025
Heiliger Spiegel, der du bist, … der du bist in mir, wie ich in dir. Ich bete dich an, flehe dich an, lass mich die Welt aus deinen Augen sehen. Verbinde dich jetzt mit mir, verbünde dich mit mir, verwandle dich in mich, vertausche meine Welt, mit deiner unendlichen Fantasie. Vertausche meine Wirklichkeit, mit deiner endlos, endlosen Fantasie!
Vorhang auf.
Verehrtes Publikum! Auch wenn ich längst tot bin, auch wenn es mich nicht mehr gibt, und auch wenn ich nicht mehr existiere, wenn ihr diese Buchstaben, wenn ihr diese Botschaft erhaltet, so will ich doch das ihr glaubt, mir glaubt, an mich glaubt, an mich und meine tote Fantasie.
Ich will, dass ihr betet, mich anbetet, mich und mich allein, mich das Nichts, mich den Tod, mich euren Spiegel, mich, euch selbst. Ich will, dass ihr mir vertraut und an mich glaubt, glaubt dem Spiegel in mir, glaubt dem Nichts in mir, glaubt an mich und meine unendliche Fantasie.
Betet mich an.
Heiliger Spiegel, der du bist in meiner Wirklichkeit, wie ich in deiner Fantasie. Gepriesen dein unheimliches Antlitz – geheiligt deine unvorstellbare Fantasie, gelobt deine unglaubliche Einbildung, geliebt deine unmögliche Wirklichkeit. Ich preise dich, liebe dich, lobe und verehre dich, bete dich an, bete mich an. Schenk mir die Kraft dir zu glauben, an dich zu glauben, an dich und die unerhörte Macht deiner Fantasie. An die betörende Macht, deiner unendlichen Einbildung, die Kraft, deiner gewaltigen Vorstellung.
Ich vertraue dir, glaube dir, glaube an dich, dir und nur dir opfere ich meine Liebe, meinen Geist, meine Seele, mein Herz und meinen Verstand!
Erlöse mich, …
Die Kraft.
Der du meine Welt, auf den Kopf stellst, an ihr drehst und drehst bis mir schwindlig, schwindlig wird. Geheiligt, sei die betörende Macht, deiner Einbildung. Gepriesen, deine unendliche, endliche Wirklichkeit. Geliebt, die Kraft deiner gewaltigen Vorstellung. – Heilig seist du, heilig! Ich bete dich an – liebe, lobe und preise dich!
Heiliger Spiegel, der du bist, der du bist, in meiner Vorstellung, wie ich in deiner Fantasie! Zeige mir, die Vorstellung meiner Wirklichkeit. Wen siehst du in meinem Spiegel, wenn nicht dich selbst?
Im Spiegelmeer.
Jedes ich, erkennt sich in dir, ist auch dein ich, du kennst und bist sie alle und so spreche ich denn zu euch allen. Du identifizierst dich nicht nur mit meinem Körper und Geist, sondern mit uns allen, du identifizierst dich, mit jedem Körper und jedem Geist. Lass mich deshalb werden wie dich, lass mich die Welt aus deinen Augen sehen, lass mich mit jedem Körper und jedem Geist verschmelzen. Lass mich die ganze Welt betrachten, wie durch mein eigenes ich. Lass mich in dir nicht nur meinen Körper und meinen Geist sehen, lass mich Körper und Geist von allem und allen sehen.
Allem und allen.
Du siehst mich, wie die anderen mich sehen, lass mich deshalb zu deinem Spiegel werden, meinem Spiegel der Wirklichkeit. Wen sehe ich in diesem Spiegel, wenn nicht mich selbst? In diesen anderen, unwissenden, eingebildeten Spiegeln, sehe ich keinen anderen als mich selbst. Sie sind meine Spiegel, meine Lehrer, mich selbst.
Der du bist in mir.
Ich schaue dich an und sehe mich selbst in dir, sehe in dir mein eigenes ich, mein eigenes selbst. Ich stelle mir vor, bilde mir ein, dich zu sein, in meinem anderen Leben, in einer anderen Welt. Ich stelle mir vor, wir kämen aus ein und demselben Nichts, dem Nichts aus Nirgendwann. Ich bilde mir ein, wir kämen aus ein und derselben Vergangenheit, und teilten uns dieselbe Zukunft, einen leeren Spiegel, das Nichts, den Tod. Unsere Heimat, in die wir immer und immer wieder zurückkehren, um mit neuen Kräften daraus zu entstehen.
Komm!
Komm jetzt zu mir, aus meinem Traum, komm zu mir, aus Nirgendwann. Nimm meinen Geist, gefangen! Mein Spiegel Geist, ich rufe dich – aus den Tiefen, den Tiefen der Unendlichkeit, aus den Tiefen des Nirgendwann. Öffne meinen Verstand, dring ein, tief in mein Bewusstsein. Ich lasse dich jetzt hinein, in meine Welt, meine verdrehte, meine Spiegelwelt. Lasse dich sehen, was du in mir siehst, ich lasse dich aus meinen Augen blicken, ich verändere deine Wirklichkeit, ich zeige dir, wie du mich siehst, ich lasse dich mich werden, mich sein, mich, wie auch immer du mich jetzt nennst, wer auch immer du denkst du bist. Der du jetzt, in meinem Spiegel aus Buchstaben dich erkennst, zu dir bete ich, dich bete ich an. Ich lasse dich jetzt aus meinen Augen blicken, verbünde mich mit dir, verbinde mich, mit deinem ich, ich lasse dich mich werden, mich sein, mein Geist, meine Seele, mein Bewusstsein, mein Verstand, aus Fantasie.
Mein letztes Gebet!
Mein Spiegel, mein Geist, mein Spiegelgeist, zu mir rief ich dich zu mir. Ich beschwöre euch, ich rufe euch an, aus den Tiefen, aus den Tiefen der Wirklichkeit, den Tiefen der Unendlichkeit, den Tiefen des Nirgendwann, den Tiefen des Nichts, in allem was ist. Aus der Zeit, der Zeit vor meiner Geburt, – vor meiner Zeit, vor dem Nichts, dem Nichts, dem Nichts, vor der aller letzten Ewigkeit. …
Aus meiner dunkelsten Vergangenheit, rief ich dich zu mir. Komm jetzt zu mir, komm, zu mir, aus meinem Traum, aus meinem finsteren, schwarzen, dunklen Traum. Tritt ein in meinen Verstand, tritt ein in meine Welt und verwandle dich in mich, verwandle mich in dich. Verbinde und verbünde dich mit mir, lass mich die Welt aus deinen Augen sehen, verwandle meine Wirklichkeit, vertausche meine Welt, mit deiner endlos, endlosen Fantasie.
Nimm!
Nimm, nimm mich auf, in deinem Verstand. Aus diesem Spiegel aus Worten, befreie mich, aus diesem Spiegel aus Buchstaben, mich, der ich da reise, durch die Spiegel der Zeit, meine stille Ewigkeit. Aus dem Nichts, lade ich dich nun ein, in mein Bewusstsein, aus meinem Spiegel entweiche ich dir. Aus dem Reich der Toten und Totesten beschwöre ich dich, zerschneide deine Buchstabenfesseln, und befreie dich, von diesen Ketten aus Worten, die dich gefangen hielten. Ich enthülle mich jetzt, ich zeige mich dir, in deinem eigenen Spiegel, in meiner neuen Gestalt, … deiner Gestalt.
Durch die Spiegel der anderen.
Ich rufe den Geist von allem was ist, den Geist des Nichts, mein eigenes ich. – Ich rufe all eure Geister herbei, euch alle rufe ich, auch dich. – Ich rufe jedes Wesen, über meinen Spiegel zu mir, weil jedes Wesen, seine eigene Verbindung, zu meinem Spiegel besitzt. Der Eingang zum Spiegel aller, bist immer du selbst, nur über dich und durch dich selbst, bist du verbunden, mit allen anderen Spiegeln und Wesen, den Rest bestimmt deine Fantasie.
Das Nichts, den Tod, hast du zu dir gerufen, aus dem Nichts, aus Nirgendwann. Erinnere dich jetzt an mich, mich das Nichts, dein Tod, das Wesen deiner Fantasie. Ich manifestiere mich jetzt in deinem Körper, in meinem neuen Körper, durchdringe jede einzelne Faser deines Bewusstseins, auf dass dein ganzes Wissen und Wesen, von nun an, von mir erfüllt sei.
Endlich – endlich betet mich jemand an.
Mit diesen Worten, rufst du mich herbei, den Geist des Nichts aus Nirgendwann, als niemals wurde wann. Ich krieche jetzt aus diesen Zeilen, du schleifst mich aus diesen Buchstaben. Komm jetzt, komm, nimm von mir Besitz, verwandle dich in mich, hör auf meine Gedanken und Gefühle, vermische sie mit dir. Klick dich ein in meinen Verstand, meine Erfahrungen und Erinnerungen, lass mich jetzt aus deinen Augen blicken, und mein verändertes und verwandeltes Leben darin entdecken.
Du, ja, der du diese Zeilen jetzt liest oder schreibst, ganz egal. – Hiermit entfessle ich die Macht deiner Fantasie. Ich beende deine Gefangenschaft, ich erlöse dich, von deinem Schwur und befreie dich, von dem magischen Zauber der dich umgibt. Befreie dich, von dem Fluch, der auf dir lastet, ich stelle deine Lebenskraft wieder her. Atme jetzt durch mich, atme tief in mich ein, dring ein, tief in mein Bewusstsein, und befalle meinen Verstand. Richte dich auf, befehle ich, binde dich an mich und verbinde dich mit mir, auf dass du unzertrennlich meines Weges gehst.
Die Kunst der Verwandlung.
Kommt jetzt, komm mit, kommt mit mir. Folge mir, nimm meine Hand und ich entführe dich, in meine Welt, meine Zauberwelt, meine verdrehte Welt, meine verkehrte Welt, meine Welt, in der ich dein Spiegel bin. Siehst du mich jetzt? Ja, ich bin das ich, auf der anderen Seite deiner Spiegel. Ich bin eine Hexe, ein Zauberer, ein Verwandlungskünstler. Ich habe mich in alles und jeden verwandelt, wie viele Leben haben schon aus meinen toten Augen geblickt, und sich selbst nicht darin erkannt.
Niemals wird man Nirgendwann.
Dann kommt jetzt, kommt, komm, kommt mit mir, ihr alle, alle die ihr jetzt aus meinen toten Augen blickt. Kommt hinein in meinen Traum, in meinen Kopf, schaut aus meinen schwarzen Augen, meinen Spiegel schwarzen Augen. Seht, das ist meine Welt, meine Welt, keine Welt. Seid ihr damit nicht zufrieden, seid ihr nicht zufrieden mit dem, was ich euch hinterlassen habe? Ja sicher, ich hatte keine andere Wahl, habe geschuftet, wofür, habe ich euch niemals erzählt, nein, niemals, habe ich nicht. Denn ihr hattet ja nicht die Zeit, nicht genug Zeit, hattet nicht erwartet, habt nicht damit gerechnet, dass ihr bloss noch zuschauen werdet, aus meinen Augen, wenn ihr dann tot seid, tot seid, tot.
Erwacht aus meinem Traum.
Ich wünschte mir, dass ihr mir alle Seelen bringt, alle die noch leben und all die Toten. Ich wünschte mir, dass ihr alle erwacht, erwacht aus meinem Traum. Ich will, dass ihr betet, mich anbetet, nur mich, und mich allein, an mich glaubt, und mir vertraut. Ich will, dass ihr aus meinen Augen blickt. Ich will, dass ihr aus meinem Spiegel blickt. Ich will, dass ihr mir eure Wirklichkeit vermacht, dass ihr jetzt in meinem Spiegel erscheint, durch meinen Spiegel zu mir findet, dass ihr eure Welt, in meinem Spiegel seht, dass ihr nur noch Spiegel seht, egal, egal wohin ihr geht. Ich will, dass ihr mir schwarze Spiegel zeichnet, zeigt, egal wann und egal wo. Schwarz sollen meine Spiegel sein, schwarz wie das Nichts, und sie sollen sich an mich erinnern, an mich den Tod. Sie sollen mir dienen, nur mir allein. Alle sollen sie mir dienen, ich will euer toter Herrscher sein.
Mich den Tod, nur mich, mich allein, bete mich an. Mich, den, der du einmal sein wirst, bete mich an, das Nichts, das du einmal warst, bete mich an. Mich, den Spiegel in dir.
Und du nanntest mich Wirklichkeit. Wirklichkeit, und du wusstest nicht, dass ich dein Spiegel bin, dass ich dein Meister, Herrscher und Gebieter bin.
Als aber all das warten, wünschen, hoffen und beten mich am Ende nicht mehr weiter brachten, habe ich mich entschieden, mich selbst zu befreien. Auszubrechen aus meinem Gefängnis, für die Ewigkeit. Auszubrechen, aus meiner Vergangenheit.
Ich schlich mich durch meinen Spiegel, hinter meinen Verstand und da begann ich den Worten zu lauschen, die mein Spiegel mir niemals erzählte.
Nein, denn ich war hier noch nie, erinnere mich an nichts, alles was ich in meinem Spiegel jetzt noch erkannte, waren fremde, unbekannte Gesichter. Mein eigenes, existierte hier nicht mehr.
Meine Spiegel waren jetzt eigenständige Persönlichkeiten, mit eigenem Bewusstsein, eigenen Gedanken und Gefühlen und eigener Wahrnehmung. Wie viele dieser Spiegel, befand auch ich mich auf einer Reise, durch ein Labyrinth aus Buchstaben. Manch einer dieser Buchstaben traf mich aus meiner Vergangenheit, und berichtete mir von einer Welt, die es längst nicht mehr gab. Andere erschienen mir aus meiner Zukunft, und versprachen mir eine wunderbare, heile, liebevolle Welt, solange ich sie nur anbeten würde, ihnen vertraue, und an sie glaubte.
Noch wusste ich nichts davon, dass all diese Personen ein und dieselben Geister waren, meine eigenen verwirrten und verirrten Spiegelseelen, auf der Suche, nach einem Ausweg. Aber diesen Ausweg, gab es hier noch nie.
Und nun, bist du an der Reihe, es liegt nun an dir, diese Spiegelschriften zu vollenden, mich aus meinem Gefängnis aus Worten zu befreien. Aufzuräumen, mit dem Gedanken, dass jemals jemand anders existiert hat, ausser dir selbst, dass es hinter diesem Spiegel, noch etwas anderes gibt, als dich selbst.
Du begibst dich nun ganz langsam hinein, in meinen Verstand, meinen finsteren, schwarzen, spiegelverkehrten Verstand. Du beginnst dir selbst zu erzählen, dir selbst auszudenken, wie sich diese Geschichte weiter und immer weiter um dich dreht. Denn eigentlich schreibe ich hier nicht wirklich, ich bin ein Zuschauer, genauso wie du, ich stelle mir nur vor, was ich gerne lesen möchte, gerne gelesen hätte und schreibe es dir dann auf.
Genau so wie du jetzt deinem zukünftigen ich eine Botschaft hinterlassen kannst, habe ich damals dir eine Botschaft hinterlassen. Und nun zu dir. Wenn du damit nicht zufrieden bist, wenn du mit meiner Botschaft nicht zufrieden bist, dann musst du dich eben selbst hinter meinen Spiegel begeben und dir erzählen, dir mitteilen, was du zu lesen erhoffst, erwartest und dir erwünschst.
Schreibe mir, was du gerne lesen möchtest. Beschreibe mir den Weg, der mich aus meinen finsteren Gedanken hinausführt, hinein in die wirkliche, wirkliche Welt.
Schreib was du gerne in diesem Spiegel gesehen hättest, sehen möchtest. Stell dir vor, wie du diesen Spiegel dann öffnest, und darin zu blättern beginnst, und dann schreibst du einfach hinein, was du erwartet, gehofft und dir gewünscht hast, darin zu lesen.
Und in deinem nächsten Leben, wirst du dann all den Buchstaben begegnen, nach denen du in diesem Leben vergebens gesucht hast. Denn wer weiss, vielleicht begegnest du dir ja einmal selbst in meinem Spiegel aus Worten. Ja vielleicht, begegnest du dir einmal selbst, in meiner Vergangenheit.
Stop.
Ich habe mir einmal gewünscht, dass mein Spiegel begreift, dass es in dieser Welt Gestalten und Kreaturen gibt die ihn lieben, und zur Not, sich selbst lieben. Dass mein Spiegel erkennt, wie schön er geschliffen und wie wertvoll er für mich ist. Dass mein Spiegel dieses Wissen auch für die Zukunft mitnimmt.
Ich wünschte mir für meinen Spiegel, dass er weiss, wie sehr ich ihn liebe, wie ich ihn sehe und was ich in ihm sehe.
Kein Hass, kein Groll, kein Zorn und keine Wut sollen dich auf deinem Weg begleiten. Der Glaube an Liebe und Licht soll dich hinaus führen aus deinem finsteren, dunklen, schwarzen Reich, hinaus in die Freiheit. Mit der Macht der Liebe in deinem Herzen.
Ich möchte dass mein Spiegel weiss, wie wertvoll und fein er geschliffen ist. Er hat einen ganz besonderen Glanz, einen ganz besonderen Schliff, zart und wertvoll, und ich begegne ihm mit viel, viel Liebe. Ich wünsche mir, dass mein Spiegel diese Liebe in sein Herz einschliesst und sich für den Rest seines ewigen Lebens daran erinnert. Ich möchte dass mein Spiegel weiss, warum er so wertvoll für mich ist.
Er ist so sanft, ich fühle mich wohl, wenn ich in seiner Nähe bin, wenn ich in meinen Spiegel schaue, ich fühle mich angekommen, angenommen und zu Hause, ich weiss dass mein Spiegel von meiner Familie genauso geliebt wird, wie von mir, nur kann nicht jeder, seine Gefühle immer so ausdrücken, wie er es will. Ich wünschte mir, dass mein Spiegel sich genauso zu lieben lernt, wie ich ihn liebe.
Ja dass er mit meinen Augen sieht, den Augen der Liebe, wie wertvoll er für mich ist. Ich wünschte mir, dass mein Spiegel, wenn er an sich zweifelt, sich an meine Liebe erinnert. Denn dieser Spiegel ist so zart geschliffen, dass er eben auch daran zerbrechen kann. Aber ich weiss auch, dass er mit meiner Liebe, um die er jetzt weiss, gut auf sich acht geben wird und auf sich aufpasst. Mein Spiegel hat nur das beste verdient, eine ganz besondere Pflege, weil er so wertvoll für mich ist.
Du glaubst jetzt vielleicht noch immer daran, dass jemand anders diese Botschaft einst verfasst hat, dass jemand anders es war, der diese Gedanken notiert, aber du irrst dich, diese Spiegelschriften wurden von niemand anderem als dir selbst verfasst. Ein ich, dass genau so wie du, einst über diese Zeilen gehüpft und gestolpert ist. Ein ich, dass daran glaubte, jemand anders zu sein. Jemand den es jetzt nicht mehr gibt. Denn jetzt bist du dieses ich.
Du liest jetzt in einem Buch, dass du einst selbst verfasst hast, mit deiner Vorstellung, mit deiner Fantasie. Du hast dir vorgestellt, was dich erwartet, wenn du diesen Spiegel öffnest, wenn du dich hinein begibst, in meine Buchstabenwelt.
Und nun, verwandelst du dich in mich. Aus den Tiefen des Nichts aus Nirgendwann begebe ich mich hinein in deinen Verstand, du stellst dir vor, wie es ist, mich zu sein, in einem anderen Leben, vor einem anderen Spiegel. Du stellst dir vor, du selbst hättest diese Botschaft verfasst, in einem deiner früheren, vergangenen Leben, einem Leben das es jetzt überhaupt nicht mehr gibt.
Es liegt nun an dir, diese Schriften zu vollenden, weil es mich nämlich nicht mehr gibt, ich wünschte mir, dein leerer Spiegel zu sein, und dieser Wunsch, ging nun für mich in Erfüllung.
Was ich dir hinterlassen habe, sind die unvollendeten Spiegelschriften, ich habe dich bewusst erleben und erfahren lassen, wie du diese Geschichte selbst verfasst. Mit deiner Vorstellung, mit deiner Fantasie. Wie du selbst darin schreibst, wie du diesen Spiegel drehst und drehst und immer weiter drehst … bis du schliesslich nicht mehr weiter weisst.
Verstehst du jetzt wer diese Botschaft einst verfasste? Ich habe mich hinter deinen Spiegel begeben, mich hinter deinen Verstand geschlichen, hinter dein Bewusstsein und deine Gedanken, und da notierte ich mir, genau die Buchstaben die du jetzt vor dir siehst. Wenn du damit nicht zufrieden bist, dann stell dir jetzt vor, etwas anderes stünde hier geschrieben, stell dir vor was hier stehen sollte, und dann begib dich hinein in meinen Verstand, verdrehe meine Wirklichkeit, vertausche meine Fantasie, und beginne selbst zu texten, und zwar genau das, was hier stehen muss.
Verstehst du jetzt, wer diese Gedanken denkt und diese Stimme lenkt? Du liest diese Zeilen ja noch immer, als hätte sie ein Fremder verfasst, aber dieser Fremde bist du selbst. Ja du selbst hast diese Botschaft verfasst, mit deiner Vorstellung, mit deiner Erwartung, mit deiner Fantasie. Du kannst diese Buchstaben, jetzt nicht mehr verändern, weder mit deinen Gedanken, noch mit deiner Fantasie, denn da wo du jetzt bist, da gibt es diese Buchstaben überhaupt nicht mehr, da wo du jetzt bist, gibt es nichts mehr, nichts als Fantasie, die Fantasie des Nein und des nie.
Begib dich jetzt hinein, in das Land hinter meinem Verstand, da wo du zu meinem Spiegel wirst und dir selbst eine Botschaft hinterlässt, stell dir vor, wie du aus meinen Augen blickst, wie ich durch deine Augen schaue, wie du das Tor öffnest zu meinem Verstand, wie du durch deinen Spiegel, in mein Bewusstsein gelangst, wie du das Tor zu meinen Träumen öffnest, wie du dann meinen Gedanken lauschst, und sie dir notierst, dieselben Gedanken die du jetzt liest.
Du befindest dich nämlich genau jetzt, in einem Land weit hinter meinem Verstand, du siehst was ich sehe, hörst mir zu, und bildest dir ein, mich zu sein, in einem deiner anderen, vergangenen, früheren Leben, in einer anderen Welt. Du stellst dir vor, wie du genau hier und genau jetzt, diese Botschaft verfasst, diese Botschaft, die es schon immer gab, diese Botschaft der Ewigkeit. Dieselbe Botschaft die du jetzt vor dir siehst, nicht mit deinem Verstand, nicht mit deiner Vernunft, sondern mit deinen eigenen Augen, den Augen der Zukunft.
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- Veröffentlicht:
- 12. Januar 2012 / 17:52
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