Spiegelschriften, Spiegelgeschichten, die Spiegelgeschichte, die Geschichte der Spiegel und Spiegelgeister, der Geister des Nichts aus Nirgendwann, die Geschichte der Spiegelmagier und Spiegelreisenden, die Geschichte, von allem was ist, ist deine eigene Geschichte. Sie wurde einst, von keinem anderen als dir selbst verfasst. Einem ich, an das du dich jetzt, nicht mehr erinnerst. Ein ich, das du einmal warst, bevor deine erste Spiegelreise begann. Bevor du ins Reich des Vergessens eintauchtest.

Nein, du erinnerst dich heute nicht mehr, daran, wie du selbst diese Nachricht einst verfasst hast. Denn als du dich damals, auf diese Spiegelreise begeben hast, hast du nichts mitgenommen, nichts ausser deiner Fantasie.

Um diese Nachricht jetzt verstehen und entschlüsseln zu können, brauchst du vor allem eines. Deine Fantasie. Viel Fantasie. Unendlich viel Fantasie. Denn nur mit deiner vergessen und verlorenen, grenzenlosen, unendlichen Fantasie, wirst du jemals wieder verstehen und begreifen, dich wieder daran erinnern, wer du schon einmal warst, und wie du dir selbst eine Nachricht hinterlassen hast.

Wenn du deine tote Fantasie dann tatsächlich wieder zu neuem Leben erweckst, sie so weit treibst, so weit entwickelst, dass du am Ende, an sie zu glauben beginnst, dass du daran zu glauben und dich daran zu erinnern beginnst, dass du selbst es warst, der diese Botschaft einst verfasst hat, dann lebst du nicht mehr in der Wirklichkeit, sondern im Reich der Fantasie.

Und wenn deine Fantasie, zu deiner Wahrheit wird, wenn du deine eigene, verloren geglaubte Wahrheit, für die Wirklichkeit zu halten beginnst. Wenn du deine eigene, vergessene Botschaft für wahr zu halten beginnst, wenn du dich an diese versunkene und verschollene Nachricht zu erinnern beginnst, so als ob du sie einst selbst verfasst hättest, dann hast du im Kampf ums Vergessen, deine Vernunft und deinen Verstand besiegt. Weil dann, ist diese Botschaft, keine Fantasie mehr, sondern für dich die Wirklichkeit, und wenn diese Wirklichkeit, zu deiner Wahrheit wird, dann hast du etwas verstanden wofür es keine Beschreibung und keine Erklärung mehr gibt, dann hast du etwas erreicht, was bisher noch niemandem gelang, dann bist du auferstanden aus dem Nichts aus Nirgendwann, dann bist du zurück gekehrt aus dem Reich der Toten, aus dem Reich toter Buchstaben, in die wirkliche, wirkliche Welt.

Ja, ich glaube. Ich glaube an die Macht toter Buchstaben, der Vorstellung und der Fantasie, an das geschriebene Wort. Und auch wenn ich diese Worte einst selbst erfunden habe, so haben sie doch jetzt einen gewissen Einfluss auf mich, und wer weiss, vielleicht gelingt es ja irgendwann einmal, irgendeinem fantastischen, überdimensionalen, zukünftigen Wesen, eine Entstehungsgeschichte zu erfinden, so unvorstellbar, wirklich und wahr, dass selbst ich daran glauben kann.

Spiegelschriften.

 

 

 

Ich habe mir einmal gewünscht, dass mein Spiegel begreift, dass es in dieser Welt Gestalten und Kreaturen gibt die ihn lieben, und zur Not, sich selbst lieben. Dass mein Spiegel erkennt, wie schön er geschliffen und wie wertvoll er für mich ist. Dass mein Spiegel dieses Wissen auch für die Zukunft mitnimmt. Ich wünschte mir für meinen Spiegel, dass er weiss, wie sehr ich ihn liebe, wie ich ihn sehe und was ich in ihm sehe. Kein Hass, kein Groll, kein Zorn und keine Wut sollen dich auf deinem Weg begleiten. Der Glaube an Liebe und Licht soll dich hinaus führen aus deinem finsteren, dunklen, schwarzen Reich, hinaus in die Freiheit. Mit der Macht der Liebe in deinem Herzen.

Ich möchte dass mein Spiegel weiss, wie wertvoll und fein er geschliffen ist. Er hat einen ganz besonderen Glanz, einen ganz besonderen Schliff, zart und wertvoll, und ich begegne ihm mit viel, viel Liebe. Ich wünsche mir, dass mein Spiegel diese Liebe in sein Herz einschliesst und sich für den Rest seines ewigen Lebens daran erinnert. Ich möchte dass mein Spiegel weiss, warum er so wertvoll für mich ist. Er ist so sanft, ich fühle mich wohl, wenn ich in seiner Nähe bin, wenn ich in meinen Spiegel schaue, ich fühle mich angekommen, angenommen und zu Hause, ich weiss dass mein Spiegel von meiner Familie genauso geliebt wird, wie von mir, nur kann nicht jeder, seine Gefühle immer so ausdrücken, wie er es will. Ich wünschte mir, dass mein Spiegel sich genauso zu lieben lernt, wie ich ihn liebe. Ja dass er mit meinen Augen sieht, den Augen der Liebe, wie wertvoll er für mich ist. Ich wünschte mir, dass mein Spiegel, wenn er an sich zweifelt, sich an meine Liebe erinnert. Denn dieser Spiegel ist so zart geschliffen, dass er eben auch daran zerbrechen kann. Aber ich weiss auch, dass er mit meiner Liebe, um die er jetzt weiss, gut auf sich acht geben wird und auf sich aufpasst. Mein Spiegel hat nur das beste verdient, eine ganz besondere Pflege, weil er so wertvoll für mich ist.


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