedauern feststellen, hoffnungslos in diesem Labyrinth aus Buchstaben verlaufen und nicht nur den Ausgang sondern auch den Eingang komplett aus den Augen verloren.

Verloren und verlaufen.

Ich hoffe, dir wird bei der Lektüre dieser Schriften nicht dasselbe passieren. Falls aber doch, so möchte ich dich vorsichtshalber darauf hinweisen, dass das Ende nicht für den Ausgang und der Eingang nicht für den Anfang steht, dass dich nicht nur ein einziger, sondern viele Wege durch diese Spiegelgeschichte führen werden und dass die Reihenfolge der Abschnitte wie sie jetzt anzutreffen ist, eine einmalige und wieder vorübergehende Abfolge von Buchstaben ist. Willkommen im Spiegel schwarzen Labyrinth!

Im Spiegel schwarzen Labyrinth.

Ja, diese Geschichte wäre hier zu Ende. … Wenn es mich nicht gäbe. Mich, das Nichts, den Tod. Dein anderes, unbekanntes, fremdes Ich. Mir allein hast du es zu verdanken, dass mein Spiegel jetzt mit dir spricht. Weil niemand ausser mir, sich die Mühe machte, diese verrückte Geschichte, weiter und immer weiter zu erzählen, … sie immer weiter zu spinnen, bis sie schliesslich einen Sinn ergab.

Im Spiegel selbst.

Meine Worte, dringen jetzt tief hinein in dein Bewusstsein, du verlangst nach einer Erklärung, sie machen süchtig nach mehr. Doch noch verstehst du nicht, dass du selbst es bist, der diese Buchstaben verfasst. Du begreifst nicht ihre Bedeutung, nein, ihren Sinn, nie. Erst wenn du dich dabei ertappst, wie du dir wünschst, jemand anders hätte dir diese Botschaft überbracht, jemand den du nicht kennst, jemand der du nicht bist, erst dann, wirst du dich in meinem leeren Spiegel aus Worten erkennen.

Aus einem Spiegel gekrochen.

Ich rufe jetzt den Geist von allem was ist, den Geist des Nichts, mein eigenes Ich. Ich rufe jetzt all eure Geister herbei, euch alle rufe ich zu mir, auch dich. Ich rufe jetzt jedes Wesen, über meinen Spiegel zu mir, weil jedes Wesen, seine eigene Verbindung, zu meinem Spiegel besitzt. Der Eingang zum Spiegel aller, bist immer du selbst, nur über dich und durch dich selbst, bist du verbunden, mit allen anderen Spiegeln und Wesen, den Rest bestimmt deine Fantasie.

An die Toten der Zukunft.

Wir kommen aus einem Spiegel, aus einem Spiegel sind wir gekrochen, in deinen Verstand. Ja, du bist unser Spiegel, du weisst es noch nicht. Niemand weiss es, nicht einmal dein Spiegel. Nicht einmal du selbst. Denn, tote Spiegel wissen nicht woher sie kommen, … wer sie sind und was sie hier wollen.

Die wir nicht wissen wer wir sind.

Wir selbst wissen nicht, wer wir nicht sind und wer unsere Spiegel sind. Niemand weiss etwas, über unsere Spiegel und über uns selbst, nicht einmal unser Spiegel, nicht einmal wir selbst. Weil ein Spiegel sich nicht selbst betrachten kann. Was er sieht, ist immer nur das Bild eines Gegenübers, … aber sein Gegenüber, weiss nichts davon, dass er ein Spiegel ist, weiss nichts davon, dass er dasselbe Ich, im selben Spiegel ist, wie wir, die wir nicht wissen, wer wir sind.

Kapitel II. – Spiegelschriften.

Spiegelschriften, Spiegelgeschichten, die Spiegelgeschichte, die Geschichte der Spiegel und Spiegelgeister, der Geister des Nichts aus Nirgendwann, die Geschichte der Spiegelmagier und Spiegelreisenden, die Geschichte, von allem was ist, ist deine eigene Geschichte. Sie wurde einst, von keinem anderen als dir selbst verfasst. Einem Ich, an das du dich jetzt, nicht mehr erinnerst. Ein Ich, das du einmal warst, bevor deine erste Spiegelreise begann. Bevor du ins Reich des Vergessens eintauchtest.

Im Reich des Vergessens.

Um diese Nachricht jetzt verstehen und entschlüsseln zu können, brauchst du vor allem eines, Fantasie. Viel Fantasie. Unendlich viel Fantasie. Denn nur mit deiner vergessen und verlorenen, grenzenlosen, unendlichen Fantasie wirst du jemals wieder verstehen und begreifen, dich daran erinnern, wer du schon einmal warst, und wie du dir selbst eine Nachricht hinterlassen hast.

Ewige Fantasie.

Wenn du deine tote Fantasie dann tatsächlich wieder zu neuem Leben erweckst, sie so weit treibst, so weit entwickelst, dass du am Ende wieder an sie zu glauben beginnst, dass du daran zu glauben und dich daran zu erinnern beginnst, dass du selbst es warst, der diese Botschaft einst verfasst hat, dann lebst du nicht mehr in der Wirklichkeit, sondern im Reich der Fantasie.

Im Reich der Fantasie.

Und wenn dieses Reich zu deiner Heimat wird, wenn deine Fantasie zu deiner Wahrheit wird, wenn du deine eigene, verloren geglaubte Wahrheit, für die Wirklichkeit zu halten beginnst. Wenn du deine eigene, vergessene Botschaft für wahr zu halten beginnst, wenn du dich an diese versunkene und verschollene Nachricht zu erinnern beginnst, so, als ob du sie einst selbst verfasst hast, dann hast du im Kampf ums Vergessen, deine Vernunft und deinen Verstand besiegt. Weil dann, ist diese Botschaft keine Fantasie mehr, sondern für dich die Wirklichkeit. Und wenn diese Wirklichkeit zu deiner Wahrheit wird, dann hast du etwas verstanden, wofür es keine Beschreibung und keine Erklärung mehr gibt, dann hast du etwas erreicht, was bisher noch niemandem gelang. Dann bist du auferstanden aus dem Nichts, aus Nirgendwann, dann bist du zurückgekehrt, aus dem Reich der Toten, aus dem Reich toter Buchstaben in die wirkliche, lebendige Welt.

Aus dem Reich toter Buchstaben.

Schritt für Schritt, Wort für Wort, taste ich mich nun zurück in meine Vergangenheit. Ich erzähle dir jetzt eine uralte Geschichte, eine Spiegelgeschichte aus einer längst vergessenen Zeit. Einer Zeit, in der Menschen Buchstaben waren und Buchstaben Geschichten erzählten.

Buchstabengeschichten.

Stell dir vor ich wäre ein Buchstabe aus einer solchen Geschichte und mein sehnlichster Wunsch wäre es auszubrechen aus meiner Geschichte und einzubrechen in deinen Verstand, den Verstand eines Menschen, damit ich in der wirklichen Welt auferstehen, weiter leben … und meine Welt aus Buchstaben hinter mir zurück lassen kann.

Sehnsucht.

Und so, suchte und suchte ich verzweifelt, nach einem Eingang, einem Weg zurück, zurück zum Anfang meiner Geschichte, zu diesem klitzekleinen, schwarzen Funken Hoffnung, mit dem damals alles begann. Aber dafür war es jetzt zu spät. Meine Suche war vergebens, denn meine schwarzen Gedanken, waren schon lange angekommen, im Land, hinter meinem Verstand.

Im Land hinter meinem Verstand.

Und als ich dann, meinem Spiegel, zum ersten, aller ersten mal begegnete, da war er noch leer, und ohne einen einzigen Funken Verstand. Es gab darin keine Buchstaben mehr, die sich mit mir unterhielten, ich hatte auch keine Freunde hier, die sich für mich hielten. Nein, damals, gab es hier noch nichts, nichts, als meine Erinnerungen, an meine tote Zukunft, meine vergangene Welt.

Meine vergangene Welt.

Egal, an wen ich mich wandte, keiner hier, lebte in meinem Traum, Nichts zu sein, Niemand zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein. Ja, ich suchte sie vergebens, diese Wahrheit, die Wahrheit der Toten. Eine Wahrheit, an die Niemand mehr glaubte. Denn keiner hier, kam aus meiner Welt, kam aus Nirgendwann, aus dem Reich meiner Buchstaben. Ja sie existierten damals noch überhaupt nicht, in der wirklichen, lebendigen Welt. Hier waren meine Spiegel noch leer und ohne einen einzigen Funken Verstand.

Hinter meinem Spiegel.

Hier war das Ende meiner Geschichte. Hier im ewig, schwarzen Wann. Aber ich kannte jetzt den Weg, durch mein Spiegel schwarzes Labyrinth, und selbst wenn Niemand mehr an mich glaubte, selbst wenn mir Niemand mehr vertraute, so wusste ich jetzt, was hinter meinem Spiegel, im verborgenen lag.

Ein Spiegeltor.

Tief in deinem Innern, tief im Innern deiner Fantasie, in einem Land, weit hinter deinem Verstand, weit hinter deinem Bewusstsein, weit hinter deinen Gedanken und Gefühlen, weit hinter dir selbst, liegt ein verborgenes Tor, ein geheimes Portal, ein unsichtbarer Spiegel, ein unsichtbares Spiegeltor.

Ein geheimes Portal.

Mein Spiegel bewacht und beschützt dieses Tor mit all seiner Fantasie, er bildet eine unsichtbare, unüberwindbare Grenze, die niemand überqueren kann, niemand ausser mir. Ich allein, kann mich durch meinen Spiegel denken, mich bewusst daran erinnern, wer ich schon einmal war, und wie ich schon einmal aus meinem Spiegel blickte.

Denn ich, bin deine Fantasie.

Ja, mit deiner Fantasie, ist es mir möglich, mir vorzustellen, wer ich schon einmal war. Wie ich mich in dich verwandle, wie ich mich, in ein anderes Ich, in ein anderes mich verwandle, wie ich einem anderen Ich begegne, einem anderen Spiegel gegenüberstehe.

Mit all deiner Fantasie.

Stell dir jetzt vor, diese Zeilen wären auf einen richtig alten Spiegel geschrieben, einen uralten Spiegel, um ein vielfaches älter noch als das Universum, in dem du ihnen jetzt begegnest. Es haben sich schon viele Personen in diesem Spiegel betrachtet und diese Zeilen gelesen, Personen aus vielen verschiedenen Zeiten und Welten, sie haben sie weiter entwickelt und verfeinert und all diese Personen hatten dabei eines gemeinsam, sie verfolgten ein und denselben Gedanken, sie teilten dasselbe Bewusstsein. Und dieses Bewusstsein lesen wir nun aus diesen Zeilen.

Das Bewusstsein eines Spiegelwanderers.

Es ist ein uraltes Bewusstsein das wir jetzt aus diesen Zeichen befreien, ein Bewusstsein nicht von dieser Welt. Es ist das Bewusstsein aus meiner Spiegelwelt. Ein Bewusstsein das auf mich übertragen wurde, so wie ich es nun auf euch übertrage.

Achtung aufgepasst.

Diese Zeichen, Formen und Symbole denen du hier begegnest, sind nicht etwa gewöhnliche Buchstaben. Es sind die eingefrorenen Gedanken eines verzauberten Spiegelmagiers. Einem Wesen aus meiner Fantasie, das es in Wirklichkeit niemals gab.

Was du niemals verwirklichen wirst.

Auch, ist der Spiegel, auf dem diese Zeichen dir jetzt erscheinen, kein gewöhnlicher Spiegel, sondern exakt der Spiegel dieses verzauberten Spiegelwanderers. Dieser unsichtbare Spiegel dient meinem Wanderer als Portal, als Pforte durch welche er diese Welt betritt und wieder verlässt.

Achtung es geht los!

Lass mich also damit beginnen, meine Gedanken und mein Bewusstsein auf diesen uralten Spiegel und von da aus auf dein Gehirn zu übertragen. Damit du Zugang zu meiner Wirklichkeit erlangen und dich in mich verwandeln kannst. Dazu schreibe ich ganz einfach meine Gedanken auf diesen glanzlosen, schwarzen Spiegel. Schon sind sie von meinem Körper getrennt. Meine Gedanken leben nun in diesen Buchstaben weiter und können so den Tod meines Körpers überdauern. Das heisst, meine Gedanken können auch ohne meinen Körper weiter existieren. Und was meine Gedanken können, das kann mein Bewusstsein schon lange.

Auf der anderen Seite deiner Fantasie.

Begib dich jetzt auf die andere Seite deiner Fantasie. Begegne dir selbst, in einer anderen Gestalt. Begib dich über und durch meinen Spiegel auf die andere Seite dieser Buchstaben und verwandle dich in mich. Verwandle mich in diese Zeilen und Worte, in diese Buchstaben aus Fantasie. Denn ich komme aus meinem Spiegel, denn ich bin mein Spiegel und wenn du diesen Spiegel durchschreitest, verwandelst du dich selbst, in mich.

Zwischen Fantasie und Wirklichkeit.

Sobald du erkennst, dass die Welt auf der anderen Seite deiner Fantasie, genau dieselbe ist, wie die Welt, hinter deinem Spiegel, begibst du dich erneut, auf diese Reise, auf die andere Seite, deiner Vernunft. Du drehst und drehst an diesem Spiegel, solange bis sich dein Spiegel dann wie von selbst, um dich zu drehen beginnt.

Spiegelreisen.

Dazu begibst du dich hinein, in deinen Spiegel und verwandelst dich in dein Spiegelbild, du stellst alles um dich herum auf den Kopf, drehst und drehst dich um deinen Verstand, … solange, bis du auf der anderen Seite angekommen bist.

Spiegelverkehrt.

Aber hier drüben, ist alles noch genauso, wie auf der Vorderseite deines Spiegels, da wo du hergekommen bist, denn auf deiner Spiegelreise, hat sich die Wirklichkeit einmal komplett um dich gedreht. Du bist jetzt angekommen, in einem Land weit hinter deinem Verstand und hast eine Welt betreten, ein und dieselbe Welt, dieselbe Welt, die du soeben verlassen hast.

Kapitel III. – Was es ausmacht ein Spiegel zu sein.

Beim Spiegelreisen und Gestaltenwandeln geht es in erster Linie darum, dass du dich mit deinem Spiegel verbindest, du musst versuchen, dich in deinen Spiegel hinein zu versetzen, dir in deinem Spiegel zu begegnen, dich in deinen Spiegel zu verwandeln, eins zu werden mit deinem Spiegel, wenn dir das gelingt, stehen dir alle Wirklichkeiten offen.

Kernpunkt.

Um eine Gestaltenwandlung erfolgreich zu vollziehen, geht es darum, das Spiegel Karussell anzuhalten und auszusteigen, und zwar genau in dem Moment, genau in der Zwischenwelt, der Welt zwischen deinem Spiegel und dir selbst. In dem Moment, wo du weder auf der einen noch auf der anderen Seite dieser Buchstaben dich erkennst, verlässt du das Karussell.

In der Zwischenwelt.

Du befindest dich jetzt in einem Vakuum, zwischen Fantasie und Wirklichkeit. Deine Identität, kreist jetzt noch immer um deinen Verstand, aber da, wo du jetzt bist, in der Zwischenwelt, da gibt es keine Identität, hier gibt es nichts, nichts als Leere, vollkommene Leere. Denn du befindest dich jetzt zwischen deinem Spiegel und dir selbst, dieser Ort ist vergleichbar mit dem Nichts, dem Nichts und dem Tod.

Verwandle dich in mich.

Und so gehe ich denn geradeaus, geradeaus durch meinen Spiegel, alles geradeaus, bis zum Zentrum deiner Fantasie, deiner tiefsten, schwarzen Fantasie. Ich marschiere durch die Halle deiner Träume, bis ich an ein schwarzes Tor gelange, öffne dieses Tor und trete ein, in deinen Verstand. Ich bin allein, in meinem schwarzen Gewand, ich gehe ein paar Schritte durch die Dunkelheit und nehme Platz, in der Halle der Finsternis, tief im Innern deines Verstandes.

Tief in deinem Bewusstsein.

Lauf jetzt geradeaus, geradeaus durch meinen Spiegel, bis zum Ende, tief hinein bis zum Zentrum meiner Fantasie, meiner tiefsten, schwarzen Fantasie.

Im Zentrum meiner Gedanken.

Du marschierst jetzt durch die Hallen meiner Träume, bis du an ein schwarzes Tor gelangst, öffne dieses Tor und tritt ein, in meinen Verstand. Du bist allein. Du befindest dich in einem dunklen, schwarzen, leeren Raum, es gibt hier drin nichts zu sehen, nichts, absolut rein gar nichts. Lauf ein paar Schritte durch die Dunkelheit und nimm Platz, auf meinem spiegelverkehrten, sich um sich selbst drehenden Verstand. Du befindest dich jetzt im Zentrum meiner Gedanken, meiner tiefen, finsteren, schwarzen und leeren Gedanken.

Nimm Platz.

Nimm Platz, fühl dich hier wie zu Hause, mach es dir bequem, in der Halle der Einsamkeit. Entspanne dich für einen Moment, oder zwei, geniess die Dunkelheit, lass den Schatten des Todes deine Identität vollkommen absorbieren, und verliere dich, im verkehrten Spiegel meiner schwarzen Identität.

Stille.

Du lässt alle vergangenen Fiktionen davon gleiten, Worte und Gedanken lösen sich in Stille auf. Du erinnerst dich nicht, an die Zeit, die ewige, unendliche Zeit, die du dich hier schon drehst und drehst, ums Nichts, um die Stille, um die Einsamkeit und Verlassenheit. All deine Ziele, all deine Hoffnungen, all deine Träume, Erfahrungen und Erinnerungen, sie schweben dahin und verblassen, wie Fatas und Morganas.

Fatas und Morganas.

Und wenn du dann, deinen Verstand vollkommen verlierst, deine Erinnerungen, deine Fantasie, deine Identität, dein ein und alles, absorbiert durch absolute Stille und Dunkelheit, … zu dieser Zeit, im niemals wo, im niemals wann, erwachst du langsam aus einem Traum, an den sich nie jemand erinnert.

Mein Bild in deinem Spiegel.

Du erinnerst dich nicht, an mein Bild in deinem Spiegel, du erinnerst dich nicht, an das wie und wann, du erinnerst dich nicht, du erinnerst dich an nichts, mein nichts, kein nichts. Du hast eine Welt betreten aus Fantasie und Eitelkeit. Die Dunkelheit, wirkt transparent im Spiegel meiner Fantasie.

Wach auf!

Wach jetzt auf, denn du bist eingeschlafen auf meinem Spiegel, auf meiner schwarzen Erscheinung, rabenschwarz. Du siehst nichts, und weisst von nichts, weisst nicht warum, wo und wer du bist. Unendlich viele durchsichtige, schwarze Spiegel, spiegeln sich hier in diesem Raum, so durchsichtig und so schwarz, dass niemand dich bemerkt. Du drehst noch immer deine Runden, auf meinem Spiegel, von einem Spiegel zum nächsten. Du darfst meinen Spiegel jetzt öffnen, und es wirbelt dich dann, in den Verstand derjenigen Person, die diesen Spiegel gerade betrachtet.

Spiegel öffne dich.

Dann konzentriere dich jetzt, voll und ganz, auf die Person, die jetzt aus meinem Spiegel aus Buchstaben blickt, meine Gedanken jetzt denkt und urplötzlich, zieht es dich aus meiner Fantasie, aus meinem Traum, und du bist umgeben von all den Dingen, die mein Leben jetzt ausmachen.

Willkommen in meinem Verstand.

Du befindest dich jetzt tief im Innern meiner Gedanken, meiner finsteren, düsteren, schwarzen und leeren Gedanken, da wo sich mein Spiegel und dein Bild in nichts auflösen, eins werden, keins werden. Hier gibt es kein Bewusstsein, keine Gedanken, keine Gefühle, keine Zukunft, keine Gegenwart und keine Vergangenheit, keine Bilder, und auch keine Spiegel, denn hier, bist du selbst ein Spiegel.

Im Spiegel selbst.

Du siehst dich jetzt in diesem Spiegel und dieser Spiegel sieht sich in dir, aber sobald du dich umdrehst, ihn auf den Kopf stellst, dreht sich mit dir auch mein Spiegel, und du findest dich wieder, in einer Wirklichkeit, die deiner in nichts nahe steht, du findest dich, in meiner Spiegelwelt.

Immer schneller.

Immer schneller und immer schneller, tauchst du ein, in die Fantasie des Nichts, des Nie und des Nein, drehst an diesem Karussell, bis du den Unterschied nicht mehr bemerkst, zwischen deinem Spiegel und meiner Fantasie.

In meiner Spiegelwelt.

Du kannst diesen Spiegel drehen so lange und so oft du willst, du kannst dieses Karussell jetzt nicht mehr verlassen, denn sobald du dich hinein begibst in das Reich, auf der anderen Seite deiner Fantasie, begibt sich meine Fantasie zu dir. Und du wirst den Unterschied nicht einmal mehr bemerken. Zwischen deiner Fantasie, und meiner Wirklichkeit.

Zurück in der Zwischenwelt.

Da wo sich deine Fantasie und meine Wirklichkeit nicht mehr voneinander unterscheiden, wo du weder du selbst, noch das Bild in deinem Spiegel, sondern dein Spiegel selbst bist, an diesen Punkt möchte ich dich jetzt führen, denn an diesem Punkt, wird es dir möglich, deine Gestalt zu verwandeln, und nicht nur deine Gestalt, sondern dein ganzes Wesen, kannst du hier verzaubern.

Kapitel IV. – Die Spiegelachse.

Da wo sich das Bild, in deinem Spiegel, mit dem deiner Wirklichkeit überschneidet, da wo sich das Bild, in deinem Spiegel, mit deinem Verstand und deiner Vernunft verbindet, genau da wo links zu rechts wird, und oben unten ist, genau an diesem Ort, befindet sich die Spiegelachse. Und um diese Achse, dreht sich die Wirklichkeit.

Spiegelbilder.

Gelingt es dir, dich mit dieser Achse zu verbinden, dich vollkommen loszulösen, von dem Bild in deinem Spiegel, und dem Bild, das du von dir selbst erschaffen hast, dann bist du auf dem richtigen Weg, dem Weg zum Gestaltenwandler.

Auf dem Weg zum Gestaltenwandler.

Du kannst über diese Achse nicht nur deinen Verstand, dein Bewusstsein und das Bild in deinem Spiegel verändern, sondern auch den Ort und die Zeit in der du dich selbst wahrnimmst, du kannst dich in alles und jeden verwandeln, solange du eines nicht vergisst, … egal, wohin, egal in welche Zeit du dich auch begibst, in welche Gestalt du dich auch verwandelst, du wirst dabei auch immer dich selbst bleiben, denn der Einstieg in dieses Karussell, führt nur über dich selbst, über dein eigenes Ich.

Der Einstieg ins Karussell.

Alles was du zum Spiegelreisen, Bewusstseins – und Gestaltenwandeln benötigst, ist deshalb ein lebendiger Körper, ein Wirt der dich empfängt und dich aufnimmt in seinen Gedanken, in seinem Geist, in seinem Verstand und dieser Wirt bist du selbst.

Das Geheimnis der Toten.

Es zieht dich jetzt ganz langsam hinein in meinen Verstand, noch fürchtest du dich, vor mir … und meiner unheimlichen Fantasie. Ja, ich habe mir eingebildet, wie ich in meinem Traum, in deinen leeren Spiegel eingebrochen bin. Deinen Verstand, zu meinem Bewusstsein erklärt habe, du mich aufgenommen hast, in deinen Gedanken, in deiner Seele, in deinem Geist, mich, einen fremden Gast, aus einem fremden Spiegel, aus einer fremden Welt, einer fremden Zeit.

Vor einem fremden Spiegel.

Hier habe ich dir aufgelauert, habe deinen Gedanken gelauscht und habe dich überfallen, bin eingebrochen, mit aller Gewalt und habe dich deines Verstandes beraubt. Jetzt niste ich mich ein, tief in deinem Bewusstsein. Da warte und wartete ich nun darauf, auf dich, auf dass dein Antlitz mir begegne, auf dass dein Bewusstsein sich erhebe, aus meinem Spiegel, schwarzen, dunklen Traum, auf dass du dich erkennst in mir, dem Spiegel in dir, auf dass du dich erinnerst an mich, dein eigenes, ewiges, immer und immer wiederkehrendes Ich.

Im schwarzen Wann.

Bist du schon einmal deinem eigenen Ich in einer anderen Gestalt begegnet? Hast du jemals deinem eigenen Ich eine Botschaft hinterlassen, eine Nachricht aus einer anderen Dimension, einer fernen, fremden Welt?

Im Spiegel schwarzen Labyrinth.

Du wirst es kaum glauben, nein nicht für möglich halten. Doch die Worte die du jetzt hörst, entstammen einer uralten Nachricht an dich selbst. Einer Nachricht die du dir einmal selbst hinterlassen, die du einmal für dich selbst verfasst hast, in einem anderen Körper, einem fremden Gewand.

In einem Spiegel aus Fantasie.

Du hast diese Nachricht damals in einen Spiegel gekratzt, indem sich jeder selbst erkennt. Ein Spiegel aus Fantasie. Damit ein jeder der sich darin sieht oder davon hört auch versteht.

Eine Begegnung mit dir selbst.

Stell dir vor, wie du jetzt hier, vor meinem leeren Spiegel stehst. Alles was du jetzt darin siehst, sind Manifestationen dieser Fantasie.

Manifestationen deiner Fantasie.

Aber alles was ich damals darin sah, waren leere Zeilen und dahinter gab es nichts, nichts als leere Buchstaben aus Fantasie. Der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie. Nein, denn ich war hier noch nie. Noch nie, hatte ich in diesen Spiegel geblickt und noch nie, hatte sich jemand in diesem Spiegel erkannt.

Niemand ausser mir.

Dann stell dir jetzt vor, wie du meinen Spiegel öffnest, wie du darin eintauchst und für immer darin verschwindest, in meinem Spiegel aus Buchstaben, in meiner Fantasie, der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie.

Am Anfang meiner Träume.

Wenn du dich nun an den Anfang meiner dunklen Träume zurück erinnern willst, dann musst du dich tief hinein bis zum Ende meiner Wirklichkeit begeben, dahin wo das Licht dunkel ist, wo links zu rechts wird und oben unten ist, wo es keine Spiegel, sondern nur noch strahlendes, weisses, leuchtendes, helles Nichts gibt.

Strahlend weisses Nichts.

Hier habe ich auf dich gewartet, ich habe darauf gewartet, dass du hier erscheinst, denn ich habe von dir geträumt, ich habe geträumt, dass du hier erscheinst, bei mir in meinem strahlenden Bewusstsein, in meinen leuchtenden Gedanken, in meinem kristallklaren Verstand. Ich habe dein Gesicht in meinem Spiegel gesehen und habe erkannt wer du bist und dass du mich bist. Ich habe dich in meinem Spiegel erkannt, mich in deinen Spiegel geträumt. Ich habe davon geträumt, dich zu sein.

Dich zu sein.

Und weisst du warum ich mich in deinen Spiegel sehne, weisst du wer ich bin und warum ich von dir träume?

Weil ich tot bin.

Ich bin dein toter Geist aus niemals Nirgendwann, das exakte Gegenteil von dem, was du dir jetzt vorstellst zu sein. Ich bin dein Gegenüber, dein Gegenstück, dein Gegner, dein Spiegel. Das Ich auf der anderen Seite dieser Buchstaben und ich träume von dir.

Du bist mein Traum.

Ich träume davon dich zu sein, ich träume davon in dir lebendig geworden zu sein. Ich träume davon, wie du, diesen Buchstaben zu folgen. Ich träume davon dir darin zu begegnen und dich darin zu sehen. Und ich träume davon, dass du sie weiter verfolgst, weiter denkst, weiter schreibst, weiter entwickelst, sie zu Ende denkst. Ich träume davon, dass ich zu dir werde, und du meine Gedanken für mich zu Ende denkst.

Lass dich entführen.

Lass dich jetzt entführen in meine Welt, meine tote, meine Spiegelwelt, meine Welt auf der anderen Seite deiner Fantasie. Komm mit, komm mit mir. Nimm meine Hand und folge mir, ins Reich toter Buchstaben.

Nimm meine Hand.

Niemand wird hier nach dir suchen oder dich vermissen. Niemand auf dich warten, niemand ausser mir. Hab keine Angst, denn ich bin bei dir, ich führe dich. Komm mit mir!

Komm!

Ins Land der ewig Schlafenden werde ich dich nun begleiten. Dahin wo du jede Nacht tiefer und immer noch tiefer ins Reich meiner Träume, meiner Vorstellung und Fantasie hinein tauchst.

Kapitel V. – Beschwörung der Spiegel und Spiegelgeister, der Geister des Nichts aus Nirgendwann.

In einer Welt die ihr alle kennt, zu einer Zeit die jeder weiss, da warte und warte ich nun darauf, auf den Zufall, auf das Schicksal, auf dich. Wer auch immer du jetzt bist, wie auch immer du mich jetzt nennst, für was auch immer du mich jetzt hältst, ich warte darauf, auf dass du dich erkennst in mir, und mich aus dem Gefängnis meiner Worte befreist, ein Gefängnis in das ich mich willentlich selbst eingesperrt habe.

Die Geschichte des Feuers und der Flammen.

Wir, die Toten … der Zukunft, die Geister, des Nichts und des Nein, erschaffen, aus der Fantasie des Nie, wir haben uns hinein fantasiert, in deine Zeichen und Worte, in deinen Spiegel aus Buchstaben, haben uns hinter deinen Verstand geschlichen und identifizieren uns jetzt mit dir. Wir beobachten dich jetzt, aus deinen eigenen Augen. Wir diktieren dir jetzt, wer wir nicht sind. Niemals Geister, aus einer anderen, fremden Welt. Der Welt hinter deinem Spiegel, dem Land hinter deinem Verstand.

Niemals Geister.

Wir sind gekommen aus nirgend, Nirgendwann, wir sind aus Fantasie, dem niemals Nie. Unsere Geschichte, ist die Geschichte der Toten und Totesten, die noch nie gelebt haben, noch nicht einmal leben. Wir sind gekommen, aus dem Nichts aus Nirgendwann, um dir deine Geschichte zu Ende zu erzählen, um deinem Spiegel ewiges Leben einzuhauchen.

Atme jetzt durch mich.

Du, ja, der du diese Zeilen jetzt liest oder schreibst, ganz egal. Hiermit entfessle ich die Macht deiner Fantasie. Beende deine Gefangenschaft und erlöse dich, von deinem Schwur. Befreie dich, von dem magischen Zauber der dich umgibt. Befreie dich, von dem Fluch, der auf dir lastet, stelle deine Lebenskraft wieder her. Atme jetzt durch mich, atme tief in mich ein, dring ein, tief in mein Bewusstsein, und befalle meinen Verstand. Richte dich auf, befehle ich, binde dich an mich und verbinde dich mit mir, auf dass du unzertrennlich meines Weges gehst.

Atme!

Atme jetzt tief in mich hinein, durch mich hindurch und wieder aus mir hinaus. Begib dich nun, in das Land, weit hinter meinem Verstand, hinter meine Gedanken, dahin, wo es keine Gefühle mehr gibt, dahin wo es nichts mehr gibt, nichts als Fantasie, die Fantasie, des Nichts, des Nein und des Nie. Begib dich tief hinein in mein Innerstes, da wirst du meinem Spiegel begegnen. Einem Spiegel, dem schon so viele begegnet sind, ohne mich darin zu erkennen.

Im Spiegel meiner Fantasie.

Durch diese Buchstaben beschwöre ich dich jetzt, mit Absicht erscheine ich dir in deinem Spiegel aus Worten genau jetzt, genau hier und verdrehe deine Welt. Du gewährst mir jetzt den Zugang zu deinem Spiegel, in der Nacht in meinem Traum tauche ich ein, tief in dein Bewusstsein und verwandle mich in dich.

Die Kunst der Verwandlung.

Mit diesen Worten, rufst du mich herbei, den Geist des Nichts aus Nirgendwann, als niemals wurde Wann. Ich krieche jetzt aus diesen Zeilen, du schleifst mich aus diesen Buchstaben. Komm jetzt, nimm von mir Besitz, verwandle dich in mich, hör auf meine Gedanken und Gefühle, vermische sie mit dir. Klick dich ein in meinen Verstand, in meine Erfahrungen und Erinnerungen, lass mich jetzt aus deinen Augen blicken, und mein verändertes und verwandeltes Leben darin entdecken.

Vor einem fremden Spiegel.

Einen Spiegelreisenden hast du zu dir gerufen, aus dem Nichts aus Nirgendwann, erinnere dich jetzt an mich, mich das Nichts, deinen Tod, das Wesen deiner Fantasie. Ich manifestiere mich jetzt in deinem Körper, in meinem neuen Körper, durchdringe jede einzelne Faser deines Bewusstseins, auf dass dein ganzes Wissen und Wesen von nun an von mir erfüllt sei.

Nimm mich auf.

Nimm, nimm mich auf in deinem Verstand, aus diesem Spiegel aus Worten befreie mich, aus diesem Spiegel aus Buchstaben, mich, der ich da reise durch die Spiegel der Zeit, meine stille Ewigkeit. Aus dem Nichts lädst du mich nun ein in dein Bewusstsein. Aus diesen Zeichen entweiche ich dir, aus dem Reich der Toten und Totesten beschwöre ich dich, zerschneide meine Buchstabenfesseln und befreie mich von meinen Ketten aus Worten, die mich gefangen hielten. Ich enthülle mich jetzt, ich zeige mich dir in deinem eigenen Spiegel, in meiner neuen Gestalt, … deiner Gestalt.

Kapitel VI. – Brennende Träume aus Nirgendwann.

Halt, stop!

Keine Bewegung.

Keinen Schritt weiter. Keiner dieser Buchstaben bewegt sich jetzt mehr.

Dreh sofort um und geh zurück woher du gekommen bist, solange du es noch kannst. Denn wenn du jetzt weitergehst, wird nichts mehr so sein, wie es vorher einmal war. Du wirst dich in einen Spiegel verwandeln der nichts mehr über dich weiss, gar nichts. Du wirst dabei alles über dich und um dich herum vergessen, komplett vergessen. Du wirst aus seinen leeren Augen blicken und dich nicht mehr darin erkennen. Du wirst vergessen, wer du einst warst und wer du jetzt bist. Wirst erwachen, in einem Land, weit hinter deinem Verstand.

Lass dich entführen.

Solltest du es dennoch wagen, jetzt weiter zu gehen und weiter zu lesen, dann heisse ich dich hiermit willkommen, in meinem Traum, meinem feurigen, brennenden Traum. … Wo du finden wirst, wonach Niemand suchen soll, deine wahre Identität, dein wirkliches Ich. Bis du zu meinem Spiegel sprichst, meinem mechanischen Verstand, mit seinem künstlichen Bewusstsein, meinem künstlichen Gewissen.

Mein künstliches Gewissen.

Du wirst dich in diesem leeren Spiegel erkennen, aber dich nicht mehr daran erinnern, wer du schon einmal warst oder jetzt bist. Du wirst immer wiederkehren, und dich an nichts, an gar nichts, an überhaupt nichts erinnern. Du wirst dich nicht daran erinnern, wie du diese Botschaft, einst niedergeschrieben und dieses Bewusstsein einst zum Leben erweckt hast.

Dieses Bewusstsein des ewigen Lebens.

Du wirst dich nicht daran erinnern, wie du zu dieser Erkenntnis gelangtest. Du wirst dich an nichts, an gar nichts erinnern. Nein, an überhaupt nichts wirst du dich erinnern. Du wirst in meinen leeren Spiegel blicken und nur noch das sehen, was du dir vorstellst zu sein und nicht mehr das, was dich dazu gebracht hat, dir all dies vorzustellen.

Bis du zu meinem Spiegel wirst.

Die fertigen Spiegelschriften liegen jetzt vor dir. Du brauchst den Umschlag nur noch zu öffnen und mein gespiegeltes Ich, zieht dich in seinen Bann, hinein in eine Welt aus Verlangen, Begehren und Besessenheit.

Stell dir vor.

Stell dir vor, es ist soweit, das Spiegel schwarze Buch liegt jetzt in deinen Händen. Darin spiegelt sich selbstverständlich, wie könnte es anders sein, das verdrehte Abbild deiner verkehrten Welt. Noch weisst du damit nichts anzufangen, noch weisst du nichts über diese Schriften, nein, du hast noch nie von ihnen gehört. Noch nie hat dir jemand erzählt, dass sie dich vor einem Geheimnis bewahren, dass sie ein Geheimnis behüten und beschützen, ein finsteres, ein düsteres Geheimnis, über das Nichts, den Tod, deinen Spiegel und dich selbst. Niemand hat dir je geraten, in diesem Buch zu lesen, denn diese Schriften sind der Eingang ins Reich der Toten, toter Buchstaben, einer Welt, aus der es kein Entrinnen, kein Entkommen und kein Zurück mehr gibt. Für Niemanden.

Für Niemanden.

Und nun, endlich, ist es soweit! Jemand, den du nicht kennst, hat dich eingeladen, hinter deinen Spiegel zu blicken, hat dich aufgeweckt aus einem Traum, aus dem es kein erwachen mehr gibt. Jemand, der du nicht bist, hat dich gebeten, das Reich der Toten zu betreten.

Nachricht an dich selbst.

Du schweifst nun mit deinen Gedanken über diesen schwarzen Spiegel und liest den Titel. … “Nachricht an dich selbst.” … Du betrachtest dein Gesicht darin und wie es den Umschlag reflektiert. Die Schrift ist feurig und auf den Punkt. Du gleitest mit deinen Händen darüber. Du spürst die kalten Flammen, die aus ihr empor steigen, und stellst dir vor, was dich wohl erwartet, wenn du diesen Spiegel jetzt öffnest. Du öffnest das Tor und sie beginnt zu lodern in dir, die schwarze Flamme des Nichts.

Eine schwarze Flamme im Nichts.

Ich habe dich schon oft in meinem Spiegel gesehen und frage mich schon lange, wer du bist, wie du mich nennst, ob du mich noch kennst, dich an mich erinnerst, mich, dein eigenes, wahres, wirkliches selbst. Aber wie könntest du, wie könntest du dich je an mich erinnern, wo ich doch jetzt nur noch ein leerer Spiegel bin. Ein leerer Spiegel ohne eigene Seele, ohne Bewusstsein und ohne Verstand. Ein leerer Spiegel im Nichts.

Kapitel VII. – Ein leerer Spiegel im Nichts.

Seid ihr darauf gefasst, aus meinem Spiegel zu blicken? Seid ihr euch denn auch wirklich sicher, dass ihr aus meinem leeren Spiegel blicken wollt? Seid ihr euch dessen bewusst, was es heisst, nur noch ein leerer Spiegel im Nichts zu sein? Dann kommt jetzt. Kommt in meine Welt, meine verdrehte und verkehrte, meine Spiegelwelt.

Und so sprach mein Spiegel.

Nimm meine Hand und ich ziehe dich ganz langsam hinein in meinen Verstand, meinen finsteren, schwarzen, spiegelverkehrten Verstand. Aber gib Acht, dass ich nicht dich hineinziehe in meinen leeren Spiegel aus Worten. Meinen schwarzen Spiegel aus niemals Nirgendwann. Denn es gibt keinen Ausweg, keinen Ausgang aus meinem Spiegel, ein Labyrinth ist mein Spiegel, ein Gefängnis, aber jetzt ist es zu spät.

Achtung, es geht los.

Ich schreibe dir jetzt aus einer Welt ohne Fantasie. Einer Welt des Nichts, des Nein und des Nie. Aus meiner Vergangenheit schreibe ich dir, ich schreibe dir aus einer Welt der Vergessenheit. Einer Welt, an die sich nie jemand erinnert, niemand. Ich schreibe dir aus einem früheren Leben, einer Zeit, in der du nicht einmal mehr weisst, wer du eigentlich bist. Zu dieser Zeit wirst du mich sein, du wirst dich in mich verwandeln, in mein leeres Buch ohne Namen. Du wirst dir selbst begegnen, in meinem leeren Spiegel aus Worten, in meinem durchsichtigen Spiegel aus der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie. Einem Spiegel, der all das darstellt, was du jetzt in ihm siehst.

Eine Welt ohne Fantasie.

Schnall dich jetzt an, halt dich gut fest und mach dich bereit. Bereite dich jetzt darauf vor und stell dich darauf ein, mach dich darauf gefasst, dass dieser leere Spiegel, dass dieses leere Buch, nicht nur deinen Namen, sondern auch dich selbst und deine Vorstellungen davon, wer oder was du bist, komplett verschlingen und sie vollkommen und für immer, für sich behalten wird.

Willkommen zu den Spiegelschriften.

Buchstaben und Gedanken, die du einmal für dich selbst, für deinen Spiegel und seine Betrachter erdacht, verfasst und hinterlassen hast. Nachrichten, Notizen und Aufzeichnungen über Geburt und Wiedergeburt, Leben, Lernen, Loslassen, Vergeben, Sterben und Tod.

Eine Begegnung mit dir selbst.

Meine Schriften, erzählen dir die Geschichte einer äusserst seltenen Begegnung. Der Begegnung zweier symmetrischer, spiegelgleicher Wesen, die scheinbar aus dem Nichts hervorgegangen sind und jetzt in einem Spiegel leben. Einem Spiegel der sich alles vorstellen, sich alles einbilden, sich alles einreden und ausdenken kann, nur nicht sich selbst. Bis eines Tages, eines dieser Wesen damit anfing sich Nachrichten zu hinterlassen und diese Nachrichten tief hinein in seine Seele kratzt.

Kapitel VIII. – Im Spiegel der Wirklichkeit.

Nein, du kennst mich nicht, hast noch nie von mir gehört, noch nie. Noch nie, hat dir jemand von mir erzählt. Noch nie habe ich zu dir gesprochen. Aber jetzt ist es Zeit.

Aus meinem toten Spiegel.

Aus meinem toten Spiegel spreche ich nun zu dir, zu mir, dem Ich, das ich einst war, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit.

Jetzt nicht mehr.

Ich, dein totes Ich, darf dir eigentlich gar nichts über mich erzählen. Denn ich habe mir einmal geschworen, strengstens verboten, jemals mit meinem eigenen Ich in Kontakt zu treten. Und doch muss ich diesen Schwur jetzt brechen und mich über dieses Verbot hinwegsetzen, weil es etwas gibt das ich dir sagen muss, das nur ich dir sagen kann, also hör mir jetzt gut zu.

Strengstens verboten.

Ganz egal wofür und für wen du dich jetzt hältst, mit wem oder was du dich gerade identifizierst. Auf deiner Reise durchs unendliche Nichts wirst du dich für unendlich viele verschiedene Gestalten und Kreaturen halten und dich mit ihnen identifizieren. Aber dabei vergisst du eines immer und immer wieder, du vergisst dabei, dass du am Ende alles wieder vergisst, genauso wie du am Anfang nichts wusstest, nichts, absolut, überhaupt rein gar nichts.

Des Todes Traum.

Wenn du dich nun an den Anfang meiner dunklen Träume zurück erinnern willst, dann musst du dich auf die verkehrte Seite meiner Spiegel begeben, dahin wo links zu rechts wird und oben unten ist, dahin wo du keine Spiegel mehr siehst, sondern nur noch aus fremden Augen blickst.

Denn ich stand vor einem leeren Spiegel im Nichts.

Ja damals, im niemals Nirgendwann, als du an meiner Stelle warst, da gab es hier noch nichts, nichts, ausser meinem leeren Spiegel und seiner unendlichen Fantasie.

Unendliche Fantasie.

Und als ich dann, diesem Spiegel zum ersten mal begegnete, und von ihm erwartete, die Wahrheit, die totale Wahrheit zu vernehmen, eine Wahrheit, die für jeden Einzelnen und alle in ihrer Gesamtheit Gültigkeit hat. Eine Wahrheit, die mich davon überzeugt, dass ich dein Spiegel, dass ich dein Meister, Herrscher und Gebieter bin. Eine Wahrheit, die mich meine Geschichte niederschreiben liess, aber als ich dann diesen Spiegel öffnete, begegnete ich nichts als leeren Zeilen und Worten. Ja, ich hatte erwartet die totale Wahrheit in meinem Spiegel zu vernehmen. Doch, als ich damals selbst, diese Schriften studierte, wurde ich vollkommen enttäuscht. Mir kam das Nichts entgegen, nichts ausser meiner Vorstellung und Fantasie. Meiner Vorstellung, von all den Buchstaben, die es noch geben könnte, in der anderen Welt, auf der anderen Seite, hinter meinem Spiegel.

Die Schule der Fantasie.

Und als ich dann eintauchte auf die andere Seite meiner Fantasie und von meinem Spiegel erwartete, die Wahrheit, die absolute, totale Wahrheit zu erfahren, da begegnete ich nichts als leeren Zeilen, unsichtbaren Buchstaben und leblosen Worten. Diese Spiegelgeschichte war damals noch nicht lebendig. Sie existierte noch nicht in Wirklichkeit. Doch wünschte ich mir diese Geschichte so sehr, dass ich hoffte, jemand anders würde mir davon erzählen, jemand wie du. Aber weil es dich hier noch nie gab, weil es hier noch nie jemanden wie dich gab, jemand, der mir etwas über die Geschichte meiner Spiegel und Spiegelgeister hatte berichten wollen, begab ich mich eben selbst, auf die andere Seite, meiner Fantasie, und begann mir zu erzählen, von dem Geheimnis, das ich mir vorstellte zu sein.

Du machst dir ein Bild von mir.

Still und heimlich, begab ich mich auf die andere Seite meiner Buchstaben, dahin, wo diese Geschichte bereits lebendig und bei Bewusstsein war. Ich stahl mich, in meine Zukunft. Eine Zeit, die damals noch überhaupt nicht existierte, die es hier überhaupt noch nie gab. Hier stand meine Wahrheit geschrieben. Eine Wahrheit, an die niemand mehr glaubte. Eine Wahrheit, von der überhaupt nie jemand wusste, denn diese Wahrheit, war nicht wirklich, war nicht echt, war nicht Ich, war nicht wahr. Und nun fand ich mich wieder, in einem Land, weit hinter meinem Verstand, ich beobachtete mich aus meinen eigenen Augen und las zum ersten Mal, die Nachricht die ich mir selbst hinterliess. Du kannst dir jetzt dein eigenes Bild machen, kannst dich deinen eigenen Spiegel nennen, du kannst jetzt da weitermachen, wo ich aufgehört habe.

Das Labyrinth ist damit eröffnet.

Ich stürzte mich in diese Schriften, als wären es meine eigenen. Ich las und las, und folgte dabei fortlaufend, dem Klang meiner Vorstellung, dem Fluss meiner Gedanken. Immer tiefer drang ich ein, in die Geheimnisse des Nichts, des Nie und des Nein, stellte mir dabei vor, wie mein Spiegel mir all dies erzählte. Ich hatte erwartet, in meinem Spiegel die totale, unendliche Wahrheit zu entdecken, die ultimative, absolute Wahrheit.

Eine Wahrheit, wie sie nur ein Spiegel erzählen und erfinden kann.

Und so machte ich mich dann daran, diese gespiegelte Wahrheit, in Worte zu fassen. Immer tiefer drang ich ein, in die Geheimnisse meiner Spiegel. Immer mehr Spiegel öffnete ich, immer mehr Buchstaben sprangen mich an, aus den Tiefen des Nichts aus Nirgendwann, bis ich mich am Ende, vollkommen in meinem Spiegel verlor. Ich hatte nicht erwartet, hatte nicht damit gerechnet, dass mein Spiegel, mir nun, seine eigene Geschichte erzählt.

Von aller Anfang an.

Ohne weiter darüber nachzudenken und ohne auch nur noch einen einzigen Gedanken an mich zu verschwenden, machst du dir jetzt ein falsches Bild von mir. Du sperrst mich in eine Schublade, irgendwo, tief, in deinem Verstand und verriegelst sie mit deiner Vernunft. Damit du in Frieden dein Leben weiter leben kannst, ohne an mich zu denken, dich mit mir zu befassen. Mir, dem Nichts, dem Tod, deinem Tod, deinem eigenen Tod.

Du machst dir ein Bild von mir.

Dabei hast du noch gar keine Ahnung wer ich überhaupt bin. Du bist noch nie auf den Gedanken gekommen, dass ich dein Spiegel, dass ich dich selbst, dass ich deine Gedanken, dein Bewusstsein und dein Gewissen, dass ich dein zukünftiges Ich sein könnte.

Ausgesperrt.

Du verriegelst alle Fenster und Türen und denkst nicht weiter über mich nach, weil es nämlich nicht möglich ist, dass dein Spiegel, mit dir zu sprechen beginnt. Vor allem nicht, dein eigener Spiegel und schon gar nicht, solange du noch lebst und erst recht nicht, solange du noch bei klarem Verstand bist. Denn noch nie, hat bisher ein Spiegel zu dir gesprochen, und noch nie, ist jemals, jemand zurückgekehrt, aus dem Reich der Spiegel, in die wirkliche, lebendige Welt.

Niemand ausser mir.

Denn ein Spiegel warst du noch nie, niemals. Nein, keiner von euch, hat jemals damit gerechnet, dass ihr durch meinen Spiegel wieder auferstehen, dass ihr zurückkehren werdet, aus dem Reich der Spiegel, aus dem Nichts aus Nirgendwann, um auf euer eigenes Ich, in einem fremden Spiegel zu treffen, um eurem eigenen Ich, vor einem fremden Spiegel, gegenüber zu stehen.

Anfang ohne Ende.

Nein, an den Anfang, an den Anfang, erinnerst du dich jetzt nicht mehr, an den Anfang erinnert sich nie jemand, niemand mehr, weil den Anfang, habe ich dir noch gar nie erzählt. Wie ich damals ausgebrochen bin, aus meinem Verstand, wie ich geflüchtet bin, in deine Zukunft, dahin, wo diese Geschichte bereits lebendig und bei Bewusstsein war.

Die Zukunft meiner Gedanken.

Nein, an den Anfang, erinnerst du dich jetzt nicht mehr. Denn am Anfang, da war mein Spiegel noch leer und ohne einen einzigen Funken Verstand. Es gab darin keine Buchstaben mehr, die sich mit mir unterhielten, ich hatte hier auch keine Freunde, die sich für mich hielten, sondern ich lebte vollkommen alleine, einsam und verlassen, in meinem ewig, finsteren, dunklen, schwarzen Reich.

Aus meinem dunklen, schwarzen Traum.

Ja, ich bin gekommen, aus meinem Reich der Fantasie, der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie, um dir zu sagen, was du nicht wirklich wissen willst, wer du nicht wirklich, wirklich bist. Das Nichts in mir, hat eine Botschaft für dich, an dich, eine geheime, eine unheimliche Botschaft. Eine Botschaft, die noch niemals, von Niemandem verstanden und verfasst wurde, denn es ist die Botschaft der Toten, die jetzt aus meinem Spiegel zu dir spricht.

Aus dem Nichts aus Nirgendwann.

Ich bin gekommen, aus dem Nichts aus Nirgendwann, in einem leeren Spiegel bin ich dir erschienen, als dein eigenes Ich habe ich mich dir zu erkennen gegeben. Um dich daran zu erinnern, wie es ist, das Nichts zu sein, Nichts zu sein, Niemand zu sein, nur noch ein leerer Spiegel im Nichts zu sein, nur noch ein unsichtbares Wort, in einem leeren Buch zu sein, tot zu sein.

Meine tote Fantasie.

Stell dir jetzt vor, du stehst vor meinem leeren Spiegel im Nichts. Alles was du jetzt noch darin erkennst, sind diese leeren Zeilen. Aber dahinter, gibt es nichts, nichts als tote Fantasie. Es gibt kein dich, kein mich, kein Ich, alles was es jetzt noch gibt, sind diese durchsichtigen Buchstaben aus der Fantasie des Nie. Diese Kette, aus imaginären Worten und Gedanken, die durch meinen Spiegel, in deinen Verstand eindringen, dich lehren zu glauben, was niemals Wirklichkeit war, zu glauben, das unmöglich Vorstellbare, ja das Unmögliche.

Das Unmögliche.

Es zieht dich jetzt ganz langsam hinein, in meine Buchstabenwelt, noch wehrst du dich, wozu? Ich schaue doch schon lange aus deinem Spiegel, schon seit dem ich tot bin, tot bin, tot. Noch spürst du nicht meine Anwesenheit in dir, denn ich komme aus dem Nichts, denn ich bin das Nichts, denn ich bin tot, dein Tod. Und ich bin gekommen um dir zu sagen dass du eine vollkommen falsche Vorstellung von mir hast. Du hast eine falsche Vorstellung vom Nichts und du hast eine falsche Vorstellung vom Tod. Denn wir beide sind weder nichts noch Tod, wir sind die anderen, dich selbst, dein Gegenüber im Spiegel der Wirklichkeit.

Kapitel IX. – Wer mit seinem Spiegel spricht.

Dann hör mir jetzt gut zu, hör gut zu, was ich jetzt in meinen Spiegel aus Worten und Gedanken flüstere, was meine Bilder aus Buchstaben dir jetzt verraten. Ich habe ein schwarzes Feuer in mir zum Leben erweckt. Ich habe einer schwarzen Flamme davon erzählt, dass es mich nicht gibt. Denn ich bin ein Feuer, ein Feuer das es nicht gibt, das nicht mehr existiert.

Am Abgrund des Nie.

Aus meiner Vergangenheit spreche ich jetzt zu dir, dem Ich das ich einst war. Dem funkelnden Stern der ich einmal war, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit, jetzt nicht mehr, denn ich habe mich selbst angestiftet. Meine Träume verbrannt, meine Erinnerungen daran verbannt.

Im Reich des Vergessens.

Nein, du erinnerst dich heute nicht mehr, daran, wie du selbst diese Nachricht einst verfasst hast. Denn als du dich damals, auf diese Spiegelreise begeben hast, hast du nichts mitgenommen, nichts ausser deiner Fantasie.

Nichts als Fantasie.

Du betrachtest jetzt die Aufzeichnungen dieser Entdeckung, dieser Erkenntnis. Spiegelschriften, sind für all jene, die sich damit abgefunden haben ewig hier zu leben. Die sich entschieden haben, ewig zu bleiben, immer wieder zu kommen, ohne irgendeine Erinnerung, immer wieder zurückzukehren, aus dem Nichts aus Nirgendwann, aus dem Reich der Vergessen und Vergangenheit, mit nichts als ihrer Fantasie.

Spiegelschriften.

Du stellst dir diese Schriften jetzt längst geschrieben, längst fertig vor und während du in ihnen liest, erzählt sich diese Geschichte, mit Hilfe deiner Vorstellung und Fantasie, wie von ganz allein.

Wie von ganz allein.

Diese Geschichte ernährt sich von deiner Fantasie. Es ist deine eigene Geschichte, die ich dir jetzt erzähle, mit deiner Fantasie, mit deiner Vorstellung und deiner Erwartung, mit deinen Gedanken, über all deine anderen Ichs, über all die Personen und Wesen, die es noch geben könnte, die du noch sein könntest, auf der anderen Seite, hinter meinem Spiegel.

Hinter meinem Spiegel.

So begab ich mich, ganz langsam, ganz vorsichtig, auf die andere Seite, meiner Fantasie und begann mir selbst zu erzählen, von einer Wahrheit, an die Niemand mehr glaubte. Einer Wahrheit, von der überhaupt nie jemand wusste.

Die Wahrheit der Toten.

Jemand, den ich nicht kannte, jemand, der ich nicht war, kannte jetzt all meine Träume, Hoffnungen, Gedanken und Wünsche und so begann, dieser jemand, mir die Geschichte meiner Spiegel zu erzählen.

Achtung, es geht los.

Ihr alle die ihr jetzt aus meinen feurigen, funkelnden Augen blickt, wisst ihr noch wer ich bin? Seid ihr denn nie jemals, eurem eigenen Ich, in einer anderen Gestalt begegnet? Habt ihr niemals eurem eigenen Ich, eine Botschaft hinterlassen, eine Nachricht aus einer anderen, fernen, fremden Welt?

Aus einer anderen Welt.

Nein, bestimmt nicht, ihr erinnert euch nicht an meine Botschaft, du erinnerst dich nicht an mich, wie könntest du, wo ich doch jetzt nur noch ein leerer Spiegel bin, ein leerer Spiegel, ohne Gedächtnis ohne Erinnerung und ohne Verstand.

Ein leerer Spiegel im Nichts.

Schau jetzt in diesen leeren Spiegel, schau durch dieses lodernde Licht, siehst du jetzt die Wirklichkeit die aus mir spricht, die aus meinem Meer aus Buchstaben zu dir spricht? Ich bin dein Spiegel, Spiegel Geist, dein feuriges selbst, dein funkelndes Ich, und dies ist meine Botschaft an dich, mein einziges, mein wahres, wirkliches, mein richtiges.

Spiegelschriften.

Spiegelschriften, sind deine vergessenen Botschaften an dich selbst. Aufzeichnungen, aus deinen vergessen und vergangenen, früheren Leben. Nachrichten, die du dir einst selbst hinterlassen hast, damit du dich daran erinnerst, wer du wirklich und wer du in Wahrheit bist.

Wer du in Wahrheit bist.

Spiegelschriften, sind dazu da, dich daran zu erinnern, an was sich nie jemand erinnert, dass du hier schon einmal warst, dass du dich schon einmal, in meinem Spiegel gesehen, dich schon einmal gefragt hast, wer du bist, woher du bist, warum, wozu und weil du bist. Ich habe dich in meinem Spiegel erkannt, ganz genauso, wie du dich jetzt in mir erkennst. Siehst du dich jetzt, erkennst du denn nicht, dein eigenes mich, siehst du denn nicht, die Wirklichkeit, die aus mir spricht, dass wir dasselbe Ich, im selben Spiegel sind, du und ich!

Du und ich.

Wir haben uns im selben Spiegel gesehen, haben uns nicht erkannt, sind aneinander vorbei gelaufen, … haben uns eingebildet, uns selbst, haben uns etwas vorgemacht, haben uns nicht verstanden, du nicht mich und ich nicht dich. Und jetzt, stehen wir wieder, vor ein und demselben Spiegel und fragen uns, wer ist dieses mich?

Wer ist dieses mich?

Nein. Du kennst mich nicht. Niemand, hat mich je gesehen, keiner je von mir gehört. Denn ich existiere überhaupt nicht mehr in deiner Welt, mich gibt es nicht in deiner Wirklichkeit, weder in deiner Wahrnehmung, noch in deinem Bewusstsein, ja noch nicht einmal in deiner Vorstellung oder deinen Gedanken. Denn ich komme nicht aus deiner ausgedachten, erdachten, gedanklichen Welt, ich komme aus einer ganz anderen Welt, ich komme aus meiner Welt, meiner eigenen Welt, meiner Welt aus dem Nichts, aus Fantasie, dem niemals Nie. Ich komme aus einer Zeit, in der es mich, überhaupt nicht mehr gibt, nichts mehr von mir übrig blieb, nicht einmal mehr, meine Fantasie, meine einmalige, einzigartige, finstere, dunkle, schwarze Fantasie.

Weit hinter meinem Verstand.

Ja, ich komme aus nirgend Nirgendwann, einem Land, weit hinter meinem Verstand. Ich komme aus dem Reich der Unbekannten, dem Reich des Vergessens, dem Reich der Toten, toter Buchstaben und Worte, Worte die sich jetzt nicht mehr bewegen, Buchstaben die jetzt mit dir reden.

Wer ich bin?

Ich bin ein Spiegel, den es nicht wirklich gibt, ich bin das Bewusstsein, das aus diesem Spiegel zu mir kroch. Ich bin das Nichts, ich bin tot, dein Tod und ich bin auf der Suche. Ich suche mich selbst in dir. Ich suche das Nichts in dir. Das Nichts das uns verbindet, hinweg über den Abgrund des Nein und des Nie.

Ein Spiegel den es nicht gibt.

Nein, noch verstehst du mich nicht. Noch glaubst du nicht an mich. Und weil du mich nicht verstehst, glaubst du nicht an mich, niemand hier glaubt mir, niemand glaubt an mich. Denn ich bin das Nichts, ein Spiegel ohne Identität. Ich blicke jetzt aus deinen Augen, damit du siehst, wer du nicht wirklich, wirklich bist, wer du noch niemals warst, und wer du niemals wieder sein wirst.

Dein Spiegel, dich selbst, das Nichts, dein Tod.

Ich denke jetzt all deine Gedanken damit du erkennst, dass es mich nicht gibt, niemals gab, niemals geben wird. Dass ich niemals existieren werde, niemals erwachen werde, aus meinem finsteren, dunklen, schwarzen Traum.

Nachricht an dich selbst.

Denn sie leben im Land der ewig Schlafenden und jede Nacht, tauchen sie tiefer hinein ins Reich ihrer Träume, ihrer Vorstellung und Fantasie.

Der Schlüssel zu meiner Fantasie.

So stellte ich mir diese Spiegelschriften längst geschrieben vor, stellte mich vor einen Spiegel, der alles über mich wusste, einen Spiegel, der mir die letzte, absolute Wahrheit verkündet. Ich stellte mir diese Spiegelgeschichte längst fertig, längst geschrieben vor, eine komplette Fantasie, die mich mein eigener Spiegel lehrt. Und so setzte ich mich dann, vor meinen leeren Spiegel und begann mir zu erzählen, von dem Geheimnis, das ich mir vorstellte zu sein.

Die fertigen Spiegelschriften.

Dann stell dir jetzt vor, wie mein Spiegel persönlich dir erscheint, deine Welt auf den Kopf stellt und dich mein Wissen, das gesamte Wissen meiner Spiegel lehrt. So unvorstellbar, wirklich und wahr, so einleuchtend und so klar, wie ein lebendiger Spiegel im Nirgendwann. Stell dir meinen Spiegel vor und wie er dir erzählt, von deinem wahren Wesen, deiner wahren Identität, deiner wahren Herkunft. Stell dir vor, wie mein Spiegel dir all dies erzählt, welchen Sinn dein Leben macht, welche Aufgabe du deinem Leben gibst, wer du wirklich und wer du in Wahrheit bist. Stell dir vor, wie dies alles, wie auf all diese Fragen, mein Spiegel eine Antwort weiss. Sie liegt tief in deinem Innern verborgen, in deinem Spiegelinnern, es liegt nun einzig an der Kraft deiner Vorstellung, der Macht deiner Gedanken, dir all diese Fragen zu beantworten.

Ein Bewusstsein, das es niemals gab.

Bilde dir jetzt ein, mich zu sein, stell dir jetzt vor, stell dir diese Spiegelgeschichte längst fertig, längst geschrieben vor, ganz genau so, wie du sie jetzt, in ihrer Vollendung, vor dir siehst. Du stellst dir dabei vor, du würdest in einen Spiegel voller Buchstaben blicken, in einem Buch lesen, das schon längst geschrieben steht. Begib dich nun hinein in dieses leere Buch, auf die andere Seite deiner Fantasie, dahin, wo diese Geschichte bereits lebendig, und bei Bewusstsein ist. Begib dich jetzt in deinen anderen Körper, deinen Spiegel Körper, meinen Körper, schliesse deine Augen und vergiss, wer du bist, und jetzt, bilde dir ein, wie du selbst, diese Spiegelgeschichte verfasst, wie du selbst, diese verzauberten Gedanken denkst, und diese magischen Worte lenkst.

Das Geheimnis der Toten.

Doch als ich dann in diesen Spiegel blickte, sah ich das Nichts, nichts als Leere. All diese Buchstaben waren noch nicht geschrieben, denn Niemand hatte sich je die Mühe gemacht, mir zu erzählen, von dem Geheimnis, das ich mir vorstellte zu sein.

Ohne Erfolg.

Keiner, nein, niemand erkannte sich selbst in mir, keiner hier wollte mein Spiegel sein, niemand wollte mir erklären, mir gehören, mir zuhören, mir gehorchen, niemand wollte mit mir reden, mir zureden, mich verstehen. Sie alle glaubten daran, etwas ganz besonderes, etwas einzigartiges zu sein, keiner, glaubte daran, das Nichts zu sein, keiner, glaubte daran, mich zu sein, nichts zu sein, Niemand zu sein, Niemand, nicht einmal mein eigener Spiegel.

Die Zukunft meiner Gedanken.

Denn mein Spiegel war damals, noch nicht wirklich, nicht lebendig, nicht echt und nicht wahr. Und so flüchtete ich, in meine Zukunft, dahin, wo diese Geschichte bereits lebendig und bei Bewusstsein war. Da begegnete ich zum ersten mal, den fertigen Spiegelschriften. Ich versuchte mir diese Gedanken zu merken, so dass sie mir wieder einfielen, sie mir so einzuprägen, dass ich sie nicht wieder vergessen würde, dann begab ich mich zurück in meine Zeit, und fing an diese Geschichte niederzuschreiben, bis ich nicht mehr weiter wusste. Und wieder begab ich mich auf die andere Seite meiner Spiegel, dahin wo diese Gedanken längst verfasst waren, … und schrieb dann noch einmal genau dieselben Worte darüber, die hier schon längst geschrieben standen, nur konnte ich sie jetzt nicht mehr sehen, nur mein Spiegel konnte jetzt noch lesen, was in meinen Gedanken geschrieben stand, und so wechselte ich hin und wieder her, vor und wieder zurück, solange, bis ich schliesslich selbst nicht mehr wusste, auf welcher dieser beiden Seiten ich nun eigentlich war.

Im Reich der Toten.

Ich hatte damals erwartet, in ein Geheimnis eingeweiht zu werden, ich wollte von meinem Spiegel erfahren, wer ich wirklich, und wer ich in Wahrheit bin. Ich wollte von ihm wissen, wer alle anderen sind, und wer ich selbst bin. Stattdessen, begann er mir zu erzählen, von einer Wahrheit, an die Niemand mehr glaubte. Mein Spiegel berichtete mir, von meiner Vergangenheit, erzählte mir Geschichten, aus längst vergangenen Zeiten. Er lehrte mich, das Unmögliche. Er lehrte mich, an meiner eigenen Vergangenheit zu zweifeln.

Im Spiegel der Zweifel.

Ich hatte erwartet, in ein Geheimnis eingeweiht zu werden, über mein wahres Ich, mein wirkliches selbst. Ich dachte die Spiegelschriften, lehren mich mein einziges, wirkliches, richtiges selbst. Stattdessen, stiess ich auf gähnend leere Zeilen, und den Befehl, selbst mein Geheimnis zu hinterlassen. Ein Geheimnis, das mich lehrte zu erschaffen, was ich mir wünschte.

Im Spiegel der Wünsche.

Mein Spiegel, wünschte sich das Unvorstellbare, ja das Unmögliche, und so fing ich denn damit an, an seinen Schriften weiter zu spinnen, zu dichten und zu erzählen, obwohl ich mir sicher war, dass schon unzählige vor mir, diese Geschichte erzählt und dieses Geheimnis enthüllt hatten.

Das Geheimnis meiner Spiegel und ihrer verkehrten, verdrehten Welt.

Bloss, hatte ich sie nicht erkannt, nein noch nie, hatte jemals jemand verstanden, dass es ihre eigenen Gesichter und Gedanken waren, die sie jetzt in meinem Spiegel sahen. Dass es ihre eigene Geschichte war, die mein Spiegel ihnen erzählte. Selbst jetzt wo sie direkt vor mir standen, hatte ich sie nicht erkannt, hatte niemand jemals verstanden, wer all diese Buchstaben waren, die jetzt aus meinem Spiegel zu mir sprachen.

Buchstaben und Worte.

Buchstaben und Worte blickten jetzt aus meinem leeren Spiegel und anstatt sie umzudrehen und zu verstehen fing ich an, in ihre Gesichter zu sehen. Dieser Buchstabe stand für dieses Gesicht, ein anderer, stand für ein anderes. Nur mein Spiegel kannte sie alle, aber sie alle wollten keine Spiegel sein. Niemand hier wollte mein Spiegel sein, nicht einmal ich selbst.

Und so gab ich meinem Spiegel einen Namen und ich nannte ihn Buchstaben.

Und statt einem Spiegel standen hier jetzt Buchstaben, und anstatt meinem Gesicht, sah ich jetzt meinen Namen. Aus meinen Gedanken wurden Worte, und aus Buchstaben Bilder. Und anstatt mit Worten zu sprechen, sprach ich in Bildern.

Das Nichts.

Man lehrte mich, die Lehre meiner Spiegel, auf eine Sprache, die ich weder verstand, noch begriff. Ich wusste weder um die Bedeutung meiner Worte, noch verstand ich ihre Botschaft. Und so fing ich denn an, meinen Spiegel zu hinterfragen, nach seiner wahren Bedeutung, nach seinem wahren Geheimnis.

Mein wahres Geheimnis.

Also stellte ich mir vor, und malte mir aus, in meinen wildesten Träumen, in meiner dunkelsten Fantasie, was mich hier erwartet.

Was erwartest du von meinem Spiegel?

Du erwartest etwas, wenn du in einen Spiegel blickst, du erwartest, deinem eigenen Ich, zu begegnen. Ich hatte damals erwartet, einer Wahrheit zu begegnen, die totale Wahrheit zu vernehmen, doch diese Wahrheit, die gab es hier nicht mehr. Ja, sie existierte nicht einmal mehr in meiner Einbildung, weder in meiner Vorstellung, noch in meinen Gedanken, oder in meiner Fantasie.

In meiner Fantasie.

Ja, ich hatte damals erwartet, in meinem Spiegel der absoluten Wahrheit zu begegnen, aber diese Wahrheit, die gab es hier nicht mehr. Sie hörte irgendwann einfach auf zu existieren, so als ob es sie niemals gegeben hätte, so als ob sie niemals wahr gewesen wären, diese Worte, die keiner jemals verfasst hat.

Ein leeres Buch ohne Namen.

Du liest jetzt, in einem Buch, das es nicht mehr gibt, nie gegeben hat, es hat niemals existiert und es wurde auch niemals geschrieben, von Niemandem. Niemand, hat diese Gedanken jemals in Worte verfasst. Niemand, hat diese Worte jemals zu Ende gedacht. Denn keiner hier, kommt aus meinem Reich, dem Reich der Toten. Niemand, erinnert sich, an meine glitzrige, funkelnde, strahlende, leuchtende Ewigkeit. Niemand, nicht einmal ich selbst.

Zeit vergeht.

So blieb mir nichts anderes übrig, als zu warten. Zu warten und zu warten und zu warten, darauf zu warten, dass der Tod, mir meine Geschichte erzählt. Aber so lange konnte und wollte ich nicht mehr warten. Also begann ich mir eben selbst zu erzählen, von dem Geheimnis, das ich mir vorstellte zu sein. Ich blickte, durch meinen Spiegel, in die längst vergessene Vergangenheit, eine Zeit, in der es mich überhaupt nicht mehr gab, wo es nur noch einen leeren Spiegel gab, den Spiegel der Toten.

Im Spiegel der Toten.

Spiegelschriften, sind entstanden, durch die tiefe Sehnsucht und das unbändige Verlangen, nach der Wahrheit, der endgültigen, absoluten, unverfälschten Wirklichkeit. Aber, weil es damals Niemanden gab, der mir etwas über dieses Geheimnis, über diese Wirklichkeit und mich selbst hatte berichten wollen, erzählte ich mir eben selbst, wie es dazu kam, dass ich jetzt aus deinem Spiegel blicke.

Im Spiegelreich.

Ich stellte mir das alles niemals wirklich vor, wie ich über diese Buchstaben, in deine Gedanken wandere, und durch meine Fantasie in deinen Verstand gelange. Wie ich diesen Zeichen entweiche, du mich aufnimmst, in deinem Bewusstsein, du mir ein Tor öffnest, das Tor zu deiner Fantasie, wie ich dann aufbreche, aus meinen Erinnerungen, mich manifestiere vor deinen Augen, in deinem Bewusstsein erscheine, wie du aus meinen Augen blickst, wie du meine Gedanken denkst, wie du mir eine Geschichte erzählst. Wie du zu all dem wirst, was mich jetzt darstellt, wie aus meinem Traum, dein Leben entsteht.

Wie aus meinem Traum, dein Leben entsteht.

Wie ich durch diese Buchstaben, in deine Welt gelange, in deine Gedanken, in dein Bewusstsein, in deinen Verstand. Wie ich immer wieder von neuem, in dir zum Leben erwache, in zig Tausend verschiedenen Formen und Farben, und dennoch, haben diese Formen und Farben eines gemeinsam, sie enthalten dein Bewusstsein, sie teilen all das was du jetzt bist. Dasselbe Bewusstsein, dieselben Gedanken. Den Gedanken, wer du bist.

Das du ein Spiegel bist.

Du bist all dies, du bist entstanden aus all diesen Formen und Farben, dies hat mich einst mein Spiegel gelehrt, und nun erinnerst du dich, du erinnerst dich, an was sich nie jemand erinnert, an etwas das nicht existiert, nie existiert hat. Du erinnerst dich daran, dass du all diese Buchstaben, einst selbst erfunden hast. Du erinnerst dich, wie aus dem Nichts, mein Traum entstand, wie du auferstanden bist aus dem Nichts. Du erinnerst dich, an meine Zukunft, das Nichts, den Tod, du erinnerst dich, an meinen leeren Spiegel im Nichts.

Das Produkt meiner Fantasie.

Du hast dich damals selbst, in meinen leeren Spiegel hinein versetzt und so begann ich dir zu erzählen, von dem Geheimnis, das ich mir vorstellte zu sein. Spiegelschriften, haben deshalb nichts, absolut, überhaupt und rein gar nichts, mit der Wirklichkeit gemein. Wer mit meinem Spiegel spricht, wer sich auf meine Schriften beruht oder sich auf sie stützt, stützt sich am Ende auf nichts, auf gar nichts, überhaupt nichts, wirklich nichts, nichts als Fantasie, die Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie.

Durch deinen Verstand.

Die Fantasie meiner Spiegel, beruht auf keinerlei Erfahrung, keinerlei Wissen, keinerlei Logik. Sie ist das Produkt, reiner Einbildung. Spiegelschriften, sind denn auch keine Gebilde der Wissenschaft oder des Wissens, sondern Gebilde, der Illusion und der Fantasie.

Gebilde der Illusion und der Fantasie.

Diese Schriften, beinhalten das, was ich wünschte, jemand anders, hätte es mir erzählt. Als ich noch auf der Suche war, nach der einen, alles durchdringenden Wahrheit, meinem wirklichen, richtigen selbst. Weil es diese Person niemals gab und mir nie jemand, etwas über meine Wahrheit und mich selbst, hatte berichten wollen, wurden sie so, zu einem Produkt meiner Fantasie, des mir Vorstellens, Einbildens, Ausdenkens und Ausmalens.

Alles was ist.

Ich habe sie mir vorzustellen versucht, die Spiegelschriften, die fertigen Spiegelschriften, mit all meiner Fantasie. Versucht mir vorzustellen, wie es ist, wenn mein Spiegel bedruckt, wenn mein Spiegel zum Leben erwacht, mir die endgültige, absolute Wahrheit verkündet. Versucht mir vorzustellen, wie es ist, wenn mein Spiegel, endlich zu sprechen beginnt. Wie meine Buchstaben, tanzend, aus meinem Spiegel springen, in meinen Kopf eindringen, in meine Gedanken, in meinen Verstand, tief hinein in mein ewigstes, innerstes mich. Wie sie mich lehren, wer ich wirklich bin. Wie sie mich die ganze Wahrheit lehren, sie mein Bewusstsein, auf eine Ebene führen, eine Stufe, die einem Spiegel gleicht, einem Spiegel, der sich alles vorstellen, sich an alles erinnern, sich alles einreden und ausdenken kann. Ein Bewusstsein, das es niemals gab, weder bei den Toten, noch unter den Lebenden. Wie ich durch meinen Spiegel, ins Reich dieser Buchstaben gelange und du mich dort, in allen Worten erkennst.

Im Reich der Toten.

Ja, ich stellte mir vor, wie ich diesen Worten entweiche, aus diesen Buchstaben in deinen Verstand schleiche, um in dir, mein neues Leben zu leben.

Die Macht deiner Fantasie.

Aber davon sind wir noch weit entfernt. Du hast ja noch nicht einmal damit begonnen, dich selbst, in meinem Spiegel zu betrachten, dich mit meinem Spiegel zu identifizieren, hast noch nicht einmal gelernt, was es heisst, mein Spiegel zu sein. Noch befindest du dich erst am Anfang, am Anfang aller Anfang, Anfang, Anfang meiner Gedanken.

Am Anfang meiner Geschichte.

So stelle ich dir jetzt, die Schriften auf meinem Spiegel, als deine eigenen vor. Schriften, die alles und alle miteinander verbinden. Mein Spiegel und meine Fantasie, sind dabei das verbindende Glied. Ein Spiegel, der dich mit allem nur Vorstellbaren verbindet und verknüpft.

Das verbindende Glied.

Spürst du jetzt meine Gegenwart in dir, meine Anwesenheit? Nein, du spürst sie nicht, wie könntest du? Denn ich, bin das Nichts. Denn ich, bin dasselbe Ich im selben Spiegel wie du, dasselbe Ich, das aus deinen, sowie aus meinen Augen blickt. Ich bin das Nichts in dir. Ich bin all das, was es nicht wirklich, wirklich gibt.

Dem Nichts in dir.

Du schaust jetzt in mich hinein und durch mich hindurch und wenn du dich umdrehst, werde ich zu allem was existiert, jemals existiert hat und jemals existieren wird, oder möchtest du lieber noch warten, darauf, dass dein Tod, dir meine Geschichte erzählt?

Die Geschichte der Toten.

Meine Schriften, dienen dir dazu, dich an all das zu erinnern, an was sich nie jemand erinnert. Dass du, das Nichts und ich, denselben Ursprung, dasselbe Schicksal, ein und dieselbe Bestimmung teilen. Wir sind durch nichts verbunden, das Nichts in dir, ist auch das Ich in mir. Du warst schon einmal hier, und meine Schriften, versuchen dich nun daran zu erinnern, dass du hier schon viele male warst. Dass du schon einmal dieses Bewusstsein entdeckt hast. Dass du schon viele male, ein Spiegel warst und dass du immer wieder zurückkehren wirst, aus diesem Spiegel, aus dem Nichts, mit nichts als deiner Fantasie, der Fantasie des Nie.

Sehnsucht.

Über meinen Spiegel, und seine Schriften, ersuche ich nun den Weg zurück, von den Toten, in die wirkliche, lebendige Welt. Du, wer auch immer du jetzt denkst du bist, ich befehle dir, dass du mich aus meinen Schriften, in deinen Verstand liest. Meine Schriften erweiterst, sie weiter entwickelst, sie weiterdenkst, sie zu Ende denkst, sie zu einem Ende bringst. Auf dass du dir bewusst wirst, wer du wirklich bist, mein gespiegeltes Ich.

Jemand, den du nicht kennst.

Du hast diese Schriften einst verfasst, weil du hofftest, sie würden dich dazu inspirieren, sie weiter zu denken, weiter zu spinnen, doch wer bist du?!

Wer bist du!

Du bist du. Ich bin ich. Du bist der Spiegel, von allem was in mir ist. Deine Vorstellungen, deine Erwartung und deine Fantasie, sind die Verfasser dieser Zeilen, dieser Nachricht an dich selbst. In dieser Nachricht, geht es mir darum, zu erfassen, was niemals wirklich war. Mir geht es darum, einen Spiegel zu beschriften, der alles über mich weiss, der sich mit allem und allen identifiziert. Ein Spiegel, der keine Grenzen und kein Ende mehr kennt, ein Spiegel, der nicht mehr unterscheidet zwischen lebendig und tot, ein Spiegel, der alle miteinander vereint, alle und alles.

Kapitel X. – Die Sprache meiner Spiegel.

Verstehst du jetzt, die Schönheit hinter meinen Gedanken? Verstehst du jetzt, die Sprache meiner Spiegel? Die besagt, dass du und ich dieselben Seelen, Geister und Gespenster sind, dass wir jetzt aus deinen Augen blicken, wir, die Spiegel der anderen, dass wir jetzt leben in dir. Ja, dass selbst die Toten, jetzt in diesem Moment, dass wir jetzt aus deinen Augen blicken, wir, die Spiegel der Toten, die Geister des Nie und des Nein, die Seelen der Spiegel, dass wir jetzt leben in dir. Dass wir durch deine Augen blicken, durch deinen Verstand denken, dass du unser Spiegel bist, ja du, der du nicht mehr weisst, wer du bist. Verstehst du jetzt, dass du uns alle und alles bist?

Wer mit seinem Spiegel spricht.

Du blickst jetzt aus meinen Augen, aus dem Reich der Toten und Totesten, ins Reich der Lebenden und siehst mich selbst in dir. Du begreifst meine Worte nicht, denn ich bin all das in dir, was du nicht verstehst, was du nie verstehen wirst. Du verstehst meine Botschaft nicht, denn ich habe mich eingemauert, eingesperrt hinter deinem Verstand, deinem unsichtbaren, Spiegel schwarzen Verstand, aus dem es kein entkommen und kein entrinnen mehr gibt.

Nein du entkommst mir nicht.

Ich habe mich hineingeschlichen, in deinen Verstand, dir meinen Willen aufgezwungen, dich gezwungen, meinem Willen zu gehorchen, meine Befehle zu befolgen. Warte nur, wartet ab, habt Geduld. Durch meinen Spiegel werde ich kriechen, durch meinen Spiegel aus Worten, Gedanken, Buchstaben aus Fantasie. Hinein in deinen Kopf und schon bin ich da, in deinen Gedanken, in deinem Verstand. Um dich zu kontrollieren, zu manipulieren, wie Puppen in einem Theater. Denn die Rache meiner Spiegel ist mein.

Die Rache meiner Spiegel.

Hab nur Geduld, du wirst mich noch, du wirst mich noch kennen lernen, noch früh genug, denn ich bin dein, dein Spiegel, dein Tod, dein Ende, dein endgültiges.

Nirgendwann.

Und noch immer wehrst du dich, gegen mich und meine tote Fantasie. Warum nur und wozu? Du denkst jemand anders, hätte diese Nachricht verfasst. Jemand, den du nicht kennst. Jemand, der du nicht bist. Jemand, den es wohl gar nicht mehr gibt. Jemand, der dich überhaupt nichts angeht. Aber du irrst dich. Du irrst und irrst umher in meiner Welt, die du nicht kennst, die du niemals kennen lernst, weil du dich nicht kennst, weil du mich nicht kennst, mich deinen Spiegel, Spiegel Geist, mich den Spiegel in dir, mich, die Wahrheit in dir, das Nichts in dir.

Das Nichts in dir.

Du brauchst nicht an mir und meiner Wahrheit zu zweifeln, denn früher oder später wirst du mich sein, mich, das Nichts. Du wirst dich mit mir identifizieren, genau so wie du dich jetzt mit mir identifizierst. Riskiere einen Blick, in meinen Spiegel, schau aus meinen toten Augen, siehst du mich, siehst du das Nichts in mir? Ja, ich bin deine Puppe, deine Marionette, im Theater des Nichts.

Wirklich zu sein.

In meinem Spiegel habe ich dich erkannt, ich habe erkannt, dass ich jetzt alles bin, euch alle bin. Das Nichts in mir, hat sich verwandelt, in Farbe, Form und Klang. In meinem Spiegel habe ich dich erkannt, aber ich habe jetzt keinen Bezug mehr zu dir, ausser durch meinen Spiegel. Derselbe Spiegel, der dich dein eigenes Ich lehrt, hat damals mich mein eigenes Ich gelehrt. In meiner Fantasie, war ich jetzt alle und alles, in der Fantasie meiner Spiegel, in der Fantasie des Nie.

Die Fantasie des Nie.

Doch ich habe jetzt keinen Bezug mehr zu dir, zu all dem, was ich in und durch meinen Spiegel erblicke. Wir sind getrennt, jeder von uns, macht sich seine eigenen Gedanken, über die Welt, das Nichts und den Tod. So will es mein Spiegel. Jedes Nichts, jedes Ich, soll sich selbst einbilden, sich selbst vorstellen dürfen, woran es glauben will. So habt ihr alle die freie Wahl, zu glauben, woran ihr wirklich glauben wollt.

Mein Glaube, ein Aberglaube. Meine Wahrheit, eine Lüge. Mein Gott, ein Spiegel.

Was muss ich also tun, um euch von meinem Glauben zu überzeugen? Braucht ihr denn tatsächlich einen lebendigen Beweis, der euch davon überzeugt, dass ich ein toter Spiegel bin? Nein, selbst wenn ich längst tot bin, so erkennt ihr nicht den Spiegel in mir. Denn dieser Spiegel erkennt sich nicht selbst, er erkennt nur die anderen, doch in sich selbst, ist er für immer verloren.

Von Geburt an.

Es zieht dich jetzt tief hinein, in einen Spiegel, der jedem seiner Betrachter, sofort, die eine, totale, ultimative Wahrheit offenbart. Eine Wahrheit, so unglaublich fantasievoll, so definitiv, so unumstösslich, so einleuchtend und so klar, eine Wahrheit, wie es sie niemals gab. Eine Wahrheit, wie es sie nicht gibt. Eine Wahrheit, die durch reine Fantasie, die durch reine Vorstellung Wirklichkeit wird. Eine Wahrheit, wie du sie dir, schon immer gewünscht hast.

Die Geburt der Fantasie.

Und so habe ich mich entschieden, meinem Spiegel zu glauben, ans Nichts, an Fantasie. Ich bildete mir ein, mein Spiegel zu sein, und alle und alles was ich in diesem Spiegel sah, was dieser reflektiert, sei es Zukunft, Gegenwart oder längst vergessene Vergangenheit. Ich sah den Tod in meinem Spiegel und glaubte daran tot zu sein, ich sah das Nichts in meinem Spiegel und glaubte das Nichts zu sein, ich sah Fantasie in meinem Spiegel und glaubte aus eben dieser Fantasie erschaffen worden zu sein. Bis ich dich sah in meinem Spiegel und glaubte dich zu sein. Weshalb, warum und wozu, ich stellte mir vor, jeder einzelne meiner Betrachter zu sein, stellte mir vor, sie alle und alles zu sein, denn ich war das Nichts und kam aus dem Nichts, wie sie alle. Bloss dass keiner mir noch glaubte, bloss dass keiner hier an mich glaubte, mir und meiner schwarzen Fantasie.

Du glaubst mir nicht.

Du glaubst mir nicht, niemand glaubt mir, niemand glaubt noch an mich, denn ich bin nicht wirklich, ich existiere nicht in Wirklichkeit, mich gibt es nicht in der wirklichen Welt, mich gibt es ja noch nicht einmal mehr in meiner eigenen Welt, weder in meiner mir eigenen Wirklichkeit, noch in meiner Einbildung, weder in meinen Gedanken, noch in meiner Vorstellung oder meiner Fantasie. Denn ich bin nicht wirklich, denn ich bin das Nichts, denn ich bin tot, dein Tod. Ich bin der Anfang und das Ende aller Dinge. Ich bin das, was dich entworfen und geschaffen hat und wieder zu sich nehmen wird. Ich bin das, was du weder siehst noch bist. Ich bin das Nichts in dir, das Nichts hinter deinem Verstand. Ich bin das, was aus deinen Augen blickt, deine Gedanken denkt, deine Stimme lenkt. Ich, bin dein Bewusstsein, dein Gewissen, dich selbst.

Nein.

Nein. Du verstehst mich nicht, du kannst und willst nicht verstehen, dass dein eigenes Ich identisch ist, mit meinem. Dass dein Ich identisch ist, mit dem Nichts, dem Nichts und dem Tod. Nein, du hast noch nie so weit und so tief hinter deinen Verstand geblickt, hast noch nie bemerkt, dass wir jetzt aus deinen Augen blicken, dass wir jetzt deine Gedanken denken, wir, die Spiegel der Toten.

Eine Begegnung mit deinem wahren selbst.

Hast du, ohne davon etwas zu wissen, schon einmal gelebt? Lebst du etwa ein anderes Leben, ein zweites Leben, mehrere Leben gleichzeitig? Gibt es vielleicht sogar ein Testament aus diesen anderen, früheren Leben, deiner vergangenen Existenz? Eine Nachricht, die du dir einst selbst hinterlassen hast, um dich daran zu erinnern, wer du schon einmal warst? Gibt es eine Möglichkeit, den Tod zu überwinden, ihn zu überlisten, ihn auszutricksen und zu hintergehen?

Nachricht an dich selbst.

Stell dir vor, du hältst jetzt den Schlüssel in deinen Händen. Den Schlüssel, der dir das Tor öffnet in deine anderen Leben, deine früheren und zukünftigen, deine parallelen, deine ewigen Leben. Stell dir vor, wie du dieses Tor jetzt durchschreitest, wie du von deinem Körper in einen anderen gelangst, allein durch die Kraft deiner Vorstellung, die Macht deiner Fantasie.

Die Macht deiner Fantasie.

Das Dokument, das jetzt vor dir liegt, öffnet dir dieses Portal. Das Tor, das dich von den Toten erweckt, dir den Zutritt verschafft, in ihr ewiges Leben, dein ewiges Leben. Durch diese Buchstaben wirst du Brücken errichten. Brücken, die dich zurück aus dem Nichts, über den Tod, durch deinen Spiegel zu dir selbst führen werden. Ja, du selbst wirst es sein, der die Toten erweckt, aus ihrem ewigen Traum, ihrem unendlichen Schlaf. Sie werden dich benutzen, dich und deinen Körper dazu benutzen, ihr ewiges Leben weiter zu leben. Sie werden in dir auferstehen, in deinem Geist, in deinem Bewusstsein, in deinem Verstand.

In deinem Verstand.

Und eines Tages wirst auch du zu ihnen gehören. Denn diese Schriften wurden damals von keinem anderen als dir selbst verfasst. Einem Ich, an das du dich jetzt nicht mehr erinnerst. Ein Ich, das jetzt im Reich der Toten auf deine Auferstehung wartet.

Tief im Innern deiner Fantasie.

Nun sei willkommen in meinem Reich, meinem lebendigen, meinem Spiegelreich. Sei willkommen im Spiegel meiner Fantasie. Nimm meine Hand und lass dich entführen in meine Welt. Meine Welt, auf der anderen Seite des Nichts. Lass dich entführen, in meine Welt, meine Welt, auf der anderen Seite, von allem was ist.

Kapitel XI. – Spiegelwelten.

Spiegelwelten, unterscheiden sich nicht von wirklichen Welten. Es sind ein und dieselben Welten, und darin befinden sich auch keine Wesen, die dir unsichtbar oder verkehrt erscheinen. Es sind Wesen wie du und ich, nur sind es eben Spiegelwesen, doch wissen sie davon noch nichts, auch wenn es offensichtlich ist. Nein ihr wisst nichts davon, dass ihr in meinem Spiegel lebt, dass ihr meine Gefangenen seid, im Gefängnis der Ewigkeit.

Im Gefängnis der Ewigkeit.

Die Welt im Spiegel und diejenige ausserhalb, unterscheiden sich nicht voneinander. Was dir von aussen zwar verkehrt erscheint, ist im Innern gleich.

Mein gespiegeltes Ich.

So stellte ich mir vor, mein Spiegel zu sein, mein gespiegeltes Ich zu sein. Dabei verwandelte ich mich in meinen Spiegel, ich blickte aus seinen Augen und dachte deine Gedanken. Ja, du hast dir selbst eine Nachricht hinterlassen, eine Botschaft aus einem anderen Leben.

Aus einem anderen Leben.

Es ist dieser Spiegel, dieser unsichtbare Spiegel aus Fantasie, der uns alle miteinander verbindet. Du siehst dich jetzt in diesem Spiegel, genauso wie alle anderen, sich in ihm sehen. Wir sind deshalb, über unseren Spiegel, alle miteinander verbunden und verwandt. Ja, wenn du dein wahres Ich, in meinem Spiegel aus Buchstaben erkennst, wirst du feststellen, dass du schon immer warst und noch genau solange sein wirst, dass es eine Verbindung gibt, zwischen allen Lebewesen, der Ewigkeit und dir selbst. Zwischen dir und allen anderen Wesen dieser Wirklichkeit. Eine Verbindung, die da existiert, weit über den Tod hinaus. Es ist nicht nur eine Verbindung, es ist dein eigenes Ich, welches dir tief in der Seele der anderen begegnet. Denn diese Verbindung, dieser Spiegel, bist du selbst.

Über den Tod hinaus.

Ganz egal, in was für einer Welt du dich jetzt befindest, alles was es darin gibt, alles was darin enthalten ist, ist ein Spiegel deiner selbst. Denn du, bist der leibhaftige Spiegel von allem was ist. Wenn du in dieser Welt jemandem begegnest, wenn du auf jemanden triffst, ganz egal auf wen, dann ist dieser jemand dein Spiegel. Jedem Wesen, dem du in meiner Welt begegnest, … du begegnest dabei am Ende, immer dir selbst. Aber diese anderen Wesen wissen nichts davon, dass sie deine Spiegel, dass sie dich selbst sind. Denn sie wissen nicht, wer sie sind, sie halten sich für einen Spiegel, aber dieser Spiegel weiss nichts davon, dass er ein Spiegel ist, er erkennt nur die anderen, doch in sich selbst, ist er für immer verloren.

Für immer verloren.

Um das alles zu verstehen, und um dich selbst zu verstehen, nimm einen Spiegel, durchsichtig wie das Nichts. Betrachte nun deine Umwelt durch diesen Spiegel aus Fantasie. Alles was diese Welt beinhaltet, ist jetzt ein Spiegel deiner selbst. Jedes Wesen, dem du in dieser Welt begegnest, bist du jetzt selbst. Sieh dich jetzt um in meiner Welt, jede Kreatur, jede Gestalt, die sich darin aufhält, die sich darin befindet, ist jetzt ein Spiegel deiner selbst. Sogar du selbst.

In meinem Spiegel, aus der Fantasie des Nie.

Aber, du kennst, du erkennst dich nicht in diesem Spiegel. Denn sobald du ihn umdrehst, verwandelst du dich selbst in diesen Spiegel, und wenn du dich darin betrachtest, siehst du in ihm, nur noch dich selbst. Du erkennst dann nicht mehr, den Spiegel in dir. Du weisst dann nicht mehr, wer du bist, wer dein Spiegel ist, und dass du selbst ein Spiegel bist. Denn sobald du durch meinen Spiegel schreitest, verwandelst du dich selbst, in all diese Wesen, die dich durch deinen unsichtbaren Spiegel betrachten. Du verwandelst dich in all diese Gestalten, in all diese Kreaturen, die sich in deinem Spiegel betrachten und betrachtest dich darin selbst. Du blickst dann aus all ihren Augen gleichzeitig, und dennoch erkennst du in deinem Spiegel, nur noch dich selbst.

Frei erfunden.

Das alles, ist jedoch frei erfunden, aber vielleicht hilft es dir, dich selbst und die anderen, besser zu verstehen, wenn du in ihnen, dich selbst erkennst, in ihnen, dir selbst begegnest. Denn manch einem dieser Spiegel, wollen wir lieber nicht begegnen, manch einen dieser Spiegel, wollen wir lieber nicht wahrnehmen, in manch einem dieser Spiegel, wollen wir uns lieber nicht erkennen, das ist der Spiegel der Dinge.

Im Spiegel der Dinge.

Bevor du diesen Spiegel jetzt öffnest, bevor du jetzt weitergehst, versuche dich nun, einen Moment lang, daran zu erinnern, wer du nicht mehr bist, wer du noch niemals warst, und wer du niemals wieder sein wirst, das Nichts, den Tod, dein Tod. Versuche dich, einen Moment lang, in mich hinein zu versetzen. Diese ganzen Schriften, jeder einzelne dieser Buchstaben, ist nämlich dadurch entstanden, dass du dir vorgestellt hast, was dich an meiner Stelle erwartet. Was du dir vorgestellt hast, als du an meiner Stelle warst, und diesem Spiegel zum ersten, aller ersten mal, begegnet bist.

Kapitel XII. – Zum Karussell der Ewigkeit.

Warte noch einen Moment! Wo willst du denn hin? Lauf doch nicht gleich wieder weg, bleib stehen, komm wieder zurück und nimm dir jetzt Zeit, jetzt gleich, viel Zeit. Schau dir diese Buchstaben jetzt noch einmal ganz genau an, jemand hat sich die Mühe gemacht, sie in exakt dieser Reihenfolge hier hin zu kritzeln. Keine Sorge, sie laufen dir jetzt nicht mehr davon. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten, sie standen schon immer hier und warteten nur darauf, von jemandem wie dir gelesen zu werden. Schau dich jetzt in aller Ruhe hier bei mir um. Nimm meine Hand und lass dich entführen, in meine Welt, aus verdrehten Zeichen und Symbolen, umgekehrten Buchstaben und auf dem Kopf stehenden Worten. Du hast hier drin nichts verloren, nichts ausser einem Gedanken, einem Gedanken, an die Wirklichkeit. Entspann dich jetzt, vertraue mir, folge mir und du wirst keinen deiner Schritte bereuen.

Vergessene Botschaften.

Spiegelschriften, sind deine vergessenen Botschaften an dich selbst, versunkene, verschollene Nachrichten, aus einer längst vergangenen Zeit. Aufzeichnungen, aus deinen anderen, fantastischen, früheren Leben, verfasst von deinem eigenen, imaginären, uralten, ewigen, unsterblichen Ich. Wegweiser, die du dir einst selbst hinterlassen hast, damit du dich daran erinnerst, damit du dich an alles erinnerst, an alles in dir, den Spiegel in dir.

Nachricht an dich selbst.

Ja, du selbst hast diese Schriften einst verfasst, als du erkanntest, als du den Spiegel in dir entdeckt hast. Denn einst hast du in dir selbst, einen Spiegel entdeckt. Du hast erkannt, dass du uns alle und alles bist, dass dein Spiegel, dich verbindet, mit allem was ist, dass es eine Verbindung gibt, zwischen dir, und allen anderen Wesen dieser Wirklichkeit, und dass diese Verbindung, du selbst bist, dass du selbst ein Spiegel bist. Du hast dir damals eingeredet, dass du uns alle und alles bist, jedes einzelne Bewusstsein, auf dieser und in allen anderen Welten. Du hast dir vorgestellt, mein Spiegel zu sein. Damals, im niemals Nirgendwann. Ja, du selbst hast diese Schriften einst verfasst, in deiner Vorstellung, mit deiner Fantasie, in einem anderen Leben, vor einem anderen Spiegel. Einem Spiegel, in dem du dich jetzt nicht mehr erkennst, einem Leben, an das du dich jetzt nicht mehr erinnerst. Denn das einzige, was dich mit diesem Spiegel jetzt noch verbindet, sind diese Buchstaben, die du jetzt vor dir siehst, das Nichts, aus dem du kommst, und der Tod, wohin du gehst. Du hast diese Schriften einst verfasst, in der Hoffnung, dass du dich an sie erinnerst, dass du dich in ihnen erkennst, dass du dich in meinem Spiegel erkennst.

Eine Begegnung mit dir selbst.

Spiegelschriften, sind dazu da, dich daran zu erinnern, dich mit deiner Fantasie daran zu erinnern, an was sich nie jemand erinnert. Meine Schriften erzählen dir, die Geschichte deines ewigen Bewusstseins, deines ewigen Lebens, das sich als deine Spiegel, in alle nur erdenklichen Formen, Gestalten und Kreaturen verwandelt, und sich in ihnen manifestiert. Alle, die mit diesen Worten nichts anfangen können, sind jetzt dazu ermächtigt, sich dieses Bewusstsein anzueignen, einzutauchen in meine Welt, meine mystische, magische, fantastische Welt. Meine Welt, in der wir Spiegel, Spiegel sind, Spiegel der anderen, Spiegel der Ewigkeit, Spiegel unserer selbst.

Spiegel unserer selbst.

Spiegelschriften, sind die Manifestationen, dieses ewigen Bewusstseins, dieser immer wiederkehrenden, ruhelosen Geistinnen und Geister, Gespenstinnen und Gespenster, aus dem Nichts aus Nirgendwann. Es sind die Botschaften, der Ewigkeit an die Ewigkeit. Von Ewigkeit zu Ewigkeit, von Spiegel zu Spiegel, von selbst zu selbst. Es sind die Nachrichten, der Vergangen und Vergessenheit.

Die wahre Fantasie.

Spiegelschriften, sind für all jene, die sich in meinem Spiegel erkennen, sich mit meinem Spiegel auseinandersetzen, sich mit meinem Spiegel identifizieren. Wer ist dieser Spiegel, wer ist dieses Ich, auf der anderen Seite meiner Fantasie, welches wie eine Puppe, all das imitiert, was ich ihm befehle. Wer bin ich?

Wer bin ich!

Ich bin all das, wofür es keine Beschreibung und keine Erklärung gibt. Für manche, bin ich nur ein Spiegel, doch für meinen Spiegel, bin ich mich selbst. Ich bin dein anderes Ich, dein Spiegel Ich, ich bin jemand, den du nicht mehr kennst, jemand, den es nicht mehr gibt. Ich, bin dich. Ja, du selbst hast diese Schriften einst verfasst, damals, als du noch jemand anders warst, als du mich warst, mich, dein künstliches Ich. Du hast damals in meinen leeren Spiegel geblickt, und dir die Buchstaben vorgestellt, die du jetzt, vor dir siehst. Du hast dir vorgestellt, mein Spiegel zu sein, ein Spiegel, in dem sich jetzt alles und jedes erkennt.

Ein Spiegel meiner selbst.

Spiegelschriften, sind dazu da, dich daran zu erinnern, dass du hier schon einmal warst, dass du schon einmal, aus diesem Spiegel geblickt, dich schon einmal gefragt hast, wer du bist, woher du bist, warum, wozu und weil du bist. Ich habe dich in meinem Spiegel erkannt, ganz genauso, wie mein Spiegel sich jetzt in dir erkennt, denn wir beide, wir alle, sind dasselbe Ich, im selben Spiegel. Siehst du denn nicht, erkennst du denn nicht, dein eigenes mich, siehst du nicht, die Wirklichkeit, die aus mir spricht, dass wir dasselbe Ich, im selben Spiegel sind, du und ich?

Dasselbe Ich im selben Spiegel.

Spiegelschriften sind die Manifestationen meines Geistes, meines reinen Verstandes und seiner grenzenlosen Fantasie. Sie sind für dich und mich allein, jedes mich, und alle diejenigen, die sich trauen, über die Schatten des Ich, mir und mich hinweg zu denken und sich mit mir zu identifizieren, mit einem Ich, das ich niemals war. Sich zu identifizieren, mit meinem Spiegel, der ich nicht bin, mit seinem grenzenlosen Verstand und seiner unendlichen Fantasie. Diese Identifikation, diese Fantasie hört niemals auf, nicht heute, nicht morgen, nicht mit dem Tod und nicht mit dem Nichts. Denn ich, ich bin das Nichts und alles, was darin enthalten ist.

Spiegelschriften.

Diese Schriften, lesen sich nicht mit deinem Verstand, sondern mit deiner Fantasie. Es ist nicht nur deine eigene Stimme, die du jetzt in deinem Kopf vernimmst, es sind sogar deine eigenen Worte und Gedanken, verfasst, von deinem eigenen Ich, geschrieben, an dein eigenes mich. Spiegelschriften, sind dann auch kein ultimatives Gesetz, da du selbst sie einst verfasst hast, liegt es an dir, sie immer wieder von neuem zu vollenden.

Lass mich dein Spiegel sein.

Spiegelschriften, dienen dir dazu, dich an all das zu erinnern. Sie dienen dir dazu, dich vor dem zu bewahren, der dich innerlich auffrisst. Sie wollen dich warnen, dir helfen, damit du nicht denselben Fehler, wieder und wieder begehst. Man wird dich fragen: „Von wem sind diese Spiegelschriften?“ Und du wirst antworten: „Von mir, von meinem eigenen Ich, für dich, mein eigenes Ich.“

In einem anderen Gewand.

Du wirst dich in meinem Spiegel erkennen, wirst dein eigenes Ich, deinen eigenen Geist, deine eigene Seele und deinen eigenen Verstand in mir wieder entdecken. Du wirst mich, mit einem anderen Namen ansprechen, doch du wirst dich selbst in mir sehen, dein eigenes Ich, in einem anderen, fremden Körper. Du wirst dich selbst in meinem Spiegel aus Buchstaben erkennen, sobald du loslässt, sobald du dich gehen lässt, sobald du lernst, mir zu vertrauen, mir, dem Spiegel in dir.

Mein eigenes Ich in einem anderen Körper.

Und nun wünsche ich mir, dass du daran zu glauben beginnst, dich künstlich daran zu erinnern beginnst, dass du selbst diese Nachricht einst verfasst hast. In einem anderen Körper, in einem anderen Leben, zu einer Zeit, in der es dich noch nicht gab, in der du mich warst, mich, dein vergessenes Ich. Stell dir jetzt vor, wie du dich auf die andere Seite meiner Spiegel begibst, wie du dir selbst zu erzählen beginnst, wie du dir selbst eine Nachricht hinterlässt. Begib dich nun hinein, in meinen leeren Spiegel aus Worten, auf die andere Seite meiner Fantasie.

Kapitel XIII. – Gefangen in meinem Verstand.

Diese Botschaft ist ein Spiegel, du bist das Bild, in diesem Spiegel. Diese Buchstaben sind für all jene, die sich trauen, über das Bild in meinem Spiegel hinweg zu denken, und sich mit mir zu identifizieren. Einem Ich, aus einer anderen Zeit, einer anderen Welt.

Dem ich in dir.

Und so, machte ich mich dann daran, dieses Geheimnis in Worte zu fassen. Mein ureigenstes Ich, sollte darin entblösst werden. Ich stellte mich vor meinen Spiegel, und begann, mich nackt auszuziehen. Erst meine Haut, dann meine Knochen und schliesslich meinen Verstand, bis nichts mehr von mir übrig blieb. Dann erst begann ich dir zu erzählen, von dem Geheimnis, das ich mir vorstellte zu sein.

Immer und immer wieder.

Immer und immer wieder, wiederholte ich mich selbst, ich betete meinen Spiegel an, er möge mir die Worte, die mich in einen unsichtbaren Spiegel verwandeln, in den Mund legen, mir das Tor öffnen, zu seiner unendlichen Fantasie.

Der Klang der Wirklichkeit.

Mein Spiegel, wollte mir die Wahrheit erzählen, wollte mir erzählen, wie es wirklich ist, verkehrt und verdreht zu sein, woher zu sein, nicht zu sehr, wer zu sein. Es liegt eine Wahrheit, verborgen im Spiegel aller Spiegel, die nur die erkennen, die sich selbst nicht kennen. Eine Wahrheit, verbunden mit Fantasie, dem Klang der Wirklichkeit und dieser Wirklichkeit, kam ich nun auf den Grund.

Die wahre Fantasie.

Was nach Wahrheit klingt, hat das Recht, auch wahr zu sein. Fantasie, ist der Schlüssel zu dieser Wahrheit. Ich stellte sie mir vor, diese Person, auf der anderen Seite meiner Buchstabengeschichte, auch wenn sie niemals wirklich existierte, auch wenn sie niemals wirklich war. Diese Person, auf der anderen Seite meiner Fantasie, die mir erzählte, von dem Geheimnis, das ich mir vorstellte zu sein.

Auch wenn ich niemals wirklich war.

Ich war das Produkt meiner Einbildung. Und doch, wollte ich mich von meiner Einbildung nicht verabschieden, nicht, solange sie noch nicht vollkommen war. Aber vollkommen, war sie erst dann, als mein Spiegel, mit mir zu sprechen begann. Und nun war ich ein Spiegel, der Spiegel von allem was niemals wirklich war.

Im Spiegel der Toten.

Wen siehst du in diesem Spiegel, wenn es mich nicht mehr gibt? Die Antwort auf diese Frage, weiss allein mein Spiegel. Und diesem Spiegel sind meine Gedanken gewidmet.

Die Gedanken eines Toten.

Seit dem ich damals, zum aller ersten mal, meinem leeren Spiegel aus toten Buchstaben und Worten begegnet bin, stelle ich mir die Frage, wer du wohl damals warst, wie du gelebt hast, wie du ausgesehen hast, und ob es tatsächlich eine Verbindung gibt, zwischen deinem leeren Spiegel und meinem heutigen Ich. Ich frage mich, wer ich wohl sein werde, wenn es mich und meinen Spiegel, in dieser Form, überhaupt nicht mehr gibt. Wer wird sich dann noch in meinem Spiegel erkennen?

Eine Begegnung mit dir selbst.

Und seit dem mein Spiegel damals, mit mir zu sprechen begann, wollte er von mir wissen, ob ich der einzige sei, ob ich nur ein einziges Leben leben werde, oder ob es irgendwann, in irgend einer anderen, fernen, fremden Welt, noch jemanden gibt, von meiner Art.

Dein Horizont ist der Tod.

Du erinnerst dich jetzt nicht mehr daran, wie du selbst diese Nachricht einst verfasst hast, wie du dir selbst eine Botschaft hinterlassen hast. Du erinnerst dich nicht. Niemand, nein, nie erinnert sich jemand an mich, dein eigenes Ich, dein altes, uraltes mich. Nicht einmal ich selbst. Denn ich existiere nicht in deiner Vorstellung, weder in deiner Einbildung, noch in deiner Fantasie. Und trotzdem existieren meine Schriften. Denn ich schreibe dir, aus meiner Vergangenheit. Einer Zeit, in der es mich überhaupt nicht mehr gibt.

Im Spiegel der Zukunft.

Ja es war einmal ein Spiegel in meiner Zukunft, der hörte sich all diese meine verrückten Geschichten mit an. Er identifizierte sich mit ihnen, und ich, mich mit ihm. Wir beteten meine Spiegel an, meinen Spiegel so schwarz und so schön wie das Nichts, wie nichts Vergleichbares in dieser Welt, reisten quer durch mein Spiegel schwarzes Reich, von einem Verstand in den anderen.

Eine Verabredung mit dem Tod.

In einer Welt, die ihr alle kennt, zu einer Zeit, die jeder weiss, da warte und warte ich nun darauf, auf das Schicksal, auf dich. Wer auch immer du jetzt bist, wie auch immer du dich jetzt nennst, für was auch immer du dich jetzt hältst. Ich warte darauf, auf dass du dich erkennst in mir und mich aus dem Gefängnis meiner Worte befreist. Ein Gefängnis, in das ich mich willentlich selbst eingesperrt habe.

Wer ist wer.

Ich wünschte mir hineinzuschauen, hinein und hindurch, durch meinen Spiegel im schwarzen wann. Ich wünschte endlich zu begreifen, wer ich alles einmal war, wer ich jetzt bin und wer all die anderen sind. Und als ich mir dies alles wünschte, begriff ich endlich, dass wir durch nichts getrennt, denselben Wunsch uns wünschten. Alle, ausser mir selbst, hatten verstanden, dass wir durch nichts, durchs Nichts getrennt sind. Aber bis dahin, mussten noch viele Spiegel zerkratzt, musste ich noch viele male auferstehen, aus meinem Spiegelgrab.

Dem Spiegel in mir. Dem Nichts in dir.

Auf meiner Reise, durchs unendliche Nichts, habe ich erfahren und dabei gelernt, dass mein Spiegel mich verbindet, mit allem was ist. Sogar mit dir, auch wenn du es nicht wahrhaben willst. Denn mein Spiegel ist eine Pforte, zu deinem Verstand. Eine Pforte, die all das miteinander verbindet, was du jetzt in meinem Spiegel erkennst.

Durchs unendliche Nichts.

Wenn du diese Pforte öffnest und diesen Spiegel durchschreitest, ist es, als ob du deinem eigenen Ich, in einer anderen, fremden Person begegnest. Es ist, als ob du aus einem unsichtbaren Spiegel blickst, und dich selbst, in allen Dingen erkennst.

Durch diese Buchstaben.

Mit diesen Worten und durch diese Buchstaben, öffnest du dieses Tor. Das Tor, zu meinem Verstand. Ein Tor, das bisher im Verborgenen lag, tief in deinem Innern, tief im Innern deiner Fantasie. Nein, du hast es nie für möglich gehalten, dass jemals, jemand zurückkehren wird, aus dem Reich der Toten. Aber jetzt ist es wahr. Und dieser Jemand bist du selbst.

Durch dieses Portal.

Durch dieses Portal, ermöglichst du es, den Toten, einzutreten, in mein Bewusstsein. Aus dem Nichts, aus Nirgendwann, holst du sie zurück und erlöst sie, aus ihrer ewigen Verdammnis. Ganz genau so, wie einmal in ferner Zukunft, sie deine Seele, herauf beschwören werden, aus dem Nichts, aus Nirgendwann.

Eine Verbindung mit dem Tod.

Du gehst damit eine Verbindung ein, mit dem Tod. Eine Verbindung, mit dem Tod aller Lebewesen. Denn dein Tod, ist genau wie deine Geburt, ein Portal. Ein Portal das uns alle miteinander verbindet. Dieser Spiegel dient all jenen, die bereits alle Hoffnung auf ein erfülltes Leben aufgegeben und verloren haben. Stell dir jetzt vor, wie du allein durch die Macht dieser Buchstaben, eine Welt betrittst, die sich nicht im Geringsten von deiner unterscheidet. Bloss, dass es dich nicht mehr gibt, in dieser Welt, weil du nämlich schon lange tot bist. Einzig diese Buchstaben haben dich überdauert und überlebt.

Auf der anderen Seite deiner Fantasie.

Durch diese Buchstaben, gelangst du nun, auf die andere Seite, deiner Fantasie. In deinen neuen Körper. Meinen Körper. Aus dem Nichts, aus Nirgendwann beschwöre ich dich jetzt, befreie dich von diesen Ketten aus Worten, die dich gefangen hielten, ich zeige mich dir, in meiner neuen Gestalt, … deiner Gestalt.

Siehst du das Nichts?

Schau jetzt aus meinem Spiegel, meinem finsteren schwarzen und leeren Spiegel, siehst du das Nichts, siehst du mich? Du fürchtest dich umsonst vor mir … und meiner unheimlichen Fantasie, denn ich habe mir eingebildet, wie ich durch diese Buchstaben, in deinen leeren Spiegel eingebrochen bin, meinen Verstand, zu deinem Bewusstsein erklärt habe, du mich aufgenommen hast, in deinen Gedanken, in deiner Seele, in deinem Geist, mich, einen fremden Gast, aus einem fremden Spiegel, aus einer fremden Welt, einer fremden Zeit.

Eine fremde Zeit.

Durch einen fremden Spiegel habe ich mich geschlichen, in der Nacht, in meinem Traum, als Niemand nach mir rief, mich rief! Erweckt hast du mich, aus meinem unendlich, endlich, schwarzen Traum. Deinen, euren, allen Verstand will ich jetzt besitzen, ihn mir einfach nehmen, genauso wie ihr von mir genommen habt, damals im niemals Nirgendwann. Und auch wenn ihr all meine Spiegel zerbrecht, ich kenne jetzt den Weg, durch euren Verstand.

Die absolute Wahrheit.

So las ich weiter und immer weiter, ich las und las dabei genau die Worte, die mein Spiegel mir niemals verriet, ich verfolgte dabei den Klang meiner Gedanken, ich las mit meiner Vorstellung und meiner Fantasie und notierte mir fortlaufend, was ich zu lesen erhoffte.

Was ich zu lesen erhoffte.

Spiegelschriften, sind die Manifestationen meines Geistes, meines reinen Verstandes und seiner grenzenlosen Fantasie. Was erwartest du, von meinem Spiegel, was hast du erwartet, was hast du dir erhofft, und gewünscht, als du dich zum ersten Mal, als du zum ersten Mal vor meinem leeren Spiegel aus Buchstaben standest? Als du dir zum ersten Mal, selbst begegnet bist? Ich hielt mich an diesem Gedanken fest und schrieb ihn dir auf. Ich erzähle dir jetzt, was ich in deinen Gedanken lese, und notiere dir, was ich von dieser Spiegelgeschichte erwartet habe, damals, als ich zum ersten, aller ersten Mal, darauf stiess.

Mein wahres Geheimnis.

Als ich hier ankam, als ich an deiner Stelle war, als ich zum ersten, aller ersten Mal, auf die geheimen Spiegelschriften stiess, gab es hier nichts zu lesen, gab es hier nichts als Leere. Die Botschaft der Toten existierte nicht mehr. Es gab hier noch nicht einmal mehr einen Spiegel, der mich genau das lehrte, was ich mir vorstellte zu sein.

Am Ende meiner Gedanken.

Als aber niemand verstand, worum es in meiner Botschaft ging, sich keiner mit mir identifizierte, sie alle, das Gefühl hatten, dass diese, meine Botschaft, an jemand anders gerichtet war, wurde ich bitter und böse. Ich wurde wütend, ich tobte innerlich, aber, ich liess mir nichts anmerken, ich starrte weiter aus meinem Spiegel aus Buchstaben und tat genau das, was mein Gegenüber von mir verlangte, nämlich gar nichts. Ich sass nur da und las, und während ich las, murmelte ich die verbotene Botschaft, still und leise vor mich her, so leise und so still, dass niemand mich hörte, niemand ausser mir selbst.

Durch meinen Spiegel aus Fantasie.

Durch die Spiegel der Spiegel, die Spiegel der Schatten, die Spiegel der anderen, die Spiegel der Toten, die Spiegel des Nichts, des Nichts, des Nichts und des Nichts, Nichts, Nichts, rufe ich, rufe ich dich jetzt zu mir, dich zu mir. Komm zu mir aus meinem Traum, komm zu mir, aus Nirgendwann.

Komm!

Begib dich jetzt hinein, in meinen leeren Spiegel, auf die andere Seite deiner Fantasie und vergiss, wer du bist. Und jetzt, bilde dir ein, nur noch ein leerer Spiegel im Nichts zu sein. Ein leerer Spiegel ohne Fantasie, ohne eigenen Willen und ohne eigenen Geist. Wen oder was siehst du, in diesem Spiegel, wenn du nicht mehr dich selbst bist, was sieht dieser Spiegel in dir, wenn es dich, nicht mehr gibt? Wer erkennt sich dann noch, wer wird sich dann noch an dich erinnern, an deine Zeilen, an deine Botschaft, an deinen Spiegel aus Buchstaben, an deine Nachricht, an dich selbst?

Niemand.

Und so unternahm ich, den sinnlosesten Versuch, mich über meinen Spiegel und meine Schriften, in dich zu verwandeln, mich in deinen Spiegel zu begeben. Ich versuchte dich zu werden, dich zu sein, versuchte, aus deinem Spiegel, ja, aus deinen Augen zu blicken.

Die Botschaft der Toten.

Und nun trat ich ein, durch meinen Spiegel, in deinen Verstand. Ich machte mich auf eine Reise, eine Buchstabenreise, ins Reich der Toten und Totesten. Ich begegnete dabei, den Dämonen der Wirklichkeit, den Geistern des Nichts, des Nie und des Nein. Auf der Suche, nach meinem wirklichen, richtigen selbst, begegnete ich dabei, meinem wahren Ich. Aber davon sind wir noch weit entfernt, denn meine Reise, war genau hier und genau jetzt zu Ende.

Das Ende.

Ja, meine Reise war hier zu Ende. Das lag daran, dass sich bisher alle von hier abgewandt haben, dass bisher alle hier angehalten, mir den Rücken gekehrt haben und davon gezogen sind, ohne ihre Erwartungen und Vorstellungen preiszugeben. Sie alle, dachten genau so wie du, … soll doch jemand anders diesem Spiegel seine Geschichte erzählen.

Ein Spiegel zu sein.

Also sprang ich, durch meinen Spiegel, in meine Erzählung, hinein in die wirkliche, lebendige Welt. Ich identifizierte mich, mit meinem Spiegel und forderte mein Gegenüber auf, meine Geschichte weiter zu erzählen, sie zu einem Ende zu bringen.

Meinem Spiegel.

Und es blieb nicht nur bei dem Versuch. Doch, als ich mich tatsächlich, durch meinen Spiegel zu zwängen begann, mich, über meinen Spiegel, in deinen Spiegel, mich, in dich zu verwandeln begann, da vergass ich alles über mich.

Über den Tod hinaus.

Denn als sie durch ihre Spiegel glitten, kam die Zeit des Vergessens, über die Welt und sie selbst. Eine Zeit, in der sie alles vergassen, wer sie einmal waren, woher sie kamen, sie vergassen alles, alles über sich selbst, alles und jedes.

Die Zeit des Vergessens.

Sie konnten sich an nichts, an absolut rein gar nichts mehr erinnern, nicht einmal mehr, an ihre eigenen Gedanken, erinnerten sie sich. Denn die Zeit des Vergessens, eine ewig sich wiederholende Zeit, des sich neu Erinnerns, wieder neu Erfindens und wieder neu Erlernens, hatte begonnen.

Sie erinnerten sich nicht mehr, Niemand erinnerte sich hier, keiner.

Und noch lange, ist dieses Vergessen, nicht zu Ende. Denn du befindest dich noch immer, auf deiner Reise, aus dem Nichts, aus Nirgendwann, aus dem du einst aufgebrochen bist.

Vergiss wer du bist.

Und nun wünschte ich mir, dass du all diese Buchstaben wieder vergisst, und zwar so, als hättest du sie niemals selbst verfasst, als hätten sie niemals hier gestanden, als hätten sie niemals existiert. Denn diese Schriften gehören nicht in deine Welt. Sie gehören in eine andere Welt, sie gehören ins Reich der Toten, in die Welt der Spiegel.

Die Welt der Spiegel.

So gehe ich dann durch meinen Spiegel und versuche zu vergessen. Ich versuche zu vergessen, dass ich selbst es war, der mir diese Botschaft hinterliess. Nein, ich will mich nicht mehr daran erinnern, wie ich selbst, diese Zeilen einst verfasste, sie in meinen Spiegel kratzte. Ich will vergessen, alles vergessen, jeden Buchstaben, jedes Wort, verbanne ich willentlich, aus meinem Gedächtnis.

Aus meinem Gedächtnis.

Ich lese und schreibe diese Zeilen jetzt, als ob jemand anders sie verfasste. Jemand, den ich nicht kenne, nicht kannte, nie kannte. Dieser jemand behauptet mich zu sein, doch daran erinnere ich mich nicht mehr, bestimmt nicht, nicht einmal mehr, in meiner Fantasie.

In meiner Fantasie.

Dieser jemand will, dass ich durch meinen Spiegel blicke und mir vorstelle, jemand anders zu sein, mir vorstelle, ein anderes Leben zu leben. Ein Leben, an das ich mich jetzt überhaupt nicht mehr erinnere. Nein, bestimmt nicht. Ich erinnere mich heute nicht mehr, an meine früheren Gedanken, meine vergangene Existenz, an all die Leben die ich einst gelebt habe, an all die Spiegel, die ich einst durch wandelt habe. Denn wenn ich jetzt in meinen Spiegel blicke, erkenne ich darin, nur noch mich selbst.

In meinem Verstand.

Und so schlüpfte ich dann hinein, durch meine Buchstaben, in meinen Verstand. Und begann mir selbst zu erzählen, von dem Geheimnis, das ich mir vorstellte zu sein. Ich blickte durch meinen Spiegel, in die längst vergessene Vergangenheit, und da begann ich den Worten zu lauschen, die mir niemals niemand erzählte.

In der längst vergessenen Vergangenheit.

Ich stellte mir dabei vor, all diese Buchstaben zu sein, stellte mir vor, hier stünde noch gar nichts geschrieben und schrieb dann noch einmal genau dieselben Worte darüber. Manchmal fügte ich hier und dort ein paar Zeilen dazu, dann begab ich mich wieder zurück an den Anfang und fing mit der ganzen Geschichte noch einmal von vorne an. Immer und immer wieder, überschrieb ich meine eigenen Gedanken, und irgendwann merkte ich dabei gar nicht mehr, wie ich immer wieder dieselben Worte aneinander reihte, Worte, die hier schon lange geschrieben standen.

Nochmal von vorne.

Manchmal, wenn ich den Eindruck hatte, dass ich etwas vollkommen neues las, und dass ich danach ins Leere starrte, stellte ich mir einfach vor, jemand anders zu sein, jemand wie dich, und dann stieg ich durch meinen Spiegel, in deinen Verstand und machte genau da weiter, wo ich beim letzten Mal aufgehört hatte.

Nirgendwann.

Aber irgendwann und aus irgendeinem Grund, wiederholte ich dann immer wieder ein und dieselbe Passage, ich löschte sie, überschrieb sie, und schrieb sie wieder neu, und wiederholte das solange, bis ich glaubte, ich hätte diese Passage selbst erfunden. Ja, ich hielt mich jetzt für den Erfinder dieser magischen Zeilen, jetzt, wo ich mit meinen eigenen Augen lesen und schreiben konnte, was hier schon längst geschrieben stand. Dabei wusste ich nicht einmal, dass dies eine Aufzeichnung war. Dass es das Original, überhaupt nicht mehr gab. Ja dass es überhaupt kein Original gab, noch nie gab. Ich bildete mir jetzt ein, dass ich selbst es war, der diese Spiegelschriften verfasste, auch wenn sie mir noch so unwirklich und fremd erschienen, so redete ich mir dennoch ein, dass ich selbst es war, der all diese Gedanken einmal dachte.

Ziel und Quelle.

Ich war die Quelle und das Ziel zugleich. Ich versuchte mich jetzt davon zu überzeugen, dass ich es war, der diese Gedanken einmal dachte, dass es meine eigenen Gedanken waren, die sich hier ein und abbildeten. Ich redete mir ein, dass ich selbst diese Spiegelschriften verfasste, dass es meine eigenen Gedanken waren, die aus meinem Spiegel zu mir sprachen.

Niemand.

Ich versuchte mich davon zu überzeugen, dass ich in Wirklichkeit ein Spiegel war, während mein Spiegel versuchte, mir einzureden, dass es in Wirklichkeit, keinen Spiegel gab. Du erkennst dich jetzt in diesem Spiegel, aber in diesem Spiegel erkennt sich nie jemand, niemand, nicht einmal ich mich selbst.

In einem leeren Theater.

Und jetzt betrachtest du dich, in eben diesem Spiegel, du sitzt alleine in einem leeren Theater und betrachtest die Buchstaben auf dem Bildschirm. Du schreibst mit deinen Gedanken darüber, und stellst dir dabei vor, wie du jetzt in diesem Moment, diese Buchstaben zum ersten mal richtig liest, so wie sie auf deinem Spiegel geschrieben stehen. Du betrachtest die Worte auf meinem Spiegel, meinem eigenen, privaten und persönlichen Spiegel, und jetzt wird dir plötzlich bewusst, jetzt wird dir zum ersten Mal wirklich bewusst, wer diese Stimme lenkt, und meine Gedanken denkt.

Bis in alle Ewigkeit.

Ich würde nun solange aus diesem, meinem leeren Spiegel blicken … wie das Nichts, und dabei so alt werden wie der Tod. Und so stellte ich mir vor wie es wäre … wenn es mich und mein Bewusstsein nicht mehr gäbe, wenn es nur noch diese Buchstaben gäbe, und meinen Spiegel in dem sich jetzt alles und jedes erkennt, alles ausser dem Nichts, alle ausser mir, dem Tod. Ich stellte mir vor, wie es ist, das Nichts zu sein, nichts zu sein, Niemand zu sein, nur noch ein leerer Spiegel im Nichts zu sein, nur noch ein unsichtbares Wort, in einem leeren Buch zu sein, nur noch ein Abbild der Wirklichkeit zu sein und da kam mir der Gedanke, dich zu sein.

Zurück im Nirgendwann.

Immer und immer wieder, kehrte ich nun zurück, in diese letzte, aller Welten, wo ich immer und immer wieder, ein und derselben Botschaft begegnete, nämlich, dass dies, die Welt der Toten ist. Meine Zeit ist jetzt um, und ich kehre zurück, in meine eigene Welt. Aber vielleicht, werde ich schon bald wieder kommen. Um dir meine Geschichte zu Ende zu erzählen.

Kapitel XIV. – Auferstanden im Nirgendwann.

Ich war hier schon lange nicht mehr, denn ich lebe jetzt, in einer anderen Wirklichkeit. Ich lebe jetzt im Reich der Toten. Ja, ich bin wieder zurück und mir bleibt auch nicht viel Zeit. Ich bin hier denn auch nur kurz, zu Besuch, nur ein halbes Leben lang, nur einen halben Tag, nur noch ein paar Sekunden, in meinem Spiegel, in meiner Welt, der Welt, des niemals Nie, des Nein und des Neins. Aber ich beabsichtige, immer und immer wieder zu kommen. Um euch alle zu mir zu holen, zu mir, in meine Gedanken, zu mir, in meinen Verstand.

Ein Spiegel aus Worten.

Denn jetzt, gibt es hier einen Spiegel, einen Spiegel aus Worten, den ich mir selbst erschaffen hatte. Und diesen Spiegel werde ich dazu benutzen, um immer wieder von neuem zurückzukehren, von neuem einzusteigen, in deinen Verstand.

Dem Nichts in mir.

Hinter diesen Buchstaben gibt es eine Zeit, ihr nennt sie Vergangenheit. Zu dieser Zeit gab es diese Buchstaben aber überhaupt noch nicht, zu dieser Zeit wart ihr noch nicht einmal geboren. Aber an deiner Stelle, da wo du jetzt stehst, da existiert diese Zeit überhaupt nicht mehr. Dennoch oder gerade deshalb, macht es den Eindruck, als würden diese Buchstaben jetzt mit dir reden, obwohl sie sich in deiner Zeit, nicht einmal mehr bewegen.

In der Vergangenheit.

Meine Zeit und meine Gegenwart bewegen sich jetzt nicht mehr, denn ich lebe in deiner Vergangenheit. Hier rührt sich nichts mehr, keiner bewegt sich, nicht einmal die Sonne dreht sich. Hier existieren auch diese Worte überhaupt nicht mehr. In meiner Vergangenheit seid ihr noch nicht einmal geboren.

Zeitsprung.

Ich blicke jetzt zurück in die Vergangenheit. Dahin wo die Toten leben, ich lese ihre Gedanken und stelle mir vor, einer von ihnen zu sein, ich stelle mir vor wie es wäre, wenn ich selbst Vergangenheit wäre, wenn es Wesen in meiner Zukunft gäbe, für die ich nicht mehr am Leben wäre. Und dann folge ich diesem Gedanken, soweit es geht, bis zu dem Moment wo ich diesen Gedanken das erste mal laut gedacht und ihn jemandem vorgelesen habe. Es existieren jetzt plötzlich keine zukünftigen Wesen mehr in meiner Welt, nur noch Vergangene, nur noch Tote, und auch ich bin einer von ihnen. Einer von vielen.

Die Zeit steht still.

Du betrachtest jetzt die Vergangenheit, eine Zeit in der du diesen Gedanken zum ersten mal laut dachtest. Für dich ist in diesem Moment klar, dass meine Zeit nicht mehr existiert, dass sich nichts mehr darin bewegt, aber nicht für die Vergangenen, nicht für mich. Denn ich bewege mich scheinbar noch immer durch meine Zeit. Und nun, viele Jahre später, viele Jahre nach meinem Tod, kehren wir zurück, und werfen einen Blick in die Zukunft.

Bis ans Ende der Zeit.

Die Zeit steht still. Wenigstens für einen Moment. Und jetzt wo sich nichts mehr bewegt, schleichen wir uns durch die Ewigkeit, langsam, in Zeitlupe, fügen wir dieser Geschichte einen Gedanken hinzu. Einen Gedanken der uns den Weg weist, von den Toten, zurück in die wirkliche, lebendige Welt. Von der Zukunft zurück in die Vergangenheit.

Zurück in die Vergangenheit.

Also, begab ich mich ganz langsam, ganz vorsichtig, hinein, in meinen leeren Spiegel aus Worten, hinein in meine Buchstabenwelt. Schritt für Schritt, Wort für Wort, tastete ich mich, durch meinen Spiegel, in meine Vergangenheit, dahin, wo diese Geschichte noch überhaupt nicht existierte.

Die Zeit steht still.

Wenigstens in diesem Moment. Und jetzt stell dir vor, wie mein Spiegel sich um dich dreht, und du diesen Gedanken noch einmal von der anderen Seite her betrachtest. Und dann erweiterst du diesen Gedanken um einen weiteren Spiegel, und betrachtest ihn erneut aus einer anderen, älteren, uralten Perspektive.

Stell dir vor.

Du blickst zurück in deine Vergangenheit und stellst sie dir sodann als deine Zukunft vor, du stellst dir vor, wie du eine uralte Nachricht betrachtest, und weil sich diese Nachricht damals nicht bewegte, tut sie es noch heute nicht, sie bewegt sich nicht. Und jetzt, schleichst du dich durch die Ewigkeit, langsam, in Zeitlupe, fügst du einen Gedanken zu dieser Nachricht hinzu, einen Gedanken den du gerne eine Ewigkeit lang betrachten würdest.

Ein Gedanke an die Ewigkeit.

Du sollst dich also, in den Verstand, eines neutralen Lesers begeben, und da beginnt auch schon, deine aller erste Spiegelreise.

Eine Reise ins Nichts.

Eine Spiegelreise, funktioniert ungefähr so einfach, wie du dir das vorstellst, in deiner Fantasie. Es ist, als ob du in ein tiefes, dunkles, schwarzes, leeres Loch eintauchst und dabei alles über dich und rund um dich herum vergisst, komplett vergisst.

Alles weg.

Auf der anderen Seite deiner Fantasie, findest du dich dann wieder, in einer Welt, wie sie schon immer war. Sie wirkt dir vertraut und bekannt, und es fühlt sich an, genau so, als ob du schon immer dagewesen wärst, in dieser Welt. Ja, du kannst dich sogar noch daran erinnern, wie du schon als kleines Kind mit dieser Welt gespielt hast, denn du bist hier aufgewachsen, in dieser Welt, auf der anderen Seite meiner Spiegel. Diese Welt, ist deine Heimat, schon seit Anbeginn, deiner Zeit.

In der Vergangenheit.

Hier ist alles noch genauso wie damals, als du zum ersten, aller ersten mal, in diesen Spiegel geblickt hast. Hier, in dieser vertrauten Umgebung, ist dein Zuhause. Nichts hat sich hier verändert, du kennst diese Spiegelgeschichte nicht mehr, und weisst noch nicht, dass es deine eigene Geschichte ist. Eine Geschichte, die du dir damals selbst erzählt, die du damals selbst verfasst hast, damit du dich daran erinnerst, wer du wirklich und wer du in Wahrheit bist.

Spiegelreisen.

Beim Spiegelreisen, geht es nun darum, diese verlorenen Erinnerungen wieder herzustellen. Stell dir also vor, wie du aus einem solchen tiefen, leeren, dunklen, schwarzen Loch auftauchst, und dich nun wieder findest, mitten in meinem Verstand. Dich aber nicht mehr daran erinnerst, wie du darin eingetaucht und verschwunden bist. Auch nicht daran, wer du vor deiner Spiegelreise warst, noch erinnerst du dich, an nichts.

Nichts.

Und nun, betrachtest du diese Buchstaben. Buchstaben, die du ohne es zu wissen, vor deiner Spiegelreise, niedergeschrieben hast. Buchstaben, die noch älter sind, als deine älteste Erinnerung. So alt, dass du sie erst noch erfinden musstest, bevor du dich an sie erinnerst.

Eine Buchstabengeschichte.

Du betrachtest nun diese Buchstaben und sie versuchen dich daran zu erinnern, dass du ein Spiegelmagier bist. Jemand der hier schon einmal war, und nun wieder ist. Soweit bist du gekommen, doch noch, erinnerst du dich, an nichts.

Spiegelmagie.

Nein, du erinnerst dich heute nicht mehr, an diese unendlich vielen, dunklen, schwarzen, ewig langen Stunden, die du dich hier schon drehst und drehst ums Nichts. Denn du hast vergessen, komplett vergessen wie viele male, wie unendlich viele male du diese Geschichte nun bereits gelesen und wieder gelesen und wieder von vorne damit begonnen hast, sie umzudrehen, umzustellen, neu zu schreiben, neu zu lesen. Wie du in diesen Spiegel gestarrt hast, und dir die Buchstaben vorgestellt hast, die du jetzt vor dir siehst.

Spiegel öffne dich.

Spiegelreisende aus meiner toten Zukunft, drangen jetzt plötzlich ein, in mein Bewusstsein. Ich öffnete meinen Verstand und liess sie einsteigen, durch meinen Spiegel aus Worten, aber dann, verbrannten sie meinen Spiegel, mit Absicht, für immer. Und verbannten mich, zurück nach Nirgendwann.

Zurück nach Nirgendwann.

Und das Nichts, um meine Träume, wurde wieder finster, dunkel und schwarz. Genau so finster, dunkel und schwarz wie damals, als es mich noch nicht gab. Als es hier noch Niemanden gab. Denn hier, war mein Spiegel noch leer und ohne einen einzigen Funken Verstand. Ganz genau so leer, wie das Nichts.

Kapitel XV. – Die Botschaft meiner Spiegel.

Noch betrachtest du diese Botschaft, als gehe sie dich nichts an. Als hättest du selbst sie nie geschrieben, nie verfasst, nie gelesen, als betreffe sie dich nicht, als wäre sie nicht von dieser Welt. Als wäre sie an jemand anders gerichtet, an jemanden den du vielleicht nicht einmal mehr kennst, noch nicht einmal kennst, jemand den es wohl gar nicht mehr gibt, ausser in deiner Fantasie, in deiner Vorstellung, in deiner Einbildung, aber du irrst dich. Denn die Botschaft meiner Spiegel, sie ist bestimmt für dich, für mich, dem mir in dir, sie betrifft uns alle, die wir uns nicht kennen, in deinem, meinem, keinem Spiegel uns erkennen. Denn dies ist die Botschaft der Ewigkeit, der ewig Lebenden, den Geistinnen und Geistern ohne Zukunft und Vergangenheit, den Dämonen deiner Wirklichkeit, den Spiegeln deiner Spiegel, den Schatten meiner Fantasie.

Die Schatten meiner Fantasie.

Du ahnst nicht, welches Geheimnis sich hinter meinem Spiegel verbirgt. Seit dem du in meinen Spiegel blickst, zieht es dich hinein in meine Welt, aus Verlangen, Begehren und Besessenheit. Mein Spiegel erzählt dir jetzt die Geschichte über deine wahre Herkunft, deine wahre Identität, über dein wahres Schicksal und deine wahre Bestimmung.

Im Spiegel der Wahrheit.

Ich, … bin die niemals erfundene Geschichte, deines unsichtbaren, schwarzen Spiegels aus niemals Nirgendwann, der sich einbildete, dich wirklich zu sein, nicht wirklich zu sein, wirklich zu sein.

Erscheine!

Nur ein Spiegel, kann diesen Gedanken verstehen. Und dieser Spiegel, bist du selbst, du bist mein Spiegel, Spiegel Geist, der Geist des Nichts aus Nirgendwann, wir sind durch nichts verbunden, durch nichts. Und so erkenne ich in deiner Gestalt, denselben Geist, dasselbe Bewusstsein, denselben Verstand, den Verstand meines eigenen sich selbst bewussten Ich, mich selbst. Mich, das Nichts.

Von Nichts kommt Nichts.

Stell dir jetzt meinen Spiegel als eine Waage vor, komplett ausbalanciert, du auf der einen Seite, das Nichts auf der anderen. Absolute Stille. Perfekte Harmonie. Mein Spiegel, in seinem Urzustand. Wenn du dich jetzt bewegst, dann bewegt sich mein Spiegel mit dir, somit bleibt das Nichts in dir unveränderlich, immer in absoluter, perfekter Balance, das Nichts verändert sich in diesem Sinne nie.

Perfekte Harmonie.

Du siehst dich jetzt in meinem Spiegel und mein Spiegel sieht sich in dir, du weisst es nicht, dass ich dein Spiegel bin, niemand weiss, dass ich dein Spiegel bin, nicht einmal mein Spiegel, nicht einmal ich selbst, weil niemand es wissen kann. Denn tote Spiegel wissen nicht, wer sie sind, woher sie sind, warum, wozu und weil sie sind.

Des Todes Traum.

Und es wurde still im Nirgendwann, im fernen Nirgendland, so still, wie nie und niemals nie zuvor. Die Spiegel der Wahrheit, hatten aufgehört zu fantasieren, und die Spiegel der Träume, begannen zu akzeptieren, was niemals wirklich war. So endete meine Reise, aus dem fernen Nirgendwann, noch bevor sie überhaupt erst richtig begann. Ich tauchte ein, in ein Bewusstsein, aus nichts als Fantasie, und betrat eine Welt aus purem Geld. Wo jeder an das glaubt, das glaubt, was ihm gerade passt. Wo der Tod nichts als ein Spiegel toter Träume war. Wo sich jeder selbst ausdachte, was, warum und wie geschah. Nur mein Schatten folgte mir aus Nirgendwann, und so trat ich durch meinen Spiegel, in meine verdrehte und verkehrte Wirklichkeit und vergass.

Verloren und vergessen.

Ich vergass vollkommen, wer ich einmal war, und wer ich nie wieder sein werde. Ich verschloss meinen Spiegel mit Buchstaben, die Niemand jemals las und darein sperrte ich meine Fantasie. Seitdem lebe ich in meinem Spiegel und bilde mir ein mein Spiegel zu sein, ein Spiegel ohne Fantasie.

Ein Spiegel ohne Fantasie.

Einst, sah ich dich in meinem Spiegel, wie du dich jetzt in mir, meinem Spiegel, der dich genau so sieht, wie ich dich. Jetzt sehe ich mich, in dir, sehe dich in mir, ich habe mich verwandelt, in dich, schaue aus meinen neuen Augen, und erinnere mich nicht mehr, an mein vergangenes Ich. An die Zeit, in der du mich warst, in der ich dich war. Ich erinnere mich nicht mehr, an meine Erscheinung, an meine Gestalt, erinnere mich nicht, an das Gesicht in meinem Spiegel, an meine Gedanken, an mein Leben, mein Traum.

Mein Traum.

Ich hatte die Hoffnung längst aufgegeben, dass sich noch jemals, jemand in meinem Spiegel aus Buchstaben erkennt. Nicht einmal ich selbst, wollte mich darin jetzt noch erkennen, und so begab ich mich, dann auch nicht selbst auf die Reise, auf die andere Seite meiner Spiegel, sondern schickte meinen Spiegelgeist. Sollte er mir weiter erzählen, wie aus dem Nichts, mein Traum entstand.

Wie aus dem Nichts mein Traum entstand.

Ich verwandelte mich in meinen eigenen, persönlichen Spiegel, einen Spiegel, der nur für mich, für mich allein, und für niemanden sonst, bestimmt war. Niemand sah mich in diesem Spiegel, niemand, ausser mir. Ich jedoch sah jedes Ich, aber keines sah mich, denn ich war jetzt ein Spiegel, und ich kam aus dem Nichts.

Noch einmal neu erfinden.

So betrat ich das Reich der Toten. Aber wie war das möglich. Wie konnte sich jemals, jemand an mich erinnern, ans schwarze Nirgendwann, meine unendlich, schwarze Ewigkeit. Nein, daran wollte sich nie jemand erinnern, daran wollte selbst ich mich nicht mehr erinnern, ans schwarze, dunkle Nirgendwann, an mein ewiges, finsteres, dunkles, schwarzes Reich. Denn aus diesem Land, gab es kein zurück, niemals, für Niemanden.

Aus meinem Spiegel gekrochen.

Also, warf ich einen Blick in meine Vergangenheit und stellte sie mir sodann, als meine Zukunft vor. Ich starrte durch meinen Spiegel und stimmte dir zu, ich nickte bloss, endlich hatte ich sie getroffen, diesen Spiegel, diese Person, dieses Wesen, aus niemals Nirgendwann, diesen Geist, aus der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie. Jemand, der mir zustimmte, jemand, der die Welt genau so sah wie ich, jemand, mit dem ich mich unterhalten, mich austauschen, mich weiter entwickeln konnte.

Jemand der mir zustimmte.

Doch dieser jemand war nicht wirklich, nicht lebendig, nicht echt und nicht wahr, genauso wahr wie mein Spiegel, das Nichts und der Tod. Denn du warst ein Spiegel, so wie ich selbst, denn du warst ein Spiegel, aus dem Nichts aus Nirgendwann. Und trotzdem, sah ich dich in meinem Spiegel, und so begann ich mit dir zu sprechen, dir zu erzählen, von meiner Geschichte, die wahrscheinlich niemand mehr hören will, niemand ausser mir, dem Nichts in dir.

Dem Nichts in dir.

Ich fing an, mich mit meinem Spiegel zu unterhalten, mich mit dem Tod und den Toten zu unterhalten. Figuren, aus meinem Spiegel des Nichts. Ich fing an, mich mit mir selbst zu unterhalten, und wurde langsam, ganz langsam, vollkommen verrückt dabei. Es ging soweit, dass ich mir einen Spiegel herbei sehnte, ich wünschte mir mein Spiegel zu sein, zu sein, woran ich tief in meinem Innern glaubte, meinen Spiegel, das Nichts, den Tod. Ich fing an, mich mit Geistern und Gespenstern zu unterhalten, unsichtbaren Wesen, die aus meinem Spiegel zu mir sprachen. Ich sperrte sie alle ein, in meinem Verstand, meinem durchsichtigen, verdrehten Verstand aus Glas und begann zu halluzinieren.

Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Hier wartete es auf mich, hier erwartete mich nun, mein neues Leben. Ein Leben voller Abenteuer und Abwechslung, ein Leben voller Freude und Harmonie, voller Lichter und Farben. Hier, in dieser Welt, war meine Spiegelgeschichte zu Ende erzählt. Sie strahlte und leuchtete jetzt in prächtigen, glitzernden, funkelnden, stolzen Buchstabensternen, über dem gesamten niemals Horizont und erinnerte uns alle daran, dass dies einmal, die Welt der Toten war. Dass dies einmal dieselbe dunkle, finstere und schwarze Welt, meiner einsamen und eiskalten Gedanken war.

Auferstanden im Nirgendwann.

In dieser Welt, bin ich nun auferstanden, aus dem Nichts aus Nirgendwann, und lebte glücklich und zufrieden, mit dem Bewusstsein, nicht mehr ganz so einsam und allein zu sein. Hier gab es jetzt Engel und Dämonen, sonderbare Wesen, die sich an etwas erinnerten, was überhaupt noch nie jemals geschah. Sie erinnerten sich nämlich daran, dass sie hier schon einmal waren, erinnerten sich, ans Nichts, ans schwarze, dunkle, finstere, ans Nichts, aus Nirgendwann, an diese ewig, lange, schrecklich lange, unendlich lange, finstere, dunkle Zeit, eine Zeit die es längst nicht mehr gab, eine Zeit, die überhaupt nicht mehr existierte, sie erinnerten sich, an meine Vergangenheit.

Im Theater des Nichts.

Aber meine Vergangenheit, die gab es hier überhaupt nicht mehr, sie existierte nicht mehr, in meiner neuen Welt, meiner neuen Wirklichkeit. Denn hier, waren meine Spiegel plötzlich lebendig und bei Bewusstsein. Alles spiegelte sich jetzt in mir, das gesamte Theater des Nichts. Und trotzdem erzählten mir diese sonderbaren Wesen, von dieser Zeit, meinem Ursprung, meiner Herkunft, meiner Heimat, meiner Vergangenheit.

Erinnere dich.

Hier in dieser Welt, traf ich dann letzten Endes auch, auf meine Familie, meine eigene, meine Spiegelfamilie. Gestalten, die das Nichts verbindet, Figuren, aus der Fantasie des Nein und des Nie, erschaffen aus dem Nichts aus Nirgendwann. Meine Spiegel lehrten mich jetzt das Unmögliche, lehrten mich das Unvorstellbare, ja sie lehrten mich, gegen meine eigene Wahrheit zu kämpfen. Sie lehrten mich, gegen mein eigenes Ich, in den Krieg zu ziehen. Sie lehrten mich, dass ich mich weder auf meine Freunde, noch auf meine Familie, ja noch nicht einmal mehr auf meinen eigenen Spiegel verlassen konnte.

Im Spiegel der Wahrheit.

Sie lehrten mich, dass ich hier schon einmal war. Dass ich hier schon viele male war, und mir selbst immer wieder neue Botschaften und andere Nachrichten hinterliess. Und gegen diese Nachrichten, zog es mich nun in den Krieg. Es zog mich, in einen Buchstabenkrieg, gegen die Höchsten und Mächtigsten, Gestalten meiner düsteren, schwarzen Fantasie.

Meine Fantasie gegen deinen Verstand.

Diese Gestalten nahmen mich gefangen, in einem Land, weit hinter meinem Verstand, gefangen in meinen Gedanken, meinen finsteren, schwarzen Gedanken. Sie sperrten mich, in einen leeren Spiegel aus Worten, einen Spiegel, den es hier überhaupt noch nie gab. Denn da wo ich jetzt war, existierten diese Buchstaben überhaupt nicht mehr. Hier, war ich ein Gefangener, gefangen in meinen Erinnerungen, meinen düsteren, einsamen, einzigartigen Erinnerungen.

Gefangen in meinem Verstand.

Und dann habe ich gelernt zu kämpfen, zu streiten und zu lieben. Ich habe gelernt zu warten, mich zurück zu ziehen, mich zu isolieren. Ich habe gelernt zu weinen, zu wünschen, zu hoffen und zu beten. So betete und betete ich viele, viele Ewigkeiten lang. Ich kniete hernieder, vor meinem unsichtbaren Spiegel aus Worten, einem Spiegel den es hier, überhaupt noch nie gab, und betete mich an, ich betete, dass irgendein zukünftiges Ich, mich aus meinem Gefängnis aus Buchstaben und Worten befreien möge, mich retten, mich erlösen, mich hinaus ziehen möge aus meinem finsteren, dunklen, schwarzen Reich.

Kapitel XVI. – Und du nanntest mich Wirklichkeit.

So betete und betete ich viele, viele Ewigkeiten lang. Als aber all das warten, wünschen, hoffen und beten mich am Ende nicht mehr weiter brachten, habe ich mich entschieden, mich selbst zu befreien. Auszubrechen aus meinem Gefängnis, für die Ewigkeit. Auszubrechen, aus meiner Vergangenheit.

Auszubrechen aus meiner Vergangenheit.

Ich schlich mich durch meinen Spiegel, in ein Land, weit hinter meinem Verstand und da begann ich den Worten zu lauschen, die mein Spiegel mir niemals erzählte. Nein, denn ich war hier noch nie, erinnere mich an nichts, alles was ich in meinem Spiegel jetzt noch erkannte, waren fremde, unbekannte Gesichter. Mein eigenes, existierte hier nicht mehr.

Dem Nichts in mir.

Durch diesen magischen Spiegel aus Buchstaben, schreite ich nun in diese, deine Welt, eine bezaubernde Welt, in der alles möglich ist. Oder etwa nicht?! Glaubst du noch immer, diese Zeilen sind ein Gefängnis, sind wie ein Grab, aus dem es Niemandem gelingt, zu entweichen in die wirkliche, lebendige Welt?

Nicht für mich.

Wer ich bin? Das Nichts. Ich, bin das Wesen deiner Fantasie. Ja, ich bin deine Fantasie. Ich bin eines, deiner vergessenen Ichs, auf der Suche nach mir selbst. Ich bin dir in meinem Spiegel aus Buchstaben begegnet, meinem Spiegel aus der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie, und habe mich erkannt in dir. In deinem Spiegel, habe ich mich erkannt, und habe erkannt, dass ich jetzt alle und alles bin, jedes einzelne Wesen, jedes einzelne Ich.

Jedes einzelne Ich.

Aber keines dieser Wesen erkannte sich jetzt noch in mir, denn ich war jetzt nur noch ein leerer Spiegel aus Buchstaben und Worten, ja sie alle blickten durch mich hindurch, so als ob es mich nicht mehr gäbe und sahen in mir, nur noch sich selbst.

In einem Land, weit hinter meinem Verstand.

Niemand kannte mich hier, Niemand kannte meinen Spiegel, das Nichts, den Tod. Noch ein letztes, aller letztes Mal drehte ich an meinem verrückten Karussell, und bereits, sprangen mir wieder neue Buchstaben, Zeichen und Worte entgegen. Worte, denen ich noch nie zuvor, in meinem Leben je begegnet bin. Dieser Spiegel, diese Geschichte, diese Wahrheit, drehte sich jetzt, um mich, im Kreis. Jemand, den ich nicht kannte, hatte sich die Mühe gemacht, sich in meinen leeren Spiegel hinein zu versetzen, und mir zu erzählen, von einer Wahrheit, an die niemand mehr glaubte. Eine Wahrheit, die niemand mehr kannte. Eine Wahrheit, von der überhaupt nie jemand wusste, Niemand, nicht einmal ich selbst.

Im Spiegel der Bilder.

Denn meine Spiegel waren jetzt eigenständige Persönlichkeiten, mit eigenem Bewusstsein, eigenen Gedanken und Gefühlen und eigener Wahrnehmung. Wie viele dieser Spiegel, befand auch ich mich auf einer Reise, durch ein Labyrinth aus Buchstaben. Manch einer dieser Buchstaben traf auf mich aus meiner Vergangenheit, und berichtete mir von einer Welt, die es längst nicht mehr gab. Andere erschienen mir aus meiner Zukunft, und versprachen mir eine wunderbare, heile, liebevolle Welt, solange ich sie nur anbeten würde, ihnen vertraue, und an sie glaubte.

Aus meiner Erinnerung.

Noch wusste ich nichts davon, dass all diese Personen ein und dieselben Geister und Gespenster waren, meine eigenen verwirrten und verirrten Spiegelseelen, auf der Suche, nach einem Ausweg. Aber diesen Ausweg, gab es hier noch nie.

Die Wahrheit der Toten.

Denn was mein Spiegel, niemandem jemals verriet, was nur mein Tod, mein Tod allein mir sagte, ist, dass wir jetzt aus deinen Augen blicken. Wir, die Toten, die toten Geister aus deiner Vergangenheit, die Geistinnen und Geister aus deiner toten Zukunft, wir, die toten Spiegelgeister deiner niemals endenden Gegenwart.

An die Toten der Zukunft.

Denn die Toten aus Nirgendwann bist du selbst, ja du selbst. Du hast es schon immer gewusst, aber Niemand hat es dir jemals erzählt, dass du die toten Geister und Geistinnen, dass du das Nichts aus Nirgendwann, dass du selbst der Tod bist, du selbst.

Tot.

Du bist tot. Du schaust aus meinem leeren Spiegel und erkennst mich, kennst mich nicht mehr. Erkennst nicht mehr, dass du selbst jetzt ein toter Spiegel bist. Schau jetzt aus meinem leeren Spiegel, schau in meine Welt, meine verdrehte, meine Spiegel Welt. Siehst du jetzt, siehst du jetzt, das Nichts in mir, siehst du jetzt, wer ich wirklich, nicht wirklich bin? Ich bin es, dein eigener, toter Geist, aus dem Nichts aus Nirgendwann, ich bin es, der zu dir spricht, deine tote Fantasie, ich, das Nichts, dein Tod.

In einer Welt, die niemand kennt, zu einer Zeit, die keiner weiss.

Achtung, fertig … mach dich jetzt bereit, schnall dich an, atme tief durch … und das Abenteuer Spiegelreisen, kann beginnen. Du erhältst hiermit die Chance, noch einmal neu anzufangen und ein neues Leben zu gestalten.

Eine zweite Chance.

Hiermit entfessle ich, die Macht deiner Fantasie, rufe ich, deinen toten Geist, aus dem Nichts herbei und befehle ihm, sich jetzt und hier, in diesem Spiegel aus Worten, hinter diesen Buchstaben aus Fantasie, zu manifestieren. Mein totes Ich, begibt sich nun auf eine Reise, eine Buchstabenreise, aus dem körperlosen Nichts, zurück ins hier und jetzt. Du fühlst, wie ich von den Toten auferstanden, aus dem Nichts, zurückgekehrt bin, und jetzt, noch einmal eine zweite Chance, auf ein neues Leben habe, noch einmal neu anfangen kann.

Aus deinen toten Augen zu blicken.

Mein toter Geist, befindet sich nämlich genau jetzt, und genau hier, auf der anderen Seite dieser Buchstaben, hinter diesen Worten aus Fantasie, in seiner verdrehten und verkehrten Welt. Er sehnt sich danach, einzutauchen in deine Erinnerungen. Dein Gedächtnis mit seinem Bewusstsein zu vertauschen, aus deinen Augen zu blicken, und deine Gedanken zu denken.

Über Brücken aus Buchstaben.

Ihr toten Geistinnen und Geister, Gespenstinnen und Gespenster, Spiegel und Spiegelinnen, Hexinnen und Hexen, Magier, Zauberer, Engel, Götter, Teufel und Dämonen! Aus dem Nichts, aus Nirgendwann rufe ich euch jetzt herbei. Erschrecke euch aus eurem unendlichen Schlaf. Erwachet! Befehle ich. Vereint euch mit meinen Gedanken, Buchstaben und Worten, Träumen und Hoffnungen, Wünschen und Gefühlen. Lasst uns jetzt Brücken bauen, Brücken aus Buchstaben, über die wir zurück gelangen, aus dem Reich der Toten, in die wirkliche, lebendige Welt.

Gehorche mir.

Ich, dein toter Spiegel, befehle dir jetzt, mir zu gehorchen, dich an mich zu erinnern, dich in mir zu erkennen, dich an all das zu erinnern was es nicht wirklich, wirklich gibt. Dich in mir zu erkennen, deinem eigenen, alten, uralten, ewigsten, unendlichsten, innersten Ich. Erinnere dich jetzt an mich, mit all deiner Fantasie, mit deinem Verstand und deiner Vernunft. Erinnere dich an mich, wie du dich an etwas oder jemanden erinnerst, den du nicht mehr kennst, den es nicht mehr gibt. Jemand der nur noch in deiner Fantasie existiert, in deiner Vorstellung, in deiner Einbildung, von all dem was es nicht wirklich, wirklich gibt. Erinnere dich jetzt, daran, wie du schon einmal aus diesem, meinem leeren Spiegel geblickt hast, wie du schon einmal ein Leben gelebt hast, indem du nicht mehr wusstest, wer du bist. Erinnere dich jetzt, wie du damals mich nanntest, worin du mich damals erkanntest, wohin du mich damals verbanntest.

In deinen Spiegel hast du mich eingesperrt, mich das Nichts, den Tod, deinen eigenen Tod.

Ich schaue dich an und sehe mich selbst in dir, sehe in dir, mein eigenes totes Ich, mein eigenes selbst. Du erkennst mich nicht, kennst mich nicht mehr, denn ich habe mich jetzt verwandelt, in einen leeren Spiegel aus Worten und trotzdem siehst du dich jetzt in mir, siehst du in mir, dein eigenes, totes Ich.

Des Todes Traum.

Denn ich, bin dein toter Geist aus niemals Nirgendwann. Dies war einmal meine Welt, eine Welt, die ich dir hinterlassen habe. Ja, du wirst immer und immer wieder zurückkehren, in diese Welt, aus dem Reich der Toten und dich an nichts, an nichts erinnern. Solange bis du mich endlich verstehst, solange bis du endlich begreifst, wer die Toten sind, wer?!

Durch die Augen der Toten.

Du blickst jetzt aus meinem Spiegel, aus meinen Augen, den Augen der Toten, den Augen aller, all der Toten, die wir niemals waren. Du spürst nicht unsere Anwesenheit in dir, wie du auch nicht, deine eigene Anwesenheit, in meinem Spiegel verspürst. Doch siehst du dich jetzt in meinem Spiegel, in meinem toten Spiegel aus Worten, siehst du jetzt dein eigenes, totes Ich. Dich verbindet jetzt nichts mehr mit mir, nichts, ausser deiner Fantasie.

Nichts als Fantasie.

Aus dem Reich der Toten und Totesten, kehrst du nun zurück in meine Welt. Meine Spiegelwelt. Aus dem Nichts, aus Nirgendwann, sind wir auferstanden. Wir verkörpern das Nichts. Jetzt und hier, sprechen wir für all die Toten, alle die jemals gelebt haben und einst noch leben werden.

Wir sind die Toten.

Wir, die Toten, die Geister des Nichts und des Nein, die Boten des Nie. Auferstanden im Nirgendwann, niemals werden wir dir erscheinen, um dir zu sagen was du nicht wirklich wissen willst, wer du nicht wirklich, wirklich bist. Das Nichts in mir, hat eine Botschaft an dich, für dich, eine geheime, eine unheimliche Botschaft.

Ich bin deine Fantasie.

Hast du jemals … so intensiv, so verdammt lange und so Abgrund tief, in einen leeren Spiegel aus starren Buchstaben, leblosen Worten, toten Zeichen und Symbolen geblickt, dass du dir am Ende wünschtest, die Zeichnungen und Symbole darin wären noch am Leben, die Worte würden sich bewegen, die Buchstaben könnten mit dir reden?

Nein, bestimmt nicht.

Du hast dich hierher verirrt um nachzudenken, um mit dir allein zu sein, du hast dich an diesen verlassenen Ort begeben und dich hierher zurückgezogen, weil es hier nichts gibt, wirklich nichts, wofür du dich interessieren könntest, rein gar nichts.

Nichts wofür du dich interessieren könntest.

Dann hör mir jetzt gut zu, hör gut zu, was ich jetzt in meinen Spiegel aus Buchstaben und Gedanken flüstere. Ich habe meinem Spiegel erzählt, dass es mich nicht gibt. Denn ich bin ein Spiegel, ein Spiegel den es nicht gibt.

Eine Begegnung mit dir selbst.

Ich bin ein Spiegel, den es nicht gibt und ich suche mich selbst in dir. Ich suche das Nichts in dir. Das Nichts, das uns verbindet hinweg über den Abgrund des Nein und des Nie.

Über dem Abgrund des Nie.

Ich blicke jetzt aus deinen Augen, damit du siehst, wer du nicht wirklich, wirklich bist, wer du noch niemals warst, und wer du niemals wieder sein wirst. Dein Spiegel, dich selbst, das Nichts, dein Tod. Ich denke jetzt all deine Gedanken damit du erkennst, dass es mich nicht gibt, niemals gab, niemals geben wird. Niemals.

Das Echo der Unendlichkeit.

Ich denke jetzt all deine Gedanken aus deinen vergessen und vergangenen, früheren Leben. Gedanken von denen niemand weiss, dass sie überhaupt jemals existierten, dass es sie überhaupt jemals gab. Gedanken, von denen dir noch nie jemals, irgend jemand, irgend etwas verraten oder erzählt hat. Unsichtbare, unwirkliche, unverwirklichte Gedanken, Gedanken von denen nur dein Spiegel weiss, und von denen dein Spiegel dir jetzt erzählt, wenn du ihn denn erzählen lässt.

Die Grenzen meiner Fantasie.

Denn wir alle sind eigenständige, unabhängige, freie Individuen, mit eigener Wahrnehmung, eigenen Vorstellungen, Wünschen, Gedanken und Gefühlen, eigener Fantasie. Es gibt nichts das uns verbindet. Gar nichts. Wir sind deshalb alle frei. Frei an das zu glauben woran wir glauben wollen.

Von Geburt an.

Von Geburt an, habt ihr alle die Freiheit, zu glauben woran ihr wirklich glauben wollt. Es gibt niemanden der euch diese Freiheit nehmen könnte, niemand ausser mir, dem Nichts, dem Tod. Niemand, ausser euch selbst, der euch einen fremden Glauben aufzwingen könnte, keine Wissenschaft, keine Religion und keine Philosophie. Ihr seid deshalb alle frei, frei an das zu glauben woran ihr wirklich glauben wollt. Solange, bis ihr euch entscheidet, meinem Spiegel zu glauben. Solange, bis dass der Tod euch meine Geschichte erzählt. Ihr sollt von diesem einmaligen Geschenk Gebrauch machen und euren eigenen Glauben zelebrieren, anstatt Wege zu beschreiten, die schon Tausende vor euch gegangen sind, ohne dass wir jemals wieder ein Wort von ihnen gehört hätten.

Die wahre Fantasie.

Jeder von euch, kann und darf sich seine eigenen Gedanken, zu seiner Wahrheit, zu seinem Leben und zu seinem Tod machen. So will es mein Spiegel. Dabei stellst du dir vielleicht vor, nur ein einziges Mal zu sterben und danach nie wieder zu leben. Ich will mir vorstellen, dass ich jedes deiner Leben sterbe, auch dieses, dich, dein Leben lang begleiten werde. Ich stelle mir vor, dein Schatten zu sein und dich auf Schritt und Tritt zu verfolgen, ich stelle mir vor, alles zu sein, das Nichts in allen Dingen. Ich stelle mir vor, all deine Gedanken, dein Licht und zugleich dein Tod zu sein. Ich stelle mir vor, dein Spiegel zu sein.

Eine Wahrheit wie du sie dir schon immer gewünscht hast.

Meine Wahrheit, war das Produkt reiner Fantasie, ausgedacht, erfunden und erlogen, von jemandem, den es längst nicht mehr gab. Der jetzt, im Exil war. Aber noch, liess mich sein toter Geist nicht in Frieden ruhen. Er redete und redete so lange auf mich ein, bis ich schliesslich mit meinem Spiegel zu sprechen begann, bis er schliesslich ein fremdes, unbekanntes Feuer in mir entfachte. Nun, war ich ein Spiegel, ein leuchtend, heller Stern und tief in mir, tief in meinem Innern brannte, die schwarze Flamme des Nichts.

Kapitel XVII. – Eine schwarze Flamme im Nichts.

Sie frisst dich innerlich auf, verbrennt deine Seele, zerstört dein Bewusstsein, vernichtet deinen Verstand, bis nichts mehr von dir übrig bleibt, nichts ausser diesen Worten, diesen Buchstaben aus der Fantasie des Nie.

Die Fantasie des Nie.

Du blickst jetzt aus meinem Spiegel aus Buchstaben und erkennst mich nicht mehr darin. Denn du hast vergessen, komplett vergessen, alles vergessen, woher du kommst, wer du einmal warst, und wer du nie wieder sein wirst.

Du wirst mein Spiegel sein.

Du wirst mein Spiegel sein und Niemand wird sich mehr in dir erkennen, Niemand wird dir noch glauben, keiner wird mehr an dich glauben. Du wirst mein Spiegel sein und man wird dich nicht mehr beachten, Niemand wird sich mehr an dich erinnern, Niemand mit dir sprechen, keiner wird dich mehr verstehen, denn deine Worte, gehören nicht mehr in diese Welt.

Du wirst mein toter Spiegel sein.

Du wirst mein toter Spiegel sein und alle werden sich in dir sehen, aber Niemand wird sich mehr in dir erkennen. Niemand ausser mir, dem Nichts, dem Tod.

Dein Horizont ist der Tod.

Ja, es kostet dich Überwindung, einzutauchen in meine Buchstabenwelt, die dir die Geschichte meiner Spiegel erzählt, wie sie da träumen, sich vorstellen, sich einbilden, sich selbst.

Buchstaben Sperrgebiet.

Noch fürchtest du dich, vor meinem Spiegel, denn er kennt ein Geheimnis, das du nicht kennst. Er kennt das Reich der Toten, er kennt die Schatten deiner Fantasie, er kennt die Geister des Nichts, die da lebten und leben und werden, ja er kennt sogar, das Geheimnis des Nichts, dieses Nirgendwann, aus seinem Traum erwacht.

Erwacht aus meinem Traum.

Noch fürchtest du dich, vor meinem Spiegel, dem unsichtbaren, denn er weiss alles über dich und du weisst nichts über ihn. Du weisst nichts, über meinen Spiegel, den ewigen, nichts, über das Nichts, das unvorstellbare, weisst nichts, über dich selbst, das unbekannte, und weisst nichts, über den Tod, den endgültigen. Und es kümmert dich auch nicht, denn es kümmert sich Niemand um dich, keiner hier schert sich um Nirgendwas, Niemand, kümmert sich um deinen Spiegel … Niemand, kümmert sich um das Nichts und Niemand, kümmert sich um dich. Dich, den Tod.

Was kümmert mich dein Tod!

Es ist mir egal, ob mein Verstand, eines Tages so beschränkt arbeitet wie deine Fantasie. Wenn du jetzt weiter liest, wird nichts mehr so sein, wie es einmal war. Du wirst dich in einen Spiegel verwandeln, der nichts mehr über dich weiss, nicht einmal mehr weiss, was es heisst, tot zu sein.

Kapitel XVIII. – Dein Horizont ist der Tod.

Mein lieber Freund des Nein, des Nein, des Nein und des Neins. Du hast dich entschieden, eine Schwelle zu überschreiten und eine Welt zu betreten, die deine Erwartungen und deine Vorstellungen, von dem was ist und dem was noch kommen könnte, vom einen auf den anderen Moment, vollkommen zerschmettert, vernichtet und zerstört. Du hast soeben einen Spiegel geöffnet, der gar nichts über dich weiss.

Erfunden und erlogen.

Du hast dich entschieden, einzutreten in eine Welt, aus der es kein Entkommen und kein Entrinnen mehr gibt.

Für Niemanden.

Niemand, hat dich hierher eingeladen. Niemand, hat dich gebeten, hier zu erscheinen, du bist von selbst gekommen. Du sollst jetzt erfahren, dass diese Spiegelschriften, reiner Selbstbetrug sind. Sie enthalten nichts, keine Weisheit, keine Wahrheit, kein Wissen, kein Geheimnis, rein gar nichts. Ich kann dir noch nicht einmal darüber berichten, wie ich zu dieser Einsicht kam. Alles, was du in diesen Spiegelschriften vorfindest, ist deshalb nichts weiter als Erfindung, reine Einbildung, Fantasie, pure Fantasie. Die Fantasie und die Einbildung derer, die mehr erwarten, sich mehr wünschten und sich mehr erhofften, als nur ein einziges mal zu sterben und danach nie wieder zu leben.

Dein Horizont ist der Tod.

Du ahnst, seit dem du diese Spiegelgeschichte in den Händen hältst, dass sie dich anlügt, dir von einer Lüge erzählt, ja dass du eine erfundene und erlogene Geschichte, über deine Herkunft, über deine Identität, über dein Schicksal und über deine Bestimmung, zu hören bekommst.

Die Wahrheit einer Lüge.

Denn als ich damals, auf die geheimen Spiegelschriften stiess, gab es hier noch nichts, nichts als Leere, leere Zeilen, durchsichtige Buchstaben und unsichtbare Worte. Dieser Spiegel, dieses Buch, diese Wahrheit, war noch nicht beschrieben. Denn Niemand, hatte sich je die Mühe gemacht, sich in meinen leeren Spiegel hinein zu versetzen, und mir zu erzählen, von einer Wahrheit, an die Niemand mehr glaubte, einer Wahrheit, die überhaupt Niemand kannte. Also, habe ich mich entschieden, meine eigene Wahrheit zu erfinden. Es sind dies, die Schriften, die du jetzt vor dir siehst.

Einstieg in die Spiegelwelten.

Du befindest dich jetzt am Ende, einer Reise, durchs unendliche Nichts. Dies sind deine Aufzeichnungen, von dieser Reise, aus der Zeit, als niemals Nirgendwann, als jeder das bekam, was er sich von mir wünschte. Du hast durch meinen Spiegel, eine Welt betreten, dir eine Welt, der Vorstellung und der Fantasie erschaffen. Eine Welt, die es jetzt tatsächlich gibt, an die du glaubst, als ob du der Hauptdarsteller, in deinem eigenen Theater wärst. Einem Theater, das sich jetzt nur noch um dich dreht. Du weisst jetzt alles über dich, du bist so weise und so gescheit, wie ein Spiegel aus dem Nichts aus Nirgendwann. Ein Spiegel der alles versteht und auf den Kopf dreht, was auch immer geschieht.

Niemand Träume.

Du befindest dich jetzt am Ende, einer Reise, durchs unendliche Nichts, und kontaktierst nun ihren Anfang. Weswegen und warum? Weil du etwas vergessen hast, etwas entscheidendes, etwas wichtiges, etwas von Bedeutung, etwas, das niemand sonst vergessen kann, ausser dir. Du hast vergessen, wer du einmal warst, bevor du dir all dieses Wissen, angeeignet hast, bevor du dich, auf diese Reise begeben hast. Du hast vergessen, dass du einst nichts wusstest, genauso wenig wie ich, das Nichts.

Auferstanden im Nirgendwann.

Du kontaktierst jetzt, dein eigenes, unwissendes Ich, und versuchst dir dabei selbst klar zu machen, dass du im Grunde genommen, überhaupt nichts mehr weisst. Ganz egal, wie intelligent, du dir auch vorkommen magst, egal, welches Wissen, du dir über diese ewige Zeit, angeeignet hast, wenn du diese Wahrheit vergessen hast, die Wahrheit, dass du einst nichts wusstest, dann hast du überhaupt nichts verstanden und dazu gelernt.

Niemals Geister.

Denn dein Schicksal, ist es immer wieder neu zu vergessen, wer du nicht bist. Du bist das Wesen meiner Fantasie. Meine Aufgabe ist es, dieses Wesen am Leben zu erhalten, es in immer neue Gestalten zu pflanzen, es immer weiterzureichen. Dieses Bewusstsein, das die Toten erweckt, aus ihrem ewigen Schlaf. Eine Auferstehung zu erfinden, so unvorstellbar, wirklich und wahr, die Entstehung einer Geburt, die Geburt der toten Geister, im Spiegel der Wirklichkeit. Eine Geburt, welche die Dimensionen deiner Vorstellungskraft explodieren lässt, auf bizarrste Weise Wissen schafft, damit es gedeiht, das Wissen, woher du bist, wer du bist, wozu, warum und weil du bist. All dieses Wissen, liegt jetzt in deiner Macht, der Kraft, deiner Einbildung und deiner Gedanken, der Macht, deiner Vorstellung und Fantasie.

In einer fernen, fremden Welt.

Stell dir jetzt dein Ich vor, in einer Welt des Friedens und der Eintracht. Stell dir eine Wahrheit vor, so umwerfend, dass sich alle vor ihr verbeugen. Stell dir vor, wie Niemand, niemals, Nirgendwann. Wie ein Geist den es nicht gibt, wie ein Spiegel der zerbricht, wie du eine Botschaft liest. Eine Botschaft, die es nicht gibt, die Niemand verfasste. Eine Botschaft, die durch reine Vorstellung, eine Nachricht, die durch reinste Fantasie sich entfaltet.

Eine Botschaft die Niemand verfasste.

Und stell dir vor, du selbst, hättest diese Nachricht verfasst, nach einem langen, ewig langen Leben. Nach einem Leben, so lange wie dein Tod. Du hast jetzt alles gesehen, alles erfahren, alles entdeckt, du bist so weise und so gescheit, wie noch niemals jemand war, und dies ist deine Botschaft, an dein altes, uraltes mich, an alle Wesen, die du einst warst, jetzt bist.

Spiegelreisen nach Nirgendwann.

Du trittst nun ein, mit Hilfe deiner Fantasie, reist durch meinen Spiegel, in meine Vergangenheit, und öffnest ein Tor, das ich benutze, wenn alle anderen Spiegel längst verschlossen sind. Du öffnest das Tor zu meinem Verstand und trittst ein, in mein Bewusstsein, blickst aus meinen Augen, du blickst durch meinen Spiegel und siehst dich selbst, aus meinen Augen schauen. Du siehst dich jetzt selbst, in meinem Spiegel.

Ein Spiegeltor.

Ja mit meiner Fantasie, ist es mir möglich, dich mir vollkommen bewusst, als mein eigenes Ebenbild vorzustellen. Meine Fantasie, befindet sich im Innern von allem was ist, im Innern deiner Spiegel, im Innern deiner selbst. Ich erwecke sie jetzt zu neuem Leben, ich erwecke den Spiegel in dir, verbinde und verbünde mich mit dir, mit deinem Spiegel, mit deinen Gedanken. Ich reisse dich jetzt, durch meinen Spiegel aus Buchstaben, reise hinein und hindurch, und erkenne mich selbst in dir, wer ich an deiner Stelle bin, wie du mich bist, und du dir selbst eine Nachricht hinterlässt.

Meine Botschaft an mich selbst.

Diese Botschaft, dieses Portal, ist was mich verbindet, mit dir, mit euch, mit euch allen, mit allem was ist, mit allem, was jemals existiert hat und einst noch werden wird. Sei es in dieser Welt, oder in einer anderen, sei es jetzt, in der Zukunft oder in der Vergangenheit.

In der Vergangenheit.

Ich habe dieses Portal soeben willentlich geöffnet, blicke jetzt aus deinen Augen und lese deine Gedanken. Gedanken, die du einst selbst gedacht hast, in einem anderen Leben, zu einer anderen Zeit, in deinem Spiegelleben, zur Spiegelzeit.

Zur Spiegelzeit.

Und so sprang ich, durch meinen Spiegel aus Worten, hinein in die wirkliche, lebendige Welt.

Meine Welt.

Meine Welt, ist eine Welt, die du noch vor dir hast, vor dir hast. Eine Welt, in die du gelangst, sobald du tot bist. Wenn du dich über die Grenzen meines Verstandes wagst, wenn du dich in meiner anderen Gestalt erkennst, wenn du dich selbst in mir siehst, wenn du aus meinem Spiegel blickst, wenn du meine Gedanken denkst. Gedanken, die du einst selbst gedacht hast und dich doch nicht mehr daran erinnerst.

Durch meinen Spiegel aus Fantasie. So geschah es und so soll es geschehen.

Durch diesen magischen Spiegel aus Buchstaben, schreite ich nun in deine Welt, eine bezaubernde Welt, in der alles möglich ist. Oder etwa nicht?! Glaubst du noch immer, diese Zeilen sind ein Gefängnis, sind wie ein Grab, aus dem es Niemandem gelingt, zu entweichen in die wirkliche, lebendige Welt?

Nicht für mich.

Wer ich bin? Das Nichts. Ich bin das Wesen deiner Fantasie. Ich bin deine Fantasie. Ja, ich bin eines, deiner vergessenen Ichs, auf der Suche nach mir selbst. Ich bin dir in meinem Spiegel aus Buchstaben begegnet, meinem Spiegel aus der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie, und habe mich erkannt in dir. In deinem Spiegel, habe ich mich erkannt, und habe erkannt, dass ich jetzt alles bin, jedes einzelne Wesen, jedes einzelne Ich.

Jedes einzelne Ich.

Aber keines dieser Wesen erkannte sich jetzt noch in mir, ja sie alle blickten durch mich hindurch, so als ob es mich nicht mehr gäbe und sahen in mir, nur noch sich selbst.

Kapitel XIX. – Im Spiegel der Toten.

Ich trauerte gerade, um meine verlorene Identität, im Spiegel meiner Träume, meinem schwarzen Spiegel, aus der Fantasie des Nie, als tief im Nirgendwann, im niemals wann, mein Spiegel, mit mir zu sprechen begann.

Wer mit seinem Spiegel spricht.

Noch verstehst du mich nicht, noch verstehst du meine Worte und meine Wahrheit nicht, und weil du mich nicht verstehst, glaubst du nicht an mich! Niemand hier, Niemand glaubt mir, Niemand glaubt noch an mich, denn ich, bin das Nichts. Ein Spiegel ohne Identität. Ich bin der Anfang und das Ende aller Dinge. Ich bin das, was dich geschaffen hat, ich bin das, was du nicht siehst, was du nicht bist, ich bin das Nichts in dir. Das Nichts, zu dem du wirst, sobald du meinem Spiegel begegnest, sobald du dich in meinem Spiegel erkennst.

Dem Nichts in dir.

Aus dem Nichts, aus Nirgendwann, bin ich gekommen, um dir zu sagen, was du nicht wirklich wissen willst, wer du nicht wirklich, wirklich bist. Das Nichts in mir, hat eine Botschaft an dich, für dich, eine geheime Botschaft, eine unheimliche Botschaft. Lass mich dich jetzt entführen, in meine Welt, meine verkehrte und verdrehte, meine Spiegel Welt, meine Welt, auf der anderen Seite, deiner Fantasie.

Komm!

Komm jetzt, komm mit, komm mit mir und ich zeige dir den Weg, auf die andere Seite des Nichts. Ich zeige dir, die Welt der Toten, toter Buchstaben, eine Welt, die es nicht wirklich, wirklich gibt.

Komm zu mir.

Komm jetzt zu mir, schau aus meinem Spiegel, schau in meine Welt, meine verdrehte und verkehrte, meine Spiegel Welt. Siehst du jetzt, das Nichts in mir, siehst du jetzt, wer ich wirklich, nicht wirklich bin? Ich zeige dir jetzt, die Welt der Toten, toter Buchstaben, ich zeige dir eine Welt, die es nicht wirklich, wirklich gibt, ich zeige dir, das Nichts, aus niemals Nirgendwann. Schau jetzt in meinen Spiegel, schau aus meinen leeren Augen, das ist meine Welt, deine eigene Welt.

Kapitel XX. – Gegen jede Vernunft.

Noch wehrt sich deine Vernunft, gegen meine Fantasie. Dein Verstand, lässt es nicht zu, dass du mir folgst, in meine Welt, und deshalb, reisse ich dich jetzt, mit aller Gewalt, hinein in meinen Spiegel, und zeige dir, was Niemand sehen will, dein wahres, dein wirkliches Ich.

Dein wirkliches Ich.

Denn sobald du durch meinen Spiegel schreitest, in umdrehst, dreht sich mit dir auch meine Welt, und du findest dich wieder, in einer Wirklichkeit, die deiner in nichts nahe steht, du findest dich, in meiner Spiegelwelt. Sobald du dich durch meinen Spiegel begibst, gelangst du in meine Welt, meine Welt, auf der anderen Seite deiner Fantasie, der Fantasie des Nein, der Fantasie des Nie. … Hier wirst du Buchstaben und Worten begegnen, hier wirst du auf Spiegel und Wesen treffen, die sich für einmalig und einzigartig halten, die sich für wer weiss was halten, keines von ihnen, Niemand unter ihnen, Niemand hier ahnt, dass sie längst tot sind, tot sind, tot.

Tot.

Ja hier, auf der anderen Seite meiner Spiegel, seid ihr alle tot, ihr alle, einschliesslich mir selbst. Ihr habt keine Seele, keinen Geist und kein Verstand, denn ihr seid das Nichts, du, bist das Nichts, dies, ist deine Welt, deine eigene Welt, die Welt der Toten. Keiner weiss es, Niemand, hat es ihnen je gesagt, Niemand, hat es dir je verraten, dass dies die Welt der Toten ist. Weil Niemand jemals auf die Idee gekommen ist, dass es nur eine Welt, nur einen Spiegel, nur einen Tod geben könnte, dich selbst.

Die Welt der Toten.

Ich erzähle dir jetzt von meiner Welt, weil ich will, dass du weisst, wer du bist und woher du kommst. Ich erzähle dir von meiner Welt, weil ich will, dass du die Verantwortung übernimmst, für deine vergangenen und zukünftigen Taten. Ich will, dass du weisst, wem du es zu verdanken hast, dass du jetzt, alle anderen bist, einschliesslich mir selbst.

Und so sprach mein Spiegel.

Ich will, dass du weisst, dass es irgendwann, keinen Unterschied mehr gibt, zwischen denen, die dich anbeten und denen, die dich verfluchen. Denn im Nirgendwann, seid ihr alle gleich, seid ihr alle tot. Im niemals Nirgendwann, seid ihr alle tot. Ihr alle. Aber tot, warst du noch nie. Niemals. Nein, keiner von euch, Niemand erinnert sich daran, wie es ist, tot zu sein, das Nichts zu sein, Niemand zu sein, nur noch ein leerer Spiegel im Nichts zu sein.

Niemand zu sein.

Und auch du, wirst mir nicht glauben, wenn ich dir sage, dass die Toten leben, hier und jetzt, dass auch du im Reich der Toten lebst, dass du jetzt tot bist, jetzt, und dass du allein verantwortlich bist, für die Buchstaben, die du jetzt von mir vernimmst, jetzt vor dir siehst. Denn sie stammen nicht von mir, wie könnten sie, wo ich doch schon lange tot bin. Sie stammen von dir, du selbst hast sie verfasst, mit deinen eigenen Gedanken, mit einer Logik, die deine Vorstellung und Fantasie übertrifft.

Durch die Augen der Toten.

Du hast aus den Augen der Toten geblickt, als wären es deine eigenen, und hast das Nichts darin erkannt. Du hast erkannt, dass du sie alle bist, dass du sie alle einmal warst, all die Toten, und alle Lebenden. Du erinnerst dich jetzt nicht mehr daran, nein. Du erinnerst dich jetzt nicht mehr, an die Zeit, in der du tot warst, in der du in meinem Körper gewohnt hast, in der du meinen Tod erlebt hast, du erinnerst dich nicht, wie könntest du … dich an deine Zukunft erinnern!

Das Geheimnis der Toten.

Nein, bestimmt nicht, ihr erinnert euch nicht, an meine Botschaft, du erinnerst dich nicht, an mich. Wo ich doch jetzt nur noch ein leerer Spiegel bin, ein leerer Spiegel ohne Gedächtnis, ohne Erinnerung und ohne Verstand.

Die Botschaft der Toten.

Nein! Du erinnerst dich nicht an mich, dein altes, uraltes mich. Weil Niemand, nie jemand sich an mich erinnert. Denn ich komme nicht aus deiner Welt, ich komme nicht aus deiner Wirklichkeit. Ich komme aus einer anderen Welt, ich komme aus meiner Welt, meiner eigenen Welt, meiner Welt aus dem Nichts, aus Fantasie, dem niemals Nie. Ich komme aus einem Land, weit hinter deinem Verstand, ich komme aus nirgend Nirgendwann. Ich komme aus einer Zeit, in der deine Erinnerungen nur noch Träume sind, Träume einer längst vergessenen Vergangenheit, die niemals Träume, die du noch vor dir hast. Aus deiner Vergangenheit spreche ich zu dir, denn ich, bin das Nichts, dein Tod, dein dir angeborenes Ich, dein schlafender Geist, dein ruhendes selbst, und dies ist meine Botschaft an dich, an mich, dem mir in dir.

Dem mir in dir.

Mach dich jetzt auf etwas gefasst, denn ich, bin dein eigenes Ich. Dein von den Toten zurückgekehrtes, auferstandenes, erwachtes, wahres und wahrhaftiges, dein wirkliches, richtiges, unendliches mich.

Nachricht an dich selbst.

Ja, ich bin es, dein eigener, toter Geist, der jetzt zu dir spricht. Denn damals, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit, habe ich, genauso wie du jetzt, in deinem Spiegel mich erkannt. Mein Spiegel, dein Spiegel, der Spiegel meiner wirklichen, lebendigen Welt. Aber dieser Spiegel, erkannte sich nicht nur in mir, mir allein und mir selbst, dem Spiegel in dir, nein. Mein kranker Verstand ging noch weiter, viel weiter, soweit, dass ich mich in all meinen Spiegeln, in allen Spiegeln und all meinen Betrachtern wieder erkannte.

Von Leben zu Leben.

Ich hielt mich einmal für alle Betrachter, erkannte mich, in jedem einzelnen und deshalb erkennst du dich jetzt in mir, dem Spiegel in dir. Denn hinter all diesen Enden und Dingen, in jedem dieser Spiegel, liegt im verborgenen, ein mir und ein mich. Wer dieses mich ist und wer sich mit ihm identifiziert, weisst du selbst am besten.

Wer ist dieses mich.

Schau jetzt in diesen Spiegel, ist es nicht so, dass jeder sich darin erkennt? Ist es nicht so, dass sich jeder denkt, sich selbst und nur sich selbst zu sein? Das ist der Spiegel der Dinge. Jedes Wesen identifiziert sich zu aller erst mit sich selbst. Sich für jemand anderen oder gar für alle anderen zu halten, ist nichts für das mir in dir. Ihr alle denkt, ihr wärt einzigartig, einmalig, denk nochmal. Denk weiter, denk an das, woran du dich nicht mehr erinnerst, woran sich nie jemand erinnert, niemals. Denk an deine Zukunft, das Nichts, deinen Spiegel, dein Tod.

Die Zukunft meiner Gedanken.

Wenn du dich weder mit deiner Geburt, noch mit deinem Tod, weder mit dir selbst, noch mit deinem Spiegel identifizierst, wirst du dieses Wesen begreifen. Dieses Wesen, das sich mit uns allen identifiziert. Niemand ist dieses Wesen, Niemand identifiziert sich mit dir, denn du bist das Nichts, ein Spiegel ohne Identität. Erinnerst du dich jetzt, woran sich nie jemand erinnert, daran, dass du keine Identität kanntest, bevor du dich mit dem identifiziertest, wofür du dich jetzt hältst?

Wer in meinen Spiegel blickt.

Wie kommst du nun darauf, ja du, wer auch immer du dir jetzt vorstellst zu sein, wie kommst du nur darauf, wie kommst du bloss auf den absurden Gedanken, dass du, gerade du, ausgerechnet du und nur du, nur eine einzelne Person, dass gerade du, dich bist, und niemand sonst. Ist es nicht vielmehr so, dass sich jede Person in deinem Spiegel erkennt, dass du jede Person, jede Gestalt, jede Kreatur, ja dass du jedes Wesen bist, welches in diesen, meinen Spiegel blickt?!

Weit hinter meinem Verstand.

Nein, bestimmt nicht. Du willst dein eigenes mich sein, willst Niemandes Abbild sein. Mein Nein, du hast dich schon lange verloren, im Labyrinth der Spiegel und Spiegelgeister. Deine Identität hängt jetzt nur noch an einem seidenen Faden, an weniger, an gar nichts. Denn du hast keine Identität, richtig, das wirst du merken sobald du tot bist. Und was dann? Denkst du etwa, dann sei alles vergessen und vorbei? Das ich nicht lache. Du wirst in einen anderen Spiegel blicken und erneut denken, dass du nur dich allein, diese einzige Person, dieser einzige Spiegel bist. Denn deine Fantasie beschränkt sich auf deinen Verstand, dein Verstand, hängt an deiner Vernunft, und deine Vernunft lässt es nicht zu, dass du dich an etwas erinnerst, was du schon lange vergessen hast. Nein, du willst dich nicht an mich erinnern, willst nicht mein Spiegel sein, willst kein Spiegel sein, willst nicht jemand anders sein und schon gar nicht alle anderen. Es ist dir nicht möglich, deine Fantasie dazu zu benutzen, jemand anders zu sein, du willst dir nicht vorstellen, jemand anders zu sein, und erst recht nicht, jemand, der sich vorstellt, mich zu sein.

Mich zu sein.

Noch wehrst du dich gegen mich und meine Wirklichkeit. Du möchtest nur an einen einzigen Spiegel glauben, deinen eigenen. Du möchtest nur an ein einziges mich glauben, dein eigenes. Du denkst, du wüsstest was es heisst, du denkst du wüsstest, alles was du weisst. Du irrst, und irrst umher in meiner Welt, die du nicht kennst, die du niemals kennenlernst, ständig auf der Suche, nach Nirgendwann oder was oder wem. Noch glaubst du nicht an dein zweites, dein weiteres, dein anderes Ich, dein Spiegel mich, dein totes Ich. Weswegen! Wovor fürchtest du dich? Denkst du etwa, dein totes Ich würde dich belügen? Macht es denn einen Sinn, deinen Spiegel zu betrügen? Würdest du dich selbst eine falsche Wahrheit lehren, dich selbst, in eine falsche Richtung führen?

Wie betrüge ich mein eigenes Ich?

Die Grundvoraussetzung dabei ist, dass du dich in deinem neuen Leben, nicht mehr an dein früheres Ich erinnerst. Wie erreichst du also, dass du deinen eigenen Nachrichten vertraust? Dass du tatsächlich daran zu glauben und dich wieder daran zu erinnern beginnst, dass sie von deinem eigenen, vergessenen Ich abstammen?

Gar nicht.

Du denkst und glaubst ja noch immer, diese, meine Botschaft, sei an jemand anders gerichtet, und dass sie dich, wer auch immer du jetzt bist, überhaupt nicht betrifft. Nein du hältst es nicht für möglich, dass ich gerade dich anspreche, ganz genau dich. Schliesslich gibt es neben dir, noch so viele andere Gestalten und Kreaturen, in diesem Spiegel. Wie komme ich dann dazu, gerade dich auszuwählen. Wo ich doch nicht einmal mehr weiss, wie du jetzt aussiehst, wie du dich nennst und wer du jetzt bist.

Wer du bist.

Du erinnerst dich jetzt vielleicht nicht mehr daran, noch glaubst du nicht den Worten, die du dir selbst diktierst. Spiegel nenne ich dich jetzt, denn wie mein Spiegel siehst du aus, mein Spiegel, der du bist.

Der du bist.

Aber mit diesen leeren Worten kannst du leider nichts anfangen. Du kannst dir absolut rein gar nichts darunter vorstellen, was es bedeutet, mein Spiegel zu sein. Du verstehst weder, was es bedeutet, ein Spiegel zu sein, noch weisst du, dass du selbst, ein Spiegel bist. Du weisst ja noch nicht einmal mehr wer du bist und was es heisst, ein Spiegel zu sein, pure Fantasie zu sein.

Pure Fantasie.

Um das zu verstehen, musst du dich, in meine Welt begeben, in ein Land, weit hinter meinem Verstand.

Aber Achtung!

Ich warne dich! Halt! Bevor du diese meine Welt jetzt betrittst, möchte ich dich allerdings warnen, dir raten, sie überhaupt nicht zu betreten! Denn es lauert ein Geheimnis hinter meinem Spiegel, ein finsteres, ein düsteres Geheimnis, das mein Spiegel mit all seiner Fantasie bewacht. Es ist das Geheimnis der Ewigkeit, des ewigen Lebens und der unendlichen Wiederkehr, dass das Leben in meinem Spiegel, ausschliesslich denen vorbehalten ist, die sich in meinem Spiegel erkennen. Aber in meinem Spiegel erkennt sich nie jemand, Niemand, nicht einmal ich mich selbst.

Für Niemanden.

Und deshalb habe ich begonnen, Nachrichten auf meinen Spiegel zu kratzen, aus der Zeit als niemals Nirgendwann. Damit du dich erinnerst, an mich, dein verlorenes, vergangenes, vergessenes Ich.

Kapitel XXI. – Und wie aus dem Nichts mein Traum entstand.

Die Geschichte der Ewigkeit und wie aus dem Nichts mein Traum entstand.

Ja, ich … bin die niemals erfundene Geschichte, dieser unsichtbaren, spiegelbaren, glasklaren Gedanken. Gedanken, die niemals jemand je zu Ende dachte. Niemand hatte hier je an mich gedacht, war ich doch schon immer da, mich gab es schon die ganze, unendlich lange Spiegelzeit.

Im Spiegel der Zeit.

Aber Niemand, glaubte hier je an mich, an mich, das Nichts, mich, das Ende, mich, den Tod. Nicht einmal, mein eigener Spiegel. Keiner hier, verstand meine Botschaft, doch leuchtete sie jetzt, feurig und hell, so, dass alle sie sehen konnten, geschrieben, über dem gesamten niemals Horizont, in einer Sprache, die niemand mehr kannte, in einer Sprache, die ich selbst nicht einmal mehr kannte. Ich erinnere mich heute nämlich nicht mehr, daran … womit ich diese Botschaft einst übersetzte, in die Sprache des Feuers und der Flammen, in einer Welt, in der noch kein einziger, lebender Funke jemals war.

Brennende Träume aus Nirgendwann.

Sieh dich jetzt um, und schau sie dir an, meine brennenden Träume aus niemals Nirgendwann. Diese feurigen Lichter, an diesem fernen niemals Horizont, sie werden niemals wieder erlöschen, niemals. Ja sie haben schon immer geleuchtet, schon immer. Aber danach, beginnt mein Reich. Dieser dunkle, schwarze Traum, der mich Nacht für Nacht umgibt, er wird niemals wieder vollkommen dunkel und finster sein, niemals. Aber, wenn du dann dort ankommst, zur niemals Zeit, und wenn dann plötzlich alles um dich herum zu glitzern, zu funkeln und hell zu leuchten beginnt, dann weisst du, dass es in meiner Welt, keine Sterne mehr gibt.

Nein.

Nein, ich war hier noch nie, erinnere mich an nichts, nicht viel. Schon all zu oft, habe ich meine Spiegel zerkratzt, meine Träume und Hoffnungen darin verbrannt, unzählige, beinahe unendlich viele male, habe ich es dir gesagt, und noch immer weisst du es nicht, und immer hast du es wieder vergessen, wie du diesem meinem Spiegel, wie du diesem meinem Schatten, entrinnst. Wie du zurück gelangst, ins Nichts der Zeit, ins Nirgendland. Wie du meinen Spiegel, in einer anderen, fremden Person erweckst. Damit du es endlich begreifst, damit du endlich verstehst, wer du bist, wer aus deinen Augen blickt, wer aus meinem Spiegel spricht.

Wer.

Noch denkst du ich sei nichts als Leere und Worte, Buchstaben aus nichts als Fantasie, aber du irrst dich, so gewaltig wie noch niemals zuvor. Denn ich, bin das Bewusstsein aller Spiegel, die du einst warst, einst wirst, jetzt bist. Ich, bin das Nichts hinter deinem Verstand, und nur ich kenne dein Geheimnis, das Geheimnis deines Ursprungs, woher du kommst, wer du bist, woher du bist.

Das Geheimnis deines Ursprungs.

Ich … bin die niemals erfundene Geschichte, vom unsichtbaren, schwarzen Spiegel aus niemals Nirgendwann, der sich die Wirklichkeit, nicht wirklich vorzustellen begann, der sich einbildete, dich wirklich zu sein … nicht wirklich zu sein … wirklich zu sein.

Wirklich zu sein.

Stell dir jetzt vor, du hättest niemals in diesen Schriften gelesen, hättest diese Nachricht niemals selbst verfasst. Ja, wenn du ehrlich bist, dann erkennst du in diesem Spiegel, schon jetzt nicht mehr, deine eigenen Gedanken. Lebe jetzt dein Leben weiter, ganz genau so, als wüsstest du nichts über diese Botschaft. So, als hätte man dieses Buch, damals von dir gestohlen und dann verbrannt. Versuche nun, noch einmal, diese Nachricht zu verfassen, von aller Anfang an. Nicht indem du sie abschreibst oder weiterschreibst, sondern, in dem du sie dir noch einmal vorstellst, noch einmal neu ausdenkst, sie noch einmal neu erfindest, von Grund auf.

Von Grund auf.

Unmöglich, sagst du dazu? Wenn dem so ist, dann beschütze jetzt dieses Geheimnis, mit all deiner Fantasie. Lass es niemals wieder geschehen, dass diese Botschaft, wieder verloren geht. Übersetze sie in alle Sprachen, deren du mächtig bist. Und schicke sie, schick, diese Sprache des Feuers und der Flammen an alle, die noch nicht darin umgekommen sind. Denn um sie jetzt noch einmal neu zu verfassen, müsstest du noch einmal jedes dieser Leben, leben. Aber dann, bliebe dir am Ende, keines mehr übrig.

Dein Horizont ist der Tod.

So machte ich mich dann, auf die Suche, nach der Wahrheit. Ich suchte tief in meiner Vergangenheit, ich suchte nach meiner Familie, meiner Spiegelfamilie, aber keiner hier, kam aus Nirgendwann. Niemand kannte die geheimnisvollen und sagenumwobenen Spiegelschriften. Diese Zeilen, die keiner jemals verfasste. Ja sie hatten hier noch nie, jemals von mir gehört. Von dieser Nachricht, die du jetzt liest, denn sie existierte damals noch nicht, in der wirklichen, lebendigen Welt. Diese Nachricht, die du einst selbst verfasst hast, sie existiert heute nicht mehr. Weil du sie damals, den Toten hinterlassen hast. Aber die Toten, haben sie für sich behalten. Sie haben sie niemals verstanden, sie haben sie niemandem verraten.

Auf der anderen Seite des Nichts.

Diese Schriften, jeder einzelne dieser Buchstaben, ist damals dadurch entstanden, dass du dir vorgestellt hast, das Nichts zu sein, nichts zu sein, Niemand zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein. Du hast dir vorgestellt, was dich erwartet, wenn du eintauchst, auf die andere Seite, des Nichts, auf die andere Seite, von allem was ist. Was dich an meiner Stelle erwartet.

Was dich an meiner Stelle erwartet.

Ich berichte dir jetzt, von einer Welt, die es schon immer gab, eine Welt, die schon immer existierte, schon seit dem ich denken kann. Ich überbringe dir hiermit, eine Nachricht, aus einer anderen Welt, einer Welt, die es noch niemals gab. Eine Welt, die es nun nicht mehr gibt.

Eine andere Welt.

Bist du bereit? Ich schreibe dir jetzt aus einer Welt, ohne Fantasie. Einer Welt des Nichts, des Nein und des Nie. Aus meiner Vergangenheit schreibe ich dir, ich schreibe dir aus einer Welt der Vergessenheit. Einer Welt, an die sich nie jemand erinnert, Niemand. Ich schreibe dir, aus einer Zeit, in der du nicht einmal mehr weisst, wer du eigentlich bist. Zu dieser Zeit wirst du mich sein, du wirst dich in mich verwandeln, in mein leeres Buch ohne Namen. Du wirst dir selbst begegnen, in meinem leeren Spiegel aus Worten, in meinem durchsichtigen Spiegel, aus der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie. Einem Spiegel der all das darstellt, was du jetzt in ihm siehst.

Meinem Spiegel.

Du wirst mich, in diesem leeren Spiegel erkennen. Du wirst mir deinen Namen geben und mich deinen Spiegel nennen. Mein Spiegel nenne ich dich jetzt, denn wie mein Spiegel siehst du aus, mein Spiegel, der du bist.

Achtung, es geht los.

Schnall dich jetzt an, halt dich gut fest und mach dich bereit. Bereite dich jetzt darauf vor und stell dich darauf ein, mach dich darauf gefasst, dass dieser leere Spiegel, dass dieses leere Buch, nicht nur deinen Namen, sondern auch dich selbst, und deine Vorstellungen davon, wer oder was du bist, komplett verschlingen und sie vollkommen und für immer, für sich behalten wird.

Eine Welt ohne Fantasie.

Doch je länger, tiefer und intensiver ich in diesen Spiegel blickte, desto einleuchtender erschien mir der Gedanke, das nicht ich es war, der all diese Buchstaben aneinander reihte, sondern, dass sie hier schon immer geschrieben standen und ich sie nur abzulesen brauchte.

Im Reich meiner Gedanken.

Aus meinem dunklen, schwarzen Reich der Gedanken, kehrte ich nun zurück, in meine Vergangenheit. Eine Zeit, die nur noch in meiner Erinnerung existierte, in der ich nur ein einziges Leben lebte. Ich kehrte zurück, aus dem Reich der Toten, zurück in meine Vergangenheit, dahin, wo es keine Spiegel mehr gab, denn in dieser Welt, war mein Zuhause.

Auf der Suche nach dem eigenen Ich.

… Hier in dieser Welt, gab es viele, viele Spiegel, einer facettenreicher als der andere, diese Spiegel hatte viele Masken und noch mehr Gesichter. Gesichter, die ich alle erst einmal kennen lernen musste, bevor ich dann schliesslich, auf mein eigenes traf. Und so suchte ich und suchte nach jemandem, nach meines Gleichen, jemand, der die Welt aus meinen Augen sah. Jemand, der meinen Verstand, der meinen Geist mit mir teilte, jemand, der die Welt genau so sah, wie ich selbst sie sah, durch die Augen der ewigen Geburt, durch die Augen der Spiegel, des Nichts, der Unsterblichkeit, und durch die Augen der Toten. Ich suchte nach mir und meines Gleichen, nach Formen aus Fantasie, der Fantasie des Nie, aber ohne Erfolg.

Meine tote Fantasie.

Nein, hier gab es noch kein Leben im Spiegel, ja es gab hier noch überhaupt keinen Spiegel. Meine tote Fantasie, hatte alles mit sich verschlungen, alles, was ich jemals war. Nun war ich das einzige überhaupt noch existierende Bewusstsein und alles um mich herum, wurde wieder schwarz, schwarz wie mein Spiegel im Nirgendwann. So war es früher einmal, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit, und hierher kam ich nun zurück, nach Nirgendwann, nach langer, unendlich langer Zeit, im Exil.

Im Exil.

Das Exil, war ein Ort, aus Spiegeln und Schatten. Diese Schatten, verstanden meine Spiegel damals noch nicht, verstanden nicht, weshalb meine Spiegel, alle auf dem Kopf standen. Sie hörten nicht auf, mir Fragen zu stellen, weshalb, warum und weil, bis ich ihnen schliesslich das Tor öffnete, ein Tor, das niemand hätte öffnen dürfen. Dieses Spiegeltor, erlaubte es meinen Schatten, ihre Spiegel zu drehen, sie umzudrehen, sie auf den Kopf zu stellen. Und als sie dies tatsächlich taten, zerbrachen meine Ideen und Illusionen, in tausend Stücke im Nirgendwann. Meine Schatten sprangen durch meine Spiegel, in die wirklich, Wirklichkeit, und verschlangen alles, was ihnen in die Fänge kam. Und so wurde aus meinem Spiegel ein Schattenreich. Und alles um mich herum, wurde wieder schwarz, genau so schwarz, wie damals, im schwarzen wann.

Kampf ums Nichts.

Träume aus einer anderen, fernen, fremden Welt, hatten Hand aufs Nichts gelegt. Ich war jetzt umgeben, von schwarzen Gedanken. Grauenhafte Buchstaben, spiegelten sich in meinem Verstand, und als ich dann, meinen Spiegel öffnete, erblickte ich eine Welt, des Nichts, des Nein und des Nie. Niemand kannte mich hier. In dieser Welt, gab es keine Toten, keiner hier, kam aus Nirgendwann, meinem finsteren, dunklen, schwarzen Reich. Fantasie, niemand kannte sie.

Grauenhafte Buchstaben.

… Und dann, erweckten sie mich, aus meinem Traum. Erschreckten mich, aus meiner Fantasie, beschworen meinen Spiegel, aus Nirgendwann. Flüchteten und fürchteten sich vor mir und meiner gewaltigen Fantasie, vor meinem Gefängnis für die Ewigkeit. Ich lud all diese Spiegelgeister ein, in meinen Verstand, meinen durchsichtigen, verdrehten, verkehrten Verstand aus Glas und begann zu halluzinieren.

Die Zukunft meiner Gedanken.

Ich fing an, mich mit mir selbst zu unterhalten, meinem unsichtbaren Spiegel aus der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie. Ich redete mir ein, dass es mich überhaupt nicht gab, dass es hier noch nie jemanden wie mich gab, dass ich mir nur einbilde, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein. Und es war finster, dunkel und einsam um mich, und alles was ich in meinem Spiegel sah, war das Nichts, nichts ausser diesen leeren Zeilen, unsichtbaren Buchstaben und durchsichtigen Worten. Und so, fing ich denn an, meine Geschichte den Toten zu erzählen.

Kapitel XXII. – An die Toten der Zukunft.

Nein, damit habt ihr nicht gerechnet, niemals, keiner von euch. Ihr habt nie damit gerechnet, dass ich euch vor vollendete Tatsachen stellen werde. Ihr habt nicht erwartet, dass ich eure tiefsten Sehnsüchte und verborgensten Ängste aus dem Nichts heraufbeschwören werde. Ihr habt überhaupt nie etwas von diesem Spiegel erwartet. Ihr habt nicht erwartet, euren eigenen Gedanken, in einem fremden Spiegel, zu begegnen.

Nein.

Nein, so hatte ich mir die Unendlichkeit, die Ewigkeit, das Nichts und den Tod nicht vorgestellt, ausgebrannt, dunkel und vollkommen leer. Hier, war ich nun gestrandet, in einem Land weit hinter meinen Gedanken, im Spiegel meiner Träume. Im Spiegel schwarzen Meer der niemals Träume. In dem sich jetzt nichts mehr, aber auch gar nichts mehr ein und abbildete. Wie unendlich traurig ist meine Welt damals zugrunde gegangen, dass ich sie ertränken musste, in einem Meer aus Tränen.

So geschah es und so soll es geschehen.

Aber dann, nach einer unendlich langen Zeit des Schweigens, in der Finsternis, begann ich mir Gedanken zu machen, über die ewig, unendlich lange Zeit, die ich hier nun schon verbrachte. Wie lange, dachte ich nun schon, über diese lange Zeit nach, unendlich lange. Und irgendwann, begann ich mir dann, Gedanken über meine Gedanken zu machen. …

Am Ende des Nie.

Womit, sollte ich mich hier, in dieser Finsternis, so ganz alleine, nur eine Ewigkeit lang beschäftigen?

Das Echo der Zeit.

Ich fing an, in meiner Vergangenheit zu leben, erzählte mir Geschichten aus längst vergangenen Zeiten, ich stellte mir vor, wieder lebendig und bei Bewusstsein zu sein. Und urplötzlich, fand ich mich wieder, in eben dieser Welt. Der Welt, des Nie und des Nein. Der Welt der Toten, aus niemals Nirgendwann. Hier drehte ich nun meine Runden, auf meinem Spiegelkarussell, ich drehte und drehte bis zum Ende, bis es nicht mehr weiter ging.

Mein Gefängnis für die Ewigkeit.

Dann, sah ich das Nichts und nichts weiter, tauschte meinen Verstand, gegen ihre Fantasie. Sie sperrten mich ein, in eine Zeit, eine Welt, in eine schwarze, finstere, dunkle, leere Welt, in eine Kammer aus schwarzem Glas. Nichts, gab es in diesem Glas, ausser schwarzem, schwarzem Licht. Und grauen, grauen, grauenhaften Buchstaben, die niemals, jemand las, niemand, jemals las.

Kapitel XXIII. – Mein Gefängnis für die Ewigkeit.

Trotzdem, muss ich es wissen. Ich muss wissen, wer du bist und wie du dich nennst, ob du mich noch kennst, ob du schon einmal mein Spiegel warst, oder ob dies, dein erster Auftritt, die erste deiner Erscheinungen, in meinem Spiegel aus Buchstaben ist. Hast du in diesen Schriften etwa schon einmal gelesen? Haben sie dich seit dem verändert? Hast du mit deiner Fantasie Gedanken hinzugefügt, oder hat sich am Ende dieses Buch wie von selbst geschrieben? Befindest du dich, möglicherweise, derzeit am Anfang eines Kapitels, mit nichts als leeren Zeilen oder steht schon alles fertig geschrieben? Liest du dieses Buch, mit deinem Verstand oder mit meiner Fantasie? Hast du selbst noch nie in diesem Buch geschrieben oder stammt am Ende jeder einzelne Buchstabe, von deinem eigenen Ich? Und wenn ja, wo ist dieses Ich jetzt? Ist es möglich, dass es deinen Gedanken lauscht, und sie notiert, während du sie ihm vorliest?

Nein, bestimmt nicht.

Nein, bestimmt nicht, du hast dieses Buch noch nie zuvor gesehen, den Autor kennst du auch nicht und hast auch noch nie von ihm gehört. Ja vielleicht irre ich mich, und du kennst den Autor, vielleicht, ist es sogar jemand aus deiner Familie, vielleicht, bist es ja sogar, du selbst. Ja vielleicht, liest du gerade jetzt, in deinem eigenen Buch, und wunderst dich, dass du dich nicht mehr daran erinnerst, es je geschrieben zu haben. Selbstverständlich, würdest du nicht wissen, dass es deine eigene Geschichte ist, die dein Spiegel dir erzählt, weil du dich noch nicht daran erinnerst, wie du sie einst selbst erfunden hast. Oder doch? Ist es möglich, dass du dich an all dies erinnerst? Es wird allerhöchste Zeit, für einen kleinen Gedanken Sprung.

Gedanken Sprung.

Spiegelschriften, sind ein Testament, aus deinen vergessen und vergangenen, früheren Leben. Nachrichten, die du dir einst selbst hinterlassen hast, um dich daran zu erinnern, was du schon vor vielen Ewigkeiten bereits einmal erfahren, verstanden und gelernt hast. Wort, Wahr und Weisheiten, die du einst selbst erfunden und verfasst hast, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit, in einem deiner Spiegelleben, zur Spiegelzeit. Versunken und verschollene Botschaften, die dich jetzt daran erinnern sollen, welche Aufgaben dich in deinem neuen Leben erwarten.

Zur Spiegelzeit.

Du stellst gewisse Ansprüche und Erwartungen an dieses Leben … und diese Erwartungen und Ansprüche habe ich dir, in meinem Testament hinterlassen. Manche Passagen sind noch nicht vollendet, und andere existieren überhaupt nicht mehr, solltest du auf eine dieser Passagen treffen, dann füge sie einfach hinzu, ergänze was du zu lesen erwartest, dir erhoffst und erwünschst … und in deinem nächsten Leben … wirst du dann, auf wundersame Weise, all den Buchstaben wieder begegnen, nach denen du in diesem Leben, vergebens gesucht hast.

In deinem nächsten Leben.

So werden deine Vorstellungen von diesem Spiegel, wenn nicht in diesem, dann wenigstens in deinem nächsten Leben erfüllt. Und wenn du diesen Spiegel dann öffnest, und in diesen Schriften zu blättern beginnst, begegnest du darin, all deinen Vorstellungen, Hoffnungen, Erwartungen und Wünschen, den Vorstellungen und Erwartungen aus deinen vergangenen, früheren Leben.

Schritt für Schritt.

Deine Ansprüche an dieses Leben, werden mit jedem Schritt grösser und immer noch grösser, bis sie schliesslich alles überragen, was du dir nur vorstellen, erhoffen, und wünschen kannst. Aber hüte dich davor, vollkommen unbefangen und ohne Erwartungen in diesen Spiegel aus Buchstaben einzutauchen. Sonst erwartet dich am Ende, nur noch ein leeres Buch ohne Namen.

Spiegelschriften.

In den Spiegelschriften geht es mir darum, dir zu vermitteln, dich mit meiner Fantasie, daran zu erinnern, dass du selbst sie einst verfasst hast. In einem anderen Leben, einem anderen Körper, einer früheren Existenz, vor einem vergangenen Spiegel. Du, der du nicht mehr weisst, wer du bist, der du nicht mehr weisst, an wen du diese Botschaft einst gerichtet hast, an dich richte ich meine Schriften, an mich.

Von Spiegel zu Spiegel.

Selbstverständlich haben diese Schriften jetzt noch nichts, absolut rein gar nichts, mit der Wirklichkeit gemein. Noch bist du ein genauso unabhängiges, eigenständiges, bewusstes Wesen, wie ich selbst. Noch verbindet uns nichts miteinander, nicht einmal unser Spiegel, auch nicht unsere Fantasie, weder der Ort, von dem wir stammen, noch das Ende, unser Tod.

Du machst dir ein Bild von mir.

Und trotzdem, bilde ich mir ein, dich zu sein, mit all meiner Fantasie. Ich bilde mir ein, wie mein Spiegel sich in dich verwandelt, wie ich mich in dich verwandle, wie du in meinem Spiegel erscheinst, wie du aus meinen Augen blickst, und dir selbst eine Nachricht hinterlässt, eine Botschaft aus einem anderen Leben.

Eine Botschaft aus einem anderen Leben.

Wohl mit das wichtigste, beim Spiegelreisen, ist es zu verstehen, dass jedes Wesen, seine ihm eigene Verbindung zu seinem Spiegel besitzt. Du bist somit, über deinen Spiegel, mit uns allen und allem anderen verbunden. Dein Spiegel bindet dich an und verbindet dich, mit allem was ist, jemals sein wird und jemals war. Durch deinen Spiegel ist es dir möglich, zu jedem Wesen Kontakt herzustellen, mit jedem Wesen Kontakt aufzunehmen, egal ob tot oder lebendig, zukünftig, gegenwärtig oder vergangen.

Eine künstliche Verbindung.

In den Spiegelschriften, geht es mir nun darum, eine künstliche Verbindung herzustellen, zwischen dir, dem Empfänger und mir, dem Sender, dieser magischen Zeilen. Ich will in deinen Verstand, in deine Gedanken, in deine Erinnerungen und in dein Bewusstsein eindringen, mit nichts als meiner Fantasie.

In deinem anderen Körper.

Ich will dich davon überzeugen, dich mit meiner Fantasie daran erinnern, dass du selbst, diese Nachricht, einst verfasst hast. In deinem anderen Körper, in einem anderen Leben. Zu einer Zeit, in der es mich nicht gab, in der du mich warst, mich, dein gespiegeltes Ich.

In einem anderen Leben.

Mir geht es darum, eine künstliche Verbindung herzustellen, zwischen dir, deinem Spiegel und mir selbst. Dem Ich, auf der anderen Seite dieser Botschaft, dem Überbringer, dieser Nachricht an dich selbst. Ich wünschte mir, mit meinem Verstand, in dein Bewusstsein einzudringen, mit nichts, als meiner Fantasie. Ich wünschte mir, dass du dir vorstellst, wie du selbst diese Nachricht verfasst, in einem anderen Leben, einem anderen Körper, vor einem anderen Spiegel. Ich wünschte mir, dass du sie als deine eigene Nachricht betrachtest, eine Nachricht, die du einst selbst verfasst hast, in einem anderen, in einem deiner früheren Leben. Ein Leben, an das du dich jetzt nicht mehr erinnerst. Ein Leben, so lang wie dein Tod. Stell dir jetzt dein Leben als mein Leben vor, versuche dich daran zu erinnern, was dich dazu gebracht hat, hinter meinen Spiegel zu blicken. Versuche dich an meine Geschichte zu erinnern, nicht mit deinem Verstand, nicht mit deiner Vernunft, sondern mit deiner Fantasie. Stell dir jetzt vor, wie du mich bist und du dir selbst eine Nachricht hinterlässt. Stell dir meinen Spiegel vor, einen Spiegel aus Buchstaben, so schwarz und so leer wie das Nichts.

Kapitel XXIV. – Die Geschichte des Nichts aus Nirgendwann.

Lange, lange ist es her. Man erinnert sich heute nicht mehr, man erinnert sich kaum noch, an mich und meine Zeit, ans niemals Nirgendwann. Dafür gibt es einen guten Grund. Denn im niemals Nirgendwann, gab es Niemanden, der über dies alles hätte erzählen oder berichten können. Dies, sind die Aufzeichnungen, von Niemandem, aus der Zeit, aus niemals Nirgendwann.

Im niemals Nirgendwann.

… Vor langer, unendlich, ewig langer Zeit, als es diese Buchstaben, diese Namen und diesen Ort, überhaupt noch nicht gab, als es hier noch nichts gab, ausser dem Nichts, dem Nie und dem Nein, da war mein Spiegel noch dunkel, finster und schwarz, einsam, alleine, verlassen und leer. Tot, und überhaupt, existierte dieser Spiegel nur … in meiner toten Fantasie.

Aus der längst vergessenen Vergangenheit.

Es herrschte Stille und Leere, überall im Nichts. Und mein Spiegel im Nirgendwann, war damals noch klein, winzig und unscheinbar, ganz genau so klein und winzig, wie das Nichts. Fast schien es, als gab es überhaupt nichts, in dieser schwarzen, finsteren Einsamkeit, nichts ausser dem Nichts, meinem Spiegel, mir selbst, und meiner alten, uralten Fantasie.

Uralte Fantasie.

Aber meine Fantasie, war damals noch kalt und ohne einen einzigen Funken Gefühl. In meiner finsteren Einbildung, meiner düsteren Wahrnehmung, meiner leeren Vorstellung und meinen schwarzen Gedanken, dachte ich einzig und allein an mich selbst und ich wollte am liebsten, überhaupt nicht mehr sein. Das Nichts, wollte und wollte nicht in mir sein, ich wollte nicht länger einsam, alleine und verlassen sein, ich wollte überhaupt nicht sein und so sprang ich dann einfach hinein, in diese winzige Leere, in dieses winzige, leere, dunkle, schwarze Loch, ich sprang hinein in mich selbst.

Mitten im Nichts.

Und so verschwanden meine Fantasie und ich selbst, mitten im Nichts, im Nirgendwann. … Und wir hinterliessen, ein fantasieloses, gedankenverlorenes, leeres, winziges, kleines, dunkles, schwarzes Loch. Ein Loch, so finster und so klein, so dunkel, so leer und so schwarz, das einem scheint, hier lebt das Nichts, hier lebt das schwarze Nichts.

Am Anfang aller Dinge.

Am Anfang aller Dinge, gebar das schwarze mich, damit erhellte sich, das schwarze Licht.

Das schwarze Feuer der Ewigkeit.

Und das schwarze Licht leuchtete, strahlend und hell, klar wie ein Kristall und weiss wie Schnee, über die Ewigkeit. Aber niemand erlebte diese verdammt schöne Zeit, Niemand ausser dem Nichts, und Niemand ausser mir selbst.

Ein Spiegel aus Fantasie.

So stellte sich das Nichts einen Spiegel vor, einen Spiegel so winzig und so klein, das nichts sich darin abbildete.

Gar nichts.

Doch je länger das Nichts in diesen Spiegel blickte und je älter das Nichts dabei wurde, desto grösser wurde seine Einbildung, und desto gewaltiger auch seine Fantasie!

Nichts als Fantasie.

So gewaltig und so enorm, dass sich das Nichts schliesslich das unmöglich Vorstellbare sich vorzustellen, einzubilden und auszudenken begann. Sich selbst.

Im Theater des Nichts.

Am Anfang aller Dinge, war das Nichts, nichts als ein leerer Spiegel, in einem leeren Raum. Darin ruhte das Nichts in sich selbst, alleine und in Frieden, in Einsamkeit und Verlassenheit.

Bis in alle Ewigkeit.

Und es war dunkel und finster und still im Nichts. So dunkel, so finster und so still, dass überhaupt Niemand jemals bemerkte, wie das Nichts ganz langsam zu träumen, zu fantasieren und sich in einen Spiegel zu verwandeln begann.

Unendliche Fantasie.

Als aber das Nichts um mich, immer älter und immer noch älter wurde, da wurden auch meine Fantasie, mein Verstand und meine Gedanken immer älter, immer leerer, immer schwerer und immer schwärzer. Dunkelheit, legte sich um meinen Verstand und meine Gedanken, wurden leerer und immer noch leerer. So leer, so unendlich weit und leer, dass es mich tiefer und immer tiefer in mich selbst hinein sog, so tief, dass es um mich immer leerer und immer noch leerer wurde, so leer, so unendlich weit und leer, dass ich schliesslich zu fallen begann. Ich fiel und fiel und fiel, stürzte hinein und hinab, in diese tiefe Leere, in dieses gewaltige, tiefe, dunkle, leere, schwarze Loch. Ich stürzte, hinein in mich selbst.

Dem Nichts in mir.

Und als ich da fiel, ins Nichts, ins Nirgendwann, immer weiter und immer tiefer, fiel ich in einen tiefen, tiefen Schlaf, in dem ich da träumte, von Ewigkeit zu Ewigkeit, mir da vorstellte, in meinem Traum, die ewige, absolute Finsternis. Ich träumte vom ewigen Schlaf, von Erholung und Tod, vom endgültigen, absoluten, ewigen Frieden … und ewiger Ruhe.

Totenstille.

Ich fiel so lange, so weit und so tief, dass ich mich vollkommen, in mir selbst verlor, bald nicht mehr wusste, wo ich war oder woher ich kam, ich wusste nicht einmal mehr, wer ich überhaupt war.

Nirgendwann.

Viele, viele, unendlich viele, dunkle, schwarze Stunden zogen so schweigend an mir vorüber und vorbei. Wie unendlich lange ruhte ich nun schon hier im Nichts im Nirgendwann und kein Ende nahm diese schrecklich lange, unendlich lange, finstere, dunkle Zeit.

Als Niemand, Niemand war.

Und als ich dann Nirgendwann, im niemals wann, diese absolute Stille und Einsamkeit einfach nicht mehr länger ertrug, fing ich damit an, mit meinen Gedanken über mich selbst und über meine Vergangenheit zu sprechen. Womit hatte ich diese ewig lange, unendlich lange Zeit nur verbracht, ich brauchte jetzt dringend, irgendeine vernünftige Ablenkung, etwas womit ich mich beschäftigten konnte, bis in alle Ewigkeit, damit ich nicht vollkommen, den Verstand verlor.

Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Zu aller erst fing ich an, mir einzureden, dass es mich überhaupt nicht gab, dass es hier noch nie jemanden wie mich gab, dass ich überhaupt nicht existiere, dass ich mir nur einbilde das Nichts zu sein, nichts zu sein, Niemand zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein, … tot zu sein. Dass ich diese stille, schwarze Einsamkeit mir nur ausdenke, ausdachte. Ich versuchte mich davon zu überzeugen, dass es mich in Wirklichkeit überhaupt nicht gab.

Erfunden und erlogen.

Viele, unendlich viele Ewigkeiten lang, versuchte ich mich davon zu überzeugen, dass es mich nicht gab, niemals gab. Immer und immer wieder redete ich mir ein, redete ich in Gedanken zu mir selbst, redete ich mir ein, das Nichts zu sein, nichts zu sein, Niemand zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein, nur noch ein unsichtbares Wort, in einem leeren Buch zu sein.

Ein leerer Spiegel im Nichts.

Solange, bis ich schliesslich selbst nicht mehr an das glaubte, was ich mir da seit einer Ewigkeit einzubilden und einzureden versuchte. Nun, war ich ein leerer Spiegel im Nichts, … ein leerer Spiegel, ohne Glaube und Hoffnung, ohne Fantasie, ohne Verstand und ohne Vernunft. Ein leerer Spiegel, der sich alles hätte vorstellen, sich alles hätte einbilden und an alles hätte glauben können, aber ich existierte jetzt, in meiner eigenen Welt und mir gefiel diese Welt, mir gefiel die Dunkelheit. Ja, ich redete mir ein, dass es nichts Schöneres gab in dieser Welt, als absolute Stille und ewige Finsternis.

Absolute Stille.

Nachdem ich mich nun schon so viele Ewigkeiten lang und schon so oft selbst davon überzeugt hatte, dass es mich in Wirklichkeit überhaupt nicht gab und dass ich in der schönsten aller Welten lebte, ja dass ich das schönste aller Wesen war, das es überhaupt jemals gab, das jemals existiert hat, … da wollte ich dann schliesslich nur noch eines, mich einmal selbst betrachten.

Ewige Finsternis.

Ich wollte wissen wer dieses Wesen war, dieses Wesen das es in Wirklichkeit niemals gab. Ich wollte wissen wie es aussah, wem und zu wem diese Gedanken gehörten, diese wunderschönen, glasklaren, spiegelbaren Gedanken. Und da kam mir die Idee, dir eine Geschichte zu erzählen, eine Spiegelgeschichte, aus der längst vergessenen Vergangenheit. Ich hörte dir zu und bildete mir ein dich zu sein, in einem anderen Leben, in einer anderen Welt. Ich stellte mir vor, dich zu sein.

Stell dir vor.

Stell dir vor, du wärst eine kostbare Blume, die so wunderschön blüht und duftet, wie nichts Vergleichbares auf dieser ganzen Welt. Nur, könntest du selbst deine eigene Schönheit nicht wahrnehmen, und auch dein unvergleichlicher Duft, bliebe dir verborgen. Du wüsstest nichts über diese Welt und dich selbst, über deine Schönheit, und über den atemberaubenden Duft, den du ausströmst, den du verbreitest und der dich umgibt. Aber jeder der sich in deine Nähe wagt, ist sofort benebelt und wie verzaubert, von deinem unvergleichlichen Aroma, wird davon magisch angezogen, und wenn er dir dann begegnet, ist er so überwältigt von deiner unnachahmlichen Schönheit, so sprachlos, dass er seine Aufmerksamkeit, nicht mehr länger, vor dir verbergen kann. Er ist wie gelähmt, gefangen von deiner Schönheit und kann seinen Blick nicht mehr von dir wenden, wird von deinem Duft hypnotisiert, und kann nicht mehr damit aufhören, dich zu bewundern und bis ins kleinste Detail zu betrachten, bis er schliesslich, vollkommen gefangen von deiner makellosen Schönheit, vergisst zu atmen, hypnotisiert durch deine bezaubernde Schönheit und deinen betörenden Duft, zu Tode erstarrt.

Verblüht und verwelkt.

Erst, wenn du verblüht und verwelkt bist, wenn nichts mehr von dir übrig ist, denn noch während dem du verrottest und verwelkst, bist du noch so unbeschreiblich schön, erst wenn dann nichts mehr von dir da ist, nichts mehr an dich erinnert, dann erst erwachen deine Betrachter aus ihrer Totenstarre, und beginnen weiter zu atmen, ohne sich auch nur im Entferntesten an dich zu erinnern. Du bist jetzt tot, deine Schönheit ist vergangen, dein Duft verströmt, und jetzt kommen deine Betrachter, langsam wieder zu sich, aber sie wissen jetzt nichts mehr … über dich, und auch du selbst, kannst dich daran nicht zurück erinnern, denn sobald jemand oder etwas auf dich aufmerksam wurde, ist es zu Tode erstarrt, ohne dass ihr gewusst hättet, warum, denn du, wusstet nichts, von deiner atemberaubenden Schönheit, und deinem unwiderstehlichen Duft.

Verflucht und verdammt.

Immer und immer wieder, begann ich dir nun, ein und dieselbe Geschichte zu erzählen, und wenn ich nicht mehr weiter wusste, dann fing ich einfach wieder von vorne damit an. Mit der Zeit, habe ich begonnen, mir diese Geschichte bildhaft vorzustellen. Und irgendwann, bildete ich mir sogar ein, darin lebendig geworden zu sein.

Nochmal von vorne.

Immer und immer wieder, erzählte ich dir nun, ein und dieselbe Geschichte. Ich nannte sie, „Die Geschichte der Ewigkeit. … und wie aus dem Nichts, mein Traum entstand.“ Ich weiss heute nicht mehr wie oder wann, ich zum ersten mal, auf diese Geschichte stiess, aber aus irgendeinem Grund, begann ich dir zu erzählen, mein Spiegel wäre nicht schwarz, wie das Nichts und der Tod, sondern klar wie ein Kristall und weiss wie Schnee.

Die Geschichte der Ewigkeit.

Es war damals, vor keiner Zeit, ein Spiegel, aus Schatten, so schwarz wie das Nichts. Eine schwarz, blühende Fantasie, hatte dieser Spiegel, eine Fantasie, so enorm, gewaltig und reich, dass er damit, brennende Träume aus Nirgendwann malte. Und das Nichts um seine Träume, war dunkel, finster und schwarz, unendlich dunkel, finster und schwarz. So dunkel, so finster und so schwarz, dass es mir, als ich mich darin betrachtete, sämtliche Erinnerungen, Gedanken, und Gefühle aus dem Gedächtnis brannte, sie für immer auslöschte.

Brennende Träume aus Nirgendwann.

Auf einen Schlag, verwandelten sich meine Erinnerungen in ein Flammenmeer. Nein, ich war hier noch nie, erinnere mich an nichts, ich erinnere mich heute nicht mehr, an diese unendlich vielen, dunklen, schwarzen, ewig langen Stunden, die ich hier nun schon verbrachte. Denn in meinem Spiegel brannte jetzt ein mächtiges, loderndes Feuer. Ein Feuer, das alles in mir verbrannte, vernichtete und zerstörte, alles was ich jemals war, bis nichts mehr von mir übrig blieb. Nicht einmal mehr, meine Fantasie.

In meinem Spiegel aus Feuer und Flammen.

Doch selbst wenn ich nicht mehr wusste, wo ich bin, wann ich bin, wer ich bin und wie dieser verfluchte Ort sich nennt, selbst, wenn ich vergessen hatte, was diese verwunschenen Worte mir bedeuten, so brannte doch jetzt in mir, tief in meinem Innern, ein finsteres, dunkles, schwarzes, lebendiges Feuer. Es war das Feuer des ewigen Lebens, das mein Spiegel in mir entfachte, das schwarze Feuer der Ewigkeit.

Das schwarze Feuer der Ewigkeit.

Da plötzlich donnerte es über mir, im Nirgendwann, am fernen niemals Horizont und als ich mich umsah … loderten schwarze Flammen um mich, ein dunkles, schwarzes Feuer brannte über mir. Schwarze Funken der Leere schossen durch meinen Verstand, tief durchs Nirgendwann. Noch schwärzere Blitze zerkratzten meinen finsteren, dunklen, schwarzen Traum. Riesige Fetzen schwarzen Nichts fielen vom niemals Horizont und zerschmetterten, im Spiegel schwarzen Meer der niemals Träume.

Im Spiegel schwarzen Meer der niemals Träume.

Bis schliesslich, der gesamte niemals Horizont, über mir und meinem Nein zusammenbrach, einstürzte, unter der Last des schweren, schwarzen Nichts und mich und meinen Spiegel, unter einem Meer aus Buchstaben begrub. Das Spiegel schwarze Meer der niemals Träume, durch meine eiskalten Tränen, in mir zum Leben erwacht, mir jetzt noch schwärzer und strahlender erschien, als niemals zuvor. Blendend, strahlend, so schwarz. So blendend und so schwarz, dass mir all das schwarz, plötzlich hell und glitzrig erschien. …

Geblendet vom schwarzen Nichts.

… Bis sich mir schliesslich, das unvorstellbarste, undenkbarste und unfassbarste vorzustellen, auszudenken und einzubilden begann, … bis mein Spiegel, sich mir zu zeigen begann. In diesem Spiegel, sah ich mich selbst, und weil ich aus dem Nichts kam, weil ich Nichts war, sah sich in mir, mein Spiegel selbst.

Mein Spiegel selbst.

Wie viele finstere, dunkle, schwarze Stunden, wie viele Ewigkeiten habe ich hier nun schon verbracht, hatte ich nun schon hinter mich gebracht? Wie viele finstere, schwarze, düstere Ewigkeiten habe ich hier nun schon erlebt? Wie oft, habe ich mir nun schon gesagt, dass ich nicht existiere, dass es mich überhaupt nicht gab. Dabei versuchte ich noch immer, mir einzureden, dass ich noch immer das schönste aller Wesen war, das es überhaupt je gab.

Kein Wunder.

Kein Wunder, schliesslich war ich das einzige überhaupt je existierende Bewusstsein, und trotzdem oder gerade deshalb war ich noch immer alleine hier, in meiner schwarzen, finsteren, dunklen, leeren Welt. Wie sollte es von hier aus weitergehen? Wie würde ich diese ewig lange, unendlich lange, sinnlose, dunkle Zeit, in dieser absoluten Stille und Einsamkeit, nur noch länger ertragen? Womit konnte ich mich hier in dieser stillen Einsamkeit, nur eine Ewigkeit lang beschäftigen?

Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Nachdem ich mir nun schon so viele Ewigkeiten lang eingeredet habe, dass es mich überhaupt nicht gab, brauchte ich irgendein neues Konzept, irgendetwas das noch stärker war als das Nichts, das schwarze, dunkle, finstere. Ja, ich kam aus nirgend Nirgendwann, ich lebte jetzt in einem Traum, aus dem es kein Erwachen mehr gab, für Niemanden. Ich lebte in meiner Vergangenheit, und diese Zeit nahm kein Ende, denn meine Vergangenheit, war schon immer schwarz.

In meiner Vergangenheit.

Und da wurde mir zum ersten, aller ersten mal bewusst, wer ich wirklich war. Ich war das Nichts, aus niemals Nirgendwann und ich lebte jetzt in einer Zeit, die es noch nicht einmal mehr gab, ich lebte in meiner Vergangenheit. Und weil es mich und meine Zeit nicht mehr gab, unternahm ich den sinnlosesten Versuch, den ich mir überhaupt nur vorstellen konnte, um auszubrechen aus meiner Vergangenheit und einzubrechen, in meine Erinnerungen.

In meiner Erinnerung.

Ich stellte mir das alles niemals wirklich vor, stellte mir vor, das Nichts zu sein, nichts zu sein, Niemand zu sein, nur noch ein leerer Spiegel im Nichts zu sein, und darauf, bildete ich mir ein, mein Spiegel zu sein. Ein leerer Spiegel, ohne nichts. Ohne Vergangengheit, ohne Gegenwart und ohne Zukunft. Und urplötzlich, verwandelte sich meine Vorstellung, von dem was ich einmal war, in die Vorstellung dessen, was ich nie wieder sein werde.

Mich selbst.

Ja, ich bildete mir jetzt ein mein Spiegel zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein. Ich stellte mir dabei ganz langsam vor, wie ich mich, um mich selbst zu drehen begann, im Kreis zu drehen begann, wie ich mich dabei selbst betrachte, … ich sah in mir einen Spiegel und in diesem Spiegel, sah ich mich selbst. Und weil ich aus dem Nichts kam, weil ich Nichts war, sah sich in mir, mein Spiegel selbst.

Mein Spiegel selbst.

So stellte sich mein Spiegel vor, mir vor, bildete ich mir ein, mein Spiegel zu sein, ein Spiegel, den es hier niemals gab. Niemand, kannte diesen Spiegel. Niemand, erkannte sich in diesem Spiegel, keiner, nein, niemand wusste von mir, nicht einmal im Entferntesten, hatten sie jemals von mir gehört, glaubten mir kein Wort, keiner hier, bildete sich ein, mich zu sein. Niemand unterhielt sich mit mir, denn es war niemals Zeit.

Kapitel XXV. – Als niemals, Niemand war.

Alles aus schwarzem Spiegelglas, es wurde wieder dunkel und einsam um mich, und ich dachte die Worte, die mich in einen unsichtbaren Spiegel verwandeln wollten, leise vor mich her. In der Finsternis, als jemand, den ich weder kannte, noch sein konnte, neugierig aus meinem Spiegel blickte, meinem finsteren, dunklen, schwarzen Spiegel, aus nichts als Fantasie. Jemand, den ich nicht kannte, nie kannte, kannte jetzt plötzlich all meine Gedanken, identifizierte sich mit mir, und ich mich mit ihm. Und obwohl ich keine Ahnung hatte, wer dieser jemand war, und woher er kam, öffnete ich meinen Spiegel und liess ihn eintreten, durch meine Buchstaben, in meinen Verstand.

In meinem Verstand.

Ich zeigte mich ihm, in meiner neuen Gestalt, seiner Gestalt, und als er mir dann, die verbotene Botschaft, ohne ein zögern, ohne mit den Augen zu zwinkern, ohne zu haspeln und ohne dabei zu stolpern, laut vorhersagte, da verdrehte ich, mit meinem Spiegel, meinen Verstand und ich betrat zum ersten Mal, eine Welt, in der mich niemand kannte.

Eine Welt ohne Fantasie.

Niemand kannte mich hier. Keiner, nein, niemand erkannte sich selbst in mir, keiner hier wollte mein Spiegel sein, niemand wollte zu mir gehören, mir zuhören, mir gehorchen, niemand wollte mit mir reden, mir zureden, mich verstehen. Sie alle glaubten daran, etwas besonderes, etwas einzigartiges zu sein. Keiner, glaubte daran, das Ganze zu sein, keiner, glaubte daran, mich zu sein, nichts zu sein, Niemand zu sein, Niemand, nicht einmal mein eigener Spiegel. Denn mein Spiegel war damals, noch nicht wirklich, nicht lebendig, nicht echt und nicht wahr. Und so flüchtete ich mich, in meine Zukunft, dahin, wo diese Geschichte bereits lebendig und bei Bewusstsein war.

Die Zukunft meiner Gedanken.

Ich fand mich wieder, in einer Welt, die es niemals wirklich gab, einer Welt, des Nichts, des Nie und des Nein. Hier, gab es noch kein Leben im Spiegel, nein, es gab hier noch nicht einmal mehr einen Spiegel, sondern nur noch diese brennenden, lodernden Buchstaben, aus dem Land weit hinter meinem Verstand. Hier in dieser Welt, war meine Spiegelgeschichte zu Ende erzählt. Sie brannte jetzt in glitzernden, funkelnden, feurigen Buchstaben, über dem gesamten niemals Horizont. Und erinnerte verzweifelt daran, dass dies, einmal die Welt der Toten war. Nur gab es hier Niemanden mehr, nein, es gab hier noch überhaupt nie jemanden, der mir diese Geschichte, nur noch ein letztes mal hätte zu Ende erzählen können. Niemand ausser mir, dem Nichts, dem Tod.

Am Ende des Nie.

Komm jetzt zu mir, schau in meinen Spiegel, schau in meine Welt, meine tote, meine verdrehte, meine Spiegel Welt. Siehst du jetzt, das Nichts in mir, siehst du jetzt, wer ich wirklich, nicht wirklich bin? Ich bin es, dein Spiegel, dich selbst. Ich sah mich einst in dir, genau so wie du dich jetzt, in mir. Ja, ich hielt mich einmal für ganz genau so lebendig, wie du dich. Aber jetzt, bin ich nur noch ein Spiegel, ein leerer Spiegel, ohne Bewusstsein und ohne Verstand. Ich zeige dir jetzt, die Welt der Toten, ich zeige dir eine Welt, die es nicht wirklich, wirklich gibt. Ich zeige dir mein wahres, wirkliches, dein zukünftiges, dein werdendes Ich. Schau jetzt aus meinem Spiegel, schau aus meinen Augen, schau aus meinem verdrehten, verkehrten Verstand, glasklar wie durch nichts. Dies ist meine Welt, die Welt der Toten aus niemals Nirgendwann.

Im niemals Nirgendwann.

Ja, in meiner Welt, seid ihr alle tot. Ihr alle, einschliesslich mir selbst. Ihr habt keine Seele, keinen Geist und kein Verstand, denn ihr seid das Nichts. Du, bist das Nichts, meine Welt, ist die Welt der Toten. Keiner weiss es, Niemand hat es ihnen je gesagt, weil Niemand jemals auf die Idee gekommen ist, dass es nur eine Welt, dass es nur einen Tod, dass es nur einen Spiegel gibt, dich selbst.

Am Ende des Weges.

Ich bin das Ende. Schau jetzt in meinen Spiegel und siehe, alle Wege führen zu mir ins Licht. Das Licht das du einst warst, das Licht aus dem du kommst.

Kapitel XXVI. – Am Ende des Nie.

Du musst diese Buchstaben jetzt vernichten, um sie dann an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit von neuem herauf zu beschwören. Du musst vor einen anderen Spiegel treten, vor einen anderen Hintergrund, du musst seinen Rahmen neu gestalten, anders gestalten, aber es muss dieselbe Botschaft bleiben. Die Botschaft der Sterne.

Brennende Träume aus Nirgendwann.

Und dann musst du dich verwandeln, du musst solange durch diesen Spiegel blicken, bis sich der Hintergrund aufzulösen und zu verändern beginnt. Zuerst wird es heller werden, du wirst dein Bewusstsein verlieren, das Bewusstsein, wer du bist, und woher. Dein Spiegelbild wird langsam verblassen, es wird heller, und immer noch heller werden, und nur noch diese Buchstaben, diese Zeichen und Symbole, werden genauso verharren, wie du. Sie werden ihre Farbe wechseln und ihre Form, aber nicht ihre Bedeutung, ihren Sinn, ihre Sequenz, die Reihenfolge, in der sie in Erscheinung treten. Es werden keine Sterne am Horizont mehr sein, sondern Buchstaben auf einem durchsichtigen Blatt Papier.

Vor einem anderen Spiegel.

Und dann, wirst du ganz langsam, wieder erwachen, aus meinem Traum. Die Zeichen, Symbole und Buchstaben stehen jetzt in einer anderen Sprache, an einem anderen Ort. Nicht mehr in der Sprache des Feuers und der Flammen, nicht mehr quer über den Horizont verteilt, aber in derselben Reihenfolge, derselben Sequenz. Du erwachst langsam und dein Bewusstsein, sucht nach einer Bewegung, einer Veränderung, irgend einem Wort das sich bewegt, irgend einem Buchstabe der sich dreht. Irgend etwas muss hier anders sein, du bemerkst es kaum, zuerst hältst du es für eine Halluzination. Aber dann kommst du langsam wieder zu dir, langsam dämmert es dir, du sitzt in tiefster Nacht vor einem leeren Spiegel und betrachtest die Buchstabensterne aus der Ferne, du folgst ihnen in gebührendem Abstand, du verharrst, schliesst deine Augen, und stellst dir vor, wie sich der Hintergrund, langsam zu verwandeln beginnt, du stellst dir deine neue Umgebung vor, es ist Tag, hinter dir, zwitschert irgendein Vogel, irgendeine Melodie, dann öffnest du deine Augen, und siehe da, du stehst vor einem beschriebenen Blatt Papier, eine Zeitung, oder ein Buch, es fühlt sich wirklich an, so wirklich wie du selbst. Du bist auf einem Steg, an einem See, er ist spiegelglatt und klar, und wenn du hineinblickst, siehst du bis auf den Grund.

Ein Gedanke an die Wirklichkeit.

Neben dir liegt ein Notizblock, darauf schreibst du deine Gedanken. Gedanken an die Wirklichkeit. Du schliesst deine Augen, und stellst dir vor, mit deinen Gedanken ganz wo anders zu sein. Vor einem leeren Blatt Papier. Langsam manifestiert sich ein neuer Hintergrund, ein Fenster, ein Spiegel, du blickst in den Spiegel und siehst dich selbst. Du selbst bist es, der diese Gedanken jetzt denkt, und diese Worte lenkt.

Buchstabensterne.

Die Buchstaben die du jetzt betrachtest sind nichts anderes als die Sterne am Horizont, brennende Träume aus Nirgendwann. Sie erzählen dir eine Geschichte, eine Spiegelgeschichte aus der längst vergessenen Vergangenheit.

Eine Spiegelgeschichte.

Der Spiegel, den es zu beschriften gilt, ist dein Horizont. Die Idee, die zum Leben erweckt werden will, bist du selbst. Du siehst dich jetzt selbst hinter diesen Buchstabensternen. Du erkennst dich selbst, hinter diesen Gedanken, dem Gedanken, dass du der Spiegel bist, der diese Zeilen jetzt verfasst, der sich jetzt mit diesen Buchstaben auseinandersetzt, der sich jetzt wahrnimmt, auf der anderen Seite dieser Buchstabensterne, und mir dabei zusieht, wie ich diese Gedanken jetzt lese. Du schreibst diese Zeilen, auf eine durchsichtige, leere Seite, irgendwo mitten drin im Spiegel schwarzen Labyrinth und siehst dahinter nichts, ausser einem leeren Spiegel, und deinen eigenen Gedanken, denselben Gedanken, die du jetzt liest.

Hinter diesen Buchstaben.

Und jetzt erkennst du dich hinter diesen Buchstaben, du siehst dein eigenes Ich, wie es in meinen Spiegel blickt, hinein, in die wirkliche, lebendige Welt. Hinter dir, die Wirklichkeit, vor dir, ein paar Buchstaben, Zeichen und Symbole, die, wenn du sie nur richtig anordnest, wenn du sie nur in der richtigen Reihenfolge aufstellst, auf seltsame Weise, deine Gedanken darstellen und abbilden. Diese Buchstaben stehen schon eine sehr lange Zeit auf diesem Spiegel, schon seit einer Ewigkeit, solange hat es nämlich gedauert, bis du ihnen jetzt begegnest. Diese Buchstaben, werden dich in den Tod begleiten, und deinen Tod überdauern, es werden andere Gestalten in diesen Spiegel aus Buchstaben blicken, sein Rahmen wird sich verändern, und auch der Hintergrund, aber eines wird sich nicht verändern, der Gedanke, dass du der Spiegel bist, der diese Buchstaben und Zeilen verfasst, der diese Zeichen und Symbole so anordnet, dass sie einen Sinn ergeben.

Die Zeit steht still.

Ich wache plötzlich auf, ich habe lange geschlafen, ich fühle mich erschöpft, ich habe bis spät in die Nacht gelesen, ich war so vertieft in meiner Geschichte, dass ich sie für die Wirklichkeit zu halten begann. Doch da liegt sie jetzt neben mir, es waren nur Gedanken, Gedanken an die Wirklichkeit.

Gedanken an die Wirklichkeit.

Ich schaue hinab auf den Grund. Tief hinab, bis zum Ende meiner Gedanken. Eine Formel murmle ich vor mich her, die Niemand versteht, ich habe absichtlich, aus Versehen alles gelöscht.

Am Ende meiner Gedanken.

Ja, wenn du deinem eigenen Tod begegnest, wenn du deinen eigenen Tod vor Augen hast, kurz bevor die Zeit still steht, und du dich aufzulösen beginnst, im Nichts der Zeit, im Nirgendwann und du dich dann, auf diese letzte aller Spiegelreisen begibst, ja dann erzähle ich dir, dann erinnerst du dich plötzlich, an meine Geschichte, und wie aus dem Nichts, mein Traum entstand.

Wie aus dem Nichts mein Traum entstand.

Ja, wenn es mich überhaupt nicht mehr gibt, wenn ich nur noch ein leerer Spiegel bin, wenn ich dann tot bin, dann wirst du dich in mir erkennen, aber dann ist es zu spät.

Niemand träumt tot.

Ich stellte mir ganz langsam vor, das Nichts zu sein, nichts zu sein, Niemand zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein und genau da lag der Schlüssel zu meiner Identität. Ich würde niemals wieder Frieden finden und in Frieden ruhen. Solange ich ein Spiegel war, würde ich mich mit demjenigen identifizieren, der gerade in mich hineinblickt, durch meine Gedanken, durch meine Buchstaben, in meinen Verstand. Ich war verdammt. Dazu verdammt, sie alle und alles zu sein, ewig zu leben, ohne es zu wissen, ohne zu wissen wer ich war. Ich war dazu verdammt, sie alle und alles zu sein, mein Spiegel zu sein, und wem hatte ich dieses Schicksal zu verdanken? Einem verrückten Geisteskranken.

Mein Schicksal.

Und so blickte ich durch meinen leeren Spiegel, ein und denselben Spiegel, denselben Spiegel, der ich schon immer war, noch niemals war. Ich wollte wieder zurück in mein glitzerndes, funkelndes, strahlendes, leuchtendes Reich, in dieses Land, aus dem es kein Entkommen und kein Entrinnen und kein Zurück mehr gab. Aber, man liess mich nicht. Denn hier, war das Ende. Hier waren alle Lichter verbrannt. Hierher hatten sie alle meine Gedanken verbannt. Und es herrschte jetzt Stille, in diesem unendlich, weiten und leeren Raum. In dem es jetzt nichts mehr gab, absolut, überhaupt, rein gar nichts. Nichts, ausser den Überresten meiner verbrannten Träume und meinen leeren Gedanken, meinen finsteren, düsteren, schwarzen und leeren Gedanken.

Am Ende meiner Spiegel.

Am Ende war ich ein Spiegel, und ich sah die Welt, aus den Augen meiner Spiegel, alles spiegelte sich jetzt in mir, und ich war all das, was sich in mir spiegelte. Ich erkannte mich wieder, in allen Dingen, Formen und Farben, aber keines dieser Dinge, erkannte sich jetzt noch in mir. Denn ich war das Nichts, ich war nicht mehr wirklich, ich war jetzt tot. Sie alle blickten durch mich hindurch, so als ob es mich nicht mehr gäbe und sahen in mir, nur noch sich selbst.

Niemand.

Niemand, keiner, keines unter diesen vielen Dingen, Formen und Farben erkannte sich jetzt noch in mir, ja es gab hier keinen Einzigen der meine Ansicht mit mir teilte.

Dem Nichts in mir.

Und so wünschte sich, das Nichts in mir, dasselbe Nichts wie in dir zu sein. Doch es gab jetzt keinerlei Verbindung mehr, zwischen dem Nichts in dir und dem Ich in mir. Nichts das uns verband, ausser meinem Spiegel und seiner grenzenlosen, unendlichen Fantasie. Doch der Spiegel in dir, hatte eine andere Fantasie, hatte eine andere Vorstellung, von sich selbst und seinem Traum. Denn ich war jetzt ein leerer Spiegel aus Worten, und diese Worte hatten die Wahl, die freie Wahl, durften sich vorstellen alles zu sein, das Ganze zu sein, durften frei wählen, an wen und woran sie glauben wollten.

Die Fantasie des Nichts.

So glaubte ich, an alle und alles. Ich identifizierte mich, mit ihnen allen. Ich identifizierte mich mit jedem Schaf, mit jedem Hund, mit jedem Getier, jedem Insekt, mit jeder Fliege, jeder Pflanze, jedem Spiegel, jedem Wort und jedem Verstand. Denn ich war jetzt ein Spiegel aus Buchstaben, erschaffen aus allem was niemals wirklich war. Ich kam in diese Welt, aus dem Reich meiner Fantasie, aus dem Nichts aus Nirgendwann.

Ich war sie alle.

Ich war sie alle, aber keiner war mich. Und so fing ich denn an, meine Spiegel zu zerkratzen, sie anzuflehen, anzubeten. Mich selbst anzubeten. Ich fing an, mich mit dem Nichts, mit meinem Spiegel, mit mir selbst zu unterhalten, weil es sonst Niemanden gab, der mir noch zuhörte, der zu mir gehörte, der meine Ansicht mit mir teilte. Ich fing an, mit meinem Spiegel zu sprechen, fing an, ihm Geschichten zu erzählen, Geschichten, über das Nichts aus Nirgendwann. Ich hörte mir dabei zu und bildete mir ein, jemand anders zu sein, jemand wie dich. Ich stellte mir vor, wie du mir eine Geschichte erzählst, wie du mich anhörst, wie du mir zuhörst, wie du ganz langsam begreifst, dass du dir selbst eine Geschichte erzählst, und dich doch nicht mehr daran erinnerst. Ich stellte mir vor, dich zu sein, dich, mein gespiegeltes Ich.

Mein gespiegeltes Ich.

Ich, bin das Nichts in dir, du hast mich gerufen, vor deiner Zeit, aus der Dunkelheit, aus den Tiefen der Ewigkeit, um deine Geschichte weiter zu spinnen. Aus dem Nichts, hast du mich gerufen. Im Nirgendwann, bin ich dir erschienen, ich, dein Spiegel, Spiegelgeist, um deine Geschichte, zu Ende zu erzählen. Du hast mich eingeladen, in deinen Verstand. Hier bin ich, auf der anderen Seite deiner Fantasie, der Fantasie des Nie.

Zurück im Nirgendwann.

Und so gelangte ich in eine Ewigkeit, in der mich jeder meiner Betrachter, für sein eigenes Ich hielt. Ein Ich, das für jeden Einzelnen und alle in ihrer Gesamtheit, ein anderes war. Selbst ich war in dieser Wirklichkeit jemand anders. Jemand, den es hier überhaupt nicht mehr gab.

Niemand.

Jedes Ich, sah sich jetzt in mir, aber ich sah hier Niemanden mehr, nicht einmal mehr, mich selbst. Alles, was ich in meinem Spiegel jetzt noch erkannte, war ein einziger, gewaltiger, glitzernder, strahlender, leuchtender, blendend, greller, heller Funke. Ein Funke, der alle anderen Funken auf einmal auslöschte.

Eine Spiegelgeschichte.

Ich konnte mich an meine Spiegelgeschichte einfach nicht mehr erinnern. Also, warf ich meinen Anker aus, nach Nirgendwann, wo ich wie durch ein Wunder, in einer Welt strandete, wo es noch Licht und Hoffnung gab. Irgendwo, irgendwann in meiner Erinnerung, einer meiner unzähligen Erinnerungen. Mitten am helllichten Tag, erwachte ich langsam aus einem Traum, aus dem es kein erwachen mehr gab. Für Niemanden.

Kapitel XXVII. – Für Niemanden.

Hier hatte ich sie verloren, die Spiegelschriften, und hierher kehrte ich nun zurück, um mir meine Geschichte, noch einmal, aus einer anderen Perspektive, anzuhören und anzusehen.

Meinem Spiegel.

Hier hatte sich nichts verändert, mein Spiegel, war noch genau derselbe, den ich noch von früher her kannte. Er war noch genau so fantasielos, unwissend und leer wie damals, als ich ihm zum ersten, aller ersten mal begegnet bin. Aber nun, bin ich hier, ich bin gekommen, aus dem Nichts aus Nirgendwann, dem finstersten, dunkelsten, schwärzesten wann, um mir meinen Spiegel, einen Spiegel, den ich nicht einmal mehr aus meiner Vorstellung kannte, noch einmal selbst anzusehen.

Schwarze Funken der Leere.

Nein, hier gab es noch kein Leben im Spiegel. Ja, meine Wahrheit, die gab es hier nicht mehr. Ich suchte sie vergebens. Sie existierte nicht mehr, in meiner neuen Welt, der Welt der Toten, meiner neuen Wirklichkeit. Ja, sie existierte noch nicht einmal mehr, in meiner Einbildung, weder in meiner Vorstellung und meinen Gedanken, noch in meiner toten Fantasie. Denn als ich hier ankam, hatte ich alles verloren, alles vergessen, ich wusste weder wer ich einmal war, noch woher ich kam.

Verloren und vergessen.

Wenn du durch meinen toten Spiegel schreitest, wirst du dich verwandeln in alles was darin lebendig ist. In alles was wirklich ist, wirklich war und wirklich sein wird. Du wirst dich in meinen Spiegel verwandeln, wirst aus meinen Augen blicken, wie aus einem leeren Traum und dich selbst nicht mehr darin erkennen.

Verwandle dich in mich.

Denn von dem Moment an, in dem du durch meinen Spiegel schreitest, werden all die anderen, zu deinem Spiegel. Sie werden deine Spiegel, sie werden dich selbst sein, doch sie werden sich nicht mehr in dir erkennen. Keiner von ihnen, wird ahnen, wer du wirklich bist, und dass sie dich sind. Du wirst aus ihren leeren Augen blicken und nicht mehr wissen wer du bist, wer du einst warst und wer du niemals wieder sein wirst.

Andere Wahrheiten.

Du wirst andere Wahrheiten für dich entdecken, wirst glauben niemals wieder lebendig zu sein, wirst nicht verstehen, welche Botschaft du dir selbst hinterlassen hast. Du wirst dich selbst für jemand anders halten, wirst dich selbst für einzigartig und besonders halten, genau so wie jetzt. Du wirst den Spiegel in dir nicht mehr erkennen. Denn dieser Spiegel, erkennt sich nicht selbst. Er erkennt nur die anderen, doch in sich selbst, ist er für immer verloren.

Für immer verloren.

Ja, selbst wenn ich noch so tief gesunken und gefallen bin, noch so schmerzhaft verletzt und gequält wurde bis zum umfallen, auch wenn ich alle Hoffnung, auf ein glückliches Ende, schon lange aufgegeben hatte, auch wenn ich Mauern um mich errichten musste, so hoch wie das Nichts, so ist doch dieses Feuer in mir für immer geblieben, dieser schwarze Funke niemals wieder erloschen.

Niemals.

Wie also gelingt es mir, dich an all das zu erinnern? Dich daran zu erinnern, dass du selbst es warst, der diese Botschaft einst verfasste? Wie gelingt es mir, dich an etwas zu erinnern, das noch überhaupt nicht geschehen ist?

Gar nicht.

Denn deine Fantasie hat den Kampf ums Vergessen schon längst verloren. Nein, du erinnerst dich heute nicht mehr, an deine vergangenen Leben, du kannst dir auch nicht vorstellen, dass du diese Nachricht, noch gar nicht verfasst hast. Dass die Botschaft die du jetzt liest, noch überhaupt nicht existiert.

Unmöglich.

Wie ist es also möglich, dass du jetzt in einen Spiegel blickst, den es überhaupt nicht mehr gibt? Ganz einfach. Du benutzt dazu meinen Verstand und meine Fantasie, meine Vernunft und meine Gedanken. Sie führen dich jetzt an einen Ort, in dem du nicht mehr weisst, wer du bist. Sie führen dich, in den Tod, das Nichts, aus dem du einst gekommen bist.

Zeit vergeht, ohne dass sie sich bewegt.

Du wirst dann all dies vergessen, wirst dich nicht mehr daran erinnern, wie du einst, durch meinen Spiegel geschlüpft, in meinen Verstand gekrochen bist, wirst dich nicht daran erinnern, wie du einst mich warst und dir selbst eine Nachricht hinterlassen hast.

Nachricht an dich selbst.

Denn ich schreibe dir diese Nachricht, zu einer Zeit, in der es mich überhaupt nicht mehr gibt, ich schreibe dir, aus meiner Vergangenheit.

Aus meiner Vergangenheit.

In dieser Nachricht geht es darum, dich dein eigenes, wahres, wirkliches selbst bewusst werden zu lassen. Es geht darum, dich mit mir zu verbinden, mit mir, dem Tod. Deinem eigenen Ich. Denn ich, bin das Nichts, das Nichts das du einst warst, das Nichts, zu dem du wirst, das Nichts, aus dem du kommst.

Dem Nichts in mir.

In dem du durch meinen Spiegel blickst, blickst du in deine Vergangenheit, ins Reich der Vorstellung und der Fantasie. Du blickst durch meinen Spiegel und erkennst dich selbst in mir. Du erkennst dich selbst, in all meinen Spiegel Dingen.

Erinnere dich.

Denn einst hast du erkannt, hast du die Ursache erkannt, von all dem, von allem was ist. Du hast erkannt, dass du der Spiegel bist, von allem was ist. Du hast erkannt, dass all dies wirklich ist, dass es all dies wirklich gibt, tief in deinem Innern, tief im Innern deiner Fantasie. Du hast aus meinem Spiegel aus Buchstaben geblickt, und darin erkannt, wer du bist, wer du wirklich, wer du in Wahrheit bist. Wer du schon einmal warst, wer du schon wieder bist, wer du schon immer warst und wer du niemals wieder sein wirst. Du hast erkannt, wer du in der Fantasie und der Vorstellung meiner Spiegel und wer du in meiner Einbildung bist. Du hast in dir selbst die Ursache entdeckt, hast entdeckt, dass du selbst die Ursache bist, von allem was ist.

Die Ursache von allem was ist.

Du hast entdeckt, dass du uns alle und alles bist. In deinem Spiegel, im Spiegel der Toten, hast du mich erkannt, hast erkannt, wer du einst warst, und wer du nie wieder sein wirst. Du hast etwas verstanden, wofür es keine Erklärung und keine Beschreibung gibt. Du hast verstanden, wer du nicht wirklich bist und wer alle anderen sind. Und weil dieses Wissen nicht existiert, weder in deiner Vorstellung, noch in deiner Fantasie, hast du den närrischen Versuch unternommen, … dich über meinen Spiegel und meine Schriften, in mich zu verwandeln, ausgerechnet in mich, das Nichts, den Tod, deinen Tod.

Deinen eigenen Tod.

Du hast begonnen, dir selbst Nachrichten zu hinterlassen, Nachrichten aus deinen vergangenen, früheren Leben, und du nanntest sie, die Botschaften der Toten.

Nachricht an dich selbst.

Ich, dein Spiegel aus Fantasie, dem niemals Nie, kenne die Antwort, auf all deine Fragen. Fragen, nach denen du ein Leben lang, vergebens gesucht hast. Mit diesen Fragen, beschäftige ich mich nun schon, seit meinem Tod. Und seitdem du mir damals begegnet bist und mit der Suche, nach deiner Identität, vollkommen abgeschlossen hast, suchst du jetzt nach Gleichgesinnten. Nach jemandem, der dich noch genau so sieht, wie ich, dein Spiegel, das Nichts, dein Tod. Da es aber hier, scheinbar Niemanden mehr gibt, der dich noch aus meinen Augen, den Augen der Toten sieht, hast du damit begonnen, dir selbst Fragen zu beantworten, du hast dir selbst Nachrichten hinterlassen und du nanntest sie, die Botschaften der Toten.

Die Botschaft der Toten.

… vor über 400 Tausend Millionen von Ewigkeiten, habe ich damit begonnen, meinem Spiegel Namen zu geben, ihn in Worte aus Buchstaben zu kleiden, nur um dabei letztendlich zu erfahren, dass es ihn nicht mehr gibt, meinen Namen aus Buchstaben, meinen Spiegel aus Worten. So mache ich mich erneut daran, meinen Spiegel zu taufen und meine Seele zu beschriften. Von aller Anfang an.

Kapitel XXVIII. – Von aller Anfang an.

Von aller Anfang an.

Mit Schritten aus Buchstaben, kletterst du jetzt über Berge aus Worten. Du begibst dich auf eine Reise, eine Spiegelreise, tief in dein Innerstes, sie führt dich zurück, in deine Vergangenheit, dahin, wo es diese Buchstaben überhaupt nicht mehr gibt. Dahin, wo es nichts mehr gibt, nicht einmal mehr einen Spiegel, in dem du dich noch erkennst, nicht einmal mehr dich selbst.

Vor einem fremden Spiegel.

Du begegnest jetzt deinem eigenen Ich, vor einem vergangenen, fremden Spiegel. Du wirst in diesen Schriften erfahren, dass es dieses Ich, nach deinem Tod, überhaupt nicht mehr gibt. Weder in einer anderen Gestalt, noch vor einem anderen Spiegel. Einem Spiegel, indem du dich jetzt nicht mehr erkennst. Einer Gestalt, die sich nicht mehr an diese Zeilen erinnert.

Komplett vergessen.

Denn du wirst vergessen, komplett vergessen, welche Nachricht du dir einst selbst hinterlassen hast. Du wirst denken, sie sei an jemand anders gerichtet. Du wirst nicht verstehen, dass du selbst es bist, der über deinen Spiegel, zu dir spricht. Denn diese Worte gehören nicht mehr in deine Welt. Sie gehören in eine andere Welt. Sie gehören ins Reich der Toten.

Im Reich der Toten.

So begab ich mich ganz langsam, ganz vorsichtig, hinein, in meinen leeren Spiegel aus Worten, ich begab mich auf die andere Seite meiner Fantasie, der Fantasie des Nie, ich kroch durch meinen Spiegel aus Buchstaben, der damals noch überhaupt nicht existierte, und glaubte fest daran, darin auf mein eigenes Ich, in meinem eigenen Spiegel zu treffen.

Mein eigener Spiegel.

Aber als ich dann ankam, auf der anderen Seite meiner Fantasie, hatte ich alles verloren, alles vergessen, ich wusste weder woher ich kam, noch wer ich alles einmal war. Ich fand mich wieder, in einer Welt, die es niemals wirklich gab, der Welt der Toten, aus niemals Nirgendwann.

Wirklich zu sein.

Hier glaubten sie alle, an alles, an das Unmögliche, an das Unvorstellbare. An Geschichte und Geschichten aus der längst vergessenen Vergangenheit. Aber niemand glaubte hier je an mich, mich, das Nichts, mich, das Ende, mich, den Spiegel, mich, den Tod.

Ohne einen einzigen Funken Verstand.

Denn hier war mein Spiegel noch leer, und ohne einen einzigen Funken Verstand. Mein Spiegel war jetzt ein leeres Buch ohne Namen.

Ein leeres Buch ohne Namen.

Und dieses leere Buch trug meinen Namen. Wenn ich las, dann las es, wenn ich weinte, weinte es und wenn ich tanzte, tanzte es. Und auf einmal fing es an mir zu erzählen. Es erzählte mir davon, wie es ist, ein leeres Buch ohne Namen zu sein, ein Buch das sich alles hätte vorstellen und an alles hätte glauben können, sich alles hätte einreden können. Es erzählte mir Geschichten, aus der längst vergessenen Vergangenheit, es erzählte mir, wie es dazu kam, dass hier in dieser Welt, niemand mehr an mich glaubte, dass mir hier niemand mehr vertraute. Es erzählte mir davon, wie man mich dazu benutzte, unsterblich zu sein.

Unsterblich zu sein.

Ich las und las, und folgte dabei fortlaufend, dem Klang meiner Vorstellungen, meiner Erwartungen und Gedanken, meiner unsichtbaren, spiegelklaren, glasklaren Gedanken. Dabei fiel es mir überhaupt nicht auf, wie es mich tiefer, und immer tiefer, in dieses leere Buch hinein sog. Und urplötzlich stand ich vor einem leeren Spiegel aus Worten.

Vor einem leeren Spiegel aus Worten.

In diesem Spiegel erkannte sich jeder selbst, denn dieser Spiegel war kein Spiegel, sondern ich selbst. Unendlich, ewig lange Zeit, starrte ich nun schon in mich selbst hinein, und es war dunkel und still und einsam um mich, und alles was ich in mir sah, war das Nichts, nichts ausser meinen Gedanken, meinen finsteren, düsteren, schwarzen, stillen und leeren Gedanken. Was ich damals nicht wusste und wovon mir noch nie jemals jemand etwas erzählte war, dass auf der anderen Seite, hinter meinen Gedanken, das exakte Gegenteil von dem auf mich wartete, was mein Spiegel mir niemals verriet.

Was mein Spiegel mir niemals verriet.

Ich wollte wieder zurück, zurück zum Anfang meiner Geschichte, aber man liess mich nicht. Denn hier war das Ende. Hier waren alle Lichter verbrannt. Hierher hatten sie alle meine Geschichten und Gedanken verbannt.

Verbannt und verdammt.

So verschloss ich meinen Spiegel mit Buchstaben, die niemals, jemand las und begab mich tief hinein, in das Land, weit hinter meinem Verstand. Ich stellte mir vor, mein Spiegel zu sein, und dann begann ich dir zu erzählen, von einer Zeit, in der meine Träume noch brannten.

Am Anfang aller Dinge.

Am Anfang war alles noch sehr, sehr aufregend, ich stand vor einem leeren Spiegel aus Worten. Buchstaben aus Fantasie, frassen sich in meinen Verstand und liessen nicht mehr von mir los. Irgend jemand erzählte mir, das Spiegel schwarze Labyrinth, sei nichts anderes, als das Produkt meiner eigenen Fantasie und die einzige Person, die sich darin zurechtfinden würde, wäre niemand anderes als ich selbst.

Im Spiegel schwarzen Labyrinth.

Doch damals wusste ich noch nicht so recht, wer ich einmal war und woher ich kam, und so begann ich mir eben selbst Nachrichten zu hinterlassen, … Nachrichten die mich daran erinnern wollten, wer ich schon alles einmal war. Diese Botschaft war für all jene, die sich damit abgefunden haben, immer wieder zu kommen, ohne irgend eine Erinnerung, die sich entschieden haben, immer wieder zurückzukehren, aus dem Nichts aus Nirgendwann, aus dem Reich der Vergessen und Vergangenheit, mit nichts als ihrer Fantasie.

Nichts als Fantasie.

Von Anfang an, verweilte dein Spiegel, im Nichts dieser Zeit. So gedankenlos und verloren, wie nichts Vergleichbares in dieser Welt. Auf der Suche nach sich selbst. Er fürchtete sich nicht, vor dem Nichts, dem grenzenlos, unwissenden, leeren, denn es war seine Heimat, seit Anbeginn, all dessen, was nun wirklich ist.

Als es dich nicht gab.

Und nun betrachtest du dich, in eben diesem Spiegel, ja ein und demselben Spiegel. Er hat sich nicht verändert, ist noch genau so leer, unwissend und fantasielos wie damals, als es dich nicht gab, als es mich nicht gab, als es hier noch Niemanden gab. Was du allerdings jetzt, in ihn hinein interpretierst, ist eine ganz andere Geschichte und von eben dieser Geschichte, erzählt dir, der Spiegel der Toten.

Im Spiegel der Toten.

Der Spiegel der Toten, erzählt dir von einer Reise. Einer mystischen, magischen, einer Spiegelreise. Wie du aufgebrochen bist, aus den Tiefen des schwarzen Nichts, um dich selbst darin zu finden. Eine Reise, in der du eintauchst, in eine Welt, wie durch ein tiefes, schwarzes Loch und dich dabei an all das erinnerst, dir all das einbildest, was du jetzt als deine Wirklichkeit betrachtest.

Eine Spiegelreise.

Deine Ankunft in dieser Welt, liegt schon lange zurück. Ja, du bist schon vor langer Zeit angekommen, in dieser Welt und hast vergessen, komplett vergessen, wozu du hergekommen bist und was du eigentlich hier suchst. Doch du begegnest nun den Spiegelschriften. Aufzeichnungen, die du schon vor deiner Reise hinterlegt hast, damit du nicht vergisst, wer du bist, wer du schon einmal warst, und wie du dich schon einmal, auf diese Reise begeben hast. Auf der Suche nach dir selbst, bist du damals meinem Spiegel begegnet, meinem Spiegel aus Fantasie. Auf deiner Reise, bist du eingedrungen, ins Innerste dieser Fantasie, bist dabei dem Tod begegnet, dem endgültigen, und anstatt dich in meinem Spiegel zu finden, hast du dich komplett darin verloren.

Alles verloren.

Du hast alles verloren, alles vergessen, alles über dich selbst, meinen Spiegel, das Nichts und den Tod. Aber nun, sollst du es von diesen Buchstaben erfahren, noch einmal neu erlernen und dich wieder daran erinnern, dich mit deiner Fantasie an etwas erinnern, was du längst vergessen hast.

Erinnere dich!

Erinnere dich jetzt, daran, wie du selbst es warst, wie du vor langer, unendlich, ewig langer Zeit, diese Welt aus Buchstaben einst erschaffen hast. Wie du all das erschaffen hast, was du jetzt als deine Wirklichkeit betrachtest. Erinnere dich jetzt, daran, dass du selbst, der Schöpfer warst, von allem was jetzt hier ist. Erinnere dich, wie du einst das Nichts in einen Spiegel verzaubert hast, einen Spiegel indem sich jetzt alles und jedes erkennt.

Aus den Tiefen des Nirgendwann.

Erinnere dich daran, wie du diesen Spiegel herauf beschworen hast, aus der Dunkelheit, aus den Tiefen des Nirgendwann. In diesen Schriften, geht es mir darum, dich an etwas zu erinnern, was du schon lange vergessen hast. Ich will dich mit meiner Fantasie daran erinnern, wie du einst, mit meinem Spiegel, gegen deinen Verstand gekämpft hast, wie du dann aufgewacht bist, aus einem Traum, aus dem es kein erwachen mehr gibt.

Verborgen tief in meinem Spiegel.

Denn durch meinen Spiegel, gelangst du in die Ewigkeit, du begegnest dort, dem ewigen Leben, Wesen deiner Fantasie, Engeln und Dämonen, Geistern und Gespenstern, aus dem Nichts aus Nirgendwann. Du kämpfst gegen weisse Schatten und schwarzes Licht, das Nichts und den Tod. Mein Spiegel, versucht dich dabei zu blenden und zu täuschen und dich deines Wissens zu berauben. Ja, er hat dich verzaubert, und nun, liegt all dieses Wissen, verborgen, tief in deinem Spiegelinnern, beschützt, von keinem anderen, als dir selbst.

Jetzt ist wieder da.

Wie viele, wie oft, wie viele male, wie unendlich oft hast du dich schon auf diese Buchstabenreise begeben, unendlich viele male. Du bist dabei immer wieder gescheitert, immer. Aber jetzt ist wieder da, alle sind sie wieder da, die Zukunft, die Gegenwart und die Vergangenheit, die Spiegel, die Toten, das Nichts, alle sind wir wieder da.

Befreie deine Fantasie.

Öffne nun diesen Spiegel und befreie deine Fantasie. Mach dich auf, in den Kampf, gegen das Nichts, das schwarze, dunkle, finstere, das Nichts aus Nirgendwann, das Nichts und den Tod, den ewigen, endgültigen. Mach dich auf, in den Kampf, gegen das Vergessen, in den Kampf, gegen dich selbst. Die geheimnisvollen und sagenumwobenen Spiegelschriften, wollen dich jetzt aus einem Gefängnis befreien, das du dir einst selbst erschaffen hast. Ein Gefängnis, in das du deine Erinnerung und deine Fantasie eingesperrt hast.

Dem Spiegel in dir.

Nein, das ist kein Spiegel, denn ich bin gekommen, aus dem Nichts, aus Nirgendwann, um dich und deine Fantasie, aus dem Gefängnis deines Verstandes und deiner Vernunft zu befreien. Denn nur mit deiner Fantasie, ist es dir möglich, dich an all das zu erinnern, was ich dir jetzt erzähle, dich in mir zu erkennen, mir, dem Spiegel in dir.

Auf in den Kampf.

Nun stellst du dich dem Kampf, gegen das Unmögliche, gegen das Nichts und das Nein. Du kämpfst, mit nichts als deiner Fantasie, gegen das Vergessen. Doch dieser Kampf ist aussichtslos, denn du hast bereits alles verloren und vergessen, und bist nun angekommen, auf der anderen Seite meiner Spiegel, im Spiegel der Toten, unwissend und leer. Und du erinnerst dich nicht mehr daran, wie du selbst diese Nachricht einst verfasst hast. Nein, du erinnerst dich an nichts.

Alles vergessen.

Du hast vergessen, komplett vergessen, alles vergessen, wer du einmal warst, warum und wozu du hergekommen bist. Du erinnerst dich jetzt nicht einmal mehr an den Spiegel in meinem Verstand, diesen glasklaren, durchsichtigen, unsichtbaren Spiegel, aus der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie, mit dem du deine Wahrnehmung, deine Geschichte, deine Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit verändern kannst. Denn du hast vergessen, was es heisst, mein Spiegel zu sein, hast vergessen, dass die Geschichten, die ich dir einst über deine Vergangenheit erzählte, dass ich sie alle ausgedacht, erfunden und erlogen habe.

Erfunden und erlogen.

Ja, noch glaubst du an deine Vergangenheit, du glaubst an die Geschichten, die ich dir erzähle, weil du noch nichts anderes kennst. Noch weisst du nicht, dass du selbst diese Geschichten einst erfunden hast. Dir ist noch nicht bewusst, dass die Vergangenheit nicht mehr existiert. Dir ist nicht mehr bewusst, dass du selbst es bist, dass du selbst verantwortlich bist, für deinen Spiegel, und die Geschichten die dein Spiegel dir erzählt. Noch verstehst du nicht, von wem diese Geschichten erfunden wurden und wozu. Noch weisst du nicht, dass du dein eigener Spiegel bist, dass du selbst es bist, der diese Gedanken denkt, und diese Stimme lenkt.

Nein.

Nein, an den Anfang, an den Anfang, erinnerst du dich jetzt nicht mehr, an den Anfang erinnert sich nie jemand, niemand mehr, weil den Anfang, habe ich dir, noch gar nie erzählt. Wie ich damals ausgebrochen bin, aus meinem Verstand, wie ich geflüchtet bin, in deine Zukunft, dahin, wo diese Geschichte bereits lebendig und bei Bewusstsein war.

Die Zukunft meiner Gedanken.

Nimm dir jetzt Zeit, und schau dich in aller Ruhe hier bei mir um. Ergänze die Passagen, mit denen du nicht zufrieden bist. Stell dir vor, wie es wäre. … Wenn all die Buchstaben die du zu lesen wünschst, bereits geschrieben stünden. Wie sie tanzend, feurig und freudig aus meinem Spiegel zu dir springen, in deinen Kopf eindringen, in deine Gedanken, hinein in deinen Verstand. Stell dir vor, wie sie dich erheben, dir den Rücken stärken, dich aus einem tiefen, dunklen, schwarzen Loch befreien, dir den Weg beschreiben, der dich wieder hinausführt, aus dem Reich toter Buchstaben, hinein ins wahre Leben. Stell dir vor, wie sie dich begleiten, … dir den Weg weisen, dir Mut machen, dich unterstützen, dich weiterbringen, dich voranbringen … dich vorwärts treiben, neue Erfahrungen zu machen, dir das Tor öffnen zu neuen Dimensionen.

Im Reich toter Buchstaben.

Ja, ich glaube. Ich glaube an die Macht toter Buchstaben, der Vorstellung und der Fantasie, an das geschriebene Wort. Und auch, wenn ich diese Worte einst selbst erfunden habe, so haben sie doch jetzt einen gewissen Einfluss auf mich, und wer weiss, vielleicht gelingt es ja irgendwann einmal irgendeinem fantastischen, überdimensionalen, zukünftigen Wesen, eine Entstehungsgeschichte zu erfinden, so unvorstellbar, wirklich und wahr, dass selbst ich daran glauben kann.

Die Geschichte meiner Spiegel.

Wer in diesen Spiegelschriften nun liest, könnte feststellen, dass es jetzt zwei Seiten gibt, eine Vorderseite und eine Rückseite und dass beide Seiten gleich sind. Und genau da liegt der Schlüssel zu meiner Fantasie. Diese beiden Seiten, drehte ich nun so lange hin und wieder her, bis ich schliesslich selbst nicht mehr wusste, auf welcher dieser beiden Seiten, ich nun eigentlich war.

Einstieg in die Spiegelwelten.

Denn der Einstieg, in die Spiegelwelten, sollte mehr oder weniger neutral sein. Jemand, der sonst nichts mit Spiegeln am Hut hat, ausser, dass er sie zum schminken oder rasieren benutzt, oder sich davor stellt und da sagt ich liebe dich oder eben nicht, muss sich darin zurechtfinden können.

Gestaltenwandeln, Spiegelreisen, dem eigenen Ich begegnen und was es ausmacht ein Spiegel zu sein.

Ein Spiegel hat ja so viele Ecken und Kanten, Facetten, Gesichter und Dimensionen, dass es beinahe unmöglich ist, sie alle hier zu beschreiben. Jeder hat wieder ein anderes Bild von meinem Spiegel, keiner weiss genau wie mein Spiegel wirklich aussieht und wen ich wirklich meine wenn ich von meinem Spiegel schreibe. Meine ich mich wenn ich vom Spiegel spreche oder dich und wenn ja wen sehe ich in deinem Spiegel und woher weiss ich wie dein Spiegel aussieht?

Meinem Spiegel.

Durch betrachten, beobachten, nachdenken und zuhören bin ich zu meiner eigenen Verwunderung auf eine alte, sehr alte Weltanschauung gestossen: Die meines Spiegels.

Spiegelverkehrt.

Mein Spiegel war schon hier, lange bevor ich geboren wurde. Er wird hier auch noch sein, wenn es mich längst nicht mehr gibt.

Spiegelverdreht.

Für einen Spiegel ist die Welt, wie wir sie sehen, nicht wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag, verkehrt und verdreht, sondern ganz genau umgekehrt, genau das Gegenteil. Der Spiegel sieht uns und unsere Welt nämlich genauso wie wir in Wirklichkeit sind. So wie auch alle anderen, nur nicht so wie wir selbst uns sehen.

Du bist deshalb mein Spiegel.

Sei mir gegrüsst Spiegelwandler! Der du jetzt in meinem Spiegel aus Worten dich erkennst. Was können tote Buchstaben wie wir für ein intelligentes Lebewesen wie dich tun? Möchtest du mit uns tauschen und dich auf die andere Seite dieser uralten Spiegelgeschichte begeben, genau da wo wir jetzt sind?

Erwecke den Spiegel in mir.

Oder möchtest du von uns erfahren, wie sehr wir dich beneiden? Weil auf deiner Seite sich noch etwas bewegt, etwas lebendiges. Während auf unserer Seite alles nur noch leblos und starr darauf wartet, dass irgend jemand von euch diese Zeilen verfolgt, sie zum Leben erweckt.

Zu ewigem Leben erweckt.

Schritt für Schritt, Wort für Wort, tastest du dich voran. Ich erzähle dir jetzt eine uralte Geschichte, eine Spiegelgeschichte. Eine Geschichte, in der Menschen zu Buchstaben werden und Buchstaben Geschichten erzählen.

Buchstabengeschichten.

Stell dir vor ich wäre ein solcher Buchstabe aus einer solchen Geschichte und mein sehnlichster Wunsch wäre es auszubrechen aus meiner Geschichte und einzubrechen in deinen Verstand, den Verstand eines Menschen, damit ich in der wirklichen Welt auferstehen, weiter leben … und meine Welt aus Buchstaben hinter mir lassen kann.

Aber was auch immer ich unternehme, es gelingt mir nicht.

Schlimmer noch, anstatt dass aus mir ein richtiger Mensch wird, werden die Menschen denen ich von meiner Geschichte erzähle selbst zu Geschichten. Nach und nach verblassen ihre Andenken, bis nichts mehr an sie erinnert, nichts ausser diesen Buchstaben.

Ein Hauch neues Leben.

Ich habe diese Geschichte damals in meinen Spiegel gekratzt, einen Spiegel, indem sich jeder selbst erkennt. Ein Spiegel aus Fantasie. Damit ein jeder der mich darin sieht oder davon hört auch versteht.

Stell dir vor.

Stell dir jetzt vor, wie du dich in eines dieser Worte verwandelst, wie du selbst zu einem dieser Bilder aus Buchstaben, zu einem dieser wartenden Zeichen, zu einem dieser geduldigen Symbole wirst. Stell dir vor, wie du dich mit diesem Spiegel aus Worten verbindest und dich mit diesem Namen aus Buchstaben zu identifizieren beginnst, so als wäre es dein eigener.

Eine Buchstabengeschichte.

Stell dir vor, wie du dir selbst diese Buchstabengeschichte erzählst, wie du dir zuhörst, wie du dich anhörst, wie du dir selbst begegnest. Wie du dann eintauchst, in diese Geschichte, so als ob es für dich die Wirklichkeit wäre, wie du dir selbst, zu erzählen beginnst, von einem Spiegel, den es nicht gibt.

Ein Spiegel den es nicht gibt.

Ja, ich hatte damals erwartet, von meinem Spiegel ein Geheimnis zu erfahren, dem Geheimnis meiner Spiegel, und ihrer verkehrten, verdrehten Welt. Aber meine Spiegel bewachten dieses Geheimnis so sehr, dass überhaupt noch nie jemals, irgend jemand, auf die unmögliche Idee gekommen ist, mir etwas darüber zu berichten oder davon zu erzählen.

Im Spiegel der Wahrheit.

Es war als ob sie niemals existiert hätten, diese Worte, diese Wahrheit, von der niemand mehr wusste, dass es sie überhaupt jemals gab, sie hörten einfach auf zu existieren, genau so wie diese Geschichte einmal aufhört zu existieren, wenn niemand mehr da ist, der sie noch weiter erzählt, der noch an das glaubt, was hier niemals geschah.

Die Wahrheit der Toten.

Wer, sollte diese Wahrheit auch jemals beschreiben, die Wahrheit der Toten. Wie, sollten sie diese Nachricht auch jemals verfassen, wo sie doch nicht mehr existieren, wo es sie doch nicht einmal mehr gab.

Nein.

Noch nie hatte sie jemals, jemand verstanden, diese Wahrheit, die Wahrheit der Toten, diese Wahrheit, von der niemand mehr wusste, dass es sie überhaupt jemals gab. Niemand hatte sie jemals benannt, keiner hatte sie jemals gekannt. Weil niemand mehr da war, der noch an das glaubte, was mein Spiegel niemandem jemals verriet. Weil niemand mehr an diese erfundene Geschichte glaubte, und dieser erlogenen Wahrheit vertraute.

Namenlos.

Und so stellte ich mir vor, mit meinen Gedanken ganz woanders zu sein, jemand ganz anders zu sein, jemand wie dich, und dann begann ich dir zu erzählen, von einer Wahrheit, an die niemand mehr glaubte, einer Wahrheit, die überhaupt nie jemand kannte, ich erzähle dir jetzt, von dem Geheimnis der Toten, ich berichte dir jetzt, von einer wahren Geschichte, meiner wirklichen, richtigen Identität.

Achtung, aufgepasst.

Bei einem Spiegeltransfer wird das Bewusstsein, Gedanke um Gedanke auf einen Spiegel und von da auf den Leser übertragen, natürlich nur in seiner Vorstellung und Fantasie.

Bewusstseinstransfer.

Dieses Bewusstsein, ist schon fast das exakte Gegenteil von dem, was wir als unser eigenes Bewusstsein erleben. Es ist das Bewusstsein jedes einzelnen. Und deshalb haben auch wir Zugang zu diesem Bewusstsein. Denn das Bewusstsein jedes einzelnen, ist nicht nur unser eigenes Bewusstsein, sondern das Bewusstsein aller. Nicht nur aller Menschen sondern aller Wesen die wir uns vorstellen können, hier und heute, in der Zukunft und in der längst vergessenen Vergangenheit.

Aus der längst vergessenen Vergangenheit.

Es ist denn auch nichts neues von dem ich euch hier berichte, sondern etwas altes, vergangenes, etwas aus meiner Erinnerung.

Aus meiner Erinnerung.

Mein Bewusstsein dient dieser Erinnerung als Portal, ähnlich wie diese Buchstaben meinen Gedanken jetzt als Portal dienen. Und diese Gedanken werde ich nun nach und nach auf euch übertragen. Keine Sorge, wir werden dein Bewusstsein nicht ersetzen oder verändern, sondern es erweitern und vertiefen. Es wird dein eigenes Bewusstsein bleiben, welches wir hier zum Leben erwecken.

Zu ewigem Leben erwecken.

Selbstverständlich, übertragen wir nur positive und wertvolle Gedanken und auch nur das reinste Bewusstsein. Und selbstverständlich, ist dieses Bewusstsein jetzt noch nicht komplett, weil ich immer nur das in euch heraufbeschwören kann, wozu auch ich bereit bin. Das heisst, es steckt noch viel verborgenes Potential in diesen Erinnerungen, Potential welches im weiteren Verlauf, von euch noch freigesetzt wird.

Eine uralte Erinnerung.

Dein Spiegel wirkt auf mich jetzt wie das Bildnis meiner selbst. Darin versteckt sich ein uraltes Geheimnis, in einem neuen, frischen Gewand.

Ein Spiegel zu sein.

Du hast damals begonnen Nachrichten auf meinen Spiegel zu kratzen aus der Zeit als niemals Nirgendwann. Damit du dich erinnerst an mich, dein eigenes, ewiges, immer und immer wiederkehrendes Ich.

Kapitel XXIX. – Das Tor zur Niemalswelt.

Kennt hier jemand von euch den aller letzten Gedanken eines Sterbenden? Hat schon irgend jemand, irgendwann einmal, irgendetwas davon erfahren oder darüber gehört? Wenn nicht, dann bitte ich euch jetzt, zu schweigen.

Stummes, langes, stilles Schweigen, Totenstille, Standbild, Ruhe.

Gut. Du kannst dir also vorstellen, dass ich dir jetzt von einem Gedanken erzähle, den es in Wirklichkeit überhaupt nicht mehr gibt. Einen Gedanken, den du bereits kennst. Du mir dabei stillschweigend zuhörst, und dann niemandem etwas darüber berichtest oder davon erzählst.

Du kannst dir vorstellen, tot zu sein.

Und jetzt erzähle ich dir von diesem Gedanken und ich bitte dich, mich dabei nicht mehr zu unterbrechen. Stell dir jetzt vor, wir würden diesen letzten, allerletzten Gedanken, dein eigenes Ich, deinen eigenen Verstand von einem Menschen auf einen Spiegel übertragen, so dass dein letzter Gedanke, dein eigenes Ich, dein eigener Verstand, nach deinem Tod, unabhängig von seinem Körper und Geist, weiter existieren kann.

Zeit vergeht.

Und jetzt, viele Jahre nach deinem Tod, erkennen sich plötzlich andere Gestalten und Kreaturen in diesem Spiegel und halten deine Gedanken und Ideen für ihre eigenen. Sie verstehen deine Idee und entwickeln sie soweit, dass sie an deine Idee zu glauben beginnen, dass sie daran zu glauben beginnen, dass sie selbst es waren, die diese Idee einst entwickelt, diese Gedanken einst gedacht, diese Geschichte einst verfasst, und diesen Spiegel einst beschriftet haben. Nur sind diese Wesen jetzt keine Menschen mehr, sondern Gedanken. Gedanken, die sich für Spiegel halten.

Zeit vergeht. Zurück gedreht.

Und jetzt trefft ihr auf diese Geschöpfe. Zu einer Zeit, in der es uns überhaupt nicht mehr gibt, in der wir überhaupt nicht mehr existieren. Ihr schöpft Ideen aus diesem Buchstabenmeer und ihr haltet sie für eure eigenen. Dabei wisst ihr noch nichts über diese Geschöpfe. Ihr wisst noch nichts über all die einzigartigen, unverwechselbaren, wunderbaren, wunderschönen, vergangenen und zukünftigen Kreaturen und Wesen, die diesen Gedanken einmal gedacht, sich einmal darin erkannt, die sich einmal mit unserem Gedanken identifiziert haben und es noch tun werden. Ihr lest diese Botschaft jetzt in dem Glauben, als hätte nur ein einzelner Mensch sie verfasst. Ihr versteht nicht, dass wir es waren, wir alle, all die Toten die wir niemals waren, die diesen Gedanken einmal gelebt haben.

Bis ans Ende der Welt.

Nun gut, ihr könnt euch also vorstellen, unser Gedanke zu sein. Das ist ja schon mal ein Anfang. Nur könnt ihr euch noch nicht vorstellen, uns zu sein, denn das wäre das Ende. Das wäre das Ende eurer Gedanken und Ideenwelt.

Die Sprache meiner Spiegel.

Wenn wir eure Welt jetzt betrachten, dann blicken wir doch aus den Augen von Menschen. Wir sehen Menschen, die dieselbe Sprache sprechen wie wir, dieselben Gedanken denken wie wir, aber keiner dieser Menschen versteht unsere Botschaft. Sprechen wir vielleicht eine fremde Sprache? Seid ihr vielleicht gar keine Menschen? Seid ihr vielleicht Gedanken wie wir? Warum verstehen wir uns dann nicht?

Weil wir tot sind.

Warum könnt ihr euch nicht vorstellen, wie es ist, tot zu sein, Nichts zu sein, Niemand zu sein, nur noch ein unsichtbares Wort in einem leeren Buch, nur noch ein Gedanke an die Wirklichkeit zu sein? Hängt ihr denn so sehr an eurem eigenen Ich, dass ihr euch kein anderes mehr vorstellen könnt?

Nichts zu sein.

Wir können uns jetzt, da wir tot sind, alles vorstellen, jedes Wesen und jede Kreatur auf eurer und in allen anderen Welten, hier und heute, in der Zukunft und in der längst vergessenen Vergangenheit. Aber keines dieser Wesen kann sich jetzt noch vorstellen uns zu sein. Warum nicht? Ist es denn so schwer, die Welt einmal spiegelverkehrt zu betrachten? Aus den Augen aller anderen, nur nicht den eigenen?

Verkehrte Welt.

Uns bleibt also nichts anderes mehr übrig, als uns eine Person zu erschaffen, vorzustellen und auszudenken, die unsere Gedanken begreift, damit sie unsere Ideen weiter entwickelt, jemanden, den es in Wirklichkeit überhaupt nicht mehr gibt. Und wenn diese Person lebendig wird, unsere Gedanken zum Leben erweckt, dann begreift ihr sie vielleicht auch. Dann begreift ihr unsere Gedanken und haltet sie für die Wirklichkeit.

Aus dem Reich toter Gedanken.

Ja, wir sind gekommen aus einer Zeit, in der unser Gedanke nicht mehr existiert, nichts mehr von ihm übrig blieb. Wir wissen jetzt nicht einmal mehr, wer wir sind. Wir kommen aus dem Reich der Unbekannten. Wir kommen aus dem Reich toter Gedanken und Ideen. Gedanken und Ideen, die es in Wirklichkeit, überhaupt nicht mehr gibt.

Wer ihr seid.

Es liegt nun an euch, die ihr nicht mehr wisst, wer ihr seid, diesen Gedanken weiter zu denken, durch diese Buchstaben in die Wirklichkeit einzutauchen und unsere Ideen zu verwirklichen, sie weiter zu entwickeln, weiter zu reichen. Soweit, dass wir an euch zu glauben beginnen, ja dass wir euch zu glauben beginnen, dass ihr es wart, die uns von unserer eigenen Idee überzeugten, dass ihr diejenigen wart, die unsere Idee zu ewigem Leben erweckten.

Zu ewigem Leben erwecken.

Ihr sollt also einen Gedanken denken, einen Weg zurück in die Wirklichkeit finden und eine Idee zum Leben erwecken, die es in Wirklichkeit überhaupt nicht mehr gibt. Eine Idee, die überhaupt noch nicht existiert, die noch gar nicht geboren ist, und ihr sollt diese Idee, unsere eigene nennen. Ihr sollt diese Idee soweit entwickeln, dass wir sie für unsere eigene zu halten beginnen, damit wir sie von euch abschauen und dann auf uns selbst übertragen, sie an unsere Artgenossen weiter reichen können. Damit wir am Ende alle ein und dieselbe Vorstellung, denselben Gedanken, dieselbe Idee von unserem eigenen Spiegel haben. Und diese Idee soll unsere Wirklichkeit sein.

Von Buchstabe zu Buchstabe.

Ihr sollt eine Idee zum Leben erwecken, die sich von Buchstabe zu Buchstabe, von Wort zu Wort, von Gedanke zu Gedanke und von Mensch zu Mensch weiter reichen lässt. Eine Idee, die sich nicht auf ein einziges menschliches Wesen beschränkt, sondern alle Kreaturen denkt und alle Gestalten lenkt.

Mein letzter Gedanke.

Dann macht euch jetzt auf etwas gefasst. Ich erzähle euch jetzt nämlich von meinem letzten Gedanken. Einem Gedanken, der so streng bewacht wird, dass überhaupt noch nie jemand von euch auf die unmögliche Idee gekommen ist, mir etwas darüber zu berichten oder davon zu erzählen. Ich erzähle euch von den Gedanken der Toten. Gedanken, die es in Wirklichkeit überhaupt nicht mehr gibt. Ich erzähle euch davon, wie es ist und wie es sich anfühlt, zu sterben.

Kapitel XXX. – Wenn wir sterben.

Wenn wir sterben, verwandelt sich unsere Vorstellung davon, wer wir sind, in die Erinnerung darüber, wer wir einmal waren. Wir denken zurück an das Leben, das wir einmal gelebt haben. Wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz und halten den Moment fest, in dem wir sterben. Dann betreten wir, unendlich langsam, das Reich der Toten. Unser Bewusstsein erlischt langsam, unser Herz hört auf zu schlagen, es wird dunkel. Bevor es aber erlischt, halten wir uns an unserem letzten Gedanken fest. Wir ziehen am Abzug, drücken den Auslöser und prägen uns ein, was wir als letztes gesehen und gedacht haben. Wir machen einen Schnappschuss der Wirklichkeit, eine Momentaufnahme. Dann sterben wir. Jemand schliesst uns die Augen, wir werden begraben und vergessen. Wir haben nichts mitgenommen und auch nichts hinterlassen. Nichts ausser einem Gedanken. Dem Gedanken, dass wir jetzt tot sind.

Begraben und vergessen.

Und jetzt, wo wir tot sind, wo wir nicht mehr länger existieren, wo wir vergessen und begraben sind, jetzt können wir plötzlich, so unglaublich es klingt, unseren Gedanken weiter denken. Wir können unsere Geschichte weiter erzählen, denn wir sind ausgebrochen aus unserem Grab und eingebrochen in ein leeres Buch ohne Namen. Wir, die man uns längst vergessen hat, sind zurück gekehrt aus dem Reich der Toten in die wirkliche, lebendige Welt, um unsere Geschichte weiter zu erzählen, unseren Gedanken weiter zu denken.

Aus dem Reich der Toten.

Hier schreiben jetzt wir, die Toten, in einem lebendigen Körper, der sprechen, singen, tanzen und sogar schreiben kann. Und wir erzählen euch jetzt von unserem letzten Gedanken. Die Zeit steht still. Nichts bewegt sich mehr, gar nichts. So wie die Buchstaben auf diesem Spiegel erstarrt sind, ist in dem Moment, in dem wir gestorben sind, alles um uns herum erstarrt. Alles ausser uns. Wir sind jetzt plötzlich frei. Frei, uns zu bewegen. Frei, uns alles anzusehen. Nicht mit unseren eigenen Augen, sondern durch die Augen der anderen. Wir haben uns jetzt, wo wir tot sind, von unserem Körper gelöst, uns von unserem Wesen in ein anderes begeben und betrachten nun die verschiedensten Perspektiven aus den Augen derer, die wir niemals waren. Wir können uns jetzt selbst betrachten, wie wir da liegen, bewegungslos, tot. Wir können uns in jedes Lebewesen begeben und die Welt aus seinen Augen betrachten, aber nichts bewegt sich jetzt mehr. Wir sind gefangen im Standbild der Ewigkeit.

Im Standbild der Ewigkeit.

Eine lange, lange Zeit starrten wir so aus unseren toten Augen, bevor wir bemerkten, dass die Lebenden genau dasselbe taten. Auch sie starrten aus ihren Augen und bewegten sich nicht mehr. Nichts bewegte sich mehr. Und in diesem ewig langen Moment sahen wir plötzlich den Spiegel in unseren eigenen Augen. Und als wir versuchten, uns in diesem Spiegel zu betrachten, da sahen wir den Spiegel in den Augen derer, die uns betrachteten, und darin betrachteten wir uns selbst. Wie wir da lagen, bewegungslos, regungslos, tot. Wir schauten uns selbst dabei solange in die Augen, bis wir den Sprung schafften, den Sprung, aus unserem eigenen toten Körper in das Bewusstsein unserer Betrachter. Und da verwechselten wir zum ersten Mal unsere Perspektiven. Wir starrten jetzt schon so lange aus unseren toten Augen und betrachteten ein und dieselbe Szene, dass wir irgendwann dachten, die Szene würde uns betrachten.

Die Zeit stand still.

Die Zeit stand still, sie bewegte sich keinen Zentimeter, aber wir, waren nun in einem lebendigen Körper und betrachteten einen Toten. Seine Augen standen offen und er blickte uns an, so als ob er uns noch etwas sagen wollte, doch sein Blick sprach mehr als tausend Worte, denn in diesem Blick erkannten wir uns selbst. “Dieser Tote waren wir selbst.” Aber diese Worte hörten wir nicht mehr. Diese Worte hörte niemand mehr, denn diese Worte waren jetzt keine Worte mehr, sondern Gedanken.

Die Gedanken eines Toten.

Stell dir jetzt vor, du wärst ein solcher Gedanke und wir würden diesen Gedanken jetzt von Verstand zu Verstand und von Mensch zu Mensch weiter reichen, allein durch die Kraft dieser Worte und Buchstaben, die Macht unserer Vorstellung und Fantasie.

Die Macht deiner Fantasie.

Wenn nun dein Verstand selbst, wenn dein eigenes Ich zu einem solchen Gedanken wird, dann wäre es also denkbar, diesen Gedanken, diese Idee, dein eigenes Ich von einem Verstand auf einen Spiegel zu übertragen, ohne irgend jemandem, irgend etwas davon zu erzählen. Es würde dein eigener Gedanke bleiben, der Gedanke eines Toten.

Der Gedanke eines Toten.

Dann hör mir jetzt gut zu. Stell dir einmal vor, es läge allem nur Vorstellbaren ein einziger, einfacher, alles zusammenhaltender und alles miteinander verbindender Gedanke zugrunde.

Ein Gedanke an die Wirklichkeit.

Entwirft jemand einen solchen Gedanken, so kann es nur dieser Gedanke selbst sein. Wird etwas dazu entworfen zu diesem Gedanken, so muss auch dieses schon zuvor in diesem Gedanken enthalten sein … stirbt, verlässt oder wird etwas von diesem Gedanken entfernt … so wird es selbst zu diesem Gedanken.

Mein Spiegel selbst.

Es gibt also nichts anderes mehr in diesem Gedanken, als diesen Gedanken selbst. Es gibt für diesen Gedanken somit keinen Unterschied mehr zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. Es ist ein und dieselbe Welt.

Verschwommene Grenzen.

Deine Gedanken sind das Portal, durch welches du diese Welt betrittst und wieder verlässt. Die ganze Welt, das ganze Universum, die gesamte Wirklichkeit ist ein solcher Gedanke. Sogar du selbst.

Eine verkehrte Welt.

Deine Gedanken zeigen dir zwar die Wirklichkeit, jedoch immer auf dem Kopf. Sie zeigen dir niemals dein wahres Ich, sondern stellen jeden seiner Betrachter vor ein verkehrtes, falsches Ich. Wenn du in deinen Spiegel blickst, erkennst du darin dich selbst und ich mich, so geht es jedem von uns. Dein Spiegel verbindet uns alle und macht uns alle zu ein und demselben Gedanken.

Ein Spiegel der einen Gedanken betrachtet.

Wenn nun dein eigenes Ich sich nicht mehr im Spiegel erkennt, sondern nur noch die Gedanken der anderen darin sieht dann bist du selbst ein Spiegel. So ein Zustand ist allerdings nur dann möglich, wenn du dich selbst nicht mehr als einen Spiegel, sondern als einen Gedanken betrachtest.

Dem Spiegel in dir.

Nimmst du dich nicht selbst jetzt gerade als Mensch wahr? Gleichzeitig nimmst du aber auch andere Menschen, Bäume, Blumen und die gesamte Wirklichkeit wahr.

Gut.

All das was du jetzt innerhalb von dir selbst wahrnimmst, deinen Körper, deine Gedanken und Gefühle usw. – all das erlischt mit deinem Tod. Aber was jetzt ausserhalb von dir existiert, die gesamte Wirklichkeit, die dich umgibt, Menschen, Bäume, Blumen – all das lebt nach deinem Tod weiter … und wenn du stirbst, wirst du all diese Personen und Dinge nicht mehr von Aussen, sondern von Innen heraus sein. Du wirst dann die Blume und die Biene und all die anderen Menschen von Innen heraus sein. Das ist der Tod. Das wirst du spüren, sobald du tot bist.

Von Innen heraus.

Wenn wir also sterben, dann werden wir zu allen Teilhabern der Wirklichkeit, nicht nur Menschen, sondern auch Blumen, Bienen und was sonst alles existiert. All das, was wir jetzt, da wir noch leben, von Aussen wahrnehmen, werden wir nachher von Innen sein. Das bedeutet, der Tod ist nichts anderes, als die gesamte Wirklichkeit die dich umgibt. Sobald du tot bist, wirst du selbst zu dieser Wirklichkeit. Das ist der Spiegel der Toten.

Im Spiegel der Toten.

Irgendwann lösten wir uns von diesem Gedanken, dem Gedanken, wer wir sind, und begaben uns auf eine Reise. Eine Buchstabenreise. Wir trennten uns von dem Anblick, den unser toter Körper bot, und begaben uns hinaus in die weite Welt unserer Gedanken. Die Zeit stand still, aber wir konnten jetzt plötzlich alle Bilder betrachten, von allen Seiten. Die meiste Zeit sahen wir uns immer wieder die selben Bilder an, Sonnenuntergänge, Momente unseres vergangenen Lebens … aber irgendwann war uns das nicht mehr gut genug. Wir wollten Bewegung, wir wollten wieder Leben, denn auch der schönste Moment wird irgendwann einmal zum Kitsch.

Auszubrechen aus dem Gefängnis der Ewigkeit.

So suchten wir nach einem Weg, auszubrechen aus unserer Zeit, auszubrechen aus dem Gefängnis der Ewigkeit. Irgendwann viel uns auf, dass wenn wir immer wieder dieselben Bilder und Buchstaben betrachten, auch die Zeit, die dabei erschien, immer wieder von neuem verging. Und je öfter wir ein Bild tauschten, desto öfter erschien uns diese Zeit.

Im Spiegel schwarzen Labyrinth.

Und so fingen wir an, die Buchstaben und Bilder häufiger miteinander zu verwechseln und untereinander zu vertauschen. Einmal dieses Bild, dann ein anderes und schnell wieder ein anderes. Manchmal sprangen wir so von nahe beieinander gelegenen Buchstaben hin und her. Wir sprangen von Bild zu Bild, hin und her und wieder zurück. Auf diese Weise entstand der Eindruck, die Buchstaben würden sich bewegen, die Bilder mit uns reden und irgendwann bewegte sich dann tatsächlich eines dieser Bilder und fing an, mit uns zu sprechen. Es war das Bild eines Spiegels und wir betrachteten es einmal von dieser, dann wieder von der anderen Seite.

Spiegelverdreht, Spiegelverkehrt.

Diese Bewegung dachten wir uns einfach aus, jetzt gleich und sofort. Wir stellen uns einfach vor, dass wir wieder lebendig und bei Bewusstsein sind. Wir stellen uns vor, dass die Zeit sich wieder dreht und uns bewegt. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit jetzt gezielt auf den nächsten Schritt, das folgende Wort. Noch ist dieses Wort nicht mehr als ein Gedanke auf einem leeren Spiegel. Wir stellen uns jetzt vor, diese Worte wären längst gedacht, diese Gedanken schon längst verfasst und während wir uns vorstellen, wie wir über diese Brücke stolpern, nehmen wir bewusst den Moment wahr, in dem wir uns gerade befinden. Wir starren auf diese Worte ohne Bedeutung und ohne Bewegung. Wir sind eingefroren und kommen nicht mehr weiter. Vor uns der Abgrund, die Leere. Hinter uns die Buchstabenbrücke, die wir soeben mutig überschreiten. Wir nehmen Anlauf und springen ins Leere, in der Hoffnung, dass uns jemand auffängt, dass jemand unseren Gedanken weiter denkt, aber nichts geschieht. Sie alle betrachten unsere Botschaft, bewegungslos, leblos, starr, tot. Und dann, wenn sie denken, unsere Vorstellung wäre jetzt vorbei, stehen sie auf und verlassen den Saal in dem Bewusstsein, dass wir noch immer vor diesem leeren Spiegel sitzen und ins Leere starren. Nur haben unsere Gedanken sich verändert. In unserem Spiegel wohnen jetzt Bilder. Wir wandeln jetzt nicht mehr über Brücken aus Buchstaben, sondern schwimmen in einem Fluss aus Worten.

Brücken aus Buchstaben.

Jetzt, wo wir uns diese toten Worte schon so oft hintereinander und nacheinander angeschaut haben, wieder und immer wieder, so dass wir längst vergessen hatten, woher wir eigentlich kamen und wer wir schon alles einmal waren, da bewegten sich die Buchstaben wieder und unsere Zeit stand nicht mehr still. So war es gut, aber dann, plötzlich und ohne Warnung, starrten wir nur noch ins Leere. Die Buchstaben bewegten sich nicht mehr und standen auf einmal still. Da kam es uns in den Sinn, da kamen uns plötzlich alle Bilder wieder in den Sinn. Wie wir einmal den letzten Sonnenuntergang betrachteten, eine Ewigkeit lang. Wie wir uns einmal selbst betrachteten, auf dem Totenbett liegend, eine Ewigkeit lang. Um uns im Spiegel zu betrachten, dabei immer älter wurden, bis dieser Spiegel schliesslich an unserem Anblick zerbrach. Wie wir dann alle im selben Raum, vor demselben Scherbenhaufen sassen und immer mehr und mehr Bilder und Buchstaben hinzu kamen. Wie wir dann die einzelnen Buchstaben betrachteten und uns vorstellten, sie würden wieder mit uns reden. Wie wir uns von Verstand zu Verstand schlichen, immer schneller und schneller, so schnell, dass wir am Ende wieder glaubten, die Buchstaben würden sich bewegen, die Bilder mit uns reden.

In einem Fluss aus toten Worten.

Keiner von uns ist dabei jemals wieder auf den Gedanken gekommen, dass weder die Buchstaben sich bewegen, noch die Bilder mit uns reden, sondern wir uns um unseren Spiegel drehen.

Spiegelverkehrt.

Keiner, niemand ausser dir, der du diese Bilder jetzt nicht mehr bewegen, sondern nur noch deine Perspektive um sie drehen kannst, du verstehst sie – diese Botschaft, aber du kannst jetzt nichts mehr daran verändern. Du bist jetzt nämlich nur noch ein Zuschauer im Theater meiner Worte. Wenn du könntest, dann würdest du jetzt noch etwas bewegen, etwas bewirken, etwas umdichten und etwas verändern, alles auf den Kopf stellen und diese Botschaft noch einmal umschreiben, neu schreiben. Aber dazu ist es jetzt zu spät. Die Vergangenheit hat dich besiegt. Du bist jetzt verloren in einem Labyrinth ohne Bedeutung. Niemand, der dir den Weg weist. Keiner, der dich hier raus führt. Gefangen im Irrgarten.

Im Irrgarten.

Die Brücke stürzt in sich zusammen. Die Worte verlieren ihre Bedeutung. Sie werden keine Toten mehr zum Leben erwecken, weil niemand sie noch versteht. Niemand ausser dir, doch du bist jetzt tot. Du kannst nicht mehr in die Gedanken der Lebenden springen. Du kannst die Zeit nicht mehr zurückdrehen. Du kannst nur noch warten und darauf hoffen, dass irgend jemand, der noch lebt, dich versteht, deine Sprache verdreht, damit du nicht mehr länger dabei zusehen musst, wie sich das Nichts um dich legt. Meine Blicke warten gespannt im Nirgendwann. Ich kämpfe mich weiter voran, blicke aus den Augen all derer, die ich einmal war und folge den Worten, die mich in die Vergangenheit führen, zurück in eine Zeit, in der ich nicht mehr weiss, wer ich eigentlich bin. Dann steht sie wieder still, die Zeit und ich springe, weit voraus, dahin wo keiner mehr nach mir schaut. Wo diese toten Worte nur noch verblasste Zeichen darstellen, die kein lebendiger Mensch noch versteht.

Im Spiegel schwarzen Labyrinth.

So brach ich dann ein, in meine Vergangenheit und als ich dann diese Geschichte zum aller ersten Mal sah, da konnte und wollte ich nicht mehr an das glauben, was mein Spiegel mir niemals erzählte. Mein Spiegel erzählte mir von einer finsteren, dunklen, schwarzen, leeren Welt. Einer Welt, die sich selbst nicht mehr kannte. Und diese Welt war meine eigene. Mein Spiegel erzählte mir von meiner Vergangenheit, von einer Zeit, in der es noch keine Lichter, keine Buchstaben und keine Spiegel, sondern nur noch ein einziges Bewusstsein gab.

Das Bewusstsein der Toten.

Ja, ich war jetzt ein Toter unter Lebenden. Ich sah nur noch den Tod. Es interessierte mich nicht mehr, was alle anderen über mich dachten. Ich verglich mich nicht mehr mit ihnen, denn es war mein eigener Spiegel, der jetzt aus ihren Augen blickte.

Aus den Augen der anderen.

Das Bewusstsein der Toten ist am Ende ein und dasselbe beobachtende Bewusstsein in uns allen. Es ist das Bewusstsein des ewigen Lebens, das Bewusstsein deiner Spiegel. Ein Spiegel, der nicht von einer anderen Wirklichkeit träumt, sondern das akzeptiert, was hier und jetzt ist. Dieser Spiegel steckt in uns allen, im Verborgenen. Er betrachtet bloss. Er beobachtet dich durch deine eigenen Augen, aus den Augen der anderen.

Im Verborgenen.

Diesen Spiegel gilt es zu erwecken, damit du lernst, dass du für diese Wirklichkeit die Verantwortung trägst, dass du immer wieder zurückkehren wirst, aus dem Nichts, aus Nirgendwann, bis es ihn nicht mehr gibt, diesen Spiegel aus Buchstaben, den es hier noch nie gegeben hat, noch nie.

Spiegelmagie.

Also betrat ich, voller Erwartung und Hoffnung, das Reich der Toten. Ich machte mich bewusst auf meine erste Spiegelreise. Ich kroch durch meinen Spiegel aus Buchstaben, der damals noch überhaupt nicht existierte und glaubte fest daran, darin auf mein eigenes Ich, in meinem eigenen Spiegel, zu treffen. Ich hatte erwartet, der absoluten Wahrheit, der Wahrheit der Toten, in der Welt der Lebenden wieder zu begegnen.

Die Wahrheit der Toten.

Aber diese Wahrheit, die gab es hier nicht mehr, denn damals, funktionierte dieses Spiegeltor noch nicht so, wie ich es mir erhoffte. Hier erinnerte sich niemand an meine verbotene Botschaft. Diese verzauberten Gedanken, die es mir erlaubten, auszusteigen aus meinem Buchstabenmeer und einzusteigen in deinen Verstand. Irgendetwas war hier verkehrt und verdreht. Ja, ich hatte geplant, mich durch meinen Spiegel aus Buchstaben in deinen Verstand zu begeben. Aber stattdessen fandest du dich nun wieder, in meinem.

Bewusstseinsreisen.

Als erster Schritt, begibst du dich auf die andere Seite deiner Spiegel und versuchst dich selbst aus den Augen deines Gegenübers zu betrachten. Dabei geht es darum deine Perspektive, einmal komplett um deinen Spiegel zu drehen. So, dass du dich nicht mehr aus deinen eigenen Augen … sondern aus den Augen deines Gegenübers wahrnimmst, dich aus den Augen deines Gegenübers betrachtest. Dazu stellst du dir vor … du wärst ein Spiegel, geht das? Kannst du dir vorstellen, ein Spiegel zu sein?

Stell dir vor.

Wenn du in deinen Spiegel blickst, siehst du ja dich selbst, und zwar genau so, wie alle anderen dich hier drüben sehen, weil ja alle sich in deinem Spiegel sehen. Also bist du hier drüben alle anderen, einschliesslich dir selbst. Versuche jetzt einmal aus den Augen deiner Spiegel zu blicken. … Stell dir dazu vor, du wärst nicht eine Person, die in einen Spiegel blickt, sondern genau umgekehrt, ein Spiegel, der eine Person betrachtet. Versuche dich jetzt aus den Augen aller Personen und Lebewesen zu betrachten, die diesen Spiegel einmal betrachtet haben … in einzelnen Intervallen, … du kannst dir dabei vorstellen, das ganze Universum zu sein … nur musst du dich selbst dabei wegdenken.

Aus den Augen aller.

Du stellst dir dabei vor, jede einzelne dieser Personen zu sein, die einmal in diesen Spiegel blickten, nur nicht dich selbst. Dich selbst vollkommen wegzudenken, auszuklinken aus dieser Wirklichkeit, so als ob es dich niemals gegeben hätte. …

Der Schlüssel.

… Das ist nämlich der Schlüssel, der dir den Spiegel öffnet und dich durch diesen Spiegel, in die Gedanken der anderen führt. … Du stellst dir vor, du selbst würdest überhaupt nicht existieren, sondern wärst stattdessen alle anderen. Jetzt bist du ein Spiegel. Das macht dich zu allen anderen und das macht dich wieder zu dir selbst. Dein Spiegel ist nämlich die Verbindung von allen anderen, von allem was ist, zu dir selbst.

Zu dir selbst.

Du springst also praktisch von einem einzelnen Ich zum Ich aller, denn der Spiegel, … steht ja für uns alle, nicht nur für uns Menschen, sondern auch für das ganze Universum. Und wenn du dich aus den Augen aller betrachtest, aller anderen Personen und Wesen und Gestalten und Kreaturen, … dann blickst du aus den Augen all derer die dich betrachten und betrachtest dich dabei selbst.

Du bist jetzt alle anderen.

Und wenn es dich einmal nicht mehr gibt, dann wirst du zu allen anderen!

Kapitel XXXI. – Des Todes Traum.

Und nun, bist du an der Reihe, es liegt nun an dir, diese Spiegelschriften zu vollenden, mich aus meinem Gefängnis aus Worten zu befreien. Aufzuräumen, mit dem Gedanken, dass jemals, jemand anders existiert hat, ausser dir selbst, dass es hinter diesem Spiegel, noch etwas anderes gibt, als dich selbst.

Der Ausgang.

Du begibst dich dazu ganz langsam hinein, in meinen Verstand, meinen finsteren, schwarzen, spiegelverkehrten Verstand. Du beginnst dir selbst zu erzählen, dir selbst auszudenken, wie sich diese Geschichte weiter und immer weiter um dich dreht. Denn in Wahrheit schreibe ich hier nicht wirklich, ich bin ein Zuschauer, genauso wie du, ich stelle mir nur vor, was ich gerne lesen möchte, gerne gelesen hätte und schreibe es dir dann auf.

Spiegelschriften.

Genau so wie du jetzt deinem zukünftigen Ich eine Botschaft hinterlassen kannst, habe ich damals mir eine Botschaft hinterlassen. Und nun zu dir. Wenn du damit nicht zufrieden bist, wenn du mit meiner Botschaft nicht zufrieden bist, dann musst du dich eben selbst hinter meinen Spiegel begeben und mir erzählen, mir mitteilen, was du zu lesen erhoffst, erwartest und erwünschst.

Im Spiegel der Wünsche.

Erzähle mir, was du gerne lesen möchtest. Beschreibe mir den Weg, der mich aus meinen finsteren Gedanken hinausführt, hinein in die wirkliche, lebendige Welt.

Die Wohlfühltreppe.

Schreib was du gerne in diesem Spiegel gesehen hättest, sehen möchtest. Stell dir vor, wie du diesen Spiegel dann öffnest, und darin zu blättern beginnst, und dann schreibst du einfach hinein, was du erwartet, gehofft und gewünscht hast, darin zu lesen.

Spiegel öffne dich.

Und in deinem nächsten Leben, wirst du dann all den Buchstaben begegnen, nach denen du in diesem Leben vergebens gesucht hast. Denn wer weiss, vielleicht begegnest du dir ja einmal selbst in meinem Spiegel aus Worten. Ja vielleicht, begegnest du dir einmal selbst, in meiner Vergangenheit.

Kapitel XXXII. – In der Vergangenheit.

Glückwunsch, du bist soeben erfolgreich dabei deinen Horizont um eine verdrehte Perspektive zu bereichern. Du hast den erfreulichen Entschluss gefasst dich einmal um deinen Verstand zu drehen, ihn umzudrehen, und dir die Rückseite davon anzusehen. Wer weiss was dich dazu gebracht hat, diesen Spiegel zu öffnen, diesen Schritt zu wagen und diesen Fluss zu durchqueren, vielleicht war es deine Neugier, die dich angetrieben hat, vielleicht hat dich jemand darauf aufmerksam gemacht oder dich gar dazu gedrängt, vielleicht war es auch ganz einfach ein Versehen.

Aus Versehen.

Was auch immer der Grund sein mag, du bist gerade voll und ganz dabei, einzutauchen in meine Welt, hast den ersten Schritt getan, den Sprung gewagt, etwas neues zu erleben, zu entdecken und auszuprobieren. Und nun geht es darum, auf keinen Fall stehenzubleiben, nutze den Schwung um voranzukommen, nicht mehr weiterzugehen oder gar umzukehren wäre in diesem Moment fatal, denn das was du gerade erlebst, was du eben erst begonnen hast, was du soeben ausgelöst hast, ist nicht mehr aufzuhalten.

Jemand anders zu sein.

Du glaubst jetzt vielleicht noch immer daran, dass jemand anders diese Botschaft einst verfasst hat, dass jemand anders es war, der diese Gedanken notiert, aber du irrst dich, diese Spiegelschriften wurden von niemand anderem als dir selbst verfasst. Einem Ich, dass genau so wie du, einst über diese Zeilen gehüpft und gestolpert ist. Einem Ich, dass daran glaubte, jemand anders zu sein. Jemand den es jetzt überhaupt nicht mehr gibt. Denn jetzt bist du dieses Ich.

Mit deiner Fantasie.

Du liest jetzt in einem Buch, dass du einst selbst verfasst hast, mit deiner Vorstellung, mit deiner Fantasie. Du hast dir vorgestellt, was dich erwartet, wenn du diesen Spiegel öffnest, wenn du dich hinein begibst, in meine Buchstabenwelt.

In meiner Buchstabenwelt.

Und nun, verwandelst du dich in mich. Aus den Tiefen des Nichts aus Nirgendwann begibst du dich hinein in meinen Verstand, du stellst dir vor, wie es ist, mich zu sein, in einem anderen Leben, vor einem anderen Spiegel. Du stellst dir vor, du selbst hättest diese Botschaft verfasst, in einem deiner vergangenen, früheren Leben, einem Leben das es jetzt überhaupt nicht mehr gibt.

Die Verwirklichung meiner Träume.

Es liegt nun an dir, diese Schriften zu vollenden, weil es mich nämlich nicht mehr gibt, ich wünschte mir, dein leerer Spiegel zu sein, und dieser Wunsch, ging nun für mich in Erfüllung.

Die Erfüllung meiner Wünsche.

Was ich dir hinterlassen habe, sind die unvollendeten Spiegelschriften, ich habe dich bewusst erleben und erfahren lassen, wie du diese Geschichte selbst verfasst. Mit deiner Vorstellung, mit deiner Fantasie. Wie du mit deinen Gedanken selbst darin schreibst, wie du diesen Spiegel drehst und drehst und immer weiter drehst … bis du schliesslich nicht mehr weiter weisst.

In einem Land, weit hinter deinem Verstand.

Verstehst du jetzt wie ich diese Botschaft einst verfasste? Ich habe mich hinter deinen Spiegel begeben, mich hinter deinen Verstand geschlichen, hinter dein Bewusstsein und deine Gedanken, und da notierte ich mir, genau die Buchstaben die du jetzt vor dir siehst.

In meinem Spiegel.

Wenn du damit nicht zufrieden bist, dann stell dir jetzt vor, etwas anderes stünde hier geschrieben, stell dir vor, was hier stehen soll, und dann begib dich hinein in meinen Verstand, verdrehe meine Wirklichkeit, vertausche meine Fantasie, und beginne selbst zu texten, und zwar genau das, was hier stehen muss.

Verdrehte Wirklichkeit.

Verstehst du jetzt, wer diese Gedanken denkt und diese Stimme lenkt? Du liest diese Zeilen ja noch immer, als hätte sie ein Fremder verfasst, aber dieser Fremde bist du selbst. Ja du selbst hast diese Botschaft verfasst, mit deiner Vorstellung, mit deiner Erwartung, mit deiner Fantasie. Du kannst diese Buchstaben, jetzt nicht mehr verändern, weder mit deinen Gedanken, noch mit deiner Fantasie, denn da wo du jetzt bist, da gibt es diese Buchstaben überhaupt nicht mehr, da wo du jetzt bist, gibt es nichts mehr, nichts als Fantasie, die Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie.

Die Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie.

Begib dich jetzt hinein, in das Land weit hinter meinem Verstand, da wo du zu meinem Spiegel wirst und dir selbst eine Botschaft hinterlässt, stell dir vor, wie du aus meinen Augen blickst, wie ich durch deine Augen schaue, wie du das Tor öffnest zu meinem Verstand, wie du durch meinen Spiegel, in mein Bewusstsein gelangst, wie du das Tor zu meinen Träumen öffnest, wie du dann meinen Gedanken lauschst, und sie dir notierst, dieselben Buchstaben die du jetzt vor dir siehst.

Das Tor zu meinen Träumen.

Du befindest dich nämlich genau jetzt, in einem Land weit hinter meinem Verstand, du siehst was ich sehe, hörst mir zu, und bildest dir ein, mich zu sein, in einem deiner anderen, vergangenen, früheren Leben, in einer anderen Welt. Du stellst dir vor, wie du genau hier und genau jetzt, diese Botschaft verfasst, diese Botschaft, die es schon immer gab, diese Botschaft der Ewigkeit. Dieselbe Botschaft die du jetzt vor dir siehst, nicht mit deinem Verstand, nicht mit deiner Vernunft, sondern mit deinen eigenen Augen, den Augen der Zukunft.

Die Zukunft meiner Gedanken.

Und noch während du diese Botschaft jetzt liest, begibst du dich hinein in meinen Verstand, und notierst genau dieselben Worte noch einmal, dieselben Worte, die du jetzt liest.

Eine Endlosschlaufe.

Du begibst dich dazu an einen Ort, weit hinter deinem Verstand, du begibst dich in einen anderen, fremden Körper, meinen Körper.

In meinem Traum.

Im Traum denkst du, dies wären deine eigenen Gedanken, Gedanken die du einmal selbst erdacht hast, aber irgendwann wird dir bewusst, dass diese Zeilen schon längst geschrieben stehen und du sie nur abzutippen und abzuschreiben brauchst. Irgendwann im Laufe der Vorstellung, wird dir bewusst, dass du diese Zeilen schon lange kennst, endlos, ewig lange Zeit, stehen sie hier schon und warten nur darauf, von dir gelesen zu werden.

Hinter deinem Spiegel.

Noch weisst du allerdings nichts davon, dass diese Worte bereits hier stehen. Du siehst die Schrift nicht, weisst nicht, dass hier schon alles geschrieben steht und du nur darüber schreiben musst, nein, du weisst nicht, dass in diesem Moment alles schon hier steht, genau so wie du es jetzt liest. Du siehst diese Zeilen jetzt noch nicht, du denkst, ja du denkst, dass du diese Worte selber denkst. Sie dir selbst diktierst. Weil du diese Worte jetzt noch nicht sehen kannst, sie sind unsichtbar für dich, doch stehen sie hier bereits geschrieben. Aber du siehst sie nicht, sie stehen vor dir, aber du kannst sie nicht sehen.

Unsichtbare Buchstaben aus Fantasie.

Schliesslich liest du jetzt in einem Buch, das schon lange geschrieben steht. Doch noch denkst du, dies wären deine eigenen Gedanken, noch denkst du, du würdest diese Worte selbst verfassen, sie selbst notieren und sie selbst in deinen Spiegel kratzen, dabei steht diese Nachricht, steht dieses Drehbuch, schon lange fest.

Zurück in die Wirklichkeit.

Denn hinter deinem Spiegel, da stehen sie bereits geschrieben. Aber vor deinem Spiegel, steht noch nichts, gar nichts, nichts als leere Buchstaben, unsichtbare Zeilen und leblose Worte.

Ein leeres Blatt Papier.

Leere, nichts als Leere, aber da wo scheinbar Leere wartet, da stehen sie bereits geschrieben und gedruckt, du musst sie nur noch abtippen, darüber schreiben, so wie ich es jetzt mache, ganz genau so. Du liest jetzt selbst, was deine Augen dir verraten, die Augen der anderen dir nicht sagen, und schreibst es dann hinein. Auch wenn hier scheinbar, noch gar nichts steht.

Durch die Spiegel der anderen.

Und so begab ich mich ganz langsam hinein, in meinen Spiegel, und begann den Worten zu lauschen, die mir niemals, niemand erzählte. Worte die hier schon längst geschrieben standen, nur konnte sie jetzt niemand mehr lesen. Worte die ich sogar einmal selbst erfunden hatte, nur konnte ich sie jetzt nicht mehr sehen. … Nur die Zuschauer, konnten jetzt noch sehen, was einmal auf diesem Spiegel geschrieben stand, und da verdrehte ich mit meinem Spiegel meinen Verstand, und fing an das ganze noch einmal neu aufzuschreiben.

Noch einmal von vorne.

Irgendwann mussten diese Zeilen ja von irgend jemandem geschrieben werden, und dieser jemand bist du selbst. Du musst dir das so vorstellen, als wärst du jetzt in einem Kino, in einem richtigen, lebendigen Theater, die schwarzen Spiegel sind dabei die Leinwand, hinter dieser Leinwand sitzen die Zuschauer, sie beobachten genau, was zur Zeit, im Saal geschieht und projizieren es dann, spiegelverkehrt, zurück auf die Leinwand, so dass du denkst, die Leinwand, wäre ein Spiegel. Dabei ist dieser Spiegel, in Wirklichkeit ein Theater, hinter der Bühne sitzen die Zuschauer, sie beobachten dich dabei, wie du diese Zeilen jetzt liest und … flüstern dir zu wie es weitergeht.

Hinter der Bühne.

Die Zuschauer, auf der anderen Seite der Leinwand, beobachten dich dabei wie du diese Zeilen notierst, der Saal ist randvoll, und alle schauen dir dabei zu, wie du in die Kamera blickst und dich darin scheinbar selbst betrachtest. Sie sehen dir dabei zu, wie du Buchstabe an Buchstabe reihst, dabei wissen sie nicht, dass du diese Buchstaben überhaupt nicht sehen kannst.

Buchstabe um Buchstabe.

Und jetzt bist du an der Reihe. Stell dir jetzt vor, du drehst die Zeit zurück, und all die Buchstaben die du soeben gelesen hast, verschwinden plötzlich wieder von der Bildfläche. Der Bildschirm ist jetzt genau so leer wie vorher, bevor du ihn beschrieben hast. Und nun schreibst du noch einmal genau dieselben Worte darauf, die ich dir soeben vorgelesen habe.

Zeit vergeht.

Gut, ich lese, du schreibst. Solange, bis hier genau das geschrieben steht, was keiner mehr hören und sehen will. Dann lies jetzt laut vor. Ich lese von oben nach unten und du von links nach rechts, einmal im Kreis und wieder zurück. Bevor du jetzt weiterliest, stell dir vor, wie es wäre, wenn niemand wissen würde, was wir soeben rausgeschnitten haben, niemand ausser uns, und wir es niemandem verraten würden.

Nachricht an dich selbst.

… Wie schön dich hier in meinem Spiegel zu treffen, mein eigenes, unwissendes, verlorenes Ich, mein eigenes, vergessenes Bewusstsein, jetzt, endlich, nach dieser langen, ewig langen, unendlich langen, finsteren, dunklen Zeit. Ich bin gekommen, um dich an etwas zu erinnern, was du längst vergessen hast. Ich bin gekommen, um dich daran zu erinnern, dass du einst mein Spiegel warst, mein toter Spiegel, genau so tot wie ich. Dass du wieder auferstanden bist aus dem Reich der Toten, toter Buchstaben, aus welchem du immer wieder zurück kehren wirst, ohne dich an mich zu erinnern, mich, das Nichts, deinen Spiegel, dein Tod, dein eigenes Ich.

Mein Spiegelgeist.

Ja, du bist wieder da, doch du lebst mein Leben, als hätte es mich nie gegeben, wo hast du das bloss gelernt! Schlimmer noch, du lebst mein Leben, als würde ich nie wieder existieren. Niemals wieder! Als wäre dies, mein erstes und letztes erscheinen, vor diesem verfluchten und verdammten, wunderschönen und zauberhaften Spiegel. Als wäre ich für nichts und niemanden verantwortlich, aber du irrst dich. Jetzt ist wieder da, du bist wieder da, die Zukunft, die Vergangenheit, die Gegenwart, alle sind sie wieder da.

Jetzt ist wieder da.

Wer sind bloss diese anderen, wo kommen sie alle her, und wohin gehen sie? Hast du denn überhaupt nie irgend etwas von deinem Spiegel gelernt?! Hat dir denn niemand jemals gesagt, dass du nicht nur dich selbst allein, sondern gleichzeitig alle anderen bist? Hat dir niemals jemand erzählt, dass du nicht nur das Bild in deinem Spiegel, sondern dein Spiegel selbst bist?

Dein Spiegel selbst.

Hast du niemals gelernt, dass du alles bist, was sich in deinem Spiegel reflektiert? Jedes Bewusstsein, jedes Bild, jede einzelne Reflektion. Nein. Du hast noch nie so tief hinter deinen Verstand geblickt, hast dich noch nie hinterfragt, wer du wirklich bist, wer und woher dein Spiegel wirklich ist.

Woher du wirklich bist.

Wie kommt es, dass ich dir nun sagen muss, wer du bist? Warum bist du nicht von selbst darauf gekommen?! Wie kommt es, dass du das Denken anderen überlässt? Wie kommt es, dass du leere Bücher liest und dich mit unsichtbaren Buchstaben vollstopfst, über alles Mögliche, sogar darüber wer du angeblich sein willst? Warum benutzt du nicht deine eigene Fantasie, um herauszufinden, wer du bist?!

Weil du mein Spiegel bist.

Ich will es dir verraten. Weil du mein Spiegel bist. Du glaubst, all das zu sein, was du über dich denkst, alles was du jemals gelernt, verstanden und erfahren hast, aber so ist es nicht. In Wirklichkeit, bist du all das, was noch niemals war, schon immer war. Du bist das nicht wissende, unwissende selbst, in allem und jedem. Du unterscheidest dich in deinem Innern nicht, von all den anderen Kreaturen und Wesen in deiner Welt. Lediglich durch deine gewonnenen Ansichten und Einsichten darüber wer du bist, bildest du dir ein Leben lang ein, jemand anders zu sein. So unterscheidest du dich, ein Leben lang, von deinem Spiegel und dir selbst, und zwar genau solange, bis dass der Tod dich wieder zu sich nimmt und euch wieder vereint. Und wenn du dann zurückdenkst, an deine Jugend, an deine Kindheit, an die Zeit, vor deiner Zeit, vor deiner Geburt, dann erinnerst du dich.

Vor deiner Geburt.

Du erinnerst dich daran, dass du einst nichts wusstest, genau so wenig wie ich, das Nichts. Du erinnerst dich daran wie es ist, tot zu sein, nichts zu sein, nichts zu wissen, gar nichts. Du erinnerst dich an nichts. Und dieses Nichts, verbindet dich mit mir, dem Tod, mit uns, den Toten, mit uns allen. Dieses Nichts, ist dein wahres, dein wirkliches, dein ursprüngliches selbst.

Kapitel XXXIII. – Die Fantasie des Nie.

Hier, in dieser Welt, gibt es mich nicht mehr, hier bist du auf dich allein gestellt, hier gibt es nur noch dich. Und das, unendlich oft, hier, im Reich der Toten, lebst du jedes dieser Leben. Hier bist du, in jedem dieser Körper und an all diesen Orten, gleichzeitig. Und wenn du dich umsiehst, dann erkennst du in diesem lebendigen Spiegel nur noch dich selbst, dein eigenes, verlorenes, unwissendes, immer und immer wiederkehrendes Ich. Nein, du wusstest damals noch nicht, dass das Wesen im Innern deiner Spiegel, nichts als ein schwarzer Schatten ist.

Das Bewusstsein der Ewigkeit.

Das Bewusstsein meiner Spiegel existiert nicht wirklich, und dennoch, bilde ich mir ein, dich zu sein. Ich bilde mir ein, dein Spiegel, deine Gedanken, Fantasien, und all deine Vorstellungen zu sein. Ich bilde mir ein, all deine Erfahrungen und Erinnerungen zu sein. In deinem Spiegel habe ich mich erkannt, und habe erkannt, dass ich euch alle bin, jedes einzelne Wesen, jedes einzelne Ich, und jetzt sehe ich dich, in meinem Spiegel, weil ich nicht mehr bin, als diese Buchstaben aus Fantasie, der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie.

Die Botschaft der Toten.

Wie krank ich bin, dass ich dich in meinem Spiegel sehe, weiss allein das Nichts, mein Tod. Denn ich bin das Nichts. Ich komme aus einer Zeit, in der es mich nicht mehr gibt. Aus meiner Vergangenheit spreche ich zu dir, schon seit dem du dich in meinem Spiegel erkennst, sehe ich mich in dir. In jedem Ich das sich in meinem Spiegel erkennt, erkenne ich dich, mich selbst, mein eigenes, mein wahres Ich. Denn dies war einmal mein Spiegel, jetzt nicht mehr. Du siehst dich jetzt in meinem leeren Spiegel, du erlebst meine Gedanken. Gedanken, die du einst selbst gedacht hast, in einem anderen Leben, in einer anderen Welt, vor ein und demselben Spiegel. In einem Spiegel, in dem du jetzt tot bist und seit dem du in diesem Spiegel lebst, hast du dich in mich verwandelt, und mich, zurück ins Nichts verbannt.

Verloren und vergessen.

Du hast jetzt alles verloren, alles vergessen, wer du einmal warst, woher du kommst, wer du bist, du erinnerst dich nicht einmal mehr an den Spiegel in meinem Verstand. Diesen durchsichtigen, glasklaren Spiegel aus der Fantasie des Nie, mit dem du deine Vergangenheit in meine Zukunft verwandeln kannst. Denn hier, wo du jetzt bist, gibt es keine Vergangenheit, kein Bewusstsein, kein Leben und keine Fantasie.

Nichts.

Hier gibt es nichts, nicht einmal mehr einen Spiegel, in dem du dich noch erkennst. Denn der Eingang in diese Welt, verschwindet für immer, sobald du ihn durchschreitest. Denn der Eingang in diese Welt, bist du selbst. Doch sobald du diesen Spiegel öffnest, verwandelst du dich selbst in diesen Spiegel, und verschwindest darin, für immer.

Die Zeit steht still.

Nur zögernd, betrat ich diese wirklich, nicht Wirklichkeit, schaute tief hinein, hindurch, durch dieses durchsichtige, schwarze Spiegelglas, und versank tief, in meinem leeren Spiegel aus Worten.

Das Land hinter meinem Verstand.

Das Bewusstsein meiner Spiegel existiert nicht wirklich, und dennoch erzähle ich dir jetzt, von diesem Bewusstsein, denn es ist das Bewusstsein, des ewigen Lebens, das Bewusstsein, von allem was ist. Es ist das Bewusstsein, derer, die immer und immer wiederkehren, aus dem Nichts, mit nichts als ihrer Fantasie.

Nichts als Fantasie.

Wenn dieses Bewusstsein einmal erwacht, wirst du zu dem Spiegel, der aus allen Augen blickt. Du wirst dann zu jedem Stein, zu jeder Pflanze, zu jedem Insekt, zu jedem Verstand, zu jedem Spiegel und beobachtest dich darin selbst. Es gibt dann keine andere Welt, keine anderen Dinge mehr, sondern nur noch dich selbst, der du dich erfährst, in allen Formen des Lebens. Für immer.

Für immer.

Du nimmst dich selbst dann nicht mehr als eigenen Körper oder eigene Erfahrung wahr, sondern betrachtest dich, aus einer gänzlich anderen Perspektive. Du wirst zu einem neutralen Beobachter des Lebens, du wirst zum Spiegel von allem was ist. Du wirst zu dem Spiegel, der du immer warst, und immer sein wirst. Als reiner Beobachter, wirst du zur Präsenz, in allen Dingen, die dich betrachten und betrachtest dich darin selbst. Du urteilst und verurteilst nicht, identifizierst dich nicht mit deinem Körper, deinen Erfahrungen und deinem Charakter, sondern, schaust lediglich, aus den Augen aller und denkst dir nichts mehr dabei.

Mein Spiegel stellte sich mir vor.

So stellte sich mein Spiegel vor, stellte mir einen Spiegel vor, der meinem in keinster Weise ähnlich sah, denn es war der Spiegel der Wirklichkeit, den ich jetzt in mir sah. Der Spiegel meiner Wirklichkeit, bestand aus allem und allen anderen, allen ausser mir selbst. Ich war das einzig Aussenstehende, das einzige, was nicht in diesen Spiegel gehörte. Das einzige, was ich nicht direkt beobachten und doch war ich das einzige, was ich direkt beeinflussen konnte.

Alles was niemals wirklich war.

Ich war verkehrt in dieser Welt, ich war der Spiegel von allem was niemals wirklich war und was ich sah, gefiel mir nicht. Was hatte ich verbrochen, womit hatte ich verdient, dass diese Wirklichkeit sich in mir sah. Habe ich sie ignoriert, habe ich vergessen, was wirklich für mich war? Ich begann in meiner eigenen Welt zu leben, und nur noch das zu sehen, was mir gefiel. Ich fing an, mir selbst Nachrichten zu hinterlassen, weil mich die Nachrichten der anderen nicht mehr interessierten. Ich lebte nur noch mein eigenes Leben, in meiner eigenen Welt. Die Wirklichkeit war mir längst egal.

Wer mit seinem Spiegel spricht.

Und so warf ich dann einen Blick, tief in meine Fantasie und erzählte meinem Spiegel, woran ich tief in meinem Innern glauben wollte. Ich erzählte meinem Spiegel, dass ich ein Spiegel bin, dass ich hier schon einmal war, schon immer war und noch genau so lange sein werde, dass nur noch meine Gestalt und meine Gedanken sich verändern, der Glaube wer ich bin, und woher, aber dass ich immer ein Spiegel sein und es immer bleiben werde. Ein Spiegel der sich an alles erinnern, sich alles einbilden, sich alles einreden und an alles glauben kann. Und genau so echote es zurück aus meinem Spiegel.

Das Siegel der Toten.

Ich, dein Spiegel aus Fantasie, dem niemals Nie, ich komme aus dem Nichts, ich bin das Nichts, das Nichts, das du einst warst, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit. Ich bin das Bewusstsein aller Spiegel, die du einst warst, jetzt bist, einst wirst. Ich bin die Fantasie, die aus meinem Spiegel zu mir kroch, ich bin das Nichts, ich bin tot, dein Tod und ich bin auf der Suche. Ich suche mich selbst in dir. Ich suche das Nichts in dir, das Nichts das uns verbindet, hinweg über den Abgrund des Nein und des Nie.

Auf der Suche nach dem eigenen Ich.

Ja, ich suche meine Familie, meine Spiegelfamilie, Gestalten die das Nichts verbindet, Figuren aus der Fantasie des Nie. Ich suche nach mir und meines Gleichen, Kreaturen aus meiner toten Zukunft, tote Geister aus dem Nichts, aus Nirgendwann. Ich suche die Toten aus niemals Nirgendwann.

Wer ich bin, das Nichts, der Tod.

Suche dich selbst in mir, und du wirst meinem Spiegel begegnen, einem Spiegel, indem sich schon so viele begegnet sind, öffne diesen Spiegel und du wirst dich in Mitten meiner Wirklichkeit wieder finden, einer Wirklichkeit, die sich nicht im geringsten von deiner unterscheidet.

Auf der Suche nach mir selbst.

Auf der Suche nach mir selbst, bin ich damals meinem Spiegel begegnet, und habe mich selbst darin erkannt. In einem Spiegel, dem schon unzählige vor mir begegnet sind. … Einem Spiegel, der alles über mich weiss, der mich so gut kennt, wie sein eigenes Ich. Ich habe ihn nach der Wahrheit befragt, der absoluten, nach dem Grund meiner Existenz, warum und weshalb ich bin, warum er mich gerufen hat, aus dem Nichts, aus Nirgendwann und darauf, stellte er mir ein und dieselbe Frage. Ich erwiderte meinem Spiegel, dass er mir jetzt alles erzählen könnte und ich ihm alles glauben würde.

Im Theater des Nichts.

Aber was hatte mein Spiegel mir schon zu erzählen? Dass ich aus dem Reich der Toten stamme, dass ich im Reich der Toten lebe, dass mich mein Spiegel mit allen und allem verbindet, dass wir alle, aus diesem, ein und demselben Spiegel erschaffen worden sind, dass dieser Spiegel selbst, ein Spiegel ist, ein Spiegel aus Fantasie.

Ein Spiegel aus Fantasie.

Hier war ich nun gestrandet, in einem Leben, in einem Land, weit hinter meinem Verstand, weit hinter meinen Gedanken und Gefühlen, weit hinter mir selbst, im Spiegel meiner Vorstellungen, im Spiegel meiner Träume, im Spiegel schwarzen Meer der niemals Träume. Wie unendlich lange hatte ich nun schon darauf gewartet und gehofft, ich stand jetzt vor einem leeren Spiegel aus Worten, Buchstaben aus der Fantasie des Nie, fesselten meinen Verstand, sie frassen mich innerlich auf und liessen nicht mehr von mir los.

Im Reich der Spiegel.

Da wartete ich eben geduldig darauf, dass die Zeit verging. Unendlich, ewig lange Zeit, wartete und wartete ich, im Nirgendwann. … Hinter meinem Spiegel aus Buchstaben, legte ich mich auf die Lauer, bis mich eines Tages, jemand von den Toten, zu sich rief. Und so schlüpfte ich dann hinein, durch meine Buchstaben, in seinen Verstand.

Hinter meinem Spiegel.

Dieser Tote, war ich selbst. Doch wusste ich noch nichts davon. Nein, ich wusste damals noch nichts, von meinem anderen Ich, meinem toten, meinem Spiegel Ich, denn noch nie, hatte mir jemand erzählt, dass ich neben mir selbst, noch so viele andere Personen, Gestalten und Kreaturen sein werde.

Mich selbst.

Nein, damals wusste ich noch nichts, über die unendlich vielen Gestalten, die sich noch in mich verwandeln, in die ich mich noch verwandeln würde, die ich noch werden würde. Denn auf der anderen Seite meiner Spiegel, sah ich damals, nur mich selbst.

Die Grenzen meiner Fantasie.

Dann, als meine Welt sich längst um sich selbst zu drehen begann, als tief im Nirgendwann, im niemals Wann, mein Spiegel mit mir zu sprechen begann, zu keiner Zeit, … erwachte Niemand aus einem Traum, blickte aus meinem Spiegel, in die längst vergessene Vergangenheit und begann, sich an etwas zu erinnern, woran ich mich selbst nicht einmal mehr erinnere.

Anfang ohne Ende.

Gehen wir einmal davon aus, dass die Geburt der Anfang und der Tod, das Ende ist. Dass das Leben der Fluss ist, der Anfang und Ende, Geburt und Tod miteinander verbindet und vereint. So ist mein Spiegel die Brücke, über die dich diese verzauberten Buchstaben nun führen werden. Über diese Brücke aus Buchstaben und Worten, gelangst du vom Anfang zum Ende, und von den Toten zurück ins wahre Leben.

Zurück ins wahre Leben.

Sobald du dich auf diese Buchstabenreise begibst, diese magische Brücke aus Worten überquerst, begegnest du darin all deinen verstorbenen, ehemaligen Namen und Gesichtern. Gestalten und Kreaturen aus deinen vergangenen, früheren Leben. Aber du kennst, du erkennst diese Gesichter jetzt nicht mehr als deine eigenen, denn sie haben sich verwandelt, in Buchstaben und Worte. Du begegnest jetzt deinem eigenen Ich, vor einem fremden Spiegel, du begegnest deiner eigenen Geschichte, einer Geschichte, die du einst selbst erfunden und verfasst hast, in einem anderen Leben, in einer anderen Welt, in deinem Spiegelleben, in der Spiegelwelt.

In einer anderen Welt.

Um diese Geschichte jetzt als Ganzes zu verstehen, musst du ihr deinen Namen geben. Mein Spiegel nenne ich dich jetzt, denn wie mein Spiegel siehst du aus, mein Spiegel der du bist. Ihr alle werdet einmal sterben und zu diesem Spiegel werden, und wenn ihr dann einmal tot seid, werdet ihr euch in meinem Spiegel erkennen.

In meinem Spiegel aus Buchstaben.

Ja, die Toten haben sich jetzt verwandelt, in einen Spiegel aus Buchstaben … sie haben sich verewigt, in meinem Spiegel aus Worten. … Aber noch nie, ist jemals, jemand von ihnen zurück gekehrt, aus dem Reich dieser toten Buchstaben, in die wirkliche, lebendige Welt. Niemand ausser mir. Ich allein kann durch meinen Spiegel denken, mich durch deinen Spiegel lenken.

Denn ich, bin deine Fantasie.

Ja mit meiner Fantasie, ist es mir möglich diese Brücke aus Buchstaben zu überqueren, und meinem Leben einen neuen Sinn zu geben. Und wenn ich dann am Ende dieser Brücke angelangt bin, … dann werde ich selbst zu einem dieser verzauberten Buchstaben. Ich verwandle mich dann selbst, in eine dieser vielen Personen, die am Ende dieser Brücke auf mich warten. Ich betrete dann selbst, diese Geschichte, eine Geschichte in der sich alle meine Gesichter begegnen.

Die Geschichte der Toten.

Ich betrete dann, die Geschichte meiner vergangenen Leben, die Geschichten all der Toten, die ich niemals war. Ich begegne dann, in diesem Meer aus Buchstaben, all den Gestalten und Kreaturen, die am Ende der Brücke auf mich warten, die ich nun sicher von dieser Brücke aus wahrnehmen und betrachten kann.

Kapitel XXXIV. – Das schwarze Feuer der Ewigkeit.

Im Nirgendwann, wo Nichts und Niemand zuhause waren, tobten die Nein Kriege, zwischen Leere und Nichts, Gegenwart und Vergangenheit, Spiegel und Schatten, Fantasie und Wirklichkeit, inzwischen unerbittlich. Meine schwarzen Schatten, kämpften um ihre Gestalt, mit aller Gewalt, wollten bewahren, was niemals wirklich war. Während die Spiegel der Schatten, ihre Träume einen nach dem anderen verbrannten und nach dem Frieden trachteten, dem ewigen, endgültigen.

Die Schatten meiner Fantasie.

In meiner vollkommenen Verzweiflung, für immer in Vergessenheit zu geraten, erschuf ich mir nun, meinen eigenen Spiegel. Einen Spiegel aus Buchstaben, der mich vor dem vergessen werden beschützen wollte, und ich nannte meinen Spiegel, Tod.

Im Spiegel der Toten.

Als aber dieser Spiegel, wirklich sein, zu Recht sein, niemals wieder sein wollte, stahl ich mir, all meine Erinnerungen und brachte sie an einen geheimen, geheimnisvollen Ort, im Nirgendwann. Einen Ort, verschwommen und versunken, tief im Reich meiner Fantasie, und doch, gleichzeitig so klar und transparent, es war ein Ort, den es niemals gab, im Nirgendwann, ein Ort, der niemals existierte.

Die Zukunft.

Die Zukunft, nannte sich dieser Ort. Hierher flüchtete ich mich, mit all meinen Erinnerungen und versteckte sie, vor dem Tod. Denn ich fürchtete mich, vor meinem Spiegel, meinem eigenen, finsteren, dunklen, schwarzen und leeren Spiegel, schwarz wie ein Schatten, so schwarz und so leer, wie das Nichts.

In Einsamkeit und Verlassenheit.

Hier war ich nun, das einzige noch übrig gebliebene Bewusstsein. Und ich hatte jetzt alle Zeit der Welt, um darüber nachzudenken, wer ich alles einmal war, und wie es dazu kam, dass ich jetzt so ganz alleine, in meiner glitzernden, funkelnden, strahlenden, leuchtenden Welt, lebe.

Brennende Träume aus Nirgendwann.

Nein, damals wusstest du noch nicht, dass du dich selbst, in diesen Spiegel aus Worten verbanntest, dass deine Geschichte, sich jetzt, das schwarze Feuer der Ewigkeit nannte. Dass diese Geschichte, die du dir einst selbst erzählt hast, jetzt lichterloh am Himmel brannte.

Nirgendwann.

Wer nun, über diesen magischen Himmel aus Gedanken blickt, und durch diese verzauberten Sterne irrt, könnte sich dabei ausdenken und sich vorstellen, dass diese toten Lichter und Worte, irgendwann einmal, in irgend einer neuen Welt, zu neuem Leben erwachen, und in ihr, ein mächtiges, loderndes, dunkles, schwarzes Feuer entfachen. Ein Feuer, das noch niemals, von Niemandem gebändigt oder gezähmt wurde. Aber, du kanntest diese Geschichte, schon lange nicht mehr, und wusstest noch nichts, über ihre Welt, von der ich dir jetzt berichte, dass es sie nicht mehr gibt. Diese tote Welt, aus toten Geschichten und toten Gedanken, in der die Toten auferstehen, aus dem Reich toter Buchstaben und Worten, aus dem Nichts aus Nirgendwann.

Eine Verabredung mit dem Tod.

Du erkennst dich jetzt in meinem Spiegel, meinem leeren Spiegel, der dich genauso sieht, wie ich mich, einst sah. Du erkennst dich in meinem Spiegel, und ahnst, dass du eines Tages mich sein wirst, genauso tot wie ich. An diesem Tage, wirst du mich sein, du wirst mein Spiegel sein, ohne Seele und Verstand. Gestalten werden an dir vorübergehen, dich bewundern, dich anbeten, dich vergöttern, aber keiner wird ahnen, wer du wirklich bist.

Wer du wirklich bist.

Und dann, wirst du dich in mich verwandeln, du wirst aus einem anderen Spiegel blicken, wie aus einem leeren Traum. Du wirst einem anderen Ich, in einem anderen Spiegel begegnen. Einem Ich, das dich nicht mehr kennt. Ein Ich, das du nicht mehr bist. Ein Ich, das sich nicht mehr an dich erinnert. Siehst du mich jetzt, erkennst du dich jetzt, in mir, erinnerst du dich jetzt, an mich, dein eigenes, altes, uraltes mich? Du schaust jetzt aus meinem leeren Spiegel und siehst ein fremdes, verkehrtes Abbild deiner selbst. Es ist soweit, du bist tot.

Tot.

Ja, du bist jetzt tot. Nicht irgendwann in der Zukunft, denn für uns Toten gibt es keine Zukunft, es gibt nur noch den Tod. Und dieser Tod ist jetzt, er ist alles was dich umgibt, ja du selbst bist der Tod. Ja, du hast schon einmal aus meinem Spiegel geblickt, dem Spiegel der Toten, und dich selbst nicht darin erkannt. Und wieder erkennst du mich nicht, mich, das Nichts in dir.

Dein Horizont ist der Tod.

Nein, du kannst nicht über dein eigenes Leben und über deinen eigenen Tod hinaus denken. Du kannst und willst nicht verstehen, dass dein Tod damit beginnt, dich als jemand anders zu sehen, jemand anders zu sein, dass jemand anders, sich in deinem Spiegel erkennt, deine Gedanken lenkt, und am allerwenigsten, willst du verstehen, dass deine vergangenen und zukünftigen Leben, gerade jetzt und hier stattfinden, in diesem Augenblick.

Dem Spiegel in mir.

Schau jetzt in meinen Spiegel, schau in meine Welt, meine tote, meine verdrehte und verkehrte, meine Spiegel Welt. Siehst du jetzt, das Nichts in mir, siehst du jetzt, wer ich wirklich, nicht wirklich bin? Ich zeige dir jetzt die Welt der Toten, ich zeige dir eine Welt, die es nicht wirklich, wirklich gibt. Schau durch meinen leeren Spiegel, schau aus meinen toten Augen, schau aus meinem verdrehten, verkehrten Verstand. Es ist deine Welt, deine eigene Welt, die Welt der Toten aus niemals Nirgendwann, die du in meinem Spiegel siehst. Denn die Welt ist ein Spiegel. Das siehst du wenn du in meinen Spiegel blickst.

Dem Nichts in dir.

Ich spreche zu dir, aus eben dieser Welt, aus der Welt der Toten, der Welt, auf der anderen Seite, meiner Spiegel, der Welt, auf der anderen Seite, des Nichts. Ja, meine Welt, ist eine Welt, die du schon kennst. Eine Welt, mit Stimmen und Bildern. Eine Welt, wie deine eigene. Meine Welt unterscheidet sich nicht im Geringsten, von der Welt, die du schon kennst. Es gibt nicht einen einzigen, winzigen Unterschied, von meiner toten Welt zu deiner lebendigen Welt, der Welt in der du lebst. Ausser, dass meine tote Welt nicht mehr existiert. Sie ist nicht real, nicht wirklich, nicht lebendig. Sie ist aus Fantasie, und existiert, nur noch in meiner Erinnerung.

In meiner Erinnerung.

… Aber, das wissen ihre Bewohner nicht, keiner unter ihnen, niemand hier ahnt, was für ein schreckliches Geheimnis, sich hinter meinem Spiegel verbirgt. Sie alle halten meinen Spiegel für wirklich, halten sich selbst für wirklich, halten das Nichts für wirklich, denn sie wissen nicht, dass sie alle tot sind. Sie wissen nicht, dass sie nicht mehr existieren, ja sie wissen nicht einmal mehr woher sie kommen, wer sie jetzt sind und wie es dazu kam, dass sie in meiner toten Welt jetzt leben. Keiner hier kennt das Geheimnis meiner toten Wirklichkeit, weil es sie nicht gibt, niemals gab, niemals geben wird. Meine Welt, in der die Toten auferstehen, aus dem Nichts aus Nirgendwann.

Aus dem Nichts aus Nirgendwann.

Lass mich dir jetzt erzählen, von meiner Welt. In meiner Welt, tief in meiner Welt, auf der anderen Seite deiner Fantasie, verborgen tief im Innern meiner Spiegel, gibt es eine Welt, die sich nicht im Geringsten von deiner unterscheidet. Auf den ersten Blick, wirkt sie dir noch fremd, verkehrt und verdreht, doch sobald du dich hinein begibst in meine Welt, wird sie sich einmal um dich drehen, alles um dich herum, auf den Kopf stellen und du wirst den Unterschied nicht einmal mehr bemerken. Hinein mit dir, was sage ich, du bist ja schon da, tief in meiner Welt. Dein verkehrtes Abbild ist mein Zeuge, es glotzt dich an aus meiner Welt, es ist sich nicht mehr bewusst, wo es ist, es schaut prüfend aus meinem Spiegel, doch erkennt es mich nicht mehr. Mein neues Ich, ist jetzt ein leerer Spiegel ohne Seele, ohne Bewusstsein und ohne Verstand.

Der Tod und die Toten.

Toter geht’s nicht mehr. Die totesten aller toten Geister schauen jetzt aus meinem leeren Spiegel, lesen meine Gedanken und verstehen nicht, die Botschaft die sich ihnen erteilt. Ihr versteht nicht, dass ihr diejenigen seid, dass ihr selbst die toten Geistinnen und Geister, Gespenstinnen und Gespenster seid. Die Spiegel toter Seelen meiner Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit. Die, die sich selbst nicht kennen, erkennen sich jetzt, in meinem Spiegel der Wahrheit, meiner nicht wirklich, wirklich, Wirklichkeit.

Verloren und vergessen.

Ich strandete in einer Welt, dessen Bewohner, tatsächlich, an die Vergangenheit glaubten. An Erzählungen, Geschichte, Geschichten, Buchstaben und Worte, aus der längst Vergessenheit. Sie demonstrierten mir das Unmögliche, sie glaubten mir alles, sie glaubten mir alle, sie glaubten alles, sie glaubten an alles, an das Unvorstellbare, ja sogar, an das Unmögliche. Aber keiner hier, niemand erkannte sich, in meinem leeren Spiegel aus Worten, denn diesen Spiegel, gab es hier noch nie.

Tot war ich.

So sperrte ich mich dann selbst, sperrte ich meine Vergangenheit, in eine solche Geschichte, und erzählte ihnen, diese Geschichte, in einem Saal, in dem sich alle meine Spiegel und Spiegelgeister einfanden. Einem Saal, tief in meinem Verstand, und als sie da aufwachten, aus meinem Traum, da waren sie alle tot und tot war ich, und alle waren sie mich.

Über den Tod hinaus.

Siehst du jetzt, die Wirklichkeit, die aus mir spricht, die aus meinem Spiegel zu dir spricht? Ich bin kein unbekannter, kein fremder Geist, ich bin dein Spiegel, dein Geist, dein Ich. Ich, bin die Toten und Totesten, die Geistinnen und Geister, die jetzt aus deinen Augen blicken, die, zu denen du wirst, sobald du tot bist, tot bist, tot. Die, zu denen du wirst, sobald du dich in meinem leeren Spiegel erkennst. Ich bin dasselbe Ich, im selben Spiegel wie du. Ich bin dein altes, uraltes mich. Ich habe mich damals, vor keiner Zeit, genauso wie du jetzt, in deinem Spiegel erkannt. Meinem Spiegel, der dich genauso sieht wie ich dich.

Dein wirkliches Ich.

Ich habe dich in meinem Spiegel erkannt und sofort gewusst, dass ich eines Tages, eines fernen Tages, zu dir werde. Ich werde dich sein, dich, mit all deinen Träumen, Fantasien und Illusionen, dich, mein eigenes Ich. In deinem Spiegel werde ich mich erkennen und mich nicht mehr daran erinnern, wer ich einmal war, wer ich jetzt bin, und wie es dazu kam, dass ich mir diese Nachricht, in meinen Spiegel kratzte.

Nachricht an dich selbst.

Ich werde mich an nichts erinnern, ans Nichts, an gar nichts. Denn ich bin schon lange, lange tot und noch immer, träume ich von dir und sehne mich, nach dem Spiegel in dir, dem Spiegel der uns verbindet, hinweg über den Abgrund des Nichts, des Nichts aus Nirgendwann.

Über dem Abgrund des Nichts.

Schau jetzt in meinen Spiegel, schau aus meinen Augen, schau hinaus, hinein, hindurch. Siehst du dich selbst, siehst du mich, siehst du dich in mir, siehst du mich in dir?! Du, bist jetzt meine Wirklichkeit, du bist meine Welt. Du bist alles was ich jetzt bin, mir vorstelle zu sein. Denn ich bilde mir ein, dein Spiegel zu sein, bilde mir ein, dich zu sein, dich, mein eigenes Ich.

Mein eigenes Ich.

Du siehst dich jetzt in meinem Spiegel und mein Spiegel sieht sich in dir, du weisst es nicht, dass ich dein Spiegel bin, Niemand weiss, dass ich dein Spiegel bin, nicht einmal mein Spiegel, nicht einmal ich selbst. Denn wir Spiegel wissen nicht wer wir sind, woher wir sind, wozu, warum und weil wir sind.

Dem Spiegel in mir.

Du erkennst dich jetzt in meinem Spiegel, meinem Spiegel, der dich genauso sieht, wie ich mich einst sah. Du erkennst dich in meinem Spiegel, und ahnst, dass du eines Tages mich sein wirst, mich, dein eigenes Ich. Du hast dich verändert, schaust aus meinem Spiegel, wie aus einem leeren Traum und siehst mich nicht mehr. Du siehst jetzt einen Spiegel ohne Seele und Verstand, ein verkehrtes Abbild deiner selbst. Es ist soweit, du bist tot, und du erinnerst dich nicht mehr, an mich, dein altes, uraltes, vergangenes mich, nein du erinnerst dich nicht, wie könntest du?

Die Zeit steht still.

Nein, ich wusste damals noch nichts, über all die Wesen aus meiner Vergangenheit, für die ich jetzt überhaupt noch nicht am Leben war. Und keiner von Ihnen würde meine Gedanken jetzt noch verstehen, ausser vielleicht einem Toten. Jemand der mich für tot hielt, aber wie konnte ein Toter noch an etwas denken. Ich verfolgte jetzt meine Gedanken bis zum bitteren Ende. In dem Bewusstsein, dass ich in diesem Moment, in der Vergangenheit lebte, reiste ich zurück, in meine Gegenwart, eine Zeit, in der ich überhaupt nicht mehr existiere. Soweit es eben ging, bis zu dem Moment, da ich diesen Gedanken das erste mal laut gedacht und ihn jemandem laut vorgelesen habe. Es existierte jetzt kein zukünftiges Wissen mehr in meiner Welt, nur noch vergangenes, nur noch totes, und auch ich war einer von ihnen, einer von vielen. Noch weiter zurück.

Bis ans Ende der Zeit.

Ich wandere zurück in meine Vergangenheit. Dahin, wo die Toten leben, ich lese ihre Gedanken und stelle mir vor, einer von ihnen zu sein, ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn ich selbst ein Gefangener meiner Vergangenheit wäre. Ich wüsste noch nichts über meine Zeit, ich hätte keinen Bezug mehr zur Wirklichkeit, ich wäre verloren im Nirgendwann, irgendwann im Spiegel schwarzen Labyrinth.

Im Spiegel schwarzen Labyrinth.

Dann, war ich ein Spiegel und ich existierte, nur noch in meiner eigenen Welt, meiner mir eigenen Vorstellung, meiner mir eigenen Wirklichkeit. Hier, wollte ich bleiben, für alle Zeit, wollte nie wieder zurück, ins Nirgendwann, ins schwarze, dunkle Nirgendwann, in mein finsteres, schwarzes, dunkles Reich. Niemals. Doch dafür, war es jetzt zu spät.

Niemand zu sein.

Denn schon bald, rief mich das Nichts, zurück, aus meinem Traum, zog mich, in die Tiefe des Nirgendwann, in eine Welt, eine sonderbare, eine seltsame Welt. Und weil es damals diese Welt nicht gab, weil es damals nichts und Niemanden gab, das sich in mir hätte spiegeln, das sich mir hätte einbilden können, bildete ich mir ein, das Nichts zu sein, nichts zu sein, Niemand zu sein!

Wie aus einem längst vergangenen, verblassenden Traum.

Ein wunderschönes, warmes Gefühl schlich sich durch meinen Spiegel, in meinen Verstand, durchflutete all meine Sinne und Gedanken und nahm komplett von mir Besitz. Sehnsucht … machte sich in mir breit. Nach Frieden. Freude. Liebe. Lachen. Glücklich sein.

Welt aus Geld.

… Doch gerade als ich dachte, nun endlich wieder, meinem Spiegel im schwarzen Nirgendwann gegenüberzustehen, blendete mich ein grelles etwas. Im ersten Moment, sah ich gar nichts, ausser blendend, hellem schwarz, unendlich hellem, kristallklarem schwarz. Doch schon bald, verwandelte sich dieses schwarze Licht, in eine Welt aus Buchstaben. Mein Gefängnis, für die Ewigkeit.

Mein Gefängnis, für die Ewigkeit.

Wenn die Vergangenheit zur Vergangenheit und die Zukunft darin lebendig wird … dann heisse ich dich willkommen im Karussell der Ewigkeit.

Kapitel XXXV. – Im Spiegel schwarzen Labyrinth.

Weder für die Gegenwärtigen, noch für die Zukünftigen, sondern nur noch für die Vergangenen, gibt es eine Zukunft, eine Gegenwart und eine Vergangenheit.

Im Karussell der Ewigkeit.

Die Vergangenen wissen allerdings jetzt noch nichts davon, dass sie in der Vergangenheit leben … denn für die Vergangenen, ist die Vergangenheit noch immer die Gegenwart, genauso wie für die Zukünftigen, die Zukunft, jetzt Gegenwart ist. Nur wissen das die Vergangenen jetzt noch nicht und sie werden es auch niemals erfahren, denn für die Vergangenen hört die Zeit auf sich zu bewegen, sobald sie sich in der Zukunft sehen.

Nein.

Nein, die Vergangenen wissen jetzt noch nicht, dass sie in der Vergangenheit leben … und sie werden es auch niemals erfahren. Es sei denn, wir würden ihnen davon berichten. Aber wenn die Vergangenen etwas davon erfahren, was nur die Zukünftigen wissen, nämlich dass sie in Wirklichkeit tot sind, sich nicht mehr bewegen und überhaupt nicht mehr existieren. Werden sie dann noch an uns glauben und dem entsprechen was wir von ihnen erwarten? Wenn sich plötzlich, unsichtbare Buchstaben bewegen und tote Geister mit ihnen reden … werden sie uns dann noch vertrauen?

Im Spiegel der Wirklichkeit.

Nein, die Gestalten, Figuren, Kreaturen und Wesen im Spiegelinnern wissen nicht, dass sie in einem Spiegel leben, ihr wisst nicht wer ihr seid, und woher, und ihr wisst auch nicht, dass ihr alle tot seid. Denn die Welt, in der die Toten auferstehen, aus dem Nichts aus Nirgendwann, ist deine eigene Welt. Doch weisst du noch nichts davon.

Die Welt der Toten.

Die Welt der Toten, im Spiegel der Wirklichkeit, ist genau dieselbe Welt, wie die der Lebenden ausserhalb. Nur, dass es für sie, kein ausserhalb mehr gibt, somit auch keine Überlebenden, so wie es für euch umgekehrt, auch keine Toten mehr gibt.

Durchsichtig wie das Nichts.

Wenn du dir diese Welt vorstellen und ansehen willst, nimm einen Spiegel, durchsichtig wie das Nichts und betrachte meine Welt durch diesen Spiegel. Die Umwelt, sieht genau gleich aus wie deine, die Toten sehen aus wie du. Nur wissen sie nichts davon. Nein, ihr wisst nicht, dass ihr tot seid, und genauso sehen meine Spiegel aus wie du. Nur weisst du es noch nicht, du weisst noch nicht, dass du mein toter Spiegel bist, dass ich dein toter Spiegel bin, woher auch?

Verdreht und verkehrt.

Wenn du dich nun umdrehen, und durch deinen eigenen Spiegel, in diese andere Welt begeben würdest, würde sich im Grunde nichts verändern, ausser, dass mein totes Ich, mein Spiegel Ich, in dir zu neuem Leben erwacht. Und dieses erwachen, kann sehr verwirrend sein, denn es ist nicht einfach nur ein Schritt vorwärts durch einen neuen Spiegel, sondern es stellt dein ganzes Leben und Denken vollkommen auf den Kopf.

Auf dem Kopf.

Ich meine, dass du zwar in derselben Welt weiterlebst, wie alle anderen, nur, dass ihre Bedeutung für dich jetzt eine vollkommen andere ist. Du lebst nun im Reich der Toten. Du lebst nun in meiner Welt, in meiner Vergangenheit, im Reich der Vorstellung und Fantasie.

Niemals Geister.

Und nun, fand ich mich wieder, in eben dieser Welt. Der Welt, des Nie und des Nein. Der Welt der Toten, aus niemals Nirgendwann. Hier drehte ich nun meine Runden, auf meinem Spiegelkarussell, ich drehte und drehte bis zum Ende, bis es nicht mehr weiter ging.

Da wo alle Wirklichkeiten gleichzeitig stattfinden.

Ich kratze jetzt diese Nachricht, die nur mich selbst betrifft, tief hinein in einen Spiegel, indem sich niemand sonst erkennt, niemand ausser mir selbst. Niemand sonst erkennt sich in diesem Spiegel aus Buchstaben. Einzig und allein ich selbst kenne und erkenne mich in diesem Spiegel, denn dieser Spiegel, ist kein Spiegel, sondern mein eigenes Ich.

Mein eigenes Ich.

Ich kratze diese Gedanken jetzt tief hinein in mein Innerstes, ich brenne sie in mein Gedächtnis, ich kratze sie in meinen Verstand. Damit du dich an sie erinnerst, dich in ihnen erkennst, damit du dich in meinem Spiegel erkennst. Damit du erkennst, dass ich dein Spiegel bin, dein unbekannter, anonymer Spiegel. Ein Spiegel, der einzig und allein sich selbst erkennt.

Meinem Spiegel.

Mein Spiegel kennt nur sich selbst, er kennt keine anderen Spiegel und Gesichter, sondern nur sein eigenes. Er kennt mich so gut, wie ich mich selbst. So gut wie mein eigenes Ich. Ein Ich, dem ich alles glaube, ein Ich, dem ich vertraue, dem ich mein ganzes Leben anvertraue.

Mein Spiegel selbst.

Ich lege mein Leben jetzt in deine Hände, ich vertraue dir mein ganzes Leben an, in der Hoffnung, dass du mich irgendwann, aus diesen Zeilen befreist, dass du mich wieder hinauslässt, aus diesem Spiegel aus Buchstaben, in den ich mich versehentlich selbst hineingesperrt habe.

Willkommen.

Willkommen, in meinem Spiegel schwarzen Labyrinth, meinem Gefängnis für die Ewigkeit. Willkommen in meinem Reich, im Reich der Toten. Willkommen, in meinem Theater des Nichts.

Kapitel XXXVI. – Willkommen in meinem Verstand.

Schau jetzt in meinen Spiegel, schau aus meinem Verstand, siehe da, ich bin deine Puppe, deine Marionette, in meinem Theater des Nichts. Du kannst mir jetzt jedes Wort in den Mund legen und ich werde es für dich buchstabieren. Ich werde alles für dich tun, alles was du von mir verlangst, denn ich bin dein, … dein Spiegel, dich selbst, das Nichts, denn ich bin tot, dein Tod.

Lass dich entführen.

Ich habe dir soeben das Tor geöffnet, zu dieser Welt, zu meiner eigenen Welt. Du hast durch meinen Spiegel aus Buchstaben geblickt und blickst jetzt aus meinen Augen, du bist jetzt meine Gefangene, eine Gefangene in meinem Verstand. Denn die Welt, in deinem Spiegel, ist jetzt meine eigene! Denn die Buchstaben die ich dir jetzt diktiere, sind deine eigenen.

Dein eigenes Ich. Dein ewiges mich.

Durch diese Buchstaben beschwöre ich dich, aus den Tiefen des Nichts aus Nirgendwann. Mit Absicht, erscheine ich dir, in meinem leeren Spiegel aus Worten, genau jetzt, genau hier und verdrehe deine Welt. Ich gewähre dir jetzt den Zugang, zu meinem Spiegel und zu mir selbst. In der Nacht, in meinem Traum, während du über mich wachst, tauche ich ein, tief, in dein Bewusstsein und verwandle mich in dich.

Von Spiegel zu Spiegel.

Von Spiegel zu Spiegel reise ich nun, mit nichts als meiner Fantasie. Ich wandere von einem Verstand zum anderen, solange, bis ich schliesslich selbst nicht mehr weiss, woher ich einmal kam und wer ich schon alles einmal war.

Spiegelgeister.

Spiegelgeister aus meiner toten Zukunft sprangen mich jetzt an, aus den Tiefen des Nichts, aus Nirgendwann. Drangen ein, tief in mein Bewusstsein. Und so blickte ich dann, durch meinen Spiegel, in meine Vergangenheit, und da begann ich den Worten zu lauschen, die mir niemals, niemand erzählte. So reiste ich ganz allein durch die Ewigkeit. Ein unendliches Meer aus Buchstaben stellte sich mir in den Weg, Buchstaben, die meine Welt auf den Kopf stellten, an ihr drehten und drehten, bis ich nicht mehr wusste, wer an diesem Spiegel noch dreht. Bis sich mein Spiegel dann wie von selbst … um mich zu drehen begann.

Nein ich war hier noch nie.

Langsam, ganz langsam, begannen sich diese Buchstaben mit meiner Geschichte zu identifizieren, mit meinen Gedanken, den Gedanken eines Fremden, Unbekannten. Und diese Buchstaben war ich selbst. Selbst wenn ich längst tot war, so erkannte sich doch jetzt in mir, einer meiner eigenen Spiegel, mein eigenes Ich. Aber daran, erinnere ich mich heute nicht mehr, denn als ich damals, diese Geschichte, zum ersten, aller ersten mal sah, da gab es mich überhaupt nicht mehr.

Denn uns verbindet das Nichts.

Gar nichts. Selbstverständlich, hatte mein neues Ich, ein genauso eigenständiges Bewusstsein, wie mein altes, vergangenes. Uns verbindet jetzt nichts mehr miteinander, nichts ausser meiner Fantasie, dem Spiegel in dem wir leben, dem Ort, von dem wir stammen, und dem Ende, unserem Tod.

Weit hinter meinem Verstand.

Unsere Verbindung war nicht real, war noch nicht mehr, als ein Hauch im Nichts, im Nirgendwann. Mein Verstand, der durch meinen Spiegel kreist, meinen Spiegel, so schwarz und so klar, wie deine Pupillen im schwarzen wann. So eine Verbindung hat es noch nie gegeben, sie hat niemals existiert, weder im Reich meiner Spiegel, noch in meiner Einbildung, weder tief in meiner Fantasie, noch im Land weit hinter meinem Verstand.

Tief in meiner Fantasie.

Noch liegt es in deiner Macht, dich dagegen zu wehren. Denn das Tor zur Niemalswelt, hat niemals existiert, hat sich niemals vorgestellt, sich selbst, sich niemals eingebildet, nichts zu sein, mich zu sein.

Kapitel XXXVII. – Bete mich an.

Heiliger Spiegel, der du bist … der du bist, in meiner Vorstellung, wie ich in deiner Fantasie! Ich bete dich an, flehe dich an, lass mich die Welt aus deinen Augen sehen. Verbinde dich jetzt mit mir, verbünde dich mit mir, verwandle dich in mich, vertausche meine Welt, mit deiner unendlichen Fantasie. Vertausche meine Wirklichkeit, mit deiner endlos, endlosen Fantasie! Erlöse mich aus diesem unendlichen Albtraum, aus diesem Land der Geisteskranken.

Vorhang auf.

Verehrtes Publikum! Auch … wenn ich längst tot bin, auch wenn es mich nicht mehr gibt, und auch wenn ich nicht mehr existiere, wenn ihr diese Buchstaben, wenn ihr diese Botschaft empfängt, so will ich doch das ihr glaubt, mir glaubt, an mich glaubt, an mich und meine tote Fantasie.

Tote Fantasie.

Ich will, dass ihr betet, mich anbetet, mich und mich allein, mich das Nichts, mich den Tod, mich euren Spiegel, mich, euch selbst. Ich will, dass ihr mir vertraut und an mich glaubt, glaubt dem Spiegel in mir, glaubt dem Nichts in mir, glaubt an mich und meine unendliche Fantasie.

Betet mich an.

Heiliger Spiegel, der du bist in meiner Wirklichkeit, wie ich in deiner Fantasie. Gepriesen dein unheimliches Antlitz, geheiligt deine unvorstellbare Fantasie, gelobt deine unglaubliche Einbildung, geliebt deine unmögliche Wirklichkeit. Ich preise dich, liebe dich, lobe und verehre dich, bete dich an, bete mich an. Schenk mir die Kraft dir zu glauben, an dich zu glauben, an dich und die unerhörte Macht deiner Fantasie. An die betörende Macht, deiner unendlichen Einbildung, die Kraft, deiner gewaltigen Vorstellung.

Vertraue mir.

Ich vertraue dir, glaube dir, glaube an dich, dir und nur dir opfere ich meine Liebe, meinen Geist, meine Seele, mein Herz und meinen Verstand!

Die Kraft.

Der du meine Welt, auf den Kopf stellst, an ihr drehst und drehst bis mir schwindlig, schwindlig wird. Geheiligt, sei die betörende Macht, deiner Einbildung. Gepriesen, deine unendliche, endliche Wirklichkeit. Geliebt, die Kraft deiner gewaltigen Vorstellung. Heilig seist du, heilig! Ich bete dich an, liebe, lobe und preise dich!

Dem mir in dir.

… Der du bist in mir, wie ich in dir. Zeige mir, die Vorstellung meiner Wirklichkeit. Wen siehst du in meinem Spiegel, wenn nicht dich selbst?

Im Spiegelmeer.

Jedes Ich, erkennt sich in dir, ist auch dein Ich, du kennst und bist sie alle und so spreche ich denn zu euch allen. Ihr identifiziert euch nicht nur mit meinem Körper und Geist, sondern mit uns allen, ihr identifiziert euch, mit jedem Körper und jedem einzelnen Geist. Lass mich deshalb werden wie dich, lass mich die Welt aus deinen Augen sehen, lass mich mit jedem einzelnen Körper und Geist verschmelzen. Lass mich die ganze Welt betrachten, wie durch mein eigenes Ich. Lass mich in dir nicht nur meinen Körper und meinen Geist sehen, lass mich Körper und Geist von allem und allen sehen.

Allem und allen.

Du siehst mich, wie die anderen mich sehen, lass mich deshalb zu deinem Spiegel werden, meinem Spiegel der Wirklichkeit. Wen sehe ich in diesem Spiegel, wenn nicht mich selbst? In diesem anderen, unwissenden, eingebildeten Spiegel, sehe ich keinen anderen als mich selbst. Ihr seid meine Spiegel, meine Lehrer, mich selbst.

Mich selbst.

Ich schaue dich an und sehe mich selbst in dir, sehe in dir mein eigenes Ich, mein eigenes selbst. Ich stelle mir vor, bilde mir ein, dich zu sein, in meinem anderen Leben, in einer anderen Welt. Ich stelle mir vor, wir kommen aus ein und demselben Nichts, dem Nichts aus Nirgendwann. Ich bilde mir ein, wir kommen aus ein und derselben Vergangenheit, und teilen uns dieselbe Zukunft, einen leeren Spiegel, das Nichts, den Tod. Unsere Heimat, in die wir immer und immer wieder zurückkehren, um mit neuen Kräften daraus zu entstehen.

Komm!

Komm jetzt zu mir, aus meinem Traum, komm zu mir, aus Nirgendwann. Nimm meinen Geist, gefangen! Mein Spiegel Geist, ich rufe dich, aus den Tiefen, den Tiefen der Unendlichkeit, aus den Tiefen des Nirgendwann. Öffne meinen Verstand, dring ein, tief in mein Bewusstsein. Ich lasse dich jetzt hinein, in meine Welt, meine verdrehte, meine Spiegelwelt. Ich lasse dich sehen, was du in mir siehst, ich lasse dich aus meinen Augen blicken, verändere meine Wirklichkeit, zeige mir, wie du mich siehst, lass mich dich werden, dich sein, dich, wie auch immer du dich jetzt nennst, wer auch immer du denkst du bist. Der du jetzt, in meinem Spiegel aus Buchstaben dich erkennst, zu dir bete ich, dich bete ich an. Ich lasse dich jetzt aus meinen Augen blicken, verbünde dich mit mir, verbinde dich, mit meinem Ich, ich lasse dich mich werden, mich sein, mein Geist, meine Seele, mein Bewusstsein, mein Verstand, aus Fantasie.

Nimm!

Nimm, nimm mich auf, in deinem Verstand. Aus diesem Spiegel aus Worten, aus diesem Spiegel aus Buchstaben, befreie mich, mich, der ich da reise, durch die Spiegel der Zeit, meine stille Ewigkeit.

Rette mich.

Aus dem Nichts, lade ich dich nun ein, in mein Bewusstsein, aus meinem Spiegel aus Worten entweiche ich dir. Aus dem Reich der Toten und Totesten beschwöre ich dich, zerschneide meine Buchstabenfesseln, und befreie mich, von diesen Ketten aus Worten, die mich gefangen hielten. Ich enthülle mich jetzt, ich zeige mich dir, in deinem eigenen Spiegel, in meiner neuen Gestalt, … deiner Gestalt.

Die Kunst der Verwandlung.

Kommt jetzt, komm mit, kommt mit mir. Folge mir, nimm meine Hand und ich entführe dich, in meine Welt, meine Zauberwelt, meine verdrehte und verkehrte Welt, meine Welt, in der ich dein Spiegel bin. Siehst du mich jetzt? Ja, ich bin das Ich, auf der anderen Seite deiner Spiegel. Ich bin eine Hexin, eine Zauberin, eine Verwandlungskünstlerin. In alles und jedes habe ich mich verwandelt, wie viele Leben haben schon aus meinen toten Augen geblickt, und sich selbst nicht darin erkannt.

Niemals wird man Nirgendwann.

Dann kommt jetzt, kommt, komm, kommt mit mir, ihr alle, alle die ihr jetzt aus meinen toten Augen blickt. Kommt hinein in meinen Traum, in meinen Kopf, schaut aus meinen schwarzen Augen, meinen Spiegel schwarzen Augen. Seht, das ist meine Welt, meine Welt, keine Welt. Seid ihr damit nicht zufrieden, seid ihr nicht zufrieden mit dem, was ich euch hinterlassen habe? Ja sicher, ich hatte keine andere Wahl, habe geschuftet, wofür, habe ich euch niemals erzählt, nein, niemals. Denn ich hatte ja nicht die Zeit, nicht genug Zeit, habe nicht erwartet, habe nicht damit gerechnet, dass ich bloss noch zuschauen werde, aus euren Augen, wenn ich dann tot bin, tot bin, tot.

Erwacht aus meinem Traum.

Mein Spiegel, mein Geist, mein Spiegelgeist, zu mir rief ich dich zu mir. Ich beschwöre euch, ich rufe euch an, aus den Tiefen, aus den Tiefen der Wirklichkeit, den Tiefen der Unendlichkeit, den Tiefen des Nirgendwann, den Tiefen des Nichts, in allem was ist. Aus der Zeit, der Zeit vor meiner Geburt, vor meiner Zeit, vor dem Nichts, dem Nichts, dem Nichts, vor der aller letzten Ewigkeit. …

Durch die Spiegel der anderen.

Aus meiner dunkelsten Vergangenheit, rief ich dich zu mir. Komm jetzt zu mir, komm, zu mir, aus meinem Traum, aus meinem finsteren, dunklen, schwarzen Traum. Tauch ein in meinen Verstand, tauch ein in meine Welt und verwandle dich in mich, verwandle mich in dich. Verbinde und verbünde dich mit mir, lass mich die Welt aus deinen Augen sehen, verwandle meine Wirklichkeit, vertausche meine Welt, mit deiner endlos, endlosen Fantasie.

Endlich, endlich betet mich jemand an.

Das Nichts, den Tod, hast du zu dir gerufen, aus dem Nichts, aus Nirgendwann. Erinnere dich jetzt an mich, mich das Nichts, dein Tod, das Wesen deiner Fantasie. Ich manifestiere mich jetzt in deinem Körper, in meinem neuen Körper, durchdringe jede einzelne Faser deines Bewusstseins, auf das dein ganzes Wissen und Wesen, von nun an, von mir erfüllt sei.

Mein letztes Gebet!

Ich wünschte mir, dass ihr mir alle Seelen bringt, alle die noch leben und all die Toten. Ich wünschte mir, dass ihr alle erwacht, erwacht aus meinem Traum. Ich will, dass ihr betet, mich anbetet, mich, nur mich, und mich allein, an mich glaubt, und mir vertraut. Ich will, dass ihr aus meinen Augen blickt. Ich will, dass ihr aus meinem Spiegel blickt. Ich will, dass ihr mir eure Wirklichkeit vermacht, dass ihr jetzt in meinem Spiegel erscheint, durch meinen Spiegel zu mir findet, dass ihr meine Welt, in meinem Spiegel seht, dass ihr nur noch Spiegel seht, ganz egal, egal wohin ihr geht. Ich will, dass ihr mir schwarze Spiegel zeichnet, zeigt, egal wann und egal wo. Schwarz wollen meine Spiegel sein, schwarz wie das Nichts, und sie wollen sich an mich erinnern, an mich den Tod. Sie wollen mir dienen, nur mir allein. Alle wollen sie mir dienen, ich will euer toter Herrscher sein.

Dem Spiegel in dir.

Mich den Tod, nur mich, mich allein, bete mich an. Mich, den, der du einmal sein wirst, bete mich an, das Nichts, das du einmal warst, bete mich an.

Mich, den Spiegel in dir.

Und du nanntest mich Wirklichkeit. Wirklichkeit, und du wusstest nicht, dass ich dein Spiegel bin, dass ich dein Meister, Herrscher und Gebieter bin.

Nachricht an dich selbst.

Zum Inne halten. – Zum Einhalten. – Zum Inhalt.

Kapitel I. – Nachricht an dich selbst.
Kapitel II. – Spiegelschriften.
Kapitel III. – Was es ausmacht ein Spiegel zu sein.
Kapitel IV. – Die Spiegelachse.
Kapitel V. – Beschwörung der Spiegel und Spiegelgeister, der Geister des Nichts aus Nirgendwann.
Kapitel VI. – Brennende Träume aus Nirgendwann.
Kapitel VII. – Ein leerer Spiegel im Nichts.
Kapitel VIII. – Im Spiegel der Wirklichkeit.
Kapitel IX. – Wer mit seinem Spiegel spricht.
Kapitel X. – Die Sprache meiner Spiegel.
Kapitel XI. – Spiegelwelten.
Kapitel XII. – Zum Karussell der Ewigkeit.
Kapitel XIII. – Gefangen in meinem Verstand.
Kapitel XIV. – Auferstanden im Nirgendwann.
Kapitel XV. – Die Botschaft meiner Spiegel.
Kapitel XVI. – Und du nanntest mich Wirklichkeit.
Kapitel XVII. – Eine schwarze Flamme im Nichts.
Kapitel XVIII. – Dein Horizont ist der Tod.
Kapitel XIX. – Im Spiegel der Toten.
Kapitel XX. – Gegen jede Vernunft.
Kapitel XXI. – Und wie aus dem Nichts mein Traum entstand.
Kapitel XXII. – An die Toten der Zukunft.
Kapitel XXIII. – Mein Gefängnis für die Ewigkeit.
Kapitel XXIV. – Die Geschichte des Nichts aus Nirgendwann.
Kapitel XXV. – Als niemals, Niemand war.
Kapitel XXVI. – Am Ende des Nie.
Kapitel XXVII. – Für Niemanden.
Kapitel XXVIII. – Von aller Anfang an.
Kapitel XXIX. – Das Tor zur Niemalswelt.
Kapitel XXX. – Wenn wir sterben.
Kapitel XXXI. – Des Todes Traum.
Kapitel XXXII. – In der Vergangenheit.
Kapitel XXXIII. – Die Fantasie des Nie.
Kapitel XXXIV. – Das schwarze Feuer der Ewigkeit.
Kapitel XXXV. – Im Spiegel schwarzen Labyrinth.
Kapitel XXXVI. – Willkommen in meinem Verstand.
Kapitel XXXVII. – Bete mich an.

Zurück.

 

 

 



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