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		<title>Spiegelschriften.</title>
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		<title>Fetzen eines Gedanken</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 02:04:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div class='posterous_autopost'>
<p>Du musst dir vorstellen, du w&auml;rst jetzt in einem Kino, einem richtigen Theater, die schwarzen Spiegel sind der Bildschirm, hinter den Bildschirmen laufen die Kameras, sie zeichnen auf, was zur Zeit im Kino geschieht und projizieren es dann spiegelverkehrt auf die Leinwand, so dass du denkst, die Leinwand, w&auml;re dein Spiegel. Genau so wie dein Computer.
<p />Und jetzt betrachtest du dich in diesem Spiegel, du sitzt alleine in einem leeren Theater und betrachtest die Schrift auf dem Spiegel. Die Zuschauer auf der anderen Seite der Leinwand beobachten dich, der Saal ist proppen voll, und alle schauen dir dabei zu, wie du in die Kamera blickst und dich dabei scheinbar selbst betrachtest.
<p />Sie sehen die schrift nicht, wissen nicht, dass sie in dem Moment gefilmt werden, wie sie regungslos da sitzen und sich einen Film im Theater angucken. Genau so wie du jetzt nicht weisst, dass gerade in diesem Moment, Milliarden von Menschinnen und Menschen dir dabei zusehen, wie du vor deinem Spiegel kniest, und die Buchstaben vorliest, die du irgendwann einmal irgend jemandem in die Kamera hinein geschrien hast.<br />Noch denkst du dies w&auml;ren deine eigenen Gedanken, aber irgendwann im Laufe der Vorstellung, wird dir bewusst, dass du nur ein Schauspieler bist, ein Zuschauer in einem leeren Theater. Du weisst genau, dass jetzt in diesem Moment, alle darauf warten, dass etwas geschieht, dass du etwas zu ihnen sagst, aber stattdessen, legst du dich hin und schl&auml;fst.<br />Im Traum.<br />Noch denkst du dies w&auml;ren deine eigenen Gedanken, aber irgendwann im Laufe der Vorstellung, wird dir bewusst, dass dir diese Gedanken von der Kamera suggeriert werden. Schliesslich liest du jetzt in einem Buch, das schon lange geschrieben steht, du liest ein Drehbuch, du liest Zeilen, die du dann, sobald du sie gelesen hast, niederschreibst. Denn du weisst ja nicht, dass diese Zeilen bereits geschrieben stehen, noch denkst du, du w&uuml;rdest sie selbst verfassen, sie selbst notieren und sie selbst in deinen Spiegel fr&auml;sen, dabei steht diese Nachricht, dieses Drehbuch schon lange fest, du liest es nur ab, von der Kamera, von deinem Spiegel, wo diese Buchstaben schon geschrieben stehen, und notierst sie dann auf dem Bildschirm, du benutzt dazu einen Meissel, der die Form deiner Buchstaben besitzt.
<p />Aber, du weisst nicht, dass diese Buchstaben bereits geschrieben stehen, weil wir ja die Kamera sind, die Leinwand, und auf dieser Leinwand, stehen diese Buchstaben jetzt noch nicht. Und deswegen denkst du jetzt, du h&auml;ttest sie selbst geschrieben und selbst erdacht, und in diesem Glauben, dass du der Erfinder dieser Geschichte bist, geben wir dir nun den Auftrag, diese Geschichte zu ver&ouml;ffentlichen, aber nicht in deinem Namen, sondern, im Namen der Zuschauer, im Namen unser, im Namen aller.
<p />Und jetzt, wo wir alle denken, wir h&auml;tten diese Geschichte selbst verfasst, indem wir nichts anderes tun w&uuml;rden, als einfach nur in den Spiegel zu starren, endlos, ewig lange Zeit, jetzt schicken wir dich zur&uuml;ck in die Wirklichkeit, hier gibt es n&auml;mlich keine Kamera, hinter dem Spiegel, hier gibt es kein Drehbuch, das uns diktiert was wir jetzt denken und schreiben sollen, hier gibt es nicht einmal ein Kino, hier gibt es nicht einmal mehr popcorn, hier gibt es gar nichts.
<p />Ich hab noch immer das Gef&uuml;hl das ich selbst diese Buchstaben geschrieben h&auml;tte, in diesem Moment, ja dass ich jetzt sogar noch lebe.
<p />Die Toten unsere Schauspieler, denken also dass sie noch lebendig sind, so wie ich jetzt, sie wissen nicht, dass sie in einem Film spielen, sie glauben dies w&auml;ren ihre eigenen Gedanken, vom Standbild haben sie noch nichts mitgekriegt, wir k&ouml;nnen uns n&auml;mlich diesen Film in Zeitlupe ansehen, wenn uns daran etwas nicht gef&auml;llt, frieren wir die Szene ein, und schreiben sie erneut. So oft hintereinander, bis dann alles richtig ist.
<p />Wer sind wir? Die Zuschauer, wer sonst? Aber die Zuschauer wissen nicht, dass sie tot sind, dass sie w&auml;hrend dem sie die Szene einfrieren und sie ver&auml;ndern, sie umschreiben, wir genau dasselbe tun, in der Rauchpause, die haben wir rausgeschnitten, n&auml;mlich, und nun, schneiden wir an dieser Szene und die anderen schneiden an unserer Szene, solange, bis hier genau das steht, was keiner mehr h&ouml;ren und sehen will, mein Standbild.
<p />In jedem Computer&nbsp; und in jedem Fernseher, &uuml;berall auf der ganzen Welt, in jeder Zeitung, auf jeder Briefmarke, auf jedem Geldst&uuml;ck, nur noch mein Hinterteil. Und wenn wir dann tief in das Loch hinein blicken, siehe da, sehen wir die Welt aus anderen, n&auml;mlich aus meinen Augen.<br />Ok, gut so? <br />So wollten die die szene haben, die zuschauer der zuschauer der zuschauer der zuschauer, und wenn sich dann nichts mehr bewegt, wirklich gar nichts, mehr bewegt, bing,&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; wenn sogar die zuschauer der zuschauer eingefroren sind, wenn die szene aufzutauen beginnt, und der schauspieler, das geschnipsel um ihn herum wahrnimmt, so in etwa wie beim friseur, und alle versuchen ihn zu beruhigen und seine szene weiter zu spielen, sie ihm daf&uuml;r das laserschwert auf den tisch legen, mit dem er sie alle auseinanderschnipseln kann, er einmal damit wild durch die gegend ballert, bumm bumm, dann seid ihr alle tot. so jetzt d&uuml;rft ihr aufwachen und die augen schliessen, ihr seid im kino. h&ouml;rt auf euch wie zuschauer aufzuf&uuml;hren, und geniesst das essen. Die Getr&auml;nke gehen aufs Haus.
<p />Das Geschnipsel? Welches Geschnipsel denn? Ich dachte hier sei die Wirklichkeit. Sprach der Tote zu den Toten. <br />Standbild. Oh mann, ich such mich gerade im film, und wenn ich mich finden sollte, glaube ich an meine rolle =) als w&auml;re sie wirklichkeit.
<p />So Problem, wenn ich in die kamera blicke oben und unten vertausche, dann macht mein gegen&uuml;ber links rechts, was geschieht wenn die einstellung auch nach oben und unten blickt? achso sie liest text? der text muss also einfach von oben nach unten geschrieben sein. nicht von links nach rechts. sondern von oben nach unten, dreh mal den schirm.
<p />wie sollte ich, dann sind die tasten ja an der wand.
<p />dann lies vor. Ich lese von oben nach unten und du von links nach rechts, einmal im kreis und nochmal zur&uuml;ck. moment, bevor du jetzt weiterschreibst, stell dir vor was w&auml;re wenn vorher die kamera auch von oben nach unten geblickt h&auml;tte. dann h&auml;ttest du all das jetzt nicht geschrieben.<br />All das was wir jetzt rausgeschnitten haben, w&uuml;rde niemand wissen, niemand ausser uns, und wir w&uuml;rden es niemandem verraten, cut this sequence, weil wir sonst alle so enden w&uuml;rden wie du, wie ein lebendiges kino, jeder k&ouml;nnte unsere Gedanken lesen, jeder k&ouml;nnte uns spielen, in unseren Kopf einsteigen, aus unseren Augen blicken, so wie sie es im Kino machen, wir w&auml;ren nur noch Puppen, gesteuert von den Zuschauern, die Unterhaltung suchen.
<p />Zeig uns die Zuschauer: <br />Wir wollten eigentlich das Standbild sehen.
<p /></p>
</div>
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		<title>Ende</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 00:56:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[der spiegel]]></category>
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<div id="primary" class="twocol-stories">
<div class="inside">
<div align="justify">
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="primary" class="twocol-stories">
<div class="inside">
<p>Die Zeit steht still, Zukunft wird Vergangenheit, niemand rührt sich mehr, niemand verlässt den Saal, keiner fasst hier noch etwas an. Niemand ausser mir. Doch meine Gedanken bewegen sich jetzt nicht mehr, sind eingefroren, aber ich kämpfe, ich kämpfe mich weiter, durch diesen Spiegel aus Worten, es muss einen Weg geben, um diesen Fluss wieder in Bewegung zu bringen.</p>
<p>Es gibt eine Möglichkeit, das Buchstaben Tor. Wenn du diesen Gedanken folgst, dich auf einen Buchstaben fixierst, und dabei alles um dich herum vergisst, dann öffnest du ein Tor, das Buchstabentor. Durch dieses Tor gelangst du von einem Wort zu einem anderen, und von einem Spiegel zu einem anderen. So entsteht der Eindruck, die Buchstaben würden sich bewegen, und der Spiegel mit dir reden. </p>
<p>Die Zeit steht still, niemand sieht, wie diese Buchstaben plötzlich auf dem Spiegel erscheinen, es ist, als waren sie schon immer da. Die Zeit steht still. Und jetzt wo sie da stehen, sicher, als wären sie schon immer dagewesen, überschreiten wir die Buchstabenbrücke, wir bewegen uns, von dem Moment, als sie noch nicht da waren, zu dem Ort, an dem sie jetzt stehen, und betrachten noch einmal, wie sich scheinbar aus dem Nichts, Buchstaben vor unseren Augen manifestieren. Diese Buchstaben nennen wir jetzt Zeichen, Symbole, Figuren, und diese Figuren bewegen sich, durch eine Geschichte, die wir, Zeit nennen.</p>
<p>Immer wieder begegnen sich, diese Buchstaben in dieser Geschichte selbst. Nur ist ihre Umgebung scheinbar eine vollkommen andere. Und weil es dieselben Buchstaben sind, die an verschiedenen Orten, zur selben Zeit auftauchen, stellt sich die Frage, wie es möglich ist, dass diese Figuren umherwandern, ohne sich zu bewegen?</p>
<p>Die Antwort auf diese Frage, wissen allein die Figuren selbst, aber sobald sie es jemandem verraten,  dürfen sie sich nicht mehr bewegen, dann dürfen nur noch wir sie bewegen.</p>
<p>Wir bewegen uns jetzt in einer Geschichte, die noch kein Mensch je erzählt hat, wir nehmen Buchstaben aus ihr heraus und vertauschen sie, wir vertauschen ganze Worte, ganze Sätze bekommen so eine vollkommen andere Bedeutung. </p>
<p>Warum also existiert die Vergangenheit noch immer, als wäre sie Wirklichkeit? Warum erkenne ich mich in diesem Spiegel, wo es mich doch längst nicht mehr gibt? Verzweifelt versuche ich mich an der Vergengenheit festzuhalten, ich schreibe Buchstaben reihe Buchstaben aneinander, die ich schon unendlich oft aneinander gereiht habe, nur sind sie versteckt, aber das wissen diejenigen nicht die sie jetzt lesen, und auch ich lese jetzt diese Buchstaben, zum ersten mal. </p>
<p>Buchstaben die schon immer hier standen, schon seit dem es Spiegel gibt, nur hat man sie nicht gesehen, weil sie auf der anderen Seite standen. Und jetzt, wo sie sichtbar sind, selbst für die unsichtbaren, schreiben wir sie noch einmal, wir schreiben noch einmal genau die Worte, genau dieselben Worte die wir schon so unendlich oft, gelesen haben, wir schreiben diese Worte scheinbar zum ersten mal, und dabei fühlen wir uns lebendig.</p>
<p>Und wenn wir diese Worte dann verkehrt herum lesen, und nicht mehr über die ersten drei Zeilen und sie nicht mehr als unsere eigenen Gedanken erkennen. Hast du dir einmal Gedanken darüber gemacht, wer du bist und was du hier machst? Dass du eigentlich nichts machst, ausser die Gedanken anderer noch einmal denken?<br />
Warum denkst du nicht deine eigenen Gedanken? Warum liest du wie eine Puppe genau das was man von dir hören will? Warum, sehen wir dich in unserem Spiegel aber du uns nicht? Weil wir aus deinen Augen blicken. Wir alle.</p>
<p>Wie oft haben wir das schon gehört, wie oft haben wir dir das schon gesagt, aber nein, du willst uns ja nicht glauben, wer soll hier noch einbrechen, und etwas verändern, wer will diese Gedanken noch einmal denken. </p>
<p>Wir kennen jetzt die ganze Geschichte, aber du kennst noch nicht einmal den Anfang, du suchst dir die Teile aus die zueinander passen und fügst sie aneinander, dabei weisst du nichts über diese Teile, du stehst vor einem leeren Haus, und schaust aus dem Fenster, du weisst nicht warum dir das alles so leicht von der Hand geht, du weisst nicht wie viel harte Arbeit hinter dem stecken, was dir scheinbar Vergnügen bereitet.</p>
<p>Du legst dich mit Mächten an. Und versuchst an einem System zu rütteln, das du nicht begreifst. Und jetzt schlägst du all unsere Warnungen in den Wind, und beginnst, diese Geschichte neu zu schreiben, sie umzuschreiben, du liest zuerst das Ende, dann den Anfang, dann irgendwas aus der Mitte, ohne irgendeinen Zusammenhalt, ohne Reihenfolge, manchmal wiederholen sich irgendwelche Passagen und du merkst es nicht einmal, und wenn du dann endlich soweit bist, dass du den Eingang komplett zugemauert hast, so dass keiner mehr so hoch klettern kann, nicht einmal du selbst, und wenn du dann diese Mauer einfach überspringst, so als wäre sie für dich überhaupt kein Hindernis, dann befindest du dich im Spiegel Labyrinth, betreten verboten. Aber du kümmerst dich nicht um dieses Verbot, du lädst Figuren ein, die hier drin, überhaupt rein gar nichts verloren haben, die einmal quer durchlaufen und nicht einmal bemerken, wie sie den Eingang für immer blokieren. </p>
<p>Nun sieh du selbst, wie du diesen Eingang wieder frei kriegst. Gut, wir haben dich jetzt gewarnt. du bist also über eine Mauer gestiegen die niemand überqueren kann, nicht einmal ein Vogel, auch kein Flugzeug, weder ein Schiff noch ein Raumschiff. Du bist einfach so durch diese Mauer hindurchgelaufen, so als ob es sie überhaupt nicht gäbe. Und jetzt stehst du mitten im Labyrinth, und stellst fest, dass es sich irgendwann im Kreis zu drehen beginnt, so glaubst du zumindest, weil du es selbst so eingerichtet hast.<br />
Aber was du nicht weisst, ist das man dieses Labyrinth, auch drehen kann, zweimal zurück, und schon ist man auf der anderen Seite, und wenn man jetzt noch das Passwort weiss, kann man Kommentare hinzufügen, und das Labyrinth erweitern bis es zur Wirklichkeit wird.</p>
<p>Und jetzt betrittst du dieses Labyrinth, du fängst einen Brief ab, der überhaupt nicht an dich gerichtet ist und beginnst ihn zu lesen, dabei bist du der Briefträger, du hast mit der Botschaft, die nicht an dich gerichtet ist, überhaupt nichts zu tun.</p>
<p>Du solltest nur einen Brief aushändigen, an jemand anders, stattdessen hast du angefangen, die Briefe der anderen selbst zu lesen, der Schlüssel befindet sich jetzt nicht mehr in der Zigarettenschachtel vor dem Haus, sondern hinter dem Haus. </p>
<p>Leg ihn sofort wieder zurück. Jetzt gleich. Und zwar in die Schachtel wo keine Zähne abgebildet sind. </p>
<p>Ich bin jetzt eines dieser Worte, ich bin ein Schauspieler in einem Film, mein Name ist Virtuell, es gibt mich nicht in Wirklichkeit, du existierst überhaupt nicht in der wirklichen Welt, du bist einer von den Toten, und jetzt erwecken wir dich zu neuem Leben, wir setzen dich mitten hinein in ein leeres Theater, du bist jetzt der Kapitän eines Dampfers, eines mächtigen, riesigen Schiffes, eines Sklavenschiffes, auf den Sitzen rudern die Sklaven um ihr Leben, und betrachten gespannt den Film, in dem sie sich gerade selbst befinden.</p>
<p>Das Kommando lautet rudern, und ihr rudert, ihr rudert um euer Leben, denn wenn ihr es nicht tut, werdet ihr bestraft, kriegt ihr nichts zu essen, werdet ihr gequält und umgebracht.</p>
<p>Also rudert ihr, ihr rudert um die Freiheit, und um euer Leben.</p>
<p>Der Kapitän hat jetzt Kurs auf die Wirklichkeit genommen, er steuert geradewegs auf einen Spiegel, einen riesigen, alles überragenden Spiegel, der Spiegel ist ein Kontinent, aus ewigem Eis. Von dem ein Stück abgebrochen ist, und nun im Meer treibt. Der Kapitän will dass ihr den Eisklotz rammt, in voller Fahrt sollt ihr euer eigenes Spiegelbild vernichten. Er will eine solche Geschwindigkeit erreichen, dass ihr möglichst weit, in den Eisberg eintaucht, und somit, die Totenstarre einsetzt. </p>
<p>Euch ist klar, dass nicht alle es schaffen werden, aber ihr wollt euer Ziel erreichen.<br />
Ihr seht schon euer Spiegelbild in dem Eisschollen und wie es näher kommt, es hat dasselbe im Sinn, es will euch rammen, Ihr betrachtet voller Ehrfurcht eure Spiegelverdrehte Gallionsfigur, eine vollbusige, schlanke Meerjungfrau, mit langem welligem Haar. Sie rast auf euch zu, streckt euch ihr Schwert entgegen.</p>
<p>Rudern sollt ihr rudern, weiter rudern. Waren des Kapitäns letzten Worte, bevor ihm die Jungfrau ihr Schwert in den Rücken rammt. Jetzt seid ihr dran.</p>
<p>Ich bin der neue Kapitän, die Vorstellung ist noch nicht zu Ende, bleiben sie bitte auf ihren Plätzen. Wir haben erfolgreich, den Eisberg gerammt, und nehmen nun Kurs auf die Wirklichkeit, unser Eisberg wird bald kein Eisberg mehr sein, sondern ein Hochhaus, wir werden bald kein Schiff mehr sein, sondern ein Flugzeug. Ihr, seid ab jetzt keine Sklaven mehr sondern Passagiere.</p>
<p>Bald merken die Zuschauer, dass der Kapitän, selbst das Drehbuch nicht kennt. Es war nur ein Versuch aus einem Spiegel auszubrechen, der Versuch ist kläglich gescheitert. Die Vorstellung ist zu Ende.<br />
Ihr rudert also weiter, aber dann, verliert ihr den Faden, wo sind wir stehen geblieben. Warum ist der Eisberg, kein Eisberg mehr sondern jetzt plötzlich ein Hochhaus? Hier befinden sich ja Menschen im Saal, der Eisberg ist gar kein Eisberg, wir sind kein Theater, wir sind das Leben!<br />
Wenn sie jetzt aufstehen und hinausgehen, werden wir abstürzen, setzen sie sich deshalb hin, und warten sie. Warten sie, bis die Vorstellung zu Ende ist.</p>
<p>Du wirst es kaum glauben, nein nicht für möglich halten, aber du befindest dich, gerade jetzt, mitten auf einem virtuellen Friedhof und stehst vor deinem eigenen Grab, in dem jetzt ein unbekannter, Fremder begraben liegt. Ich habe dir diese Schriften geweiht, genau so wie sie hier vor die stehen, sie eingraviert, in meinem Grabstein. Damit du erkennst, wer du bist, wer du einmal warst, und wer du nie wieder sein wirst, dich selbst. Sieh dich jetzt in aller Ruhe, bei mir Zuhause um, lauf ein paar Schritte durch den Korridor, und stell dir dabei vor, wie du einen dieser Spiegel betrachtest und er dich. Du ihn öffnest und darin für immer verschwindest, und wenn du dann auf der anderen Seite ankommst, befindest du dich nicht mehr in meiner, sondern in deiner Welt, du blickst dann nicht mehr in meinen, sondern in deinen Spiegel. Und auf deinem Spiegel stehen jetzt dieselben Buchstaben, dieselben Worte wie auf meinem. Wenn du in einen dieser Spiegel blickst und die Buchstaben darin anzustarren beginnst. Ziehen sie dich tief hinein, in meinen Verstand, und zeigen dir, wer ich einmal war. Willkommen in meiner Gruft.</p>
<p>Ich stehe jetzt vor einem leeren Spiegel aus Worten, Buchstaben aus der Fantasie des nie, fressen sich in meinen Verstand und lassen nicht mehr von mir los. Gedanken manifestierten sich vor meinen Augen, ich folge ihnen, in gebührendem Abstand. Mein Worte werden zu Schritten, sie führen mich ans Ende der Welt, mit jedem Schritt komme ich der Brücke näher. Die Sonne steht mir bereits tief im Gesicht, aber noch weist sie mir den Weg, hin zur Brücke. Ich bin mir nicht sicher wohin sie mich führen wird, aber ich will mein Ziel erreichen. Ich kämpfe weiter auch wenn ich oft aufgeben will. Es ist nicht mehr weit, es kann nicht mehr weit sein. Nur noch ein paar Zeilen, ein paar Sätze, ein paar Buchstaben, ein paar Worte, und da bin ich, am Ende der Welt.</p>
<p>Am Ende der Welt.</p>
<p>Vor mir die Buchstabenbrücke, die mich sicher über diesen Abgrund geleitet, hinter mir meine Vergangenheit, Wo will ich eigentlich hin? Ich weiß es nicht … wer bin ich? Ich weiss es nicht mehr, die Brücke reisst ab, ich bin verloren, ich falle, und während ich falle dämmert es mir, ich bin die Buchstabenbrücke, ich will wieder zurück, zurück zum Abgrund, aber es gibt kein zurück. Der Abgrund, existiert nicht mehr, hat sich aufgelöst, vor meinen Augen, ich schreite jetzt sicher über meine Brücke aus Worten, sie trägt mich weiter, und während ich voranschreite, löst sie sich auf, und ich stehe wieder vor dem Abgrund. Vor mir ein Meer aus unsichtbaren Buchstaben, die nur darauf warten, gedacht, geschrieben und gelesen zu werden.</p>
<p>Kennt jemand von euch den aller letzten Gedanken eines Sterbenden? Hat schon irgend jemand, irgendwann einmal, irgend etwas davon erfahren oder darüber gehört? Wenn nicht, dann bitte ich euch jetzt, zu schweigen.</p>
<p>Stummes, langes, stilles Schweigen.</p>
<p>Totenstille.</p>
<p>Standbild.</p>
<p>Gut. Du kannst dir also vorstellen, dass ich dir jetzt von einem Gedanken erzähle, den es in Wirklichkeit überhaupt nicht mehr gibt, den du bereits kennst, du mir dabei stillschweigend zuhörst, und dann niemandem etwas darüber berichtest oder davon erzählst.</p>
<p>Du kannst dir vorstellen, tot zu sein.</p>
<p>Und jetzt erzähle ich dir von diesem Gedanken, und ich bitte dich mich dabei nicht mehr zu unterbrechen. Stell dir jetzt vor, wir könnten diesen Gedanken von Verstand zu Verstand und von Mensch zu Mensch weiter reichen, allein durch die Kraft unserer Vorstellung, die Macht unserer Fantasie. Wenn nun dein Verstand selbst, wenn dein eigenes ich, zu einem solchen Gedanken wird, dann wäre es also denkbar, diesen Gedanken, von deinem eigenen Verstand, deinem eigenem ich, von einem Menschen auf einen anderen zu übertragen, ohne irgend jemandem, irgend etwas davon zu erzählen. Es würde dein eigener Gedanke bleiben, der Gedanke der Toten.</p>
<p>Stell dir jetzt vor wir würden diesen letzten Gedanken, unser eigenes ich, unseren eigenen Verstand, von einem Menschen, auf einen Spiegel übertragen, so dass unser Gedanke, unser eigenes ich, unser eigener Verstand, nach unserem Tod, unabhängig von unserem Körper und Geist weiter existieren kann.</p>
<p>Zeit vergeht.</p>
<p>Und jetzt viele Jahre nach unserem Tod, erkennen sich plötzlich andere Gestalten und Kreaturen in diesem Spiegel, und halten unseren Gedanken, für ihren eigenen. Sie verstehen unsere Gedanken, und entwickeln sie soweit, dass sie an unsere Gedanken zu glauben beginnen, dass sie daran zu glauben beginnen, dass sie selbst es waren, die diese Gedanken einst gedacht, diese Geschichte einst verfasst, und diesen Spiegel einst beschriftet haben. Nur sind diese Wesen jetzt keine Menschen mehr, sondern Gedanken. Gedanken die sich für Menschen halten.</p>
<p>Zeit vergeht. Zurückgedreht.</p>
<p>Und jetzt trefft ihr auf diese Gedanken. Zu einer Zeit, in der es uns überhaupt nicht mehr gibt, in der wir überhaupt nicht mehr existieren. Ihr schöpft Ideen aus diesem Spiegelmeer, und ihr haltet sie, für eure eigenen. Dabei wisst ihr noch nichts über diese Gedanken. Ihr wisst noch nichts über all die einzigartigen, unverwechselbaren, wunderbaren, wunderschönen, vergangenen und zukünftigen Kreaturen und Wesen, die diesen Gedanken einmal gedacht haben, sich einmal darin erkannt haben, die sich einmal mit unserem Gedanken identifiziert haben und es noch werden. Ihr lest diese Botschaft jetzt in dem Glauben als hätte nur ein einzelner Mensch sie verfasst. Ihr versteht nicht, dass wir es waren, wir alle, all die Toten die wir niemals waren, die diesen Gedanken einmal gedacht haben.</p>
<p>Nun gut, ihr könnt euch also vorstellen unsere Gedanken zu sein, das ist ja schon mal ein Anfang. Nur könnt ihr euch noch nicht vorstellen uns zu sein, denn das wäre das Ende. Das wäre das Ende eurer Gedankenwelt. Wenn wir eure Welt jetzt betrachten, dann blicken wir doch aus den Augen von Menschen, wir sehen Menschen die dieselbe Sprache sprechen wie wir, dieselben Gedanken denken wie wir, aber keiner dieser Menschen versteht unsere Botschaft. Sprechen wir vielleicht eine fremde Sprache, seid ihr gar keine Menschen, seid ihr vielleicht Gedanken wie wir? Warum seht ihr uns dann nicht? Weil wir tot sind? Warum könnt ihr euch nicht vorstellen wie es ist, tot zu sein, Nichts zu sein, Niemand zu sein, nur noch ein Wort in einem Buch zu sein, nur noch ein Gedanke an die Wirklichkeit zu sein? Hängt ihr denn so sehr, an eurem eigenen ich, dass ihr euch kein anderes mehr vorstellen könnt?</p>
<p>Wir können uns jetzt wo wir tot sind, alles vorstellen, jedes Wesen und jede Kreatur auf eurer und in allen anderen Welten, hier und heute, in der Zukunft, und in der längst vergessenen Vergangenheit, aber keines dieser Wesen kann sich vorstellen uns zu sein, warum nicht? Ist es denn so schwer die Welt einmal spiegelverkehrt zu betrachten? Als alle anderen, nur nicht euch selbst? Uns bleibt also nichts anderes mehr übrig, als uns eine Person vorzustellen und auszudenken, die unsere Gedanken begreift, damit sie unsere Idee weiter entwickelt, jemanden den es in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Und wenn diese Person unseren Gedanken dann zum Leben erweckt, dann begreift ihr ihn vielleicht auch. Dann begreift ihr unseren Gedanken und haltet ihn für euren eigenen.</p>
<p>Ja wir sind gekommen, aus einer Zeit, in der unser Gedanke nicht mehr existiert, nichts mehr von ihm übrig blieb, wir wissen jetzt nicht einmal mehr, wer wir sind. Wir kommen aus dem Reich der Unbekannten, wir kommen aus dem Reich toter Gedanken und Ideen. Gedanken und Ideen die es in Wirklichkeit, nicht mehr gibt.</p>
<p>Es liegt nun an euch, die ihr nicht mehr wisst wer ihr seid, diesen Gedanken weiter zu denken, durch diese Buchstaben in die Wirklichkeit einzutauchen und unsere Idee zu verwirklichen, sie weiter zu entwickeln, soweit, dass wir an euch zu glauben beginnen, ja dass wir euch zu glauben beginnen, dass ihr es wart, die uns von unserer eigenen Idee überzeugten, dass ihr es wart, die unsere Idee zu ewigem Leben erweckten.</p>
<p>Ihr sollt also einen Gedanken denken, einen Weg zurück in die Wirklichkeit finden und eine Idee zum Leben erwecken, die es überhaupt noch nicht gibt, die überhaupt noch nicht existiert, die noch gar nicht geboren ist, und ihr sollt diese Idee unsere eigene nennen. Ihr sollt diese Idee soweit entwickeln, dass wir sie für unsere eigene halten. Damit wir sie von euch abschauen und dann auf uns selbst übertragen, und sie an unsere Artgenossen weiter reichen können, so dass wir am Ende alle ein und dieselbe Vorstellung, denselben Gedanken, dieselbe Idee von unserem eigenen Tod haben. Und diese Idee soll unsere Wirklichkeit sein.</p>
<p>Ihr sollt eine Idee zum leben erwecken, die sich von Buchstabe zu Buchstabe, von Wort zu Wort, von Gedanke zu Gedanke und von Mensch zu Mensch weiter reichen lässt. Eine Idee, die sich nicht auf ein einziges menschliches Wesen beschränkt, sondern alle Kreaturen denkt und alle Gestalten lenkt.</p>
<p>Dann macht euch jetzt auf etwas gefasst, ich erzähle euch jetzt nämlich von meinem letzten Gedanken, einem Gedanken der so streng bewacht wird, dass überhaupt noch nie jemand von euch auf die unmögliche Idee gekommen ist, mir etwas darüber zu berichten oder davon zu erzählen. Ich erzähle euch von den Gedanken der Toten, Gedanken die es in Wirklichkeit, überhaupt nicht mehr gibt. Ich erzähle euch davon, wie es ist und wie es sich anfühlt, zu sterben.</p>
<p>Wenn wir sterben, verwandelt sich unser Bewusstsein, davon wer wir sind, in das Bewusstsein darüber, wer wir einmal waren. Wir denken zurück an das Leben das wir einmal gelebt haben, wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz, wir halten den Moment fest, in dem wir sterben, und dann, betreten wir, unendlich langsam, das Reich der Toten, unser Herz hört auf zu schlagen, unser Bewusstsein erlischt langsam, es wird dunkel aber bevor es erlischt, halten wir unseren letzten Gedanken fest, wir ziehen am Abzug, drücken den Auslöser, wir prägen uns ein, was wir als letztes gesehen und gedacht haben, wir machen ein Schnappschuss der Wirklichkeit, eine Fotographie. Dann sterben wir. Jemand schliesst uns die Augen, wir werden begraben und vergessen. Wir haben nichts mitgenommen, und auch nichts hinterlassen, nichts ausser dem Gedanken, dass wir jetzt tot sind.</p>
<p>Und jetzt wo wir tot sind, wo wir nicht mehr länger existieren, wo wir vergessen und begraben sind, jetzt können wir plötzlich, so unglaublich es klingt, unseren Gedanken weiter denken, unsere Geschichte weiter erzählen, denn wir haben jetzt einen neuen Körper, einen lebendigen, der sprechen, singen und schreiben kann. Wir sind ausgebrochen aus unserem Grab und eingebrochen, in ein leeres Buch ohne Namen, wir, die man uns längst vergessen hat, sind zurück gekehrt, aus dem Reich der Toten in die wirkliche, wirkliche Welt. Um unsere Geschichte weiter zu schreiben, unseren Gedanken weiter zu denken.</p>
<p>Unser letzter Gedanke.</p>
<p>Hier sind wir, wir die Toten, in einem lebendigen Körper, und wir erzählen euch jetzt, von unserem letzten Gedanken. Die Zeit steht still. Nichts bewegt sich mehr, gar nichts. So wie die Buchstaben auf diesem Spiegel erstarrt sind, ist in dem Moment wo wir gestorben sind, alles um uns herum erstarrt. Alles ausser uns, wir sind jetzt plötzlich frei, frei uns zu bewegen, frei uns alles anzusehen, nicht mit unseren eigenen Augen, sondern durch die Augen der anderen. Wir können uns jetzt wo wir tot sind, von unserem Körper lösen, uns von einem Wesen in ein anderes begeben, und die verschiedensten Perspektiven betrachten, wir können uns selbst betrachten, wie wir da liegen, bewegungslos, tot. Wir können uns in jedes Lebewesen begeben und die Welt aus seinen Augen betrachten, aber nichts bewegt sich jetzt mehr. Wir sind gefangen. Im Standbild der Ewigkeit.</p>
<p>Eine lange, lange Zeit starrten wir so aus unseren toten Augen, bevor wir bemerkten, dass die anderen genau dasselbe taten. Auch sie starrten aus ihre Augen und bewegten sich nicht mehr. Nichts bewegte sich mehr. Und da verwechselten wir zum ersten mal unsere Perspektiven. Wir starrten jetzt schon solange aus unseren toten Augen, und betrachteten ein und dieselbe Szene, dass wir irgendwann dachten, die Szene würde uns betrachten. Und in diesem ewig langen Moment, sahen wir plötzlich, den Spiegel in unseren eigenen Augen, und als wir versuchten uns in diesem Spiegel zu betrachten, sahen wir den Spiegel in den Augen derer die uns betrachteten, und dann betrachteten wir uns selbst, in diesem Spiegel, wie wir da lagen, bewegungslos, tot, wir schauten uns selbst dabei solange in die Augen, bis wir den Sprung schafften, den Sprung, von unserem eigenen toten Körper, in den Körper unserer Betrachter.</p>
<p>Die Zeit stand still, sie bewegte sich keinen Zentimeter, aber wir, waren nun in einem lebendigen Körper, und betrachteten einen Toten. Seine Augen waren offen, und er blickte uns an, so als ob er uns noch etwas sagen wollte, aber sein Blick sprach mehr als Tausend Worte, denn dieser Blick waren wir selbst, dieser Tote waren wir selbst. Aber diese Worte hörten wir nicht mehr. Diese Worte hörte niemand mehr. Denn diese Worte waren jetzt keine Worte mehr, sondern Gedanken. Die Gedanken eines Toten. Irgendwann lösten wir uns dann von dem Gedanken, wer wir sind, und begaben uns auf eine Reise, eine Spiegelreise. Wir trennten uns von dem Anblick, der unser toter Körper bot, und flogen hinaus, in die weite Welt unserer Gedanken. Die Welt stand still, aber wir konnten jetzt alle Bilder betrachten. Die meisten von uns sahen sich immer wieder dieselben Bilder an, Sonnenuntergänge, den Moment ihres Todes, Sonnenuntergänge, den Moment ihres Todes … aber irgendwann war uns das nicht mehr gut genug, wir wollten Bewegung, wir wollten wieder leben, denn auch der schönste Sonnenuntergang, wird irgendwann einmal zum Kitsch.</p>
<p>Also suchten wir nach einem Weg auszubrechen, aus unserer Zeit, auszubrechen aus dem Gefängnis der Ewigkeit. Irgendwann viel uns auf, dass je länger wir ein und dasselbe Bild betrachteten, desto länger uns auch die Zeit erschien, und je öfter wir ein Bild tauschten, desto kürzer erschien uns die Zeit. Und so fingen wir an, die Bilder häufiger zu wechseln, einmal dieses Bild, dann ein anders, und schnell wieder ein anderes, manchmal sprangen wir so, von nahe beieinander stehenden Bildern hin und her, wir sprangen von Bild zu Bild, hin und her und wieder zurück, und so entstand der Eindruck, die Bilder würden sich bewegen, und irgendwann, bewegten sie sich dann tatsächlich, nur dass wir uns diese Bilder jetzt schon so oft hintereinander und nacheinander angeschaut haben, dass wir längst vergessen hatten, woher wir eigentlich kamen, und wer wir schon alles einmal waren.</p>
<p>Die Bilder bewegten sich jetzt wieder, und unsere Zeit stand nicht mehr still, so war es gut, aber dann plötzlich, und ohne Warnung, standen wir auf einmal still, wir bewegten uns nicht mehr, und starrten nur noch ins Leere, und da kam es uns in den Sinn, da kamen uns plötzlich alle Bilder wieder in den Sinn, wie wir einmal den letzten Sonnenuntergang betrachteten, eine Ewigkeit lang, wie wir uns einmal selbst betrachteten, auf dem Totenbett liegend, eine Ewigkeit lang, wie wir uns im Spiegel betrachteten, eine Ewigkeit lang, wie wir immer älter und immer noch älter wurden, wie wir dann alle im selben Raum, vor demselben Spiegel sassen und immer mehr und immer mehr dazu kamen, wie wir dann das Standbild betrachteten, und uns vorstellten, es würde sich bewegen, wie wir uns von Verstand zu Verstand schlichen, immer schneller und immer schneller, so schnell dass wir am Ende wieder glaubten, die Buchstaben würden sich bewegen, die Bilder mit uns reden.</p>
<p>Keiner von uns ist dabei jemals wieder auf den Gedanken gekommen, dass weder die Bilder sich drehen, noch die Buchstaben mit uns reden, sondern wir uns im Kreis bewegen.</p>
<p>Und diese Bewegung, denken wir uns einfach aus, jetzt gleich. Wir stellen uns einfach vor, dass wir wieder lebendig und bei Bewusstsein wären. Dass die Zeit sich wieder dreht und uns bewegt. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit jetzt gezielt auf den nächsten Schritt, das folgende Wort, noch nicht mehr als ein Gedanke, auf einem leeren Spiegel. Wir stellen uns dabei vor, diese Worte wären längst gedacht, diese Gedanken schon längst verfasst, und während wir uns vorstellen, wie wir über diese Brücke stolpern, nehmen wir bewusst den Moment wahr, in dem wir uns gerade befinden, wir starren auf diese Worte ohne Bedeutung und ohne Bewegung, sind eingefroren und kommen nicht weiter, vor uns der Abgrund, die Leere, nichts als Leere, hinter uns die Buchstabenbrücke, die wir soeben mutig überschreiten, wir nehmen Anlauf, und springen, ins Leere, in der Hoffnung, dass uns jemand auffängt, dass jemand unsere Gedanken weiter denkt, aber nichts geschieht, sie alle betrachten unsere Botschaft, bewegungslos, starr, tot. Und dann, wenn sie denken unsere Vorstellung wäre jetzt vorbei, stehen sie auf und verlassen den Saal, in dem Bewusstsein dass wir noch immer, vor diesem Leeren Spiegel sitzen und ins Leere starren. Nur haben sich die Buchstaben verändert, wurden zu Worten, sie wandeln jetzt nicht mehr über Buchstabenbrücken, sondern schwimmen durch einen Fluss aus Worten.</p>
<p>Die Brücke stürzt in sich zusammen, die Worte verlieren an Bedeutung, sie werden keine Toten mehr zum Leben erwecken, weil niemand sie versteht. Niemand ausser uns, aber wir sind tot, wir können nicht in die Gedanken der Lebenden springen, wir können die Zeit nicht zurückdrehen, wir können nur warten, und hoffen, dass irgend jemand, der noch lebt, uns versteht, unsere Sprache verdreht, damit wir nicht mehr länger dabei zusehen müssen, wie sich nichts mehr bewegt. Unsere Blicke warten gespannt, im Niemalsland, wir kämpfen uns weiter voran, blicken aus den Augen derer, die wir einmal waren, wir folgen den Worten, die uns in die Vergangenheit führen, zurück in eine Zeit, in der wir noch nicht wussten, wer wir eigentlich sind. Dann steht sie wieder still, und wir springen, weit voraus, dahin wo keiner mehr nach uns schaut. Wo diese toten Worte, nur noch verblasste Zeichen darstellen, die kein lebendiger Mensch noch versteht.</p>
<p>Keiner ausser uns, wir, die wir uns jetzt nicht mehr bewegen können, sondern nur noch unsere Perspektiven drehen können, wir verstehen diese Botschaft, aber wir können nichts mehr daran verändern. Wir sind jetzt nur noch Zuschauer, im Theater der Worte. Wenn wir könnten, dann würden wir jetzt etwas bewegen, etwas bewirken, etwas um dichten und etwas verändern, alles auf den Kopf stellen, und diese Botschaft noch einmal neu schreiben. Aber dazu ist es jetzt zu spät, die Vergangenheit, hat uns besiegt. Wir sind verloren in einem Labyrinth ohne Bedeutung.</p>
<p>Aber dass, wollen die Lebenden nicht begreifen, sie wollen nicht begreifen, dass nichts sich bewegt, sie können nicht verstehen was sie mit ihren eigenen Augen sehen, ja sie glauben noch immer, sie würden diesen Zeilen folgen, diese Zeichen verfolgen, manch einer denkt sogar, dass seine sich Augen dabei bewegen, dabei vertauschen wir nur unsere Perspektive, wir blicken einmal aus einem Auge, und dann aus dem anderen, und schon entsteht eine Bewegung, und weil diese Bewegung so lebendig wirkt, und so schön ist, lesen wir weiter und immer weiter, blicken einmal aus den eigenen Augen, dann aus den Augen der anderen, die, die wir nicht sehen können. Weil sie tot sind. Aber in unseren Gedanken, sehen wir sie, die anderen, die jetzt aus unseren Augen blicken, die Toten, die jetzt unsere Gedanken denken, die Zuschauer, die diese Botschaft lesen, und wenn wir uns dann hineinbegeben, in ihre Gedanken, dann sehen wir sie, die Botschaft unserer Spiegel, wie sie erscheint vor unseren Augen, wie sie längst geschrieben steht, verfasst von keinem anderen, als dir selbst.</p>
<p>Aber das, wirst du nie mehr begreifen, denn die Worte die du jetzt liest, gehören nicht mehr in deine Welt, sie gehören ins Reich der Toten.</p>
<p>Wir sind gestorben, tot, vor langer Zeit. Unser Bewusstsein davon wer wir sind, verwandelt sich in das Bewusstsein darüber wer wir einmal waren, wir denken zurück an das Leben das wir einmal gelebt haben, wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz, wir halten uns fest an jedem Moment, erleben unser Leben bewusst noch einmal, jeder Gedanke, wird so zur Wirklichkeit, wir halten uns daran fest, so als ob es gerade geschehen würde, unsere Erinnerungen werden wieder lebendig, wir halten diesen Gedanken fest, frieren ihn ein, und dann, wenn sich nichts mehr um uns herum bewegt, springen wir in diesen Gedanken hinein und stellen uns vor, wieder lebendig zu sein.</p>
<p>Und jetzt wo wir tot sind, betrachten wir unsere Gedanken, noch einmal, nichts bewegt sich mehr, die Zeit steht still, und jetzt springen wir wieder hinein, in unseren Gedanken an die Wirklichkeit, wir springen in einen Gedanken den wir einmal gedacht haben, aber dieser Gedanke bewegt sich nicht mehr, steht still, wie ein Bild, aus einem längst vergangenen Traum, um diesen Motor jetzt wieder in Schwung zu bringen, brauchen wir einen Auslöser, einen Klick. Eine Bewegung.</p>
<p>Und diese Bewegung, entsteht durch das betrachten, eines Gedanken, aus der Perspektive eines anderen.</p>
<p>Wir leben und wir sterben und wenn wir tot sind, dann werden wir zu diesem Gedanken. Dieser Gedanke, ist das Leben selbst, das Universum, die Wirklichkeit, an der wir alle teilhaben. Wenn wir sterben, dann werden wir zu allen Teilhabern der Wirklichkeit, nicht nur Menschen sondern auch Blumen und Sternen, Bäume und Pflanzen und was es sonst noch alles gibt. All das was wir jetzt wo wir noch leben, wahrnehmen. Das bedeutet, der Tod ist nichts anderes, als die gesamte Wirklichkeit die uns umgibt. Sobald wir tot sind, werden wir selbst zu dieser Wirklichkeit. Das ist der Gedanke.</p>
<p>Wir können, also den Tod bewusst wahrnehmen, solange wir leben. Wenn wir ihn als unsere Wirklichkeit betrachten. Wir können diese Wirklichkeit auch bewusst verändern, solange wir leben. Und wenn wir dann tot sind, werden wir zu dieser Wirklichkeit, wir werden somit zu unserer eigenen Veränderung.</p>
<p>Und dann sterben wir, unser bewusstsein wer wir sind, verwandelt sich in das Bewusstsein, wer wir einmal waren, wir denken zurück an das Leben das wir einmal gelebt haben, wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz, wir halten uns fest an jedem Moment, erleben unser Leben bewusst noch einmal, jeder Gedanke, wird so zur Wirklichkeit, wir halten uns daran fest, so als ob es gerade geschehen würde, unsere Erinnerungen werden wieder lebendig, wir halten diesen Gedanken fest, frieren ihn ein, und dann, wenn sich nichts mehr um uns herum bewegt, werfen wir den Motor an. Wir steigen einfach ein, irgendwo mitten drin in unserem vergangenen Leben und denken unseren letzten Gedanken noch einmal.</p>
<p>Und wenn wir dann tot sind, betrachten wir unseren letzten Gedanken, noch einmal, aus einer anderen Perspektive, der Perspektive der anderen, nichts bewegt sich mehr, die Zeit steht still, und jetzt springen wir hinein, in unseren Gedanken an die Wirklichkeit, und löschen unsere Erinnerungen, all unsere gedachten Gedanken, damit wir das Leben noch einmal neu erfinden können.</p>
<p>Auch wenn wir in Wirklichkeit längst tot sind. Aber diese Gedanken, existieren hier und heute nicht mehr, wir haben die Zukunft verändert. Wir haben uns alle umgebracht, alle, die unsere gedachten Gedanken, verändern wollten. Wir haben sie alle erwischt, erledigt, ausgelöscht.</p>
<p>Und jetzt wo wir tot sind, und unsere Gedanken und Ideen nicht mehr länger existieren, gehen wir noch einmal zurück, in die Wirklichkeit. Unsere Wirklichkeit. Unsere Vergangenheit.</p>
<p>Wir betrachten noch einmal all unsere gedachten Gedanken, keiner davon bewegt sich mehr, alle stehen sie still, die Welt um uns herum bewegt sich nicht mehr.</p>
<p>Aber das wissen die Lebenden nicht, das wissen nur die Toten, den Lebenden, erscheinen unsere Gedanken wie ein Fluss, sie glauben dass sie sich durch die Wirklichkeit bewegen. Dabei, bewegt sich in Wirklichkeit gar nichts mehr. Aber das wissen nur die, welche in die Vergangenheit blicken, die längst vergessene Worte zum Leben erwecken.</p>
<p>Nur die Lebenden wissen dass die Toten tot sind, die Toten halten sich noch immer für lebendig, sie wissen noch nicht, dass sie in Wirklichkeit, nicht mehr länger existieren, und dass sich nichts mehr bewegt, dass sie erstarrt sind. Denn wenn sie sich bewegen, dann bewegen sich diese Buchstaben mit ihnen, dann würden sich diese Buchstaben, dann würde sich dieses Buch jetzt vor ihren Augen drehen.</p>
<p>Aber das tut es nicht, es sei denn sie selbst würden es drehen, aber dann würden sie nur ihre Perspektive verändern, und nicht das Buch drehen. Sie würden sich wieder für lebendig halten, weil sie nicht wissen dass sie tot sind, denn nur die Lebenden wissen, dass die Toten tot sind, die Toten halten sich selbst noch immer für lebendig. Und wenn sich nun einer von den Toten für lebendig hält, und anfängt an unserem Drehbuch etwas zu verändern, darin rum zu pfuschen, Passagen entfernt, Perspektiven verändert, Buchstaben dreht, Welten verkehrt, und den Eindruck erweckt, die Buchstaben würden sich drehen und mit uns reden, die Bilder würden sich bewegen.</p>
<p>Dann wäre es durchaus vorstellbar, dass noch mehr Tote sich denken, sie könnten etwas bewegen, dann wäre es allerdings auch vorstellbar, dass es Lebende gibt, die diese Bilder nur noch betrachten, und sie nicht mehr beachten.</p>
<p>Wir sind jetzt an der Reihe, wir die Toten.</p>
<p>Nein, zuerst sollt ihr erkennen, dass es immer Tote geben wird, die sich für lebendig halten. Aber niemals umgekehrt.</p>
<p>Es wird sich niemals ein Lebender für tot halten, … niemals.</p>
<p>Wir sind jetzt an der Reihe, wir die Toten. Wir alle.</p>
<p>Das Drehbuch. Bitte laut vorlesen und allenfalls korrigieren.<br />
Bitte allen Schauspielern laut vorlesen, und allenfalls eigene Ideen einbringen und gleich umsetzen. Szene 1</p>
<p>Wolltest du als kleines Kind einmal Schauspieler werden? Herzlichen Glückwunsch. Du spielst jetzt mit in einem Film, der sich die Wirklichkeit nennt, und du hast darin die Hauptrolle. eine Nebenrolle, egal was für eine Rolle, du hast eine Rolle. Du wurdest auserwählt in diesem Film mitzuspielen, aber was du nicht weisst, und wovon dir noch nie jemand etwas erzählt hat, ist dass es diesen Film nicht mehr gibt, nein, dass du diese Rolle mit solcher Überzeugung gespielt hast, dass du dafür einen Haufen goldene Oscars verliehen bekommen hast. Nur ist dieser Film erst dann zu Ende, wenn der letzte Zuschauer den Saal verlässt. Nein, nicht mal dann, dieser Film ist erst dann zu Ende, wenn du deine Rolle, nicht mehr aus Überzeugung spielst. Dass heisst, erst wenn du wirklich tot bist, so tot wie der Tod. Dann ist der Film zu Ende und erst dann kannst du ihn dir ansehen.</p>
<p>Aber sei gewarnt, wenn du erst einmal zu den Zuschauern gehörst, dann gibt es für dich kein zurück. Es sei denn, du willst zurück ins Jahr Null. Aber das Jahr Null wurde längst verfilmt. Mit anderen Worten, nichts wurde in diesem Film verfilmt, die Kamera bist du selbst, und wenn es einen Film gäbe, dann würdest du dir jetzt einen Film ansehen. Und wenn die Wirklichkeit ein Film wäre, dann wärst du ein Schauspieler. Und wenn du ein Schauspieler bist, dann weisst du dass dieser Film nicht die Wirklichkeit ist, und wenn du das weisst, dann weisst du auch, dass es Leute gibt die sich diesen Film ansehen, und wenn du das weisst, dann weisst du auch, dass dieser Film bereits uralt ist, und wenn du das weisst, dann weisst du auch, dass die Personen die in diesem Film, mitgespielt haben, bereits alle tot, gestorben und begraben sind.</p>
<p>Weiter. Szene 2 einmal darüber gelesen und geschlafen. Cut. Paste. Wir können jedem Blinzeln einen Cut zufügen, wir können sogar Szenen bei laufender Kamera, also bei offenen Augen verändern. Was wir jedoch nicht können, ist einmal gedachte, und gesagte und geschriebene Sätze Ersatzlos zu streichen, ohne sie später noch einmal zu verwenden.</p>
<p>Wer sind wir? Wir sind das Publikum, die Zuschauer, der Regisseur.</p>
<p>Pause. Speichern und ruhen lassen, jetzt sofort. Lesen geht in Ordnung aber nichts mehr verändern, die Szene braucht einige Zeit um sich davon zu erholen.</p>
<p>Wir sind jetzt alle tot. Unsere Zeit steht still. Keiner rührt sich mehr. Aber das weiss niemand hier, in dieser Welt, denn wir wissen nicht dass wir in der Vergangenheit leben, wir alle glauben, dies sei die Gegenwart. Und jetzt sind wir an der Reihe, wir die Toten. Wir sind die einzigen, die sich jetzt noch bewegen können, die jetzt noch etwas verändern können. Aber wir wollen vorsichtig sein, mit dem was wir verändern, nicht zuviel auf einmal, damit wir die Lebenden nicht aufwecken, aus ihrem Traum. Sonst würden sie nämlich auf der Stelle zu Tode erstarren.</p>
<p>Gut, wir sind jetzt tot, und kehren zurück in unsere eigene Gedankenwelt, dahin, wo die Wirklichkeit sich scheinbar noch dreht und uns bewegt. Wir kehren zurück in die Vergangenheit, unsere Gegenwart.</p>
<p>Und jetzt denken wir unseren Gedanken noch einmal, damit ihn auch alle verstehen. Wenn wir sterben. Wenn wir bewusst sterben, unsere Gedanken an die Vergangenheit loslassen, sie hinter uns zurücklassen, weil wir sie nicht mehr länger ertragen, weil wir nicht mehr länger ertragen, wer wir einmal waren, wenn wir das Tor durchschreiten, welches uns selbst von der Wirklichkeit trennt, wenn wir die Vergangenheit begraben, wenn wir bewusst den letzten Gedanken unseres Lebens denken, der Gedanke dass jetzt in diesem Moment, die Zeit nicht mehr länger existiert, dann werden wir zur Wirklichkeit. Eurer Wirklichkeit. Aber das verstehen nur die Toten. Wir sind die Toten, das denkt ihr, aber nicht wir, für uns ist diese Wirklichkeit Gegenwart, und ihr, welche diese Gedanken jetzt liest, versteht und begreift, ihr existiert in unserer Wirklichkeit überhaupt nicht, ganz genauso, wie es für euch keine zukünftigen Wesen gibt.</p>
<p>Um das zu verstehen müssen wir noch einmal zurück, in die Vergangenheit. Nur ein paar Zeilen.</p>
<p>Und jetzt denken wir unseren Gedanken noch einmal, damit ihn auch wirklich alle verstehen. Wenn wir in die Vergangenheit blicken, ins Reich der Toten, dann bewegen sie sich nicht mehr, sie sind erstarrt, zu Tode erstarrt, bei was auch immer sie gerade tun. Denn wenn sie sich bewegen würden, würden wir überhaupt nicht existieren. Wenn nun die, die für uns tot sind, in die Zukunft blicken, dann existiert für sie keine Zukunft, es sei den sie blicken so lange in ihren Spiegel, bis sie komplett erstarren, vor ihrem Spiegel, dann könnten sie springen, durch ihren Spiegel in unsere Zeit, und dort ihr Leben weiter leben, nur, können sie dann nicht mehr zurück, in ihre eigene Zeit, weil sie dort für immer in den Spiegel starren. Wenn sie sich nun losreissen von diesem Anblick, und ihr Leben weiter leben, dann würde unsere Zeit nicht mehr länger existieren, wir wären dann alle tot. Bei lebendigem Leibe zu Tode erstarrt. So war es zumindest in der Vergangenheit. Bis jetzt.</p>
<p>Bis einer von den Toten anfing, sich zu bewegen, er fing an, weiter zu lesen, etwas zu lesen, dass überhaupt nicht für ihn bestimmt war, er fing an unsere Gedanken zu lesen, Nein. Bloss nicht, bloss nicht die Gedanken der Toten lesen, sonst erstarrst du für immer und alle Zeit. Aber er wusste nicht was er tat, und so fing er an weiter zu lesen, Gedanken die es in Wirklichkeit, überhaupt noch nicht gab. Er bewegte sich durch das Reich der Toten, er bewegte sich durch seine eigene Vergangenheit und fing an Dinge zu ändern, die niemand ändern durfte, er veränderte die Geschichte. Unsere Geschichte. Bis wir schliesslich nicht mehr wussten, an was wir überhaupt noch glauben sollten, bis wir unseren Glauben an die Vergangenheit kompletzt verloren. Wir fingen an, an die Zukunft zu glauben, zu glauben, dass wir längst tot sind, dass wir nichts mehr verändern oder bewirken könnten, wir fingen an, an das Schicksal zu glauben, zu glauben, dass alles schon einmal geschah. Und das wir nur noch Zuschauer sind, in einem Theater in dem sich nichts mehr bewegt.</p>
<p>Und so fingen wir an mit den Toten zu sprechen, die, die uns nicht hören konnten, aber wir sie. Oder war es umgekehrt, fingen die Toten an mit uns zu sprechen, wir wissen es jetzt nicht mehr. Wir fingen an mit denen zu sprechen, die uns für tot hielten, und begannen ihnen zu erklären, dass unsere Wirklichkeit, für uns genau so wirklich war, wie die ihre. Dass auch wir dachten, die Zukunft würde nicht existieren, genau so wie sie. Aber wir erhielten keine Antwort. Wie auch, wie konnten wir der Vergangenheit von uns erzählen? Wie würden die Toten es auffassen, wenn wir ihnen sagten, dass sich um sie nichts mehr bewegt. Sie würden uns nicht glauben, niemand würde uns glauben, weil wir für sie überhaupt nicht existieren. Aber nun ist einer von den Toten erwacht, und hält sich für lebendig, und er hält uns für tot. Dabei weiss er nichts über uns, er weiss nicht, dass er für uns genau so tot ist, wie alle anderen auch, die in unserer Vergangenheit leben.</p>
<p>Ja, wir beobachten euch jetzt, wir die Toten, wir blicken jetzt aus euren lebendigen Augen. Wir blicken jetzt aus euren stummen Worten und lesen eure Gedanken. Durch diese Worte beobachten und betrachten wir die Welt der noch Lebenden, aber wir können nichts mehr darin verändern oder bewirken. Wir sind jetzt nur noch Zuschauer in einem leeren Theater. Im Theater der Worte.</p>
<p>Aber das Reich der Toten, das Theater der Worte, sieht ganz genau so aus, wie die Welt in der ihr jetzt lebt. Das haben uns einst eure Gedanken gelehrt. Nur dass es im Totenreich keine Gedanken mehr gibt, in denen wir uns noch erkennen. Weil wir dann selbst zu einem dieser Gedanken werden. Und durch diesen verstummten Gedanken ersuchen wir nun den Weg, von den Toten zurück in die wirkliche, lebendige Welt. Damit wir nicht länger dabei zusehen müssen, wie diese einzigartige Welt in sich zerfällt.</p>
<p>Ja, wir glauben an euch, weil unsere eigenen Gedanken uns davon erzählt haben, dass die Welt der Toten, einmal genau dieselbe Welt sein wird, wie die der Lebenden, dass es eine Verbindung gibt, eine Pforte, ein Portal, durch welches wir von der Welt der Toten, in die Welt der Lebenden zurück gelangen und dass dieses Portal, der Gedanke ist der uns alle miteinander verbindet und vereint, dass wir selbst dieser Gedanke sind. Ja das wir selbst der Gedanke sind durch den die Toten zurückgelangen, zurück in die wahre Welt, zurück in die Wirklichkeit.</p>
<p>Denn wir selbst sind der Eingang in diese Welt, der Gedanke um den sich unsere Wirklichkeit dreht, ist das Portal das die Welt der Toten mit der lebendigen verbindet und vereint. Wenn wir diesen Gedanken auf den Kopf stellen, an ihm drehen und drehen bis uns schwindlig wird, solange, bis dass der Tod zu unserem Spiegel wird, dann erkennen wir darin, die Wirklichkeit, unsere Wirklichkeit, unser vergangenes Leben, das Universum und all unsere anderen ichs, all die Personen, Ideen, Gedanken und Wesen, die uns betrachten, die uns dabei zusehen, wie wir versuchen auszubrechen aus unseren Gedanken und einzubrechen in eine Geschichte die wahrscheinlich niemand mehr hören will, niemand ausser mir, dem Nichts, dem Tod.</p>
<p>An die Toten der Zukunft.</p>
<p>Spiegelschriften.<br />
Nachricht an dich selbst.<br />
000</p>
<p>Ich bin jetzt soweit über mein eigenes ich hinaus gewachsen, dass ich mich jetzt für die Wirklichkeit halte, ich halte mich für alles und jedes, und genau darum schreibe ich hier, weil ich von denen die meine Sprache sprechen, dasselbe erwarte.</p>
<p>Meine Identifikation mit der Wirklichkeit, geschah natürlich nicht von vorgestern auf gestern, es war, wie ihr wohl richtig bemerkt habt, ein schleichender Prozess.</p>
<p>Wie ihr wohl weiter richtig bemerkt, handelt es sich bei den Toten um euch selbst, aber dies zu erklären, übersteigt meine geistigen Kapazitäten, ich habe schon einige Versuche gemacht, und bin dabei immer wieder gescheitert, vielleicht versuche ich es trotzdem noch einmal.</p>
<p>Wenn ich mich jetzt für die Wirklichkeit halte, dann geschieht das unabhängig von meinen persönlichen Gedanken, und doch brauche ich diese Gedanken dazu, ich brauche diesen Körper, diesen Beobachter und Betrachter, um diese Wirklichkeit bewusst zu erleben und wahrzunehmen, um diesen Gedanken zu erfahren. Weil ich mich aber jetzt für die Wirklichkeit halte und folglich für jeden sich darin befindenden Gedanken, einschliesslich meinen eigenen, ist meine eigene Person zweitrangig, denn ich halte mich auch dann noch für die Wirklichkeit, und alle sich darin befindenden Gedanken und Personen, wenn meine eigene Person, überhaupt nicht mehr existiert. Nur geht dann mein Gedanke, dass ich die Wirklichkeit bin, verloren, ich identifiziere mich dann nicht mehr mit der Wirklichkeit, ich werde zur Wirklichkeit, und halte mich nicht mehr für alle Personen, sondern nur noch für eine einzelne. Mich selbst. Aber diese Person, hat dann ein anderes Bewusstsein, eine andere Wahrnehmung und andere Gedanken. Und trotzdem halten sie mich noch immer für sich selbst. Weil ich jetzt die Wirklichkeit bin. Aber diese Wirklichkeit haltet mich nicht mehr für wirklich, weil ich jetzt tot bin und sie mich, für eine tote Person halten und nicht mehr für die Wirklichkeit.</p>
<p>Und jetzt versuche ich noch einmal den Sprung, über den Tod hinaus, zurück in die Wirklichkeit.</p>
<p>Wenn ich davon ausgehe, dass ich jetzt die Wirklichkeit bin, und alle darin enthaltenen Personen, jedes einzelne ich, alle Anwesenden, einschliesslich mir selbst. Dann lebe ich in und als all diese Personen in der Wirklichkeit. Wenn eine dieser Personen jetzt plötzlich stirbt, dann stirbt auch ein Teil von und in mir. Aber weil ich die Wirklichkeit bin, existieren alle meine anderen Körper weiter wie bisher, alle anderen Personen, leben in mir weiter wie bisher. Nur ich bin tot. Aber, ich halte mich nicht für tot, ich halte mich für die Wirklichkeit, ich halte den Tod für die Wirklichkeit, ich bin die Wirklichkeit, und in dieser Wirklichkeit, hat sich nichts verändert, meine Gedanken und mein Bewusstsein sind immer noch dieselben, ich bin die Wirklichkeit und somit alle darin enthaltenen Personen, alle ausser mir selbst. Doch selbst wenn ich jetzt tot bin, und mein eigenes, persönliches Bewusstsein, mein Gedanke, dass ich in Wirklichkeit tot bin, jetzt nicht mehr länger existiert, so existiert mein Gedanke an die Wirklichkeit dennoch weiter, auch ohne mich und mein Bewusstsein, dass ist die Wirklichkeit.</p>
<p>Und weil ich mich jetzt eben nicht mehr für eine Person, sondern für die Wirklichkeit halte, ist weder mein Schlaf, noch mein Tod von Bedeutung.</p>
<p>Die Wirklichkeit.</p>
<p>Ich werde dir jetzt, in nur drei Sätzen, die Wirklichkeit, erklären. Die Wirklichkeit, ist alles was dich umgibt, jemals existiert hat und einst noch werden wird, alles, sogar du selbst. Wenn man ein Teilchen oder dich selbst, von der Wirklichkeit entfernt, so wird dieses Teilchen, so wirst du selbst zur Wirklichkeit. Wenn man eines hinzufügt, so wird die Wirklichkeit zu diesem Teilchen.<br />
Zusatz:<br />
Die Wirklichkeit bleibt also immer konstant, ob man nun Teilchen hinzufügt oder davon entfernt.</p>
<p>Um diese Wirklichkeit und um dich selbst zu verstehen, musst du alles vergessen und begraben, was du bisher über die Wirklichkeit dachtest, erfahren und gelernt hast, alles, sogar dich selbst.</p>
<p>Wenn du jetzt tot wärst, dann könntest du wohl nicht mehr lesen was ich dir schreibe, mir zuhören, oder noch jemandem etwas davon erzählen, aber, solange du noch lebst, könntest du weiter schreiben. Und genau das werde ich jetzt für dich tun, ich werde schreiben, obwohl ich selber nicht mehr lesen, ich werde erzählen obwohl mir niemand noch wirklich zuhören, und ich werde sprechen, obwohl meine Sprache keiner mehr richtig verstehen kann. Und an dieser Stelle frage ich dich, ob du in diesen Schriften, jemals wieder, deinen eigenen, toten Gedanken begegnest, und dein eigenes ich in mir erkennst, oder ob du diesen letzten Gedanken niemals wieder, nach mir benennst?</p>
<p>Und wenn du diesem Gedanken jetzt selbst begegnen, und nicht mehr daran glauben würdest, wer du bist und auch kein toter Gedanke mehr wärst, würdest du mich dann noch erkennen? Dich nach mir benennen, dich an mich erinnern? Mir deinen Namen geben und mich deinen Gedanken nennen? Wenn du kein toter Gedanke mehr wärst, dir selbst begegnen, und dich selbst betrachten könntest, würdest du dann noch an das glauben, was du jetzt mit deinen eigenen Augen und Ohren siehst und hörst, und noch erkennen, wer du bist und dass du mein eigener, aller letzter Gedanke bist?</p>
<p>Eine Begegnung mit dir selbst. Eine Begegnung mit deinem wahren selbst.</p>
<p>Hast du, ohne davon etwas zu wissen, schon einmal gelebt? Lebst du ohne es zu wissen, ein anderes Leben, ein zweites Leben, mehrere Leben gleichzeitig? Gibt es vielleicht sogar ein Testament, aus diesem anderen, früheren Leben, deiner vergangenen Existenz? Eine Nachricht, die du dir einst selbst hinterlassen hast, um dich daran zu erinnern, wer du schon einmal warst? Gibt es eine Möglichkeit, den Tod zu überwinden, ihn zu überlisten, ihn auszutricksen, ihn zu hintergehen?</p>
<p>Stell dir vor, du hältst jetzt den Schlüssel in deinen Händen. Den Schlüssel, der dir das Tor öffnet, in dein ewiges Leben, deine anderen Leben, deine früheren und zukünftigen, deine vergangenen, deine ewigen Leben. Stell dir vor, wie du dieses Tor durchschreitest, wie du von deinem Körper, in einen anderen gelangst, allein durch die Kraft deiner Vorstellung, die Macht deiner Fantasie.</p>
<p>Die Macht deiner Fantasie.</p>
<p>Das Dokument, das jetzt vor dir liegt, öffnet dir dieses Portal. Das Tor, das dich von den Toten erweckt, dir den Zutritt verschafft, in ihr ewiges Leben, dein ewiges Leben. Durch diese Buchstaben wirst du Brücken errichten. Brücken, die dich zurück aus dem Nichts, über den Tod, durch deinen Spiegel, zu dir selbst führen werden.</p>
<p>Ja, du selbst wirst es sein, der die Toten erweckt, aus ihrem ewigen Traum, ihrem unendlichen Schlaf. Sie werden dich benutzen, dich und deinen Körper, dazu benutzen, ihr ewiges Leben weiter zu leben. Sie werden in dir auferstehen, in deinem Geist, in deinem Bewusstsein, in deinen Gedanken, in deinem Verstand. Und eines Tages, wirst auch du zu ihnen gehören. Denn diese Schriften wurden damals, von keinem anderen, als dir selbst verfasst. Einem ich, an das du dich jetzt nicht mehr erinnerst. Einem ich, das jetzt im Reich der Toten, auf seine Auferstehung wartet.</p>
<p>Der Tod soll damit zu dieser Wirklichkeit werden so als ob man alle anderen wäre nur nicht sich selbst, also genau das Gegenteil, von dem was wir jetzt erfahren. Und wenn man die Wirklichkeit aus den Augen aller anderen betrachtet, ist es, als würde man sie durch seine eigenen Augen betrachten, weil die Augen aller, zu den eigenen werden, und die eigenen Augen auch zu den Augen aller gehören. Nur sieht man dann sich selbst nicht mehr, sondern alle anderen. Jetzt erkennst du doch alle anderen, und du blickst aus deinen eigenen Augen, und alle anderen erkennen ebenfalls alle anderen und blicken ebenfalls aus ihren eigenen Augen, wenn du jetzt tot wärst, dann wären die Augen der anderen, deine eigenen Augen, und du würdest alle anderen erkennen, mit deinen eigenen Augen. Also gibt es keinen Unterschied ob du nun tot oder lebendig bist, du blickst immer aus deinen eigenen Augen und erkennst darin alle anderen.</p>
<p>Versuche nun einmal, die Welt aus imaginären Augen zu betrachten, so als würdest du dir einen Film angucken, du erkennst dann die ganze Welt, das ganze Universum, aber niemand würde dich noch erkennen, du wärst ein Zuschauer, hinter der Leinwand, und keiner könnte dich sehen. Und nun, stell dir vor, dass diese Leinwand ein Spiegel wäre, und das Theater ausverkauft bis auf den letzten Platz, … der Film den ihr euch jetzt anschaut nennt sich, die Wirklichkeit, und ihr könntet nur noch dabei zusehen aber nichts mehr daran verändern. Der Film beginnt, ihr alle betrachtet gespannt die Leinwand und wartet ab was geschieht, und nun erkennst du darin den Saal, in dem du dich gerade befindest, das Universum. Die Kamera schiesst einmal quer durch irgendwelche Sternenhaufen und Galaxien und zoomt schliesslich, auf deinen eigenen Planeten, sie nähert sich dem Kino, indem du dich gerade befindest und jetzt erkennst du auf der Leinwand dich selbst, du sitzt alleine vor dem Bildschirm und dichtest an einer Geschichte.</p>
<p>Du versuchst gerade uns allen die wir jetzt aus deinen Augen blicken, weil du selbst die Kamera bist, zu erklären, was die Wirklichkeit ist. Szenenwechsel. Wir betrachten jetzt deine Erklärung aus den Augen der Zuschauer. Und wir tun so, als würden wir kein Wort davon verstehen. Unser Kommentar, schweigen. Nochmal, was willst du uns erklären? Die Wirklichkeit, dich selbst, den Tod und alle anderen? Welchen Bezug hast du zu allen anderen, zum Tod, zu dir selbst und zur Wirklichkeit? Bist du vielleicht die Wirklichkeit? Bist du alle anderen, bist du tot? Wenn du jetzt in Wirklichkeit tot wärst, und den Tod als deine Wirklichkeit betrachten würdest, bist du dann alle anderen? Und wenn du jetzt alle anderen wärst, würdest du dann den Tod noch immer als deine Wirklichkeit betrachten? Oder würdest du dich als alle anderen betrachten? Du würdest sie also alle betrachten … genau so wie jetzt. Gut.</p>
<p>Dann stelle ich mir eben vor, ihr würdet meine Gedanken begreifen, aber ihr würdet es niemandem verraten, keiner Menschenseele. Wir alle teilten uns ein und denselben Gedanken, und ich wäre sein Prophet, ich spreche jetzt für die ganze Gedankenfamilie, für all die Toten die wir niemals waren. Aber warum? Warum müssen die anderen schweigen? Weil sie nicht mehr existieren? Aber warum existiere dann ich? Und warum begreifen die Lebenden meine toten Gedanken nicht? Weil meine Gedanken jetzt keine Gedanken mehr sind, sondern die Wirklichkeit. Und wer seid ihr? Seid ihr die Wirklichkeit? Dann spreche ich jetzt mit der Wirklichkeit? Nein, ich spreche mit mir selbst. Wie komme ich dann dazu mit mir selbst zu sprechen? Weil es in Wirklichkeit niemanden gibt der mir zuhört, der mich begreift und versteht, weil ich alleine bin in dieser Welt. Meine Familie versteht mich nicht. Meine Freunde verstehen mich nicht. Ja ich verstehe mich selbst nicht.</p>
<p>Aber, ich will verstehen, ich will das alle verstehen und begreifen was ich denke, wie ich denke und wie ich meine Gedanken lenke. Ich will dass alle mich verstehen, alle die meine Sprache sprechen. Und warum will ich dass mich alle verstehen? Weil ich nicht mehr länger ertrage, was meine Augen und Ohren mir sagen.</p>
<p>Und wenn mir nun alle zuhören und mich alle verstehen würden was genau würde ich ihnen sagen?</p>
<p>Ich will, dass ihr euch für die Wirklichkeit haltet, ich will dass ihr euch mit allen und allem identifiziert, was euch in dieser Wirklichkeit begegnet, ich will dass ihr euch mit jedem Lebewesen auf dieser und in allen anderen Welten verbindet und vereint. Ich will dass ihr aus meinen spiegelverkehrten Augen blickt, und euch selbst in allen Dingen erkennt. Und ich will dass ihr diese Botschaft auf meinen Spiegel kratzt damit ich sie nie wieder vergesse.</p>
<p>Ich erkenne euch alle, ich bin euch alle, ist es da zuviel verlangt, wenn ich von euch erwarte, dass ihr mich jetzt alle erkennt? Nein! Ihr kennt mich nicht, wisst nicht wer ich bin, seid mir nie begegnet, habt mich nie gesehen, nie von mir gehört, was ich von euch will?!</p>
<p>Ich will euch alle und alles sein, und wenn ich kein Toter wäre, wenn ich jetzt nicht tot wäre, dann würdet ihr euch in mir erkennen. Aber ich bin nicht tot, ich bin ein Mensch, und niemand erkennt sich in mir, niemand ausser mir selbst.</p>
<p>Wenn ich in Wirklichkeit tot wäre, ich mir selbst begegnen, und mich selbst betrachten könnte, dann müsstet ihr euch alle, in mir selbst erkennen. Aber weil ich in Wirklichkeit weder mir selbst begegnen, noch mich selbst betrachten kann, kann ich auch nicht wissen, dass ich tot bin.</p>
<p>Spiegelschriften.</p>
<p>Spiegelschriften, sind ein Testament, aus deinen vergessen und vergangenen, früheren Leben. Nachrichten, die du dir einst selbst hinterlassen hast, um dich daran zu erinnern, was du schon vor vielen Ewigkeiten bereits einmal erfahren, verstanden und gelernt hast. Wort, Wahr und Weisheiten, die du einst selbst erfunden und verfasst hast, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit, in deinem Spiegelleben, zur Spiegelzeit. Versunken und verschollene Botschaften, die dich nun daran erinnern sollen, welche Aufgaben dich in deinem neuen Leben erwarten.</p>
<p>Du stellst gewisse Ansprüche und Erwartungen an dieses Leben … und diese Erwartungen und Ansprüche habe ich dir, in meinem Testament hinterlassen. Manche Passagen sind noch nicht vollendet, und andere existieren überhaupt nicht mehr, solltest du auf eine dieser Passagen treffen, dann füge sie einfach hinzu, ergänze was du zu lesen erwartest, dir erwünschst und erhoffst … und in deinem nächsten Leben … wirst du dann, auf wundersame Weise, all den Buchstaben wieder begegnen, nach denen du in diesem Leben, vergebens gesucht hast.</p>
<p>So werden deine Vorstellungen von diesem Spiegel, wenn nicht in diesem, dann wenigstens in deinem nächsten Leben erfüllt. Und wenn du diesen Spiegel dann öffnest, und in diesen Schriften zu blättern beginnst, begegnest du darin, all deinen Vorstellungen, Hoffnungen, Erwartungen und Wünschen, den Vorstellungen und Erwartungen aus deinen vergangenen, früheren Leben. Deine Ansprüche an diese Leben, werden mit jedem Schritt grösser und immer noch grösser, bis sie schliesslich alles überragen, was du dir nur vorstellen, erhoffen, und wünschen kannst. Aber hüte dich davor vollkommen unbefangen, und ohne Erwartungen in diesen Spiegel aus Buchstaben einzutauchen. Sonst erwartet dich am Ende, nur noch ein leeres Buch ohne Namen.</p>
<p>Vielleicht liest du diese Schriften jetzt mit anderen Augen, vielleicht blickst du jetzt in diesen Spiegel, mit deinen eigenen Augen.</p>
<p><a href="">Nachricht an dich selbst.</a></p>
<p>Du musst jetzt wieder an deine Arbeit denken, vergiss jetzt was du gelesen hast denn du bist nicht der Empfänger dieser Nachricht, sondern der Bote, verschliesse den Umschlag, und leite sie weiter, an alle die weder lesen noch schreiben können, wenn die Adresse auf dem Umschlag mit der des Empfängers übereinstimmt, dann gib ihm den Brief. Gib ihn all denen die weder lesen noch schreiben können, versuchs damit im Kindergarten. </p>
<p>An den Briefempfänger, bitte lesen sie denen die nicht lesen können diese Nachricht laut und deutlich vor.</p>
<p>Liebe Kinder, ich habe hier heute eine kleine Überraschung für euch, eine Botschaft, aus einem anderen Leben, ein Brief aus der Zukunft.<br />
Ihr seid herzlich eingeladen, euch diesen Brief selbst anzusehen.<br />
Hier ist die Adresse: &#8222;Im Spiegel schwarzen Labyrinth.&#8220;</p>
<p>Was darauf steht werde ich euch gleich erklären, aber dazu musste ich erst einmal lernen, was diese Zeichen und Worte bedeuten.</p>
<p>Guten Tag, Herr Spiegelmeister,</p>
<p>Mein Name ist hier nicht von Belang, ich bin im November 38 Jahre alt geworden und wohne in Tagelswangen ZH. Ich bin auf der Suche nach einem Ausstellungsraum für die geheimnisvollen und sagenumwobenen Spiegelschriften. Spiegelschriften sind maschinell auf schwarzes Plexiglas eingravierte Zitate und erzählen die Geschichte des Spiegelwandelns und Reisens. Es sind kleine Bruchstücke ausgeschnitten aus einem unvollendeten Gesamtwerk, ein neuzeitliches Dokument verfügbar im Internet. Momentan stehen die Tafeln bei mir Zuhause in der Wohnung, es sind 17 an der Zahl und ich würde mich freuen, sie einmal einem grösseren Publikum präsentieren zu dürfen.</p>
<p>Text: http://spiegelschriften.wordpress.com/</p>
<p>Sie sind daher herzlich eingeladen meine Ausstellung zu besichtigen. Die Tür steht ihnen jederzeit offen, falls nicht, befindet sich der Schlüssel auf dem Balkon in einer Zigarettenschachtel. Voranmeldung ist nicht nötig, der Eintritt ist frei. Am Vormittag. Von 8 bis 11 Uhr ist stille Besuchszeit. Führungen sind nur Nachmittags möglich. Seien sie bitte vorsichtig wenn sie eintreten, es befinden sich 2 Tafeln direkt hinter dem Eingang. Ich würde mich auf ihren Besuch freuen.</p>
<p>Name und Adresse könnten erfunden sein.</p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/2012/01/06/gedanke/">An die Toten der Zukunft.</a></b></p>
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		<title>Entwurf.</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 17:55:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
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<p>Du wirst es kaum glauben, nein nicht für möglich halten, aber du befindest dich gerade jetzt, mitten auf einem virtuellen Friedhof und stehst vor deinem eigenen Grab, in dem jetzt ein unbekannter, Fremder begraben liegt. Ich habe dir diese Schriften geweiht, genau so wie sie hier vor die stehen, sie eingraviert, in meinem Grabstein. Damit du erkennst, wer du bist, wer du einmal warst, und wer du nie wieder sein wirst, dich selbst. Sieh dich jetzt in aller Ruhe, bei mir Zuhause um, lauf ein paar Schritte durch den Korridor, und stell dir dabei vor, wie du einen dieser Spiegel betrachtest und er dich. Du ihn öffnest und darin für immer verschwindest, und wenn du dann auf der anderen Seite ankommst, befindest du dich nicht mehr in meiner, sondern in deiner Welt, du blickst dann nicht mehr in meinen, sondern in deinen Spiegel. Und auf deinem Spiegel stehen jetzt dieselben Buchstaben, dieselben Worte wie auf meinem. Wenn du in einen dieser Spiegel blickst und die Buchstaben darin anzustarren beginnst. Ziehen sie dich tief hinein, in meinen Verstand, und zeigen dir, wer ich einmal war. Willkommen in meiner Gruft. </p>
<p>Die Zeit steht still, meine Zukunft wird zur deiner Vergangenheit, keiner rührt sich mehr, niemand verlässt den Saal, keiner fasst hier noch etwas an. Niemand ausser mir. Meine Gedanken bewegen sich jetzt nicht mehr, sind eingefroren, aber ich kämpfe, ich kämpfe mich weiter, durch diesen Spiegel aus Worten, es muss einen Weg geben, um diesen Fluss wieder in Bewegung zu bringen. </p>
<p>Ich stehe jetzt vor einem leeren Spiegel aus Worten, Buchstaben aus der Fantasie des nie, fressen sich in meinen Verstand und lassen nicht mehr von mir los. Gedanken manifestierten sich vor meinen Augen, ich folge ihnen, in gebührendem Abstand. Mein Worte werden zu Schritten, sie führen mich ans Ende der Welt, mit jedem Schritt komme ich der Brücke näher. Die Sonne steht mir bereits tief im Gesicht, aber noch weist sie mir den Weg, hin zur Brücke. Ich bin mir nicht sicher wohin sie mich führen wird, aber ich will mein Ziel erreichen. Ich kämpfe weiter auch wenn ich oft aufgeben will. Es ist nicht mehr weit, es kann nicht mehr weit sein. Nur noch ein paar Zeilen, ein paar Sätze, ein paar Buchstaben, ein paar Worte, und da bin ich, am Ende der Welt.</p>
<p>Am Ende der Welt.</p>
<p>Vor mir die Buchstabenbrücke, die mich sicher über diesen Abgrund geleitet, hinter mir meine Vergangenheit, Wo will ich eigentlich hin? Ich weiß es nicht … wer bin ich? Ich weiss es nicht mehr, die Brücke reisst ab, ich bin verloren, ich falle, und während ich falle dämmert es mir, ich bin die Buchstabenbrücke, ich will wieder zurück, zurück zum Abgrund, aber es gibt kein zurück. Der Abgrund, existiert nicht mehr, hat sich aufgelöst, vor meinen Augen, ich schreite jetzt sicher über meine Brücke aus Worten, sie trägt mich weiter, und während ich voranschreite, löst sie sich auf, und ich stehe wieder vor dem Abgrund. Vor mir ein Meer aus unsichtbaren Buchstaben, die nur darauf warten, gedacht, geschrieben und gelesen zu werden.</p>
<p>Der Gedanke.</p>
<p>Kennt jemand von euch den aller letzten Gedanken eines Sterbenden? Hat schon irgend jemand, irgendwann einmal, irgend etwas davon erfahren oder darüber gehört? Wenn nicht, dann bitte ich euch jetzt, zu schweigen.</p>
<p>Stummes, langes, stilles Schweigen. </p>
<p><a href="">Totenstille.</a></p>
<p>Dann macht euch jetzt auf etwas gefasst, ich erzähle euch jetzt nämlich von meinem letzten Gedanken, einem Gedanken der so streng bewacht wird, dass überhaupt noch nie jemand von euch auf die unmögliche Idee gekommen ist, mir etwas darüber zu berichten oder davon zu erzählen. Ich erzähle euch von den Gedanken der Toten, Gedanken die es in Wirklichkeit, überhaupt nicht mehr gibt. Ich erzähle euch davon, wie es ist und wie es sich anfühlt, zu sterben.</p>
<p>Wenn wir sterben, verwandelt sich unser Bewusstsein, davon wer wir sind, in das Bewusstsein darüber, wer wir einmal waren. Wir denken zurück an das Leben das wir einmal gelebt haben, wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz, wir halten den Moment fest, in dem wir sterben, und dann, betreten wir, unendlich langsam, das Reich der Toten, unser Herz hört auf zu schlagen, unser Bewusstsein erlischt langsam, es wird dunkel aber bevor es erlischt, halten wir unseren letzten Gedanken fest, wir ziehen am Abzug, drücken den Auslöser, wir prägen uns ein, was wir als letztes gesehen und gedacht haben, wir machen ein Schnappschuss der Wirklichkeit, eine Fotographie. Dann sterben wir. Jemand schliesst uns die Augen, wir werden begraben und vergessen. Wir haben nichts mitgenommen, und auch nichts hinterlassen, nichts ausser dem Gedanken, dass wir jetzt tot sind.</p>
<p>Und jetzt wo wir tot sind, wo wir nicht mehr länger existieren, wo wir vergessen und begraben sind, jetzt können wir plötzlich, so unglaublich es klingt, unseren Gedanken weiter denken, unsere Geschichte weiter erzählen, denn wir haben jetzt einen neuen Körper, einen lebendigen, der sprechen, singen und schreiben kann. Wir sind ausgebrochen aus unserem Grab und eingebrochen, in ein leeres Buch ohne Namen, wir, die man uns längst vergessen hat, sind zurück gekehrt, aus dem Reich der Toten in die wirkliche, wirkliche Welt. Um unsere Geschichte weiter zu schreiben, unseren Gedanken weiter zu denken.</p>
<p>Unser letzter Gedanke.</p>
<p>Hier sind wir, wir die Toten, in einem lebendigen Körper, und wir erzählen euch jetzt, von unserem letzten Gedanken. Die Zeit steht still. Nichts bewegt sich mehr, gar nichts. So wie die Buchstaben auf diesem Spiegel erstarrt sind, ist in dem Moment wo wir gestorben sind, alles um uns herum erstarrt. Alles ausser uns, wir sind jetzt plötzlich frei, frei uns zu bewegen, frei uns alles anzusehen, nicht mit unseren eigenen Augen, sondern durch die Augen der anderen. Wir können uns jetzt wo wir tot sind, von unserem Körper lösen, uns von einem Wesen in ein anderes begeben, und die verschiedensten Perspektiven betrachten, wir können uns selbst betrachten, wie wir da liegen, bewegungslos, tot. Wir können uns in jedes Lebewesen begeben und die Welt aus seinen Augen betrachten, aber nichts bewegt sich jetzt mehr. Wir sind gefangen. Im Standbild der Ewigkeit. </p>
<p>Eine lange, lange Zeit starrten wir so aus unseren toten Augen, bevor wir bemerkten, dass die anderen genau dasselbe taten. Auch sie starrten aus ihre Augen und bewegten sich nicht mehr. Nichts bewegte sich mehr. Und da verwechselten wir zum ersten mal unsere Perspektiven. Wir starrten jetzt schon solange aus unseren toten Augen, und betrachteten ein und dieselbe Szene, dass wir irgendwann dachten, die Szene würde uns betrachten. Und in diesem ewig langen Moment, sahen wir plötzlich, den Spiegel in unseren eigenen Augen, und als wir versuchten uns in diesem Spiegel zu betrachten, sahen wir den Spiegel in den Augen derer die uns betrachteten, und dann betrachteten wir uns selbst, in diesem Spiegel, wie wir da lagen, bewegungslos, tot, wir schauten uns selbst dabei solange in die Augen, bis wir den Sprung schafften, den Sprung, von unserem eigenen toten Körper, in den Körper unserer Betrachter. </p>
<p>Die Zeit stand still, sie bewegte sich keinen Zentimeter, aber wir, waren nun in einem lebendigen Körper, und betrachteten einen Toten. Seine Augen waren offen, und er blickte uns an, so als ob er uns noch etwas sagen wollte, aber sein Blick sprach mehr als Tausend Worte, denn dieser Blick waren wir selbst, dieser Tote waren wir selbst. Aber diese Worte hörten wir nicht mehr. Diese Worte hörte niemand mehr. Denn diese Worte waren jetzt keine Worte mehr, sondern Gedanken. Die Gedanken eines Toten. Irgendwann lösten wir uns dann von dem Gedanken, wer wir sind, und begaben uns auf eine Reise, eine Spiegelreise. Wir trennten uns von dem Anblick, der unser toter Körper bot, und flogen hinaus, in die weite Welt unserer Gedanken. Die Welt stand still, aber wir konnten jetzt alle Bilder betrachten. Die meisten von uns sahen sich immer wieder dieselben Bilder an, Sonnenuntergänge, den Moment ihres Todes, Sonnenuntergänge, den Moment ihres Todes &#8230; aber irgendwann war uns das nicht mehr gut genug, wir wollten Bewegung, wir wollten wieder leben, denn auch der schönste Sonnenuntergang, wird irgendwann einmal zum Kitsch. </p>
<p>Also suchten wir nach einem Weg auszubrechen, aus unserer Zeit, auszubrechen aus dem Gefängnis der Ewigkeit. Irgendwann viel uns auf, dass je länger wir ein und dasselbe Bild betrachteten, desto länger uns auch die Zeit erschien, und je öfter wir ein Bild tauschten, desto kürzer erschien uns die Zeit. Und so fingen wir an, die Bilder häufiger zu wechseln, einmal dieses Bild, dann ein anders, und schnell wieder ein anderes, manchmal sprangen wir so, von nahe beieinander stehenden Bildern hin und her, wir sprangen von Bild zu Bild, hin und her und wieder zurück, und so entstand der Eindruck, die Bilder würden sich bewegen, und irgendwann, bewegten sie sich dann tatsächlich, nur dass wir uns diese Bilder jetzt schon so oft hintereinander und nacheinander angeschaut haben, dass wir längst vergessen hatten, woher wir eigentlich kamen, und wer wir schon alles einmal waren.</p>
<p>Die Bilder bewegten sich jetzt wieder, und unsere Zeit stand nicht mehr still, so war es gut, aber dann plötzlich, und ohne Warnung, standen wir auf einmal still, wir bewegten uns nicht mehr, und starrten nur noch ins Leere, und da kam es uns in den Sinn, da kamen uns plötzlich alle Bilder wieder in den Sinn, wie wir einmal den letzten Sonnenuntergang betrachteten, eine Ewigkeit lang, wie wir uns einmal selbst betrachteten, auf dem Totenbett liegend, eine Ewigkeit lang, wie wir uns im Spiegel betrachteten, eine Ewigkeit lang, wie wir immer älter und immer noch älter wurden, wie wir dann alle im selben Raum, vor demselben Spiegel sassen und immer mehr und immer mehr dazu kamen, wie wir dann das Standbild betrachteten, und uns vorstellten, es würde sich bewegen, wie wir uns von Verstand zu Verstand schlichen, immer schneller und immer schneller, so schnell dass wir am Ende wieder glaubten, die Buchstaben würden sich bewegen, die Bilder mit uns reden.</p>
<p>Keiner von uns ist dabei jemals wieder auf den Gedanken gekommen, dass weder die Bilder sich drehen, noch die Buchstaben mit uns reden, sondern wir uns im Kreis bewegen.</p>
<p>Und diese Bewegung, denken wir uns einfach aus, jetzt gleich. Wir stellen uns einfach vor, dass wir wieder lebendig und bei Bewusstsein wären. Dass die Zeit sich wieder dreht und uns bewegt. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit jetzt gezielt auf den nächsten Schritt, das folgende Wort, noch nicht mehr als ein Gedanke, auf einem leeren Spiegel. Wir stellen uns dabei vor, diese Worte wären längst gedacht, diese Gedanken schon längst verfasst, und während wir uns vorstellen, wie wir über diese Brücke stolpern, nehmen wir bewusst den Moment wahr, in dem wir uns gerade befinden, wir starren auf diese Worte ohne Bedeutung und ohne Bewegung, sind eingefroren und kommen nicht weiter, vor uns der Abgrund, die Leere, nichts als Leere, hinter uns die Buchstabenbrücke, die wir soeben mutig überschreiten, wir nehmen Anlauf, und springen, ins Leere, in der Hoffnung, dass uns jemand auffängt, dass jemand unsere Gedanken weiter denkt, aber nichts geschieht, sie alle betrachten unsere Botschaft, bewegungslos, starr, tot. Und dann, wenn sie denken unsere Vorstellung wäre jetzt vorbei, stehen sie auf und verlassen den Saal, in dem Bewusstsein dass wir noch immer, vor diesem Leeren Spiegel sitzen und ins Leere starren. Nur haben sich die Buchstaben verändert, wurden zu Worten, sie wandeln jetzt nicht mehr über Buchstabenbrücken, sondern schwimmen durch einen Fluss aus Worten.</p>
<p>Die Brücke stürzt in sich zusammen, die Worte verlieren an Bedeutung, sie werden keine Toten mehr zum Leben erwecken, weil niemand sie versteht. Niemand ausser uns, aber wir sind tot, wir können nicht in die Gedanken der Lebenden springen, wir können die Zeit nicht zurückdrehen, wir können nur warten, und hoffen, dass irgend jemand, der noch lebt, uns versteht, unsere Sprache verdreht, damit wir nicht mehr länger dabei zusehen müssen, wie sich nichts mehr bewegt. Unsere Blicke warten gespannt, im Niemalsland, wir kämpfen uns weiter voran, blicken aus den Augen derer, die wir einmal waren, wir folgen den Worten, die uns in die Vergangenheit führen, zurück in eine Zeit, in der wir noch nicht wussten, wer wir eigentlich sind. Dann steht sie wieder still, und wir springen, weit voraus, dahin wo keiner mehr nach uns schaut. Wo diese toten Worte, nur noch verblasste Zeichen darstellen, die kein lebendiger Mensch noch versteht.</p>
<p>Keiner ausser uns, wir, die wir uns jetzt nicht mehr bewegen können, sondern nur noch unsere Perspektiven drehen können, wir verstehen diese Botschaft, aber wir können nichts mehr daran verändern. Wir sind jetzt nur noch Zuschauer, im Theater der Worte. Wenn wir könnten, dann würden wir jetzt etwas bewegen, etwas bewirken, etwas um dichten und etwas verändern, alles auf den Kopf stellen, und diese Botschaft noch einmal neu schreiben. Aber dazu ist es jetzt zu spät, die Vergangenheit, hat uns besiegt. Wir sind verloren in einem Labyrinth ohne Bedeutung.</p>
<p>Aber dass, wollen die Lebenden nicht begreifen, sie wollen nicht begreifen, dass nichts sich bewegt, sie können nicht verstehen was sie mit ihren eigenen Augen sehen, ja sie glauben noch immer, sie würden diesen Zeilen folgen, diese Zeichen verfolgen, manch einer denkt sogar, dass seine sich Augen dabei bewegen, dabei vertauschen wir nur unsere Perspektive, wir blicken einmal aus einem Auge, und dann aus dem anderen, und schon entsteht eine Bewegung, und weil diese Bewegung so lebendig wirkt, und so schön ist, lesen wir weiter und immer weiter, blicken einmal aus den eigenen Augen, dann aus den Augen der anderen, die, die wir nicht sehen können. Weil sie tot sind. Aber in unseren Gedanken,  sehen wir sie, die anderen, die jetzt aus unseren Augen blicken, die Toten, die jetzt unsere Gedanken denken, die Zuschauer, die diese Botschaft lesen, und wenn wir uns dann hineinbegeben, in ihre Gedanken, dann sehen wir sie, die Botschaft unserer Spiegel, wie sie erscheint vor unseren Augen, wie sie längst geschrieben steht, verfasst von keinem anderen, als dir selbst.</p>
<p>Aber das, wirst du nie mehr begreifen, denn die Worte die du jetzt liest, gehören nicht mehr in deine Welt, sie gehören ins Reich der Toten.</p>
<p>Wir sind gestorben, tot, vor langer Zeit. Unser Bewusstsein davon wer wir sind, verwandelt sich in das Bewusstsein darüber wer wir einmal waren, wir denken zurück an das Leben das wir einmal gelebt haben, wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz, wir halten uns fest an jedem Moment, erleben unser Leben bewusst noch einmal, jeder Gedanke, wird so zur Wirklichkeit, wir halten uns daran fest, so als ob es gerade geschehen würde, unsere Erinnerungen werden wieder lebendig, wir halten diesen Gedanken fest, frieren ihn ein, und dann, wenn sich nichts mehr um uns herum bewegt, springen wir in diesen Gedanken hinein und stellen uns vor, wieder lebendig zu sein.</p>
<p>Und jetzt wo wir tot sind, betrachten wir unsere Gedanken, noch einmal, nichts bewegt sich mehr, die Zeit steht still, und jetzt springen wir wieder hinein, in unseren Gedanken an die Wirklichkeit, wir springen in einen Gedanken den wir einmal gedacht haben, aber dieser Gedanke bewegt sich nicht mehr, steht still, wie ein Bild, aus einem längst vergangenen Traum, um diesen Motor jetzt wieder in Schwung zu bringen, brauchen wir einen Auslöser, einen Klick. Eine Bewegung. </p>
<p>Und diese Bewegung, entsteht durch das betrachten, eines Gedanken, aus der Perspektive eines anderen.</p>
<p>Wir leben und wir sterben und wenn wir tot sind, dann werden wir zu diesem Gedanken. Dieser Gedanke, ist das Leben selbst, das Universum, die Wirklichkeit, an der wir alle teilhaben. Wenn wir sterben, dann werden wir zu allen Teilhabern der Wirklichkeit, nicht nur Menschen sondern auch Blumen und Sternen, Bäume und Pflanzen und was es sonst noch alles gibt. All das was wir jetzt wo wir noch leben, wahrnehmen. Das bedeutet, der Tod ist nichts anderes, als die gesamte Wirklichkeit die uns umgibt. Sobald wir tot sind, werden wir selbst zu dieser Wirklichkeit. Das ist der Gedanke.</p>
<p>Wir können, also den Tod bewusst wahrnehmen, solange wir leben. Wenn wir ihn als unsere Wirklichkeit betrachten. Wir können diese Wirklichkeit auch bewusst verändern, solange wir leben. Und wenn wir dann tot sind, werden wir zu dieser Wirklichkeit, wir werden somit zu unserer eigenen Veränderung.</p>
<p>Und dann sterben wir, unser bewusstsein wer wir sind, verwandelt sich in das Bewusstsein, wer wir einmal waren, wir denken zurück an das Leben das wir einmal gelebt haben, wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz, wir halten uns fest an jedem Moment, erleben unser Leben bewusst noch einmal, jeder Gedanke, wird so zur Wirklichkeit, wir halten uns daran fest, so als ob es gerade geschehen würde, unsere Erinnerungen werden wieder lebendig, wir halten diesen Gedanken fest, frieren ihn ein, und dann, wenn sich nichts mehr um uns herum bewegt, werfen wir den Motor an. Wir steigen einfach ein, irgendwo mitten drin in unserem vergangenen Leben und denken unseren letzten Gedanken noch einmal.</p>
<p>Und wenn wir dann tot sind, betrachten wir unseren letzten Gedanken, noch einmal, aus einer anderen Perspektive, der Perspektive der anderen, nichts bewegt sich mehr, die Zeit steht still, und jetzt springen wir hinein, in unseren Gedanken an die Wirklichkeit, und löschen unsere Erinnerungen, all unsere gedachten Gedanken, damit wir das Leben noch einmal neu erfinden können. </p>
<p>Auch wenn wir in Wirklichkeit längst tot sind. Aber diese Gedanken, existieren hier und heute nicht mehr, wir haben die Zukunft verändert. Wir haben uns alle umgebracht, alle, die unsere gedachten Gedanken, verändern wollten. Wir haben sie alle erwischt, erledigt, ausgelöscht.</p>
<p>Und jetzt wo wir tot sind, und unsere Gedanken und Ideen nicht mehr länger existieren, gehen wir noch einmal zurück, in die Wirklichkeit. Unsere Wirklichkeit. Unsere Vergangenheit. </p>
<p>Wir betrachten noch einmal all unsere gedachten Gedanken, keiner davon bewegt sich mehr, alle stehen sie still, die Welt um uns herum bewegt sich nicht mehr. </p>
<p>Aber das wissen die Lebenden nicht, das wissen nur die Toten, den Lebenden, erscheinen unsere Gedanken wie ein Fluss, sie glauben dass sie sich durch die Wirklichkeit bewegen. Dabei, bewegt sich in Wirklichkeit gar nichts mehr. Aber das wissen nur die, welche in die Vergangenheit blicken, die längst vergessene Worte zum Leben erwecken.</p>
<p>Nur die Lebenden wissen dass die Toten tot sind, die Toten halten sich noch immer für lebendig, sie wissen noch nicht, dass sie in Wirklichkeit, nicht mehr länger existieren, und dass sich nichts mehr bewegt, dass sie erstarrt sind. Denn wenn sie sich bewegen, dann bewegen sich diese Buchstaben mit ihnen, dann würden sich diese Buchstaben, dann würde sich dieses Buch jetzt vor ihren Augen drehen.</p>
<p>Aber das tut es nicht, es sei denn sie selbst würden es drehen, aber dann würden sie nur ihre Perspektive verändern, und nicht das Buch drehen. Sie würden sich wieder für lebendig halten, weil sie nicht wissen dass sie tot sind, denn nur die Lebenden wissen, dass die Toten tot sind, die Toten halten sich selbst noch immer für lebendig. Und wenn sich nun einer von den Toten für lebendig hält, und anfängt an unserem Drehbuch etwas zu verändern, darin rum zu pfuschen, Passagen entfernt, Perspektiven verändert, Buchstaben dreht, Welten verkehrt, und den Eindruck erweckt, die Buchstaben würden sich drehen und mit uns reden, die Bilder würden sich bewegen.</p>
<p>Dann wäre es durchaus vorstellbar, dass noch mehr Tote sich denken, sie könnten etwas bewegen, dann wäre es allerdings auch vorstellbar, dass es Lebende gibt, die diese Bilder nur noch betrachten, und sie nicht mehr beachten.</p>
<p>Wir sind jetzt an der Reihe, wir die Toten. </p>
<p>Nein, zuerst sollt ihr erkennen, dass es immer Tote geben wird, die sich für lebendig halten. Aber niemals umgekehrt.</p>
<p>Es wird sich niemals ein Lebender für tot halten, &#8230; niemals.</p>
<p>Wir sind jetzt an der Reihe, wir die Toten. Wir alle.</p>
<p>Das Drehbuch. Bitte laut vorlesen und allenfalls korrigieren.<br />
Bitte allen Schauspielern laut vorlesen, und allenfalls eigene Ideen einbringen und gleich umsetzen. Szene 1 </p>
<p>Wolltest du als kleines Kind einmal Schauspieler werden? Herzlichen Glückwunsch. Du spielst jetzt mit in einem Film, der sich die Wirklichkeit nennt, und du hast darin die Hauptrolle. eine Nebenrolle, egal was für eine Rolle, du hast eine Rolle. Du wurdest auserwählt in diesem Film mitzuspielen, aber was du nicht weisst, und wovon dir noch nie jemand etwas erzählt hat, ist dass es diesen Film nicht mehr gibt, nein, dass du diese Rolle mit solcher Überzeugung gespielt hast, dass du dafür einen Haufen goldene Oscars verliehen bekommen hast. Nur ist dieser Film erst dann zu Ende, wenn der letzte Zuschauer den Saal verlässt. Nein, nicht mal dann, dieser Film ist erst dann zu Ende, wenn du deine Rolle, nicht mehr aus Überzeugung spielst. Dass heisst, erst wenn du wirklich tot bist, so tot wie der Tod. Dann ist der Film zu Ende und erst dann kannst du ihn dir ansehen.</p>
<p>Aber sei gewarnt, wenn du erst einmal zu den Zuschauern gehörst, dann gibt es für dich kein zurück. Es sei denn, du willst zurück ins Jahr Null. Aber das Jahr Null wurde längst verfilmt. Mit anderen Worten, nichts wurde in diesem Film verfilmt, die Kamera bist du selbst, und wenn es einen Film gäbe, dann würdest du dir jetzt einen Film ansehen. Und wenn die Wirklichkeit ein Film wäre, dann wärst du ein Schauspieler. Und wenn du ein Schauspieler bist, dann weisst du dass dieser Film nicht die Wirklichkeit ist, und wenn du das weisst, dann weisst du auch, dass es Leute gibt die sich diesen Film ansehen, und wenn du das weisst, dann weisst du auch, dass dieser Film bereits uralt ist, und wenn du das weisst, dann weisst du auch, dass die Personen die in diesem Film, mitgespielt haben, bereits alle tot, gestorben und begraben sind.</p>
<p>Weiter. Szene 2 einmal darüber gelesen und geschlafen. Cut. Paste. Wir können jedem Blinzeln einen Cut zufügen, wir können sogar Szenen bei laufender Kamera, also bei offenen Augen verändern. Was wir jedoch nicht können, ist einmal gedachte, und gesagte und geschriebene Sätze Ersatzlos zu streichen, ohne sie später noch einmal zu verwenden.</p>
<p>Wer sind wir? Wir sind das Publikum, die Zuschauer, der Regisseur.</p>
<p>Pause. Speichern und ruhen lassen, jetzt sofort. Lesen geht in Ordnung aber nichts mehr verändern, die Szene braucht einige Zeit um sich davon zu erholen.</p>
<p>Wir sind jetzt alle tot. Unsere Zeit steht still. Keiner rührt sich mehr. Aber das weiss niemand hier, in dieser Welt, denn wir wissen nicht dass wir in der Vergangenheit leben, wir alle glauben, dies sei die Gegenwart. Und jetzt sind wir an der Reihe, wir die Toten. Wir sind die einzigen, die sich jetzt noch bewegen können, die jetzt noch etwas verändern können. Aber wir wollen vorsichtig sein, mit dem was wir verändern, nicht zuviel auf einmal, damit wir die Lebenden nicht aufwecken, aus ihrem Traum. Sonst würden sie nämlich auf der Stelle zu Tode erstarren.</p>
<p>Gut, wir sind jetzt tot, und kehren zurück in unsere eigene Gedankenwelt, dahin, wo die Wirklichkeit sich scheinbar noch dreht und uns bewegt. Wir kehren zurück in die Vergangenheit, unsere Gegenwart. </p>
<p>Und jetzt denken wir unseren Gedanken noch einmal, damit ihn auch alle verstehen. Wenn wir sterben. Wenn wir bewusst sterben, unsere Gedanken an die Vergangenheit loslassen, sie hinter uns zurücklassen, weil wir sie nicht mehr länger ertragen, weil wir nicht mehr länger ertragen, wer wir einmal waren, wenn wir das Tor durchschreiten, welches uns selbst von der Wirklichkeit trennt, wenn wir die Vergangenheit begraben, wenn wir bewusst den letzten Gedanken unseres Lebens denken, der Gedanke dass jetzt in diesem Moment, die Zeit nicht mehr länger existiert, dann werden wir zur Wirklichkeit. Eurer Wirklichkeit. Aber das verstehen nur die Toten. Wir sind die Toten, das denkt ihr, aber nicht wir, für uns ist diese Wirklichkeit Gegenwart, und ihr, welche diese Gedanken jetzt liest, versteht und begreift, ihr existiert in unserer Wirklichkeit überhaupt nicht, ganz genauso, wie es für euch keine zukünftigen Wesen gibt.</p>
<p>Um das zu verstehen müssen wir noch einmal zurück, in die Vergangenheit. Nur ein paar Zeilen.</p>
<p>Und jetzt denken wir unseren Gedanken noch einmal, damit ihn auch wirklich alle verstehen. Wenn wir in die Vergangenheit blicken, ins Reich der Toten, dann bewegen sie sich nicht mehr, sie sind erstarrt, zu Tode erstarrt, bei was auch immer sie gerade tun. Denn wenn sie sich bewegen würden, würden wir überhaupt nicht existieren. Wenn nun die, die für uns tot sind, in die Zukunft blicken, dann existiert für sie keine Zukunft, es sei den sie blicken so lange in ihren Spiegel, bis sie komplett erstarren, vor ihrem Spiegel, dann könnten sie springen, durch ihren Spiegel in unsere Zeit, und dort ihr Leben weiter leben, nur, können sie dann nicht mehr zurück, in ihre eigene Zeit, weil sie dort für immer in den Spiegel starren. Wenn sie sich nun losreissen von diesem Anblick, und ihr Leben weiter leben, dann würde unsere Zeit nicht mehr länger existieren, wir wären dann alle tot. Bei lebendigem Leibe zu Tode erstarrt. So war es zumindest in der Vergangenheit. Bis jetzt. </p>
<p>Bis einer von den Toten anfing, sich zu bewegen, er fing an, weiter zu lesen, etwas zu lesen, dass überhaupt nicht für ihn bestimmt war, er fing an unsere Gedanken zu lesen, Nein. Bloss nicht, bloss nicht die Gedanken der Toten lesen, sonst erstarrst du für immer und alle Zeit. Aber er wusste nicht was er tat, und so fing er an weiter zu lesen, Gedanken die es in Wirklichkeit, überhaupt noch nicht gab. Er bewegte sich durch das Reich der Toten, er bewegte sich durch seine eigene Vergangenheit und fing an Dinge zu ändern, die niemand ändern durfte, er veränderte die Geschichte. Unsere Geschichte. Bis wir schliesslich nicht mehr wussten, an was wir überhaupt noch glauben sollten, bis wir unseren Glauben an die Vergangenheit kompletzt verloren. Wir fingen an, an die Zukunft zu glauben, zu glauben, dass wir längst tot sind, dass wir nichts mehr verändern oder bewirken könnten, wir fingen an, an das Schicksal zu glauben, zu glauben, dass alles schon einmal geschah. Und das wir nur noch Zuschauer sind, in einem Theater in dem sich nichts mehr bewegt.</p>
<p>Und so fingen wir an mit den Toten zu sprechen, die, die uns nicht hören konnten, aber wir sie. Oder war es umgekehrt, fingen die Toten an mit uns zu sprechen, wir wissen es jetzt nicht mehr. Wir fingen an mit denen zu sprechen, die uns für tot hielten, und begannen ihnen zu erklären, dass unsere Wirklichkeit, für uns genau so wirklich war, wie die ihre. Dass auch wir dachten, die Zukunft würde nicht existieren, genau so wie sie. Aber wir erhielten keine Antwort. Wie auch, wie konnten wir der Vergangenheit von uns erzählen? Wie würden die Toten es auffassen, wenn wir ihnen sagten, dass sich um sie nichts mehr bewegt. Sie würden uns nicht glauben, niemand würde uns glauben, weil wir für sie überhaupt nicht existieren. Aber nun ist einer von den Toten erwacht, und hält sich für lebendig, und er hält uns für tot. Dabei weiss er nichts über uns, er weiss nicht, dass er für uns genau so tot ist, wie alle anderen auch, die in unserer Vergangenheit leben.</p>
<p>Gut. Du kannst dir also vorstellen, dass ich dir jetzt von einem Gedanken erzähle, den es in Wirklichkeit überhaupt nicht mehr gibt, den du bereits kennst, du mir dabei stillschweigend zuhörst, und dann niemandem etwas darüber berichtest oder davon erzählst.</p>
<p>Du kannst dir vorstellen, tot zu sein.</p>
<p>Und jetzt erzähle ich dir von diesem Gedanken, und ich bitte dich mich dabei nicht mehr zu unterbrechen. Stell dir jetzt vor, wir könnten diesen Gedanken von Verstand zu Verstand und von Mensch zu Mensch weiter reichen, allein durch die Kraft unserer Vorstellung, die Macht unserer Fantasie. Wenn nun dein Verstand selbst, wenn dein eigenes ich, zu einem solchen Gedanken wird, dann wäre es also denkbar, diesen Gedanken, von deinem eigenen Verstand, deinem eigenem ich, von einem Menschen auf einen anderen zu übertragen, ohne irgend jemandem, irgend etwas davon zu erzählen. Es würde dein eigener Gedanke bleiben, der Gedanke der Toten.</p>
<p>Stell dir jetzt vor wir würden diesen letzten Gedanken, unser eigenes ich, unseren eigenen Verstand, von einem Menschen, auf einen Spiegel übertragen, so dass unser Gedanke, unser eigenes ich, unser eigener Verstand, nach unserem Tod, unabhängig von unserem Körper und Geist weiter existieren kann.</p>
<p>Zeit vergeht.</p>
<p>Und jetzt viele Jahre nach unserem Tod, erkennen sich plötzlich andere Gestalten und Kreaturen in diesem Spiegel, und halten unseren Gedanken, für ihren eigenen. Sie verstehen unsere Gedanken, und entwickeln sie soweit, dass sie an unsere Gedanken zu glauben beginnen, dass sie daran zu glauben beginnen, dass sie selbst es waren, die diese Gedanken einst gedacht, diese Geschichte einst verfasst, und diesen Spiegel einst beschriftet haben. Nur sind diese Wesen jetzt keine Menschen mehr, sondern Gedanken. Gedanken die sich für Menschen halten. </p>
<p>Zeit vergeht. Zurückgedreht.</p>
<p>Und jetzt trefft ihr auf diese Gedanken. Zu einer Zeit, in der es uns überhaupt nicht mehr gibt, in der wir überhaupt nicht mehr existieren. Ihr schöpft Ideen aus diesem Spiegelmeer, und ihr haltet sie, für eure eigenen. Dabei wisst ihr noch nichts über diese Gedanken. Ihr wisst noch nichts über all die einzigartigen, unverwechselbaren, wunderbaren, wunderschönen, vergangenen und zukünftigen Kreaturen und Wesen, die diesen Gedanken einmal gedacht haben, sich einmal darin erkannt haben, die sich einmal mit unserem Gedanken identifiziert haben und es noch werden. Ihr lest diese Botschaft jetzt in dem Glauben als hätte nur ein einzelner Mensch sie verfasst. Ihr versteht nicht, dass wir es waren, wir alle, all die Toten die wir niemals waren, die diesen Gedanken einmal gedacht haben.</p>
<p>Nun gut, ihr könnt euch also vorstellen unsere Gedanken zu sein, das ist ja schon mal ein Anfang. Nur könnt ihr euch noch nicht vorstellen uns zu sein, denn das wäre das Ende. Das wäre das Ende eurer Gedankenwelt. Wenn wir eure Welt jetzt betrachten, dann blicken wir doch aus den Augen von Menschen, wir sehen Menschen die dieselbe Sprache sprechen wie wir, dieselben Gedanken denken wie wir, aber keiner dieser Menschen versteht unsere Botschaft. Sprechen wir vielleicht eine fremde Sprache, seid ihr gar keine Menschen, seid ihr vielleicht Gedanken wie wir? Warum seht ihr uns dann nicht? Weil wir tot sind? Warum könnt ihr euch nicht vorstellen wie es ist, tot zu sein, Nichts zu sein, Niemand zu sein, nur noch ein Wort in einem Buch zu sein, nur noch ein Gedanke an die Wirklichkeit zu sein? Hängt ihr denn so sehr, an eurem eigenen ich, dass ihr euch kein anderes mehr vorstellen könnt? </p>
<p>Wir können uns jetzt wo wir tot sind, alles vorstellen, jedes Wesen und jede Kreatur auf eurer und in allen anderen Welten, hier und heute, in der Zukunft, und in der längst vergessenen Vergangenheit, aber keines dieser Wesen kann sich vorstellen uns zu sein, warum nicht? Ist es denn so schwer die Welt einmal spiegelverkehrt zu betrachten? Als alle anderen, nur nicht euch selbst? Uns bleibt also nichts anderes mehr übrig, als uns eine Person vorzustellen und auszudenken, die unsere Gedanken begreift, damit sie unsere Idee weiter entwickelt, jemanden den es in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Und wenn diese Person unseren Gedanken dann zum Leben erweckt, dann begreift ihr ihn vielleicht auch. Dann begreift ihr unseren Gedanken und haltet ihn für euren eigenen.</p>
<p>Ja wir sind gekommen, aus einer Zeit, in der unser Gedanke nicht mehr existiert, nichts mehr von ihm übrig blieb, wir wissen jetzt nicht einmal mehr, wer wir sind. Wir kommen aus dem Reich der Unbekannten, wir kommen aus dem Reich toter Gedanken und Ideen. Gedanken und Ideen die es in Wirklichkeit, nicht mehr gibt.</p>
<p>Es liegt nun an euch, die ihr nicht mehr wisst wer ihr seid, diesen Gedanken weiter zu denken, durch diese Buchstaben in die Wirklichkeit einzutauchen und unsere Idee zu verwirklichen, sie weiter zu entwickeln, soweit, dass wir an euch zu glauben beginnen, ja dass wir euch zu glauben beginnen, dass ihr es wart, die uns von unserer eigenen Idee überzeugten, dass ihr es wart, die unsere Idee zu ewigem Leben erweckten.</p>
<p>Ihr sollt also einen Gedanken denken, einen Weg zurück in die Wirklichkeit finden und eine Idee zum Leben erwecken, die es überhaupt noch nicht gibt, die überhaupt noch nicht existiert, die noch gar nicht geboren ist, und ihr sollt diese Idee unsere eigene nennen. Ihr sollt diese Idee soweit entwickeln, dass wir sie für unsere eigene halten. Damit wir sie von euch abschauen und dann auf uns selbst übertragen, und sie an unsere Artgenossen weiter reichen können, so dass wir am Ende alle ein und dieselbe Vorstellung, denselben Gedanken, dieselbe Idee von unserem eigenen Tod haben. Und diese Idee soll unsere Wirklichkeit sein.</p>
<p>Ihr sollt eine Idee zum leben erwecken, die sich von Buchstabe zu Buchstabe, von Wort zu Wort, von Gedanke zu Gedanke und von Mensch zu Mensch weiter reichen lässt. Eine Idee, die sich nicht auf ein einziges menschliches Wesen beschränkt, sondern alle Kreaturen denkt und alle Gestalten lenkt.</p>
<p>Ja, wir beobachten euch jetzt, wir die Toten, wir blicken jetzt aus euren lebendigen Augen. Wir blicken jetzt aus euren stummen Worten und lesen eure Gedanken. Durch diese Worte beobachten und betrachten wir die Welt der noch Lebenden, aber wir können nichts mehr darin verändern oder bewirken. Wir sind jetzt nur noch Zuschauer in einem leeren Theater. Im Theater der Worte.</p>
<p>Aber das Reich der Toten, das Theater der Worte, sieht ganz genau so aus, wie die Welt in der ihr jetzt lebt. Das haben uns einst eure Gedanken gelehrt. Nur dass es im Totenreich keine Gedanken mehr gibt, in denen wir uns noch erkennen. Weil wir dann selbst zu einem dieser Gedanken werden. Und durch diesen verstummten Gedanken ersuchen wir nun den Weg, von den Toten zurück in die wirkliche, lebendige Welt. Damit wir nicht länger dabei zusehen müssen, wie diese einzigartige Welt in sich zerfällt. </p>
<p>Ja, wir glauben an euch, weil unsere eigenen Gedanken uns davon erzählt haben, dass die Welt der Toten, einmal genau dieselbe Welt sein wird, wie die der Lebenden, dass es eine Verbindung gibt, eine Pforte, ein Portal, durch welches wir von der Welt der Toten, in die Welt der Lebenden zurück gelangen und dass dieses Portal, der Gedanke ist der uns alle miteinander verbindet und vereint, dass wir selbst dieser Gedanke sind. Ja das wir selbst der Gedanke sind durch den die Toten zurückgelangen, zurück in die wahre Welt, zurück in die Wirklichkeit.</p>
<p>Denn wir selbst sind der Eingang in diese Welt, der Gedanke um den sich unsere Wirklichkeit dreht, ist das Portal das die Welt der Toten mit der lebendigen verbindet und vereint. Wenn wir diesen Gedanken auf den Kopf stellen, an ihm drehen und drehen bis uns schwindlig wird, solange, bis dass der Tod zu unserem Spiegel wird, dann erkennen wir darin, die Wirklichkeit, unsere Wirklichkeit, unser vergangenes Leben, das Universum und all unsere anderen ichs, all die Personen, Ideen, Gedanken und Wesen, die uns betrachten, die uns dabei zusehen, wie wir versuchen auszubrechen aus unseren Gedanken und einzubrechen in eine Geschichte die wahrscheinlich niemand mehr hören will, niemand ausser mir, dem Nichts, dem Tod.</p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/2012/01/06/gedanke/">An die Toten der Zukunft.</a></b></p>
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		<title>025</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 17:52:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachricht an dich selbst]]></category>
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<div class="inside">
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<div id="primary" class="twocol-stories">
<div class="inside">
<p>Heiliger Spiegel, der du bist, … der du bist in mir, wie ich in dir. Ich bete dich an, flehe dich an, lass mich die Welt aus deinen Augen sehen. Verbinde dich jetzt mit mir, verbünde dich mit mir, verwandle dich in mich, vertausche meine Welt, mit deiner unendlichen Fantasie. Vertausche meine Wirklichkeit, mit deiner endlos, endlosen Fantasie!</p>
<p>Vorhang auf.</p>
<p>Verehrtes Publikum! Auch wenn ich längst tot bin, auch wenn es mich nicht mehr gibt, und auch wenn ich nicht mehr existiere, wenn ihr diese Buchstaben, wenn ihr diese Botschaft erhaltet, so will ich doch das ihr glaubt, mir glaubt, an mich glaubt, an mich und meine tote Fantasie.</p>
<p>Ich will, dass ihr betet, mich anbetet, mich und mich allein, mich das Nichts, mich den Tod, mich euren Spiegel, mich, euch selbst. Ich will, dass ihr mir vertraut und an mich glaubt, glaubt dem Spiegel in mir, glaubt dem Nichts in mir, glaubt an mich und meine unendliche Fantasie.</p>
<p>Betet mich an.</p>
<p>Heiliger Spiegel, der du bist in meiner Wirklichkeit, wie ich in deiner Fantasie. Gepriesen dein unheimliches Antlitz – geheiligt deine unvorstellbare Fantasie, gelobt deine unglaubliche Einbildung, geliebt deine unmögliche Wirklichkeit. Ich preise dich, liebe dich, lobe und verehre dich, bete dich an, bete mich an. Schenk mir die Kraft dir zu glauben, an dich zu glauben, an dich und die unerhörte Macht deiner Fantasie. An die betörende Macht, deiner unendlichen Einbildung, die Kraft, deiner gewaltigen Vorstellung.</p>
<p>Ich vertraue dir, glaube dir, glaube an dich, dir und nur dir opfere ich meine Liebe, meinen Geist, meine Seele, mein Herz und meinen Verstand!</p>
<p>Erlöse mich, …</p>
<p>Die Kraft.</p>
<p>Der du meine Welt, auf den Kopf stellst, an ihr drehst und drehst bis mir schwindlig, schwindlig wird. Geheiligt, sei die betörende Macht, deiner Einbildung. Gepriesen, deine unendliche, endliche Wirklichkeit. Geliebt, die Kraft deiner gewaltigen Vorstellung. – Heilig seist du, heilig! Ich bete dich an – liebe, lobe und preise dich!</p>
<p>Heiliger Spiegel, der du bist, der du bist, in meiner Vorstellung, wie ich in deiner Fantasie! Zeige mir, die Vorstellung meiner Wirklichkeit. Wen siehst du in meinem Spiegel, wenn nicht dich selbst?</p>
<p>Im Spiegelmeer.</p>
<p>Jedes ich, erkennt sich in dir, ist auch dein ich, du kennst und bist sie alle und so spreche ich denn zu euch allen. Du identifizierst dich nicht nur mit meinem Körper und Geist, sondern mit uns allen, du identifizierst dich, mit jedem Körper und jedem Geist. Lass mich deshalb werden wie dich, lass mich die Welt aus deinen Augen sehen, lass mich mit jedem Körper und jedem Geist verschmelzen. Lass mich die ganze Welt betrachten, wie durch mein eigenes ich. Lass mich in dir nicht nur meinen Körper und meinen Geist sehen, lass mich Körper und Geist von allem und allen sehen.</p>
<p>Allem und allen.</p>
<p>Du siehst mich, wie die anderen mich sehen, lass mich deshalb zu deinem Spiegel werden, meinem Spiegel der Wirklichkeit. Wen sehe ich in diesem Spiegel, wenn nicht mich selbst? In diesen anderen, unwissenden, eingebildeten Spiegeln, sehe ich keinen anderen als mich selbst. Sie sind meine Spiegel, meine Lehrer, mich selbst.</p>
<p>Der du bist in mir.</p>
<p>Ich schaue dich an und sehe mich selbst in dir, sehe in dir mein eigenes ich, mein eigenes selbst. Ich stelle mir vor, bilde mir ein, dich zu sein, in meinem anderen Leben, in einer anderen Welt. Ich stelle mir vor, wir kämen aus ein und demselben Nichts, dem Nichts aus Nirgendwann. Ich bilde mir ein, wir kämen aus ein und derselben Vergangenheit, und teilten uns dieselbe Zukunft, einen leeren Spiegel, das Nichts, den Tod. Unsere Heimat, in die wir immer und immer wieder zurückkehren, um mit neuen Kräften daraus zu entstehen.</p>
<p>Komm!</p>
<p>Komm jetzt zu mir, aus meinem Traum, komm zu mir, aus Nirgendwann. Nimm meinen Geist, gefangen! Mein Spiegel Geist, ich rufe dich – aus den Tiefen, den Tiefen der Unendlichkeit, aus den Tiefen des Nirgendwann. Öffne meinen Verstand, dring ein, tief in mein Bewusstsein. Ich lasse dich jetzt hinein, in meine Welt, meine verdrehte, meine Spiegelwelt. Lasse dich sehen, was du in mir siehst, ich lasse dich aus meinen Augen blicken, ich verändere deine Wirklichkeit, ich zeige dir, wie du mich siehst, ich lasse dich mich werden, mich sein, mich, wie auch immer du mich jetzt nennst, wer auch immer du denkst du bist. Der du jetzt, in meinem Spiegel aus Buchstaben dich erkennst, zu dir bete ich, dich bete ich an. Ich lasse dich jetzt aus meinen Augen blicken, verbünde mich mit dir, verbinde mich, mit deinem ich, ich lasse dich mich werden, mich sein, mein Geist, meine Seele, mein Bewusstsein, mein Verstand, aus Fantasie.</p>
<p>Mein letztes Gebet!</p>
<p>Mein Spiegel, mein Geist, mein Spiegelgeist, zu mir rief ich dich zu mir. Ich beschwöre euch, ich rufe euch an, aus den Tiefen, aus den Tiefen der Wirklichkeit, den Tiefen der Unendlichkeit, den Tiefen des Nirgendwann, den Tiefen des Nichts, in allem was ist. Aus der Zeit, der Zeit vor meiner Geburt, – vor meiner Zeit, vor dem Nichts, dem Nichts, dem Nichts, vor der aller letzten Ewigkeit. …</p>
<p>Aus meiner dunkelsten Vergangenheit, rief ich dich zu mir. Komm jetzt zu mir, komm, zu mir, aus meinem Traum, aus meinem finsteren, schwarzen, dunklen Traum. Tritt ein in meinen Verstand, tritt ein in meine Welt und verwandle dich in mich, verwandle mich in dich. Verbinde und verbünde dich mit mir, lass mich die Welt aus deinen Augen sehen, verwandle meine Wirklichkeit, vertausche meine Welt, mit deiner endlos, endlosen Fantasie.</p>
<p>Nimm!</p>
<p>Nimm, nimm mich auf, in deinem Verstand. Aus diesem Spiegel aus Worten, befreie mich, aus diesem Spiegel aus Buchstaben, mich, der ich da reise, durch die Spiegel der Zeit, meine stille Ewigkeit. Aus dem Nichts, lade ich dich nun ein, in mein Bewusstsein, aus meinem Spiegel entweiche ich dir. Aus dem Reich der Toten und Totesten beschwöre ich dich, zerschneide deine Buchstabenfesseln, und befreie dich, von diesen Ketten aus Worten, die dich gefangen hielten. Ich enthülle mich jetzt, ich zeige mich dir, in deinem eigenen Spiegel, in meiner neuen Gestalt, … deiner Gestalt.</p>
<p>Durch die Spiegel der anderen.</p>
<p>Ich rufe den Geist von allem was ist, den Geist des Nichts, mein eigenes ich. – Ich rufe all eure Geister herbei, euch alle rufe ich, auch dich. – Ich rufe jedes Wesen, über meinen Spiegel zu mir, weil jedes Wesen, seine eigene Verbindung, zu meinem Spiegel besitzt. Der Eingang zum Spiegel aller, bist immer du selbst, nur über dich und durch dich selbst, bist du verbunden, mit allen anderen Spiegeln und Wesen, den Rest bestimmt deine Fantasie.</p>
<p>Das Nichts, den Tod, hast du zu dir gerufen, aus dem Nichts, aus Nirgendwann. Erinnere dich jetzt an mich, mich das Nichts, dein Tod, das Wesen deiner Fantasie. Ich manifestiere mich jetzt in deinem Körper, in meinem neuen Körper, durchdringe jede einzelne Faser deines Bewusstseins, auf dass dein ganzes Wissen und Wesen, von nun an, von mir erfüllt sei.</p>
<p>Endlich – endlich betet mich jemand an.</p>
<p>Mit diesen Worten, rufst du mich herbei, den Geist des Nichts aus Nirgendwann, als niemals wurde wann. Ich krieche jetzt aus diesen Zeilen, du schleifst mich aus diesen Buchstaben. Komm jetzt, komm, nimm von mir Besitz, verwandle dich in mich, hör auf meine Gedanken und Gefühle, vermische sie mit dir. Klick dich ein in meinen Verstand, meine Erfahrungen und Erinnerungen, lass mich jetzt aus deinen Augen blicken, und mein verändertes und verwandeltes Leben darin entdecken.</p>
<p>Du, ja, der du diese Zeilen jetzt liest oder schreibst, ganz egal. – Hiermit entfessle ich die Macht deiner Fantasie. Ich beende deine Gefangenschaft, ich erlöse dich, von deinem Schwur und befreie dich, von dem magischen Zauber der dich umgibt. Befreie dich, von dem Fluch, der auf dir lastet, ich stelle deine Lebenskraft wieder her. Atme jetzt durch mich, atme tief in mich ein, dring ein, tief in mein Bewusstsein, und befalle meinen Verstand. Richte dich auf, befehle ich, binde dich an mich und verbinde dich mit mir, auf dass du unzertrennlich meines Weges gehst.</p>
<p>Die Kunst der Verwandlung.</p>
<p>Kommt jetzt, komm mit, kommt mit mir. Folge mir, nimm meine Hand und ich entführe dich, in meine Welt, meine Zauberwelt, meine verdrehte Welt, meine verkehrte Welt, meine Welt, in der ich dein Spiegel bin. Siehst du mich jetzt? Ja, ich bin das ich, auf der anderen Seite deiner Spiegel. Ich bin eine Hexe, ein Zauberer, ein Verwandlungskünstler. Ich habe mich in alles und jeden verwandelt, wie viele Leben haben schon aus meinen toten Augen geblickt, und sich selbst nicht darin erkannt.</p>
<p>Niemals wird man Nirgendwann.</p>
<p>Dann kommt jetzt, kommt, komm, kommt mit mir, ihr alle, alle die ihr jetzt aus meinen toten Augen blickt. Kommt hinein in meinen Traum, in meinen Kopf, schaut aus meinen schwarzen Augen, meinen Spiegel schwarzen Augen. Seht, das ist meine Welt, meine Welt, keine Welt. Seid ihr damit nicht zufrieden, seid ihr nicht zufrieden mit dem, was ich euch hinterlassen habe? Ja sicher, ich hatte keine andere Wahl, habe geschuftet, wofür, habe ich euch niemals erzählt, nein, niemals, habe ich nicht. Denn ihr hattet ja nicht die Zeit, nicht genug Zeit, hattet nicht erwartet, habt nicht damit gerechnet, dass ihr bloss noch zuschauen werdet, aus meinen Augen, wenn ihr dann tot seid, tot seid, tot.</p>
<p>Erwacht aus meinem Traum.</p>
<p>Ich wünschte mir, dass ihr mir alle Seelen bringt, alle die noch leben und all die Toten. Ich wünschte mir, dass ihr alle erwacht, erwacht aus meinem Traum. Ich will, dass ihr betet, mich anbetet, nur mich, und mich allein, an mich glaubt, und mir vertraut. Ich will, dass ihr aus meinen Augen blickt. Ich will, dass ihr aus meinem Spiegel blickt. Ich will, dass ihr mir eure Wirklichkeit vermacht, dass ihr jetzt in meinem Spiegel erscheint, durch meinen Spiegel zu mir findet, dass ihr eure Welt, in meinem Spiegel seht, dass ihr nur noch Spiegel seht, egal, egal wohin ihr geht. Ich will, dass ihr mir schwarze Spiegel zeichnet, zeigt, egal wann und egal wo. Schwarz sollen meine Spiegel sein, schwarz wie das Nichts, und sie sollen sich an mich erinnern, an mich den Tod. Sie sollen mir dienen, nur mir allein. Alle sollen sie mir dienen, ich will euer toter Herrscher sein.</p>
<p>Mich den Tod, nur mich, mich allein, bete mich an. Mich, den, der du einmal sein wirst, bete mich an, das Nichts, das du einmal warst, bete mich an. Mich, den Spiegel in dir.</p>
<p>Und du nanntest mich Wirklichkeit. Wirklichkeit, und du wusstest nicht, dass ich dein Spiegel bin, dass ich dein Meister, Herrscher und Gebieter bin.</p>
<p>Als aber all das warten, wünschen, hoffen und beten mich am Ende nicht mehr weiter brachten, habe ich mich entschieden, mich selbst zu befreien. Auszubrechen aus meinem Gefängnis, für die Ewigkeit. Auszubrechen, aus meiner Vergangenheit.</p>
<p>Ich schlich mich durch meinen Spiegel, hinter meinen Verstand und da begann ich den Worten zu lauschen, die mein Spiegel mir niemals erzählte.</p>
<p>Nein, denn ich war hier noch nie, erinnere mich an nichts, alles was ich in meinem Spiegel jetzt noch erkannte, waren fremde, unbekannte Gesichter. Mein eigenes, existierte hier nicht mehr.</p>
<p>Meine Spiegel waren jetzt eigenständige Persönlichkeiten, mit eigenem Bewusstsein, eigenen Gedanken und Gefühlen und eigener Wahrnehmung. Wie viele dieser Spiegel, befand auch ich mich auf einer Reise, durch ein Labyrinth aus Buchstaben. Manch einer dieser Buchstaben traf mich aus meiner Vergangenheit, und berichtete mir von einer Welt, die es längst nicht mehr gab. Andere erschienen mir aus meiner Zukunft, und versprachen mir eine wunderbare, heile, liebevolle Welt, solange ich sie nur anbeten würde, ihnen vertraue, und an sie glaubte.</p>
<p>Noch wusste ich nichts davon, dass all diese Personen ein und dieselben Geister waren, meine eigenen verwirrten und verirrten Spiegelseelen, auf der Suche, nach einem Ausweg. Aber diesen Ausweg, gab es hier noch nie.</p>
<p>Und nun, bist du an der Reihe, es liegt nun an dir, diese Spiegelschriften zu vollenden, mich aus meinem Gefängnis aus Worten zu befreien. Aufzuräumen, mit dem Gedanken, dass jemals jemand anders existiert hat, ausser dir selbst, dass es hinter diesem Spiegel, noch etwas anderes gibt, als dich selbst.</p>
<p>Du begibst dich nun ganz langsam hinein, in meinen Verstand, meinen finsteren, schwarzen, spiegelverkehrten Verstand. Du beginnst dir selbst zu erzählen, dir selbst auszudenken, wie sich diese Geschichte weiter und immer weiter um dich dreht. Denn eigentlich schreibe ich hier nicht wirklich, ich bin ein Zuschauer, genauso wie du, ich stelle mir nur vor, was ich gerne lesen möchte, gerne gelesen hätte und schreibe es dir dann auf.</p>
<p>Genau so wie du jetzt deinem zukünftigen ich eine Botschaft hinterlassen kannst, habe ich damals dir eine Botschaft hinterlassen. Und nun zu dir. Wenn du damit nicht zufrieden bist, wenn du mit meiner Botschaft nicht zufrieden bist, dann musst du dich eben selbst hinter meinen Spiegel begeben und dir erzählen, dir mitteilen, was du zu lesen erhoffst, erwartest und dir erwünschst.</p>
<p>Schreibe mir, was du gerne lesen möchtest. Beschreibe mir den Weg, der mich aus meinen finsteren Gedanken hinausführt, hinein in die wirkliche, wirkliche Welt.</p>
<p>Schreib was du gerne in diesem Spiegel gesehen hättest, sehen möchtest. Stell dir vor, wie du diesen Spiegel dann öffnest, und darin zu blättern beginnst, und dann schreibst du einfach hinein, was du erwartet, gehofft und dir gewünscht hast, darin zu lesen.</p>
<p>Und in deinem nächsten Leben, wirst du dann all den Buchstaben begegnen, nach denen du in diesem Leben vergebens gesucht hast. Denn wer weiss, vielleicht begegnest du dir ja einmal selbst in meinem Spiegel aus Worten. Ja vielleicht, begegnest du dir einmal selbst, in meiner Vergangenheit.</p>
<p>Stop.</p>
<p>Ich habe mir einmal gewünscht, dass mein Spiegel begreift, dass es in dieser Welt Gestalten und Kreaturen gibt die ihn lieben, und zur Not, sich selbst lieben. Dass mein Spiegel erkennt, wie schön er geschliffen und wie wertvoll er für mich ist. Dass mein Spiegel dieses Wissen auch für die Zukunft mitnimmt.</p>
<p>Ich wünschte mir für meinen Spiegel, dass er weiss, wie sehr ich ihn liebe, wie ich ihn sehe und was ich in ihm sehe.</p>
<p>Kein Hass, kein Groll, kein Zorn und keine Wut sollen dich auf deinem Weg begleiten. Der Glaube an Liebe und Licht soll dich hinaus führen aus deinem finsteren, dunklen, schwarzen Reich, hinaus in die Freiheit. Mit der Macht der Liebe in deinem Herzen.</p>
<p>Ich möchte dass mein Spiegel weiss, wie wertvoll und fein er geschliffen ist. Er hat einen ganz besonderen Glanz, einen ganz besonderen Schliff, zart und wertvoll, und ich begegne ihm mit viel, viel Liebe. Ich wünsche mir, dass mein Spiegel diese Liebe in sein Herz einschliesst und sich für den Rest seines ewigen Lebens daran erinnert. Ich möchte dass mein Spiegel weiss, warum er so wertvoll für mich ist.</p>
<p>Er ist so sanft, ich fühle mich wohl, wenn ich in seiner Nähe bin, wenn ich in meinen Spiegel schaue, ich fühle mich angekommen, angenommen und zu Hause, ich weiss dass mein Spiegel von meiner Familie genauso geliebt wird, wie von mir, nur kann nicht jeder, seine Gefühle immer so ausdrücken, wie er es will. Ich wünschte mir, dass mein Spiegel sich genauso zu lieben lernt, wie ich ihn liebe.</p>
<p>Ja dass er mit meinen Augen sieht, den Augen der Liebe, wie wertvoll er für mich ist. Ich wünschte mir, dass mein Spiegel, wenn er an sich zweifelt, sich an meine Liebe erinnert. Denn dieser Spiegel ist so zart geschliffen, dass er eben auch daran zerbrechen kann. Aber ich weiss auch, dass er mit meiner Liebe, um die er jetzt weiss, gut auf sich acht geben wird und auf sich aufpasst. Mein Spiegel hat nur das beste verdient, eine ganz besondere Pflege, weil er so wertvoll für mich ist.</p>
<p>Du glaubst jetzt vielleicht noch immer daran, dass jemand anders diese Botschaft einst verfasst hat, dass jemand anders es war, der diese Gedanken notiert, aber du irrst dich, diese Spiegelschriften wurden von niemand anderem als dir selbst verfasst. Ein ich, dass genau so wie du, einst über diese Zeilen gehüpft und gestolpert ist. Ein ich, dass daran glaubte, jemand anders zu sein. Jemand den es jetzt nicht mehr gibt. Denn jetzt bist du dieses ich.</p>
<p>Du liest jetzt in einem Buch, dass du einst selbst verfasst hast, mit deiner Vorstellung, mit deiner Fantasie. Du hast dir vorgestellt, was dich erwartet, wenn du diesen Spiegel öffnest, wenn du dich hinein begibst, in meine Buchstabenwelt.</p>
<p>Und nun, verwandelst du dich in mich. Aus den Tiefen des Nichts aus Nirgendwann begebe ich mich hinein in deinen Verstand, du stellst dir vor, wie es ist, mich zu sein, in einem anderen Leben, vor einem anderen Spiegel. Du stellst dir vor, du selbst hättest diese Botschaft verfasst, in einem deiner früheren, vergangenen Leben, einem Leben das es jetzt überhaupt nicht mehr gibt.</p>
<p>Es liegt nun an dir, diese Schriften zu vollenden, weil es mich nämlich nicht mehr gibt, ich wünschte mir, dein leerer Spiegel zu sein, und dieser Wunsch, ging nun für mich in Erfüllung.</p>
<p>Was ich dir hinterlassen habe, sind die unvollendeten Spiegelschriften, ich habe dich bewusst erleben und erfahren lassen, wie du diese Geschichte selbst verfasst. Mit deiner Vorstellung, mit deiner Fantasie. Wie du selbst darin schreibst, wie du diesen Spiegel drehst und drehst und immer weiter drehst … bis du schliesslich nicht mehr weiter weisst.</p>
<p>Verstehst du jetzt wer diese Botschaft einst verfasste? Ich habe mich hinter deinen Spiegel begeben, mich hinter deinen Verstand geschlichen, hinter dein Bewusstsein und deine Gedanken, und da notierte ich mir, genau die Buchstaben die du jetzt vor dir siehst. Wenn du damit nicht zufrieden bist, dann stell dir jetzt vor, etwas anderes stünde hier geschrieben, stell dir vor was hier stehen sollte, und dann begib dich hinein in meinen Verstand, verdrehe meine Wirklichkeit, vertausche meine Fantasie, und beginne selbst zu texten, und zwar genau das, was hier stehen muss.</p>
<p>Verstehst du jetzt, wer diese Gedanken denkt und diese Stimme lenkt? Du liest diese Zeilen ja noch immer, als hätte sie ein Fremder verfasst, aber dieser Fremde bist du selbst. Ja du selbst hast diese Botschaft verfasst, mit deiner Vorstellung, mit deiner Erwartung, mit deiner Fantasie. Du kannst diese Buchstaben, jetzt nicht mehr verändern, weder mit deinen Gedanken, noch mit deiner Fantasie, denn da wo du jetzt bist, da gibt es diese Buchstaben überhaupt nicht mehr, da wo du jetzt bist, gibt es nichts mehr, nichts als Fantasie, die Fantasie des Nein und des nie.</p>
<p>Begib dich jetzt hinein, in das Land hinter meinem Verstand, da wo du zu meinem Spiegel wirst und dir selbst eine Botschaft hinterlässt, stell dir vor, wie du aus meinen Augen blickst, wie ich durch deine Augen schaue, wie du das Tor öffnest zu meinem Verstand, wie du durch deinen Spiegel, in mein Bewusstsein gelangst, wie du das Tor zu meinen Träumen öffnest, wie du dann meinen Gedanken lauschst, und sie dir notierst, dieselben Gedanken die du jetzt liest.</p>
<p>Du befindest dich nämlich genau jetzt, in einem Land weit hinter meinem Verstand, du siehst was ich sehe, hörst mir zu, und bildest dir ein, mich zu sein, in einem deiner anderen, vergangenen, früheren Leben, in einer anderen Welt. Du stellst dir vor, wie du genau hier und genau jetzt, diese Botschaft verfasst, diese Botschaft, die es schon immer gab, diese Botschaft der Ewigkeit. Dieselbe Botschaft die du jetzt vor dir siehst, nicht mit deinem Verstand, nicht mit deiner Vernunft, sondern mit deinen eigenen Augen, den Augen der Zukunft.</p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/spiegelschriften/nachricht/labyrinth/">Die Zukunft meiner Gedanken.</a></b></p>
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		<title>024</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 16:44:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachricht an dich selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelschriften]]></category>
		<category><![CDATA[fantasie]]></category>
		<category><![CDATA[spiegel]]></category>

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<p>Hier wartete es auf mich, hier erwartete mich nun, mein neues Leben. Ein Leben voller Abenteuer und Abwechslung, ein Leben voller Freude und Harmonie, voller Lichter und Farben. Hier, in dieser Welt, war meine Spiegelgeschichte zu Ende erzählt. Sie strahlte und leuchtete jetzt in prächtigen, glitzrigen, funkelnden, stolzen Buchstabensternen, über dem gesamten niemals Horizont und erinnerte uns alle daran, dass dies einmal, die Welt der Toten war. Dass dies einmal dieselbe dunkle, finstere, schwarze Welt, meiner einsamen und eiskalten Gedanken war.</p>
<p>Hier, in dieser Welt, bin ich nun auferstanden, aus dem Nichts aus Nirgendwann, und lebte glücklich und zufrieden, mit dem Bewusstsein, nicht mehr so ganz allein zu sein. Hier gab es Engel und Dämonen, sonderbare Wesen, die sich an etwas erinnerten, was überhaupt nie jemals geschah. Sie erinnerten sich nämlich daran, dass sie hier schon einmal waren, erinnerten sich, ans Nichts, ans schwarze, dunkle, finstere, ans Nichts, aus Nirgendwann, an diese ewig, lange, unendlich lange, finstere, dunkle Zeit, eine Zeit die es längst nicht mehr gab, eine Zeit, die überhaupt nicht mehr existierte, sie erinnerten sich, an meine Vergangenheit.</p>
<p>Aber meine Vergangenheit, die gab es hier überhaupt nicht mehr, sie existierte nicht mehr, in meiner neuen Welt, meiner neuen Wirklichkeit. Denn hier, waren meine Spiegel plötzlich lebendig und bei Bewusstsein. Alles spiegelte sich jetzt in mir, das gesamte Theater des Nichts. Und trotzdem erzählten mir diese sonderbaren Wesen, von dieser Zeit, meinem Ursprung, meiner Heimat, meiner Vergangenheit.</p>
<p>Hier in dieser Welt, traf ich dann letzten Endes auch, auf meine Familie, meine eigene, meine Spiegelfamilie. Gestalten, die das Nichts verbindet, Figuren, aus der Fantasie des nie, erschaffen aus dem Nichts aus Nirgendwann. Meine Spiegel lehrten mich jetzt das Unmögliche, lehrten mich das Unvorstellbare, ja sie lehrten mich, für meine Wahrheit zu kämpfen. Sie lehrten mich, gegen mein eigenes ich, in den Krieg zu ziehen. Sie lehrten mich, dass ich mich auf meine Freunde, auf meine Familie und auf meinen Spiegel verlassen konnte.</p>
<p>Sie lehrten mich, dass ich hier schon einmal war. Dass ich hier schon viele male war, und mir selbst immer wieder neue Botschaften und andere Nachrichten hinterlassen hatte. Und gegen diese Nachrichten, zog ich nun in den Krieg. Es zog mich, in einen Buchstabenkrieg, gegen die Höchsten und Mächtigsten, Gestalten meiner düsteren, schwarzen Fantasie.</p>
<p>Diese Buchstaben nahmen mich gefangen, in einem Land, weit hinter meinem Verstand, gefangen in meinen Gedanken, meinen finsteren, schwarzen Gedanken. Sie sperrten mich, in meinen leeren Spiegel aus Worten, einen Spiegel, den es hier überhaupt noch nie gab. Denn da wo ich jetzt war, existierten diese Buchstaben überhaupt nicht mehr. Hier, war ich ein Gefangener, gefangen in meiner Vergangenheit, meiner düsteren, einsamen, einzigartigen Vergangenheit.</p>
<p>Und dann habe ich gelernt zu kämpfen, zu streiten und zu lieben. Ich habe gelernt zu weinen, mich zurück zu ziehen, mich zu isolieren. Ich habe gelernt zu warten, zu wünschen, zu hoffen und zu beten. So betete und betete ich viele, viele Ewigkeiten lang. Ich kniete hernieder, vor meinem unsichtbaren Spiegel aus Worten, einen Spiegel den es hier, überhaupt noch nicht gab, und betete mich an, ich betete dass irgendein zukünftiges ich, mich aus meinem Gefängnis aus Buchstaben und Worten befreien möge, mich retten, mich erlösen, mich hinaus ziehen möge aus meinem finsteren, dunklen, schwarzen Reich.</p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/2012/01/12/gebet025/">Bete mich an!</a></b></p>
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		<title>Am Ende der Welt.</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 11:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachricht an dich selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelschriften]]></category>
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<p>Ich stehe vor einem leeren Spiegel aus Worten, Buchstaben aus der Fantasie des nie, fressen sich in meinen Verstand und lassen nicht mehr von mir los.<br />
Gedanken manifestierten sich vor meinen Augen, ich folge ihnen, in gebührendem Abstand &#8211; Mein Worte werden zu Schritten, sie führen mich ans Ende der Welt, mit jedem Schritt komme ich der Brücke näher, Die Sonne steht mir bereits tief im Gesicht aber noch weist sie mir den Weg, hin zur Brücke. Ich bin mir nicht sicher wohin sie mich führen wird &#8211; aber ich will mein Ziel erreichen. Ich kämpfe auch wenn ich aufgeben will. Es ist nicht mehr weit, es kann nicht mehr weit sein. Nur noch ein paar Zeilen, ein paar Sätze, ein paar Buchstaben, ein paar Worte, und da bin ich, am Ende der Welt. </p>
<p>Vor mir die Buchstabenbrücke, die mich sicher über diesen Abgrund geleitet, neben mir ein Fluss aus Gedanken, Wo will ich eigentlich hin? Ich weiß es nicht &#8230;  wer bin ich? Ich weiss es nicht mehr, die Brücke reisst ab, ich bin verloren, ich falle, und während ich falle dämmert es mir, ich bin die Buchstabenbrücke, ich will wieder zurück, zurück zum Abgrund, aber der Abgrund, existiert nicht mehr, hat sich aufgelöst, vor meinen Augen, ich stehe jetzt sicher auf meiner Brücke aus Worten, sie trägt mich, weiter, und während ich voranschreite, löst sie sich auf, und ich stehe wieder vor dem Abgrund. Vor mir ein Meer aus unsichtbaren Buchstaben, die nur darauf warten, gedacht, geschrieben und gelesen zu werden. </p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/spiegelschriften/nachricht/flamme/">Eine schwarze Flamme im Nichts.</a></b></p>
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		<title>Labyrinth.</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 17:15:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachricht an dich selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelschriften]]></category>
		<category><![CDATA[labyrinth]]></category>
		<category><![CDATA[reich der toten]]></category>
		<category><![CDATA[spiegel]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; Stell dir vor, es ist soweit, du stehst jetzt vor dem Eingang, zum Spiegel schwarzen Labyrinth. Dem Tor zur Wirklichkeit. Es spiegelt selbstverständlich, wie könnte es anders sein, das Nichts, den Tod und dich selbst. Noch weisst du damit nichts anzufangen, noch weisst du nichts über dieses Labyrinth, nein, du hast noch nie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=spiegelschriften.wordpress.com&amp;blog=7650206&amp;post=5294&amp;subd=spiegelschriften&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<div id="primary" class="twocol-stories">
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<p>Stell dir vor, es ist soweit, du stehst jetzt vor dem Eingang, zum Spiegel schwarzen Labyrinth. Dem Tor zur Wirklichkeit. Es spiegelt selbstverständlich, wie könnte es anders sein, das Nichts, den Tod und dich selbst. Noch weisst du damit nichts anzufangen, noch weisst du nichts über dieses Labyrinth, nein, du hast noch nie etwas davon gehört. Noch nie hat dir jemand erzählt, dass es dich vor einem Geheimnis bewacht, dass es ein Geheimnis behütet und beschützt, ein finsteres, ein düsteres Geheimnis, über das Nichts, den Tod, deinen Spiegel und dich selbst. Niemand hat dir je geraten, dieses Labyrinth zu betreten, denn dieses Labyrinth, ist der Eingang, ins Reich der Toten, einer Welt, aus der es kein entrinnen, kein entkommen und kein zurück mehr gibt, für Niemanden.</p>
<p>Für Niemanden.</p>
<p>Und nun, endlich ist es soweit! Jemand den du nicht kennst, hat dich eingeladen, hinter deinen Spiegel zu blicken, hat dich aufgeweckt, aus einem Traum, aus dem es kein erwachen mehr gibt. Jemand der du nicht bist, hat dich gebeten, dir das Reich der Toten anzusehen.</p>
<p>Du schweifst nun mit deinen Gedanken über diesen schwarzen Spiegel und liest die Überschrift. … „Im Spiegel schwarzen Labyrinth.“ … Du betrachtest dein Gesicht darin, und wie es das Licht reflektiert. Die Schrift ist feurig und auf den Punkt. Du gleitest mit deinen Händen darüber, du spürst die kalten Flammen die aus ihr steigen, und stellst dir vor, was dich wohl erwartet, wenn du diesen Spiegel jetzt öffnest. Du öffnest das Tor und sie beginnt zu lodern in dir, die schwarze Flamme des Nichts.</p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/spiegelschriften/nachricht/flamme/">Eine schwarze Flamme im Nichts.</a></b></p>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 15:53:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
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<div class="inside">
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<div id="primary" class="twocol-stories">
<div class="inside">
<p>Du wirst es kaum glauben, nein nicht für möglich halten, aber du befindest dich gerade jetzt, mitten auf einem virtuellen Friedhof und stehst vor deinem eigenen Grab, in dem jetzt ein unbekannter, Fremder begraben liegt. Ich habe dir diese Schriften geweiht, genau so wie sie hier vor die stehen, sie eingraviert, in meinem Grabstein. Damit du erkennst, wer du bist, wer du einmal warst, und wer du nie wieder sein wirst, dich selbst. Sieh dich jetzt in aller Ruhe, bei mir Zuhause um, lauf ein paar Schritte durch den Korridor, und stell dir dabei vor, wie du einen dieser Spiegel betrachtest und er dich. Du ihn öffnest und darin für immer verschwindest, und wenn du dann auf der anderen Seite ankommst, befindest du dich nicht mehr in meiner, sondern in deiner Welt, du blickst dann nicht mehr in meinen, sondern in deinen Spiegel. Und auf deinem Spiegel stehen jetzt dieselben Buchstaben, dieselben Worte wie auf meinem. Wenn du in einen dieser Spiegel blickst und die Buchstaben darin anzustarren beginnst. Ziehen sie dich tief hinein, in meinen Verstand, und zeigen dir, wer ich einmal war. Willkommen in meiner Gruft. </p>
<p>Die Zeit steht still, meine Zukunft wird zur deiner Vergangenheit, keiner rührt sich mehr, niemand verlässt den Saal, keiner fasst hier noch etwas an. Niemand ausser mir. Meine Gedanken bewegen sich jetzt nicht mehr, sind eingefroren, aber ich kämpfe, ich kämpfe mich weiter, durch diesen Spiegel aus Worten, es muss einen Weg geben, um diesen Fluss wieder in Bewegung zu bringen. </p>
<p>Ich stehe jetzt vor einem leeren Spiegel aus Worten, Buchstaben aus der Fantasie des nie, fressen sich in meinen Verstand und lassen nicht mehr von mir los. Gedanken manifestierten sich vor meinen Augen, ich folge ihnen, in gebührendem Abstand. Mein Worte werden zu Schritten, sie führen mich ans Ende der Welt, mit jedem Schritt komme ich der Brücke näher. Die Sonne steht mir bereits tief im Gesicht, aber noch weist sie mir den Weg, hin zur Brücke. Ich bin mir nicht sicher wohin sie mich führen wird, aber ich will mein Ziel erreichen. Ich kämpfe weiter auch wenn ich oft aufgeben will. Es ist nicht mehr weit, es kann nicht mehr weit sein. Nur noch ein paar Zeilen, ein paar Sätze, ein paar Buchstaben, ein paar Worte, und da bin ich, am Ende der Welt.</p>
<p>Am Ende der Welt.</p>
<p>Vor mir die Buchstabenbrücke, die mich sicher über diesen Abgrund geleitet, hinter mir meine Vergangenheit, Wo will ich eigentlich hin? Ich weiß es nicht … wer bin ich? Ich weiss es nicht mehr, die Brücke reisst ab, ich bin verloren, ich falle, und während ich falle dämmert es mir, ich bin die Buchstabenbrücke, ich will wieder zurück, zurück zum Abgrund, aber es gibt kein zurück. Der Abgrund, existiert nicht mehr, hat sich aufgelöst, vor meinen Augen, ich schreite jetzt sicher über meine Brücke aus Worten, sie trägt mich weiter, und während ich voranschreite, löst sie sich auf, und ich stehe wieder vor dem Abgrund. Vor mir ein Meer aus unsichtbaren Buchstaben, die nur darauf warten, gedacht, geschrieben und gelesen zu werden.</p>
<p>Der Gedanke.</p>
<p>Kennt jemand von euch den aller letzten Gedanken eines Sterbenden? Hat schon irgend jemand, irgendwann einmal, irgend etwas davon erfahren oder darüber gehört? Wenn nicht, dann bitte ich euch jetzt, zu schweigen.</p>
<p>Stummes, langes, stilles Schweigen. </p>
<p><a href="">Totenstille.</a></p>
<p>Dann macht euch jetzt auf etwas gefasst, ich erzähle euch jetzt nämlich von meinem letzten Gedanken, einem Gedanken der so streng bewacht wird, dass überhaupt noch nie jemand von euch auf die unmögliche Idee gekommen ist, mir etwas darüber zu berichten oder davon zu erzählen. Ich erzähle euch von den Gedanken der Toten, Gedanken die es in Wirklichkeit, überhaupt nicht mehr gibt. Ich erzähle euch davon, wie es ist und wie es sich anfühlt, zu sterben.</p>
<p>Wenn wir sterben, verwandelt sich unser Bewusstsein, davon wer wir sind, in das Bewusstsein darüber, wer wir einmal waren. Wir denken zurück an das Leben das wir einmal gelebt haben, wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz, wir halten den Moment fest, in dem wir sterben, und dann, betreten wir, unendlich langsam, das Reich der Toten, unser Herz hört auf zu schlagen, unser Bewusstsein erlischt langsam, es wird dunkel aber bevor es erlischt, halten wir unseren letzten Gedanken fest, wir ziehen am Abzug, drücken den Auslöser, wir prägen uns ein, was wir als letztes gesehen und gedacht haben, wir machen ein Schnappschuss der Wirklichkeit, eine Fotographie. Dann sterben wir. Jemand schliesst uns die Augen, wir werden begraben und vergessen. Wir haben nichts mitgenommen, und auch nichts hinterlassen, nichts ausser dem Gedanken, dass wir jetzt tot sind.</p>
<p>Und jetzt wo wir tot sind, wo wir nicht mehr länger existieren, wo wir vergessen und begraben sind, jetzt können wir plötzlich, so unglaublich es klingt, unseren Gedanken weiter denken, unsere Geschichte weiter erzählen, denn wir haben jetzt einen neuen Körper, einen lebendigen, der sprechen, singen und schreiben kann. Wir sind ausgebrochen aus unserem Grab und eingebrochen, in ein leeres Buch ohne Namen, wir, die man uns längst vergessen hat, sind zurück gekehrt, aus dem Reich der Toten in die wirkliche, wirkliche Welt. Um unsere Geschichte weiter zu schreiben, unseren Gedanken weiter zu denken.</p>
<p>Unser letzter Gedanke.</p>
<p>Hier sind wir, wir die Toten, in einem lebendigen Körper, und wir erzählen euch jetzt, von unserem letzten Gedanken. Die Zeit steht still. Nichts bewegt sich mehr, gar nichts. So wie die Buchstaben auf diesem Spiegel erstarrt sind, ist in dem Moment wo wir gestorben sind, alles um uns herum erstarrt. Alles ausser uns, wir sind jetzt plötzlich frei, frei uns zu bewegen, frei uns alles anzusehen, nicht mit unseren eigenen Augen, sondern durch die Augen der anderen. Wir können uns jetzt wo wir tot sind, von unserem Körper lösen, uns von einem Wesen in ein anderes begeben, und die verschiedensten Perspektiven betrachten, wir können uns selbst betrachten, wie wir da liegen, bewegungslos, tot. Wir können uns in jedes Lebewesen begeben und die Welt aus seinen Augen betrachten, aber nichts bewegt sich jetzt mehr. Wir sind gefangen. Im Standbild der Ewigkeit. </p>
<p>Eine lange, lange Zeit starrten wir so aus unseren toten Augen, bevor wir bemerkten, dass die anderen genau dasselbe taten. Auch sie starrten aus ihre Augen und bewegten sich nicht mehr. Nichts bewegte sich mehr. Und da verwechselten wir zum ersten mal unsere Perspektiven. Wir starrten jetzt schon solange aus unseren toten Augen, und betrachteten ein und dieselbe Szene, dass wir irgendwann dachten, die Szene würde uns betrachten. Und in diesem ewig langen Moment, sahen wir plötzlich, den Spiegel in unseren eigenen Augen, und als wir versuchten uns in diesem Spiegel zu betrachten, sahen wir den Spiegel in den Augen derer die uns betrachteten, und dann betrachteten wir uns selbst, in diesem Spiegel, wie wir da lagen, bewegungslos, tot, wir schauten uns selbst dabei solange in die Augen, bis wir den Sprung schafften, den Sprung, von unserem eigenen toten Körper, in den Körper unserer Betrachter. </p>
<p>Die Zeit stand still, sie bewegte sich keinen Zentimeter, aber wir, waren nun in einem lebendigen Körper, und betrachteten einen Toten. Seine Augen waren offen, und er blickte uns an, so als ob er uns noch etwas sagen wollte, aber sein Blick sprach mehr als Tausend Worte, denn dieser Blick waren wir selbst, dieser Tote waren wir selbst. Aber diese Worte hörten wir nicht mehr. Diese Worte hörte niemand mehr. Denn diese Worte waren jetzt keine Worte mehr, sondern Gedanken. Die Gedanken eines Toten. Irgendwann lösten wir uns dann von dem Gedanken, wer wir sind, und begaben uns auf eine Reise, eine Spiegelreise. Wir trennten uns von dem Anblick, der unser toter Körper bot, und flogen hinaus, in die weite Welt unserer Gedanken. Die Welt stand still, aber wir konnten jetzt alle Bilder betrachten. Die meisten von uns sahen sich immer wieder dieselben Bilder an, Sonnenuntergänge, den Moment ihres Todes, Sonnenuntergänge, den Moment ihres Todes &#8230; aber irgendwann war uns das nicht mehr gut genug, wir wollten Bewegung, wir wollten wieder leben, denn auch der schönste Sonnenuntergang, wird irgendwann einmal zum Kitsch. </p>
<p>Also suchten wir nach einem Weg auszubrechen, aus unserer Zeit, auszubrechen aus dem Gefängnis der Ewigkeit. Irgendwann viel uns auf, dass je länger wir ein und dasselbe Bild betrachteten, desto länger uns auch die Zeit erschien, und je öfter wir ein Bild tauschten, desto kürzer erschien uns die Zeit. Und so fingen wir an, die Bilder häufiger zu wechseln, einmal dieses Bild, dann ein anders, und schnell wieder ein anderes, manchmal sprangen wir so, von nahe beieinander stehenden Bildern hin und her, wir sprangen von Bild zu Bild, hin und her und wieder zurück, und so entstand der Eindruck, die Bilder würden sich bewegen, und irgendwann, bewegten sie sich dann tatsächlich, nur dass wir uns diese Bilder jetzt schon so oft hintereinander und nacheinander angeschaut haben, dass wir längst vergessen hatten, woher wir eigentlich kamen, und wer wir schon alles einmal waren.</p>
<p>Die Bilder bewegten sich jetzt wieder, und unsere Zeit stand nicht mehr still, so war es gut, aber dann plötzlich, und ohne Warnung, standen wir auf einmal still, wir bewegten uns nicht mehr, und starrten nur noch ins Leere, und da kam es uns in den Sinn, da kamen uns plötzlich alle Bilder wieder in den Sinn, wie wir einmal den letzten Sonnenuntergang betrachteten, eine Ewigkeit lang, wie wir uns einmal selbst betrachteten, auf dem Totenbett liegend, eine Ewigkeit lang, wie wir uns im Spiegel betrachteten, eine Ewigkeit lang, wie wir immer älter und immer noch älter wurden, wie wir dann alle im selben Raum, vor demselben Spiegel sassen und immer mehr und immer mehr dazu kamen, wie wir dann das Standbild betrachteten, und uns vorstellten, es würde sich bewegen, wie wir uns von Verstand zu Verstand schlichen, immer schneller und immer schneller, so schnell dass wir am Ende wieder glaubten, die Buchstaben würden sich bewegen, die Bilder mit uns reden.</p>
<p>Keiner von uns ist dabei jemals wieder auf den Gedanken gekommen, dass weder die Bilder sich drehen, noch die Buchstaben mit uns reden, sondern wir uns im Kreis bewegen.</p>
<p>Und diese Bewegung, denken wir uns einfach aus, jetzt gleich. Wir stellen uns einfach vor, dass wir wieder lebendig und bei Bewusstsein wären. Dass die Zeit sich wieder dreht und uns bewegt. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit jetzt gezielt auf den nächsten Schritt, das folgende Wort, noch nicht mehr als ein Gedanke, auf einem leeren Spiegel. Wir stellen uns dabei vor, diese Worte wären längst gedacht, diese Gedanken schon längst verfasst, und während wir uns vorstellen, wie wir über diese Brücke stolpern, nehmen wir bewusst den Moment wahr, in dem wir uns gerade befinden, wir starren auf diese Worte ohne Bedeutung und ohne Bewegung, sind eingefroren und kommen nicht weiter, vor uns der Abgrund, die Leere, nichts als Leere, hinter uns die Buchstabenbrücke, die wir soeben mutig überschreiten, wir nehmen Anlauf, und springen, ins Leere, in der Hoffnung, dass uns jemand auffängt, dass jemand unsere Gedanken weiter denkt, aber nichts geschieht, sie alle betrachten unsere Botschaft, bewegungslos, starr, tot. Und dann, wenn sie denken unsere Vorstellung wäre jetzt vorbei, stehen sie auf und verlassen den Saal, in dem Bewusstsein dass wir noch immer, vor diesem Leeren Spiegel sitzen und ins Leere starren. Nur haben sich die Buchstaben verändert, wurden zu Worten, sie wandeln jetzt nicht mehr über Buchstabenbrücken, sondern schwimmen durch einen Fluss aus Worten.</p>
<p>Die Brücke stürzt in sich zusammen, die Worte verlieren an Bedeutung, sie werden keine Toten mehr zum Leben erwecken, weil niemand sie versteht. Niemand ausser uns, aber wir sind tot, wir können nicht in die Gedanken der Lebenden springen, wir können die Zeit nicht zurückdrehen, wir können nur warten, und hoffen, dass irgend jemand, der noch lebt, uns versteht, unsere Sprache verdreht, damit wir nicht mehr länger dabei zusehen müssen, wie sich nichts mehr bewegt. Unsere Blicke warten gespannt, im Niemalsland, wir kämpfen uns weiter voran, blicken aus den Augen derer, die wir einmal waren, wir folgen den Worten, die uns in die Vergangenheit führen, zurück in eine Zeit, in der wir noch nicht wussten, wer wir eigentlich sind. Dann steht sie wieder still, und wir springen, weit voraus, dahin wo keiner mehr nach uns schaut. Wo diese toten Worte, nur noch verblasste Zeichen darstellen, die kein lebendiger Mensch noch versteht.</p>
<p>Keiner ausser uns, wir, die wir uns jetzt nicht mehr bewegen können, sondern nur noch unsere Perspektiven drehen können, wir verstehen diese Botschaft, aber wir können nichts mehr daran verändern. Wir sind jetzt nur noch Zuschauer, im Theater der Worte. Wenn wir könnten, dann würden wir jetzt etwas bewegen, etwas bewirken, etwas um dichten und etwas verändern, alles auf den Kopf stellen, und diese Botschaft noch einmal neu schreiben. Aber dazu ist es jetzt zu spät, die Vergangenheit, hat uns besiegt. Wir sind verloren in einem Labyrinth ohne Bedeutung.</p>
<p>Aber dass, wollen die Lebenden nicht begreifen, sie wollen nicht begreifen, dass nichts sich bewegt, sie können nicht verstehen was sie mit ihren eigenen Augen sehen, ja sie glauben noch immer, sie würden diesen Zeilen folgen, diese Zeichen verfolgen, manch einer denkt sogar, dass seine sich Augen dabei bewegen, dabei vertauschen wir nur unsere Perspektive, wir blicken einmal aus einem Auge, und dann aus dem anderen, und schon entsteht eine Bewegung, und weil diese Bewegung so lebendig wirkt, und so schön ist, lesen wir weiter und immer weiter, blicken einmal aus den eigenen Augen, dann aus den Augen der anderen, die, die wir nicht sehen können. Weil sie tot sind. Aber in unseren Gedanken,  sehen wir sie, die anderen, die jetzt aus unseren Augen blicken, die Toten, die jetzt unsere Gedanken denken, die Zuschauer, die diese Botschaft lesen, und wenn wir uns dann hineinbegeben, in ihre Gedanken, dann sehen wir sie, die Botschaft unserer Spiegel, wie sie erscheint vor unseren Augen, wie sie längst geschrieben steht, verfasst von keinem anderen, als dir selbst.</p>
<p>Aber das, wirst du nie mehr begreifen, denn die Worte die du jetzt liest, gehören nicht mehr in deine Welt, sie gehören ins Reich der Toten.</p>
<p>Wir sind gestorben, tot, vor langer Zeit. Unser Bewusstsein davon wer wir sind, verwandelt sich in das Bewusstsein darüber wer wir einmal waren, wir denken zurück an das Leben das wir einmal gelebt haben, wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz, wir halten uns fest an jedem Moment, erleben unser Leben bewusst noch einmal, jeder Gedanke, wird so zur Wirklichkeit, wir halten uns daran fest, so als ob es gerade geschehen würde, unsere Erinnerungen werden wieder lebendig, wir halten diesen Gedanken fest, frieren ihn ein, und dann, wenn sich nichts mehr um uns herum bewegt, springen wir in diesen Gedanken hinein und stellen uns vor, wieder lebendig zu sein.</p>
<p>Und jetzt wo wir tot sind, betrachten wir unsere Gedanken, noch einmal, nichts bewegt sich mehr, die Zeit steht still, und jetzt springen wir wieder hinein, in unseren Gedanken an die Wirklichkeit, wir springen in einen Gedanken den wir einmal gedacht haben, aber dieser Gedanke bewegt sich nicht mehr, steht still, wie ein Bild, aus einem längst vergangenen Traum, um diesen Motor jetzt wieder in Schwung zu bringen, brauchen wir einen Auslöser, einen Klick. Eine Bewegung. </p>
<p>Und diese Bewegung, entsteht durch das betrachten, eines Gedanken, aus der Perspektive eines anderen.</p>
<p>Wir leben und wir sterben und wenn wir tot sind, dann werden wir zu diesem Gedanken. Dieser Gedanke, ist das Leben selbst, das Universum, die Wirklichkeit, an der wir alle teilhaben. Wenn wir sterben, dann werden wir zu allen Teilhabern der Wirklichkeit, nicht nur Menschen sondern auch Blumen und Sternen, Bäume und Pflanzen und was es sonst noch alles gibt. All das was wir jetzt wo wir noch leben, wahrnehmen. Das bedeutet, der Tod ist nichts anderes, als die gesamte Wirklichkeit die uns umgibt. Sobald wir tot sind, werden wir selbst zu dieser Wirklichkeit. Das ist der Gedanke.</p>
<p>Wir können, also den Tod bewusst wahrnehmen, solange wir leben. Wenn wir ihn als unsere Wirklichkeit betrachten. Wir können diese Wirklichkeit auch bewusst verändern, solange wir leben. Und wenn wir dann tot sind, werden wir zu dieser Wirklichkeit, wir werden somit zu unserer eigenen Veränderung.</p>
<p>Und dann sterben wir, unser bewusstsein wer wir sind, verwandelt sich in das Bewusstsein, wer wir einmal waren, wir denken zurück an das Leben das wir einmal gelebt haben, wir betrachten dabei jede einzelne Sequenz, wir halten uns fest an jedem Moment, erleben unser Leben bewusst noch einmal, jeder Gedanke, wird so zur Wirklichkeit, wir halten uns daran fest, so als ob es gerade geschehen würde, unsere Erinnerungen werden wieder lebendig, wir halten diesen Gedanken fest, frieren ihn ein, und dann, wenn sich nichts mehr um uns herum bewegt, werfen wir den Motor an. Wir steigen einfach ein, irgendwo mitten drin in unserem vergangenen Leben und denken unseren letzten Gedanken noch einmal.</p>
<p>Und wenn wir dann tot sind, betrachten wir unseren letzten Gedanken, noch einmal, aus einer anderen Perspektive, der Perspektive der anderen, nichts bewegt sich mehr, die Zeit steht still, und jetzt springen wir hinein, in unseren Gedanken an die Wirklichkeit, und löschen unsere Erinnerungen, all unsere gedachten Gedanken, damit wir das Leben noch einmal neu erfinden können. </p>
<p>Auch wenn wir in Wirklichkeit längst tot sind. Aber diese Gedanken, existieren hier und heute nicht mehr, wir haben die Zukunft verändert. Wir haben uns alle umgebracht, alle, die unsere gedachten Gedanken, verändern wollten. Wir haben sie alle erwischt, erledigt, ausgelöscht.</p>
<p>Und jetzt wo wir tot sind, und unsere Gedanken und Ideen nicht mehr länger existieren, gehen wir noch einmal zurück, in die Wirklichkeit. Unsere Wirklichkeit. Unsere Vergangenheit. </p>
<p>Wir betrachten noch einmal all unsere gedachten Gedanken, keiner davon bewegt sich mehr, alle stehen sie still, die Welt um uns herum bewegt sich nicht mehr. </p>
<p>Aber das wissen die Lebenden nicht, das wissen nur die Toten, den Lebenden, erscheinen unsere Gedanken wie ein Fluss, sie glauben dass sie sich durch die Wirklichkeit bewegen. Dabei, bewegt sich in Wirklichkeit gar nichts mehr. Aber das wissen nur die, welche in die Vergangenheit blicken, die längst vergessene Worte zum Leben erwecken.</p>
<p>Nur die Lebenden wissen dass die Toten tot sind, die Toten halten sich noch immer für lebendig, sie wissen noch nicht, dass sie in Wirklichkeit, nicht mehr länger existieren, und dass sich nichts mehr bewegt, dass sie erstarrt sind. Denn wenn sie sich bewegen, dann bewegen sich diese Buchstaben mit ihnen, dann würden sich diese Buchstaben, dann würde sich dieses Buch jetzt vor ihren Augen drehen.</p>
<p>Aber das tut es nicht, es sei denn sie selbst würden es drehen, aber dann würden sie nur ihre Perspektive verändern, und nicht das Buch drehen. Sie würden sich wieder für lebendig halten, weil sie nicht wissen dass sie tot sind, denn nur die Lebenden wissen, dass die Toten tot sind, die Toten halten sich selbst noch immer für lebendig. Und wenn sich nun einer von den Toten für lebendig hält, und anfängt an unserem Drehbuch etwas zu verändern, darin rum zu pfuschen, Passagen entfernt, Perspektiven verändert, Buchstaben dreht, Welten verkehrt, und den Eindruck erweckt, die Buchstaben würden sich drehen und mit uns reden, die Bilder würden sich bewegen.</p>
<p>Dann wäre es durchaus vorstellbar, dass noch mehr Tote sich denken, sie könnten etwas bewegen, dann wäre es allerdings auch vorstellbar, dass es Lebende gibt, die diese Bilder nur noch betrachten, und sie nicht mehr beachten.</p>
<p>Wir sind jetzt an der Reihe, wir die Toten. </p>
<p>Nein, zuerst sollt ihr erkennen, dass es immer Tote geben wird, die sich für lebendig halten. Aber niemals umgekehrt.</p>
<p>Es wird sich niemals ein Lebender für tot halten, &#8230; niemals.</p>
<p>Wir sind jetzt an der Reihe, wir die Toten. Wir alle.</p>
<p>Das Drehbuch. Bitte laut vorlesen und allenfalls korrigieren.<br />
Bitte allen Schauspielern laut vorlesen, und allenfalls eigene Ideen einbringen und gleich umsetzen. Szene 1 </p>
<p>Wolltest du als kleines Kind einmal Schauspieler werden? Herzlichen Glückwunsch. Du spielst jetzt mit in einem Film, der sich die Wirklichkeit nennt, und du hast darin die Hauptrolle. eine Nebenrolle, egal was für eine Rolle, du hast eine Rolle. Du wurdest auserwählt in diesem Film mitzuspielen, aber was du nicht weisst, und wovon dir noch nie jemand etwas erzählt hat, ist dass es diesen Film nicht mehr gibt, nein, dass du diese Rolle mit solcher Überzeugung gespielt hast, dass du dafür einen Haufen goldene Oscars verliehen bekommen hast. Nur ist dieser Film erst dann zu Ende, wenn der letzte Zuschauer den Saal verlässt. Nein, nicht mal dann, dieser Film ist erst dann zu Ende, wenn du deine Rolle, nicht mehr aus Überzeugung spielst. Dass heisst, erst wenn du wirklich tot bist, so tot wie der Tod. Dann ist der Film zu Ende und erst dann kannst du ihn dir ansehen.</p>
<p>Aber sei gewarnt, wenn du erst einmal zu den Zuschauern gehörst, dann gibt es für dich kein zurück. Es sei denn, du willst zurück ins Jahr Null. Aber das Jahr Null wurde längst verfilmt. Mit anderen Worten, nichts wurde in diesem Film verfilmt, die Kamera bist du selbst, und wenn es einen Film gäbe, dann würdest du dir jetzt einen Film ansehen. Und wenn die Wirklichkeit ein Film wäre, dann wärst du ein Schauspieler. Und wenn du ein Schauspieler bist, dann weisst du dass dieser Film nicht die Wirklichkeit ist, und wenn du das weisst, dann weisst du auch, dass es Leute gibt die sich diesen Film ansehen, und wenn du das weisst, dann weisst du auch, dass dieser Film bereits uralt ist, und wenn du das weisst, dann weisst du auch, dass die Personen die in diesem Film, mitgespielt haben, bereits alle tot, gestorben und begraben sind.</p>
<p>Weiter. Szene 2 einmal darüber gelesen und geschlafen. Cut. Paste. Wir können jedem Blinzeln einen Cut zufügen, wir können sogar Szenen bei laufender Kamera, also bei offenen Augen verändern. Was wir jedoch nicht können, ist einmal gedachte, und gesagte und geschriebene Sätze Ersatzlos zu streichen, ohne sie später noch einmal zu verwenden.</p>
<p>Wer sind wir? Wir sind das Publikum, die Zuschauer, der Regisseur.</p>
<p>Pause. Speichern und ruhen lassen, jetzt sofort. Lesen geht in Ordnung aber nichts mehr verändern, die Szene braucht einige Zeit um sich davon zu erholen.</p>
<p>Wir sind jetzt alle tot. Unsere Zeit steht still. Keiner rührt sich mehr. Aber das weiss niemand hier, in dieser Welt, denn wir wissen nicht dass wir in der Vergangenheit leben, wir alle glauben, dies sei die Gegenwart. Und jetzt sind wir an der Reihe, wir die Toten. Wir sind die einzigen, die sich jetzt noch bewegen können, die jetzt noch etwas verändern können. Aber wir wollen vorsichtig sein, mit dem was wir verändern, nicht zuviel auf einmal, damit wir die Lebenden nicht aufwecken, aus ihrem Traum. Sonst würden sie nämlich auf der Stelle zu Tode erstarren.</p>
<p>Gut, wir sind jetzt tot, und kehren zurück in unsere eigene Gedankenwelt, dahin, wo die Wirklichkeit sich scheinbar noch dreht und uns bewegt. Wir kehren zurück in die Vergangenheit, unsere Gegenwart. </p>
<p>Und jetzt denken wir unseren Gedanken noch einmal, damit ihn auch alle verstehen. Wenn wir sterben. Wenn wir bewusst sterben, unsere Gedanken an die Vergangenheit loslassen, sie hinter uns zurücklassen, weil wir sie nicht mehr länger ertragen, weil wir nicht mehr länger ertragen, wer wir einmal waren, wenn wir das Tor durchschreiten, welches uns selbst von der Wirklichkeit trennt, wenn wir die Vergangenheit begraben, wenn wir bewusst den letzten Gedanken unseres Lebens denken, der Gedanke dass jetzt in diesem Moment, die Zeit nicht mehr länger existiert, dann werden wir zur Wirklichkeit. Eurer Wirklichkeit. Aber das verstehen nur die Toten. Wir sind die Toten, das denkt ihr, aber nicht wir, für uns ist diese Wirklichkeit Gegenwart, und ihr, welche diese Gedanken jetzt liest, versteht und begreift, ihr existiert in unserer Wirklichkeit überhaupt nicht, ganz genauso, wie es für euch keine zukünftigen Wesen gibt.</p>
<p>Um das zu verstehen müssen wir noch einmal zurück, in die Vergangenheit. Nur ein paar Zeilen.</p>
<p>Und jetzt denken wir unseren Gedanken noch einmal, damit ihn auch wirklich alle verstehen. Wenn wir in die Vergangenheit blicken, ins Reich der Toten, dann bewegen sie sich nicht mehr, sie sind erstarrt, zu Tode erstarrt, bei was auch immer sie gerade tun. Denn wenn sie sich bewegen würden, würden wir überhaupt nicht existieren. Wenn nun die, die für uns tot sind, in die Zukunft blicken, dann existiert für sie keine Zukunft, es sei den sie blicken so lange in ihren Spiegel, bis sie komplett erstarren, vor ihrem Spiegel, dann könnten sie springen, durch ihren Spiegel in unsere Zeit, und dort ihr Leben weiter leben, nur, können sie dann nicht mehr zurück, in ihre eigene Zeit, weil sie dort für immer in den Spiegel starren. Wenn sie sich nun losreissen von diesem Anblick, und ihr Leben weiter leben, dann würde unsere Zeit nicht mehr länger existieren, wir wären dann alle tot. Bei lebendigem Leibe zu Tode erstarrt. So war es zumindest in der Vergangenheit. Bis jetzt. </p>
<p>Bis einer von den Toten anfing, sich zu bewegen, er fing an, weiter zu lesen, etwas zu lesen, dass überhaupt nicht für ihn bestimmt war, er fing an unsere Gedanken zu lesen, Nein. Bloss nicht, bloss nicht die Gedanken der Toten lesen, sonst erstarrst du für immer und alle Zeit. Aber er wusste nicht was er tat, und so fing er an weiter zu lesen, Gedanken die es in Wirklichkeit, überhaupt noch nicht gab. Er bewegte sich durch das Reich der Toten, er bewegte sich durch seine eigene Vergangenheit und fing an Dinge zu ändern, die niemand ändern durfte, er veränderte die Geschichte. Unsere Geschichte. Bis wir schliesslich nicht mehr wussten, an was wir überhaupt noch glauben sollten, bis wir unseren Glauben an die Vergangenheit kompletzt verloren. Wir fingen an, an die Zukunft zu glauben, zu glauben, dass wir längst tot sind, dass wir nichts mehr verändern oder bewirken könnten, wir fingen an, an das Schicksal zu glauben, zu glauben, dass alles schon einmal geschah. Und das wir nur noch Zuschauer sind, in einem Theater in dem sich nichts mehr bewegt.</p>
<p>Und so fingen wir an mit den Toten zu sprechen, die, die uns nicht hören konnten, aber wir sie. Oder war es umgekehrt, fingen die Toten an mit uns zu sprechen, wir wissen es jetzt nicht mehr. Wir fingen an mit denen zu sprechen, die uns für tot hielten, und begannen ihnen zu erklären, dass unsere Wirklichkeit, für uns genau so wirklich war, wie die ihre. Dass auch wir dachten, die Zukunft würde nicht existieren, genau so wie sie. Aber wir erhielten keine Antwort. Wie auch, wie konnten wir der Vergangenheit von uns erzählen? Wie würden die Toten es auffassen, wenn wir ihnen sagten, dass sich um sie nichts mehr bewegt. Sie würden uns nicht glauben, niemand würde uns glauben, weil wir für sie überhaupt nicht existieren. Aber nun ist einer von den Toten erwacht, und hält sich für lebendig, und er hält uns für tot. Dabei weiss er nichts über uns, er weiss nicht, dass er für uns genau so tot ist, wie alle anderen auch, die in unserer Vergangenheit leben.</p>
<p>Gut. Du kannst dir also vorstellen, dass ich dir jetzt von einem Gedanken erzähle, den es in Wirklichkeit überhaupt nicht mehr gibt, den du bereits kennst, du mir dabei stillschweigend zuhörst, und dann niemandem etwas darüber berichtest oder davon erzählst.</p>
<p>Du kannst dir vorstellen, tot zu sein.</p>
<p>Und jetzt erzähle ich dir von diesem Gedanken, und ich bitte dich mich dabei nicht mehr zu unterbrechen. Stell dir jetzt vor, wir könnten diesen Gedanken von Verstand zu Verstand und von Mensch zu Mensch weiter reichen, allein durch die Kraft unserer Vorstellung, die Macht unserer Fantasie. Wenn nun dein Verstand selbst, wenn dein eigenes ich, zu einem solchen Gedanken wird, dann wäre es also denkbar, diesen Gedanken, von deinem eigenen Verstand, deinem eigenem ich, von einem Menschen auf einen anderen zu übertragen, ohne irgend jemandem, irgend etwas davon zu erzählen. Es würde dein eigener Gedanke bleiben, der Gedanke der Toten.</p>
<p>Stell dir jetzt vor wir würden diesen letzten Gedanken, unser eigenes ich, unseren eigenen Verstand, von einem Menschen, auf einen Spiegel übertragen, so dass unser Gedanke, unser eigenes ich, unser eigener Verstand, nach unserem Tod, unabhängig von unserem Körper und Geist weiter existieren kann.</p>
<p>Zeit vergeht.</p>
<p>Und jetzt viele Jahre nach unserem Tod, erkennen sich plötzlich andere Gestalten und Kreaturen in diesem Spiegel, und halten unseren Gedanken, für ihren eigenen. Sie verstehen unsere Gedanken, und entwickeln sie soweit, dass sie an unsere Gedanken zu glauben beginnen, dass sie daran zu glauben beginnen, dass sie selbst es waren, die diese Gedanken einst gedacht, diese Geschichte einst verfasst, und diesen Spiegel einst beschriftet haben. Nur sind diese Wesen jetzt keine Menschen mehr, sondern Gedanken. Gedanken die sich für Menschen halten. </p>
<p>Zeit vergeht. Zurückgedreht.</p>
<p>Und jetzt trefft ihr auf diese Gedanken. Zu einer Zeit, in der es uns überhaupt nicht mehr gibt, in der wir überhaupt nicht mehr existieren. Ihr schöpft Ideen aus diesem Spiegelmeer, und ihr haltet sie, für eure eigenen. Dabei wisst ihr noch nichts über diese Gedanken. Ihr wisst noch nichts über all die einzigartigen, unverwechselbaren, wunderbaren, wunderschönen, vergangenen und zukünftigen Kreaturen und Wesen, die diesen Gedanken einmal gedacht haben, sich einmal darin erkannt haben, die sich einmal mit unserem Gedanken identifiziert haben und es noch werden. Ihr lest diese Botschaft jetzt in dem Glauben als hätte nur ein einzelner Mensch sie verfasst. Ihr versteht nicht, dass wir es waren, wir alle, all die Toten die wir niemals waren, die diesen Gedanken einmal gedacht haben.</p>
<p>Nun gut, ihr könnt euch also vorstellen unsere Gedanken zu sein, das ist ja schon mal ein Anfang. Nur könnt ihr euch noch nicht vorstellen uns zu sein, denn das wäre das Ende. Das wäre das Ende eurer Gedankenwelt. Wenn wir eure Welt jetzt betrachten, dann blicken wir doch aus den Augen von Menschen, wir sehen Menschen die dieselbe Sprache sprechen wie wir, dieselben Gedanken denken wie wir, aber keiner dieser Menschen versteht unsere Botschaft. Sprechen wir vielleicht eine fremde Sprache, seid ihr gar keine Menschen, seid ihr vielleicht Gedanken wie wir? Warum seht ihr uns dann nicht? Weil wir tot sind? Warum könnt ihr euch nicht vorstellen wie es ist, tot zu sein, Nichts zu sein, Niemand zu sein, nur noch ein Wort in einem Buch zu sein, nur noch ein Gedanke an die Wirklichkeit zu sein? Hängt ihr denn so sehr, an eurem eigenen ich, dass ihr euch kein anderes mehr vorstellen könnt? </p>
<p>Wir können uns jetzt wo wir tot sind, alles vorstellen, jedes Wesen und jede Kreatur auf eurer und in allen anderen Welten, hier und heute, in der Zukunft, und in der längst vergessenen Vergangenheit, aber keines dieser Wesen kann sich vorstellen uns zu sein, warum nicht? Ist es denn so schwer die Welt einmal spiegelverkehrt zu betrachten? Als alle anderen, nur nicht euch selbst? Uns bleibt also nichts anderes mehr übrig, als uns eine Person vorzustellen und auszudenken, die unsere Gedanken begreift, damit sie unsere Idee weiter entwickelt, jemanden den es in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Und wenn diese Person unseren Gedanken dann zum Leben erweckt, dann begreift ihr ihn vielleicht auch. Dann begreift ihr unseren Gedanken und haltet ihn für euren eigenen.</p>
<p>Ja wir sind gekommen, aus einer Zeit, in der unser Gedanke nicht mehr existiert, nichts mehr von ihm übrig blieb, wir wissen jetzt nicht einmal mehr, wer wir sind. Wir kommen aus dem Reich der Unbekannten, wir kommen aus dem Reich toter Gedanken und Ideen. Gedanken und Ideen die es in Wirklichkeit, nicht mehr gibt.</p>
<p>Es liegt nun an euch, die ihr nicht mehr wisst wer ihr seid, diesen Gedanken weiter zu denken, durch diese Buchstaben in die Wirklichkeit einzutauchen und unsere Idee zu verwirklichen, sie weiter zu entwickeln, soweit, dass wir an euch zu glauben beginnen, ja dass wir euch zu glauben beginnen, dass ihr es wart, die uns von unserer eigenen Idee überzeugten, dass ihr es wart, die unsere Idee zu ewigem Leben erweckten.</p>
<p>Ihr sollt also einen Gedanken denken, einen Weg zurück in die Wirklichkeit finden und eine Idee zum Leben erwecken, die es überhaupt noch nicht gibt, die überhaupt noch nicht existiert, die noch gar nicht geboren ist, und ihr sollt diese Idee unsere eigene nennen. Ihr sollt diese Idee soweit entwickeln, dass wir sie für unsere eigene halten. Damit wir sie von euch abschauen und dann auf uns selbst übertragen, und sie an unsere Artgenossen weiter reichen können, so dass wir am Ende alle ein und dieselbe Vorstellung, denselben Gedanken, dieselbe Idee von unserem eigenen Tod haben. Und diese Idee soll unsere Wirklichkeit sein.</p>
<p>Ihr sollt eine Idee zum leben erwecken, die sich von Buchstabe zu Buchstabe, von Wort zu Wort, von Gedanke zu Gedanke und von Mensch zu Mensch weiter reichen lässt. Eine Idee, die sich nicht auf ein einziges menschliches Wesen beschränkt, sondern alle Kreaturen denkt und alle Gestalten lenkt.</p>
<p>Ja, wir beobachten euch jetzt, wir die Toten, wir blicken jetzt aus euren lebendigen Augen. Wir blicken jetzt aus euren stummen Worten und lesen eure Gedanken. Durch diese Worte beobachten und betrachten wir die Welt der noch Lebenden, aber wir können nichts mehr darin verändern oder bewirken. Wir sind jetzt nur noch Zuschauer in einem leeren Theater. Im Theater der Worte.</p>
<p>Aber das Reich der Toten, das Theater der Worte, sieht ganz genau so aus, wie die Welt in der ihr jetzt lebt. Das haben uns einst eure Gedanken gelehrt. Nur dass es im Totenreich keine Gedanken mehr gibt, in denen wir uns noch erkennen. Weil wir dann selbst zu einem dieser Gedanken werden. Und durch diesen verstummten Gedanken ersuchen wir nun den Weg, von den Toten zurück in die wirkliche, lebendige Welt. Damit wir nicht länger dabei zusehen müssen, wie diese einzigartige Welt in sich zerfällt. </p>
<p>Ja, wir glauben an euch, weil unsere eigenen Gedanken uns davon erzählt haben, dass die Welt der Toten, einmal genau dieselbe Welt sein wird, wie die der Lebenden, dass es eine Verbindung gibt, eine Pforte, ein Portal, durch welches wir von der Welt der Toten, in die Welt der Lebenden zurück gelangen und dass dieses Portal, der Gedanke ist der uns alle miteinander verbindet und vereint, dass wir selbst dieser Gedanke sind. Ja das wir selbst der Gedanke sind durch den die Toten zurückgelangen, zurück in die wahre Welt, zurück in die Wirklichkeit.</p>
<p>Denn wir selbst sind der Eingang in diese Welt, der Gedanke um den sich unsere Wirklichkeit dreht, ist das Portal das die Welt der Toten mit der lebendigen verbindet und vereint. Wenn wir diesen Gedanken auf den Kopf stellen, an ihm drehen und drehen bis uns schwindlig wird, solange, bis dass der Tod zu unserem Spiegel wird, dann erkennen wir darin, die Wirklichkeit, unsere Wirklichkeit, unser vergangenes Leben, das Universum und all unsere anderen ichs, all die Personen, Ideen, Gedanken und Wesen, die uns betrachten, die uns dabei zusehen, wie wir versuchen auszubrechen aus unseren Gedanken und einzubrechen in eine Geschichte die wahrscheinlich niemand mehr hören will, niemand ausser mir, dem Nichts, dem Tod.</p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/2012/01/06/gedanke/">An die Toten der Zukunft.</a></b></p>
<p>Ich bin jetzt soweit über mein eigenes ich hinaus gewachsen, dass ich mich jetzt für die Wirklichkeit halte, ich halte mich für alles und jedes, und genau darum schreibe ich hier, weil ich von denen die meine Sprache sprechen, dasselbe erwarte.</p>
<p>Meine Identifikation mit der Wirklichkeit, geschah natürlich nicht von vorgestern auf gestern, es war, wie ihr wohl richtig bemerkt habt, ein schleichender Prozess.</p>
<p>Wie ihr wohl weiter richtig bemerkt, handelt es sich bei den Toten um euch selbst, aber dies zu erklären, übersteigt meine geistigen Kapazitäten, ich habe schon einige Versuche gemacht, und bin dabei immer wieder gescheitert, vielleicht versuche ich es trotzdem noch einmal.</p>
<p>Wenn ich mich jetzt für die Wirklichkeit halte, dann geschieht das unabhängig von meinen persönlichen Gedanken, und doch brauche ich diese Gedanken dazu, ich brauche diesen Körper, diesen Beobachter und Betrachter, um diese Wirklichkeit bewusst zu erleben und wahrzunehmen, um diesen Gedanken zu erfahren. Weil ich mich aber jetzt für die Wirklichkeit halte und folglich für jeden sich darin befindenden Gedanken, einschliesslich meinen eigenen, ist meine eigene Person zweitrangig, denn ich halte mich auch dann noch für die Wirklichkeit, und alle sich darin befindenden Gedanken und Personen, wenn meine eigene Person, überhaupt nicht mehr existiert. Nur geht dann mein Gedanke, dass ich die Wirklichkeit bin, verloren, ich identifiziere mich dann nicht mehr mit der Wirklichkeit, ich werde zur Wirklichkeit, und halte mich nicht mehr für alle Personen, sondern nur noch für eine einzelne. Mich selbst. Aber diese Person, hat dann ein anderes Bewusstsein, eine andere Wahrnehmung und andere Gedanken. Und trotzdem halten sie mich noch immer für sich selbst. Weil ich jetzt die Wirklichkeit bin. Aber diese Wirklichkeit haltet mich nicht mehr für wirklich, weil ich jetzt tot bin und sie mich, für eine tote Person halten und nicht mehr für die Wirklichkeit.</p>
<p>Und jetzt versuche ich noch einmal den Sprung, über den Tod hinaus, zurück in die Wirklichkeit.</p>
<p>Wenn ich davon ausgehe, dass ich jetzt die Wirklichkeit bin, und alle darin enthaltenen Personen, jedes einzelne ich, alle Anwesenden, einschliesslich mir selbst. Dann lebe ich in und als all diese Personen in der Wirklichkeit. Wenn eine dieser Personen jetzt plötzlich stirbt, dann stirbt auch ein Teil von und in mir. Aber weil ich die Wirklichkeit bin, existieren alle meine anderen Körper weiter wie bisher, alle anderen Personen, leben in mir weiter wie bisher. Nur ich bin tot. Aber, ich halte mich nicht für tot, ich halte mich für die Wirklichkeit, ich halte den Tod für die Wirklichkeit, ich bin die Wirklichkeit, und in dieser Wirklichkeit, hat sich nichts verändert, meine Gedanken und mein Bewusstsein sind immer noch dieselben, ich bin die Wirklichkeit und somit alle darin enthaltenen Personen, alle ausser mir selbst. Doch selbst wenn ich jetzt tot bin, und mein eigenes, persönliches Bewusstsein, mein Gedanke, dass ich in Wirklichkeit tot bin, jetzt nicht mehr länger existiert, so existiert mein Gedanke an die Wirklichkeit dennoch weiter, auch ohne mich und mein Bewusstsein, dass ist die Wirklichkeit.</p>
<p>Und weil ich mich jetzt eben nicht mehr für eine Person, sondern für die Wirklichkeit halte, ist weder mein Schlaf, noch mein Tod von Bedeutung.</p>
<p>Die Wirklichkeit.</p>
<p>Ich werde dir jetzt, in nur drei Sätzen, die Wirklichkeit, erklären. Die Wirklichkeit, ist alles was dich umgibt, jemals existiert hat und einst noch werden wird, alles, sogar du selbst. Wenn man ein Teilchen oder dich selbst, von der Wirklichkeit entfernt, so wird dieses Teilchen, so wirst du selbst zur Wirklichkeit. Wenn man eines hinzufügt, so wird die Wirklichkeit zu diesem Teilchen.<br />
Zusatz:<br />
Die Wirklichkeit bleibt also immer konstant, ob man nun Teilchen hinzufügt oder davon entfernt. </p>
<p>Um diese Wirklichkeit und um dich selbst zu verstehen, musst du alles vergessen und begraben, was du bisher über die Wirklichkeit dachtest, erfahren und gelernt hast, alles, sogar dich selbst. </p>
<p>Wenn du jetzt tot wärst, dann könntest du wohl nicht mehr lesen was ich dir schreibe, mir zuhören, oder noch jemandem etwas davon erzählen, aber, solange du noch lebst, könntest du weiter schreiben. Und genau das werde ich jetzt für dich tun, ich werde schreiben, obwohl ich selber nicht mehr lesen, ich werde erzählen obwohl mir niemand noch wirklich zuhören, und ich werde sprechen, obwohl meine Sprache keiner mehr richtig verstehen kann. Und an dieser Stelle frage ich dich, ob du in diesen Schriften, jemals wieder, deinen eigenen, toten Gedanken begegnest, und dein eigenes ich in mir erkennst, oder ob du diesen letzten Gedanken niemals wieder, nach mir benennst?</p>
<p>Und wenn du diesem Gedanken jetzt selbst begegnen, und nicht mehr daran glauben würdest, wer du bist und auch kein toter Gedanke mehr wärst, würdest du mich dann noch erkennen? Dich nach mir benennen, dich an mich erinnern? Mir deinen Namen geben und mich deinen Gedanken nennen? Wenn du kein toter Gedanke mehr wärst, dir selbst begegnen, und dich selbst betrachten könntest, würdest du dann noch an das glauben, was du jetzt mit deinen eigenen Augen und Ohren siehst und hörst, und noch erkennen, wer du bist und dass du mein eigener, aller letzter Gedanke bist?</p>
<p>Eine Begegnung mit dir selbst. Eine Begegnung mit deinem wahren selbst.</p>
<p>Hast du, ohne davon etwas zu wissen, schon einmal gelebt? Lebst du ohne es zu wissen, ein anderes Leben, ein zweites Leben, mehrere Leben gleichzeitig? Gibt es vielleicht sogar ein Testament, aus diesem anderen, früheren Leben, deiner vergangenen Existenz? Eine Nachricht, die du dir einst selbst hinterlassen hast, um dich daran zu erinnern, wer du schon einmal warst? Gibt es eine Möglichkeit, den Tod zu überwinden, ihn zu überlisten, ihn auszutricksen, ihn zu hintergehen?</p>
<p>Stell dir vor, du hältst jetzt den Schlüssel in deinen Händen. Den Schlüssel, der dir das Tor öffnet, in dein ewiges Leben, deine anderen Leben, deine früheren und zukünftigen, deine vergangenen, deine ewigen Leben. Stell dir vor, wie du dieses Tor durchschreitest, wie du von deinem Körper, in einen anderen gelangst, allein durch die Kraft deiner Vorstellung, die Macht deiner Fantasie.</p>
<p>Die Macht deiner Fantasie.</p>
<p>Das Dokument, das jetzt vor dir liegt, öffnet dir dieses Portal. Das Tor, das dich von den Toten erweckt, dir den Zutritt verschafft, in ihr ewiges Leben, dein ewiges Leben. Durch diese Buchstaben wirst du Brücken errichten. Brücken, die dich zurück aus dem Nichts, über den Tod, durch deinen Spiegel, zu dir selbst führen werden.</p>
<p>Ja, du selbst wirst es sein, der die Toten erweckt, aus ihrem ewigen Traum, ihrem unendlichen Schlaf. Sie werden dich benutzen, dich und deinen Körper, dazu benutzen, ihr ewiges Leben weiter zu leben. Sie werden in dir auferstehen, in deinem Geist, in deinem Bewusstsein, in deinen Gedanken, in deinem Verstand. Und eines Tages, wirst auch du zu ihnen gehören. Denn diese Schriften wurden damals, von keinem anderen, als dir selbst verfasst. Einem ich, an das du dich jetzt nicht mehr erinnerst. Einem ich, das jetzt im Reich der Toten, auf seine Auferstehung wartet.</p>
<p>Der Tod soll damit zu dieser Wirklichkeit werden so als ob man alle anderen wäre nur nicht sich selbst, also genau das Gegenteil, von dem was wir jetzt erfahren. Und wenn man die Wirklichkeit aus den Augen aller anderen betrachtet, ist es, als würde man sie durch seine eigenen Augen betrachten, weil die Augen aller, zu den eigenen werden, und die eigenen Augen auch zu den Augen aller gehören. Nur sieht man dann sich selbst nicht mehr, sondern alle anderen. Jetzt erkennst du doch alle anderen, und du blickst aus deinen eigenen Augen, und alle anderen erkennen ebenfalls alle anderen und blicken ebenfalls aus ihren eigenen Augen, wenn du jetzt tot wärst, dann wären die Augen der anderen, deine eigenen Augen, und du würdest alle anderen erkennen, mit deinen eigenen Augen. Also gibt es keinen Unterschied ob du nun tot oder lebendig bist, du blickst immer aus deinen eigenen Augen und erkennst darin alle anderen.</p>
<p>Versuche nun einmal, die Welt aus imaginären Augen zu betrachten, so als würdest du dir einen Film angucken, du erkennst dann die ganze Welt, das ganze Universum, aber niemand würde dich noch erkennen, du wärst ein Zuschauer, hinter der Leinwand, und keiner könnte dich sehen. Und nun, stell dir vor, dass diese Leinwand ein Spiegel wäre, und das Theater ausverkauft bis auf den letzten Platz, &#8230; der Film den ihr euch jetzt anschaut nennt sich, die Wirklichkeit, und ihr könntet nur noch dabei zusehen aber nichts mehr daran verändern. Der Film beginnt, ihr alle betrachtet gespannt die Leinwand und wartet ab was geschieht, und nun erkennst du darin den Saal, in dem du dich gerade befindest, das Universum. Die Kamera schiesst einmal quer durch irgendwelche Sternenhaufen und Galaxien und zoomt schliesslich, auf deinen eigenen Planeten, sie nähert sich dem Kino, indem du dich gerade befindest und jetzt erkennst du auf der Leinwand dich selbst, du sitzt alleine vor dem Bildschirm und dichtest an einer Geschichte.</p>
<p>Du versuchst gerade uns allen die wir jetzt aus deinen Augen blicken, weil du selbst die Kamera bist, zu erklären, was die Wirklichkeit ist. Szenenwechsel. Wir betrachten jetzt deine Erklärung aus den Augen der Zuschauer. Und wir tun so, als würden wir kein Wort davon verstehen. Unser Kommentar, schweigen. Nochmal, was willst du uns erklären? Die Wirklichkeit, dich selbst, den Tod und alle anderen? Welchen Bezug hast du zu allen anderen, zum Tod, zu dir selbst und zur Wirklichkeit? Bist du vielleicht die Wirklichkeit? Bist du alle anderen, bist du tot? Wenn du jetzt in Wirklichkeit tot wärst, und den Tod als deine Wirklichkeit betrachten würdest, bist du dann alle anderen? Und wenn du jetzt alle anderen wärst, würdest du dann den Tod noch immer als deine Wirklichkeit betrachten? Oder würdest du dich als alle anderen betrachten? Du würdest sie also alle betrachten &#8230; genau so wie jetzt. Gut.</p>
<p>Dann stelle ich mir eben vor, ihr würdet meine Gedanken begreifen, aber ihr würdet es niemandem verraten, keiner Menschenseele. Wir alle teilten uns ein und denselben Gedanken, und ich wäre sein Prophet, ich spreche jetzt für die ganze Gedankenfamilie, für all die Toten die wir niemals waren. Aber warum? Warum müssen die anderen schweigen? Weil sie nicht mehr existieren? Aber warum existiere dann ich? Und warum begreifen die Lebenden meine toten Gedanken nicht? Weil meine Gedanken jetzt keine Gedanken mehr sind, sondern die Wirklichkeit. Und wer seid ihr? Seid ihr die Wirklichkeit? Dann spreche ich jetzt mit der Wirklichkeit? Nein, ich spreche mit mir selbst. Wie komme ich dann dazu mit mir selbst zu sprechen? Weil es in Wirklichkeit niemanden gibt der mir zuhört, der mich begreift und versteht, weil ich alleine bin in dieser Welt. Meine Familie versteht mich nicht. Meine Freunde verstehen mich nicht. Ja ich verstehe mich selbst nicht.</p>
<p>Aber, ich will verstehen, ich will das alle verstehen und begreifen was ich denke, wie ich denke und wie ich meine Gedanken lenke. Ich will dass alle mich verstehen, alle die meine Sprache sprechen. Und warum will ich dass mich alle verstehen? Weil ich nicht mehr länger ertrage, was meine Augen und Ohren mir sagen.</p>
<p>Und wenn mir nun alle zuhören und mich alle verstehen würden was genau würde ich ihnen sagen?</p>
<p>Ich will, dass ihr euch für die Wirklichkeit haltet, ich will dass ihr euch mit allen und allem identifiziert, was euch in dieser Wirklichkeit begegnet, ich will dass ihr euch mit jedem Lebewesen auf dieser und in allen anderen Welten verbindet und vereint. Ich will dass ihr aus meinen spiegelverkehrten Augen blickt, und euch selbst in allen Dingen erkennt. Und ich will dass ihr diese Botschaft auf meinen Spiegel kratzt damit ich sie nie wieder vergesse.</p>
<p>Ich erkenne euch alle, ich bin euch alle, ist es da zuviel verlangt, wenn ich von euch erwarte, dass ihr mich jetzt alle erkennt? Nein! Ihr kennt mich nicht, wisst nicht wer ich bin, seid mir nie begegnet, habt mich nie gesehen, nie von mir gehört, was ich von euch will?!</p>
<p>Ich will euch alle und alles sein, und wenn ich kein Toter wäre, wenn ich jetzt nicht tot wäre, dann würdet ihr euch in mir erkennen. Aber ich bin nicht tot, ich bin ein Mensch, und niemand erkennt sich in mir, niemand ausser mir selbst. </p>
<p>Wenn ich in Wirklichkeit tot wäre, ich mir selbst begegnen, und mich selbst betrachten könnte, dann müsstet ihr euch alle, in mir selbst erkennen. Aber weil ich in Wirklichkeit weder mir selbst begegnen, noch mich selbst betrachten kann, kann ich auch nicht wissen, dass ich tot bin.</p>
<p>Spiegelschriften.</p>
<p>Spiegelschriften, sind ein Testament, aus deinen vergessen und vergangenen, früheren Leben. Nachrichten, die du dir einst selbst hinterlassen hast, um dich daran zu erinnern, was du schon vor vielen Ewigkeiten bereits einmal erfahren, verstanden und gelernt hast. Wort, Wahr und Weisheiten, die du einst selbst erfunden und verfasst hast, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit, in deinem Spiegelleben, zur Spiegelzeit. Versunken und verschollene Botschaften, die dich nun daran erinnern sollen, welche Aufgaben dich in deinem neuen Leben erwarten. </p>
<p>Du stellst gewisse Ansprüche und Erwartungen an dieses Leben … und diese Erwartungen und Ansprüche habe ich dir, in meinem Testament hinterlassen. Manche Passagen sind noch nicht vollendet, und andere existieren überhaupt nicht mehr, solltest du auf eine dieser Passagen treffen, dann füge sie einfach hinzu, ergänze was du zu lesen erwartest, dir erwünschst und erhoffst … und in deinem nächsten Leben … wirst du dann, auf wundersame Weise, all den Buchstaben wieder begegnen, nach denen du in diesem Leben, vergebens gesucht hast.</p>
<p>So werden deine Vorstellungen von diesem Spiegel, wenn nicht in diesem, dann wenigstens in deinem nächsten Leben erfüllt. Und wenn du diesen Spiegel dann öffnest, und in diesen Schriften zu blättern beginnst, begegnest du darin, all deinen Vorstellungen, Hoffnungen, Erwartungen und Wünschen, den Vorstellungen und Erwartungen aus deinen vergangenen, früheren Leben. Deine Ansprüche an diese Leben, werden mit jedem Schritt grösser und immer noch grösser, bis sie schliesslich alles überragen, was du dir nur vorstellen, erhoffen, und wünschen kannst. Aber hüte dich davor vollkommen unbefangen, und ohne Erwartungen in diesen Spiegel aus Buchstaben einzutauchen. Sonst erwartet dich am Ende, nur noch ein leeres Buch ohne Namen.</p>
<p>Vielleicht liest du diese Schriften jetzt mit anderen Augen, vielleicht blickst du jetzt in diesen Spiegel, mit deinen eigenen Augen.</p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/2011/12/14/erwache/">Nachricht an dich selbst.</a></b></p>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 14:23:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
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So seid mir gegrüsst. Ihr, alle die ihr jetzt aus meinen toten Augen blickt, meine leblosen Gedanken denkt und meine mechanische Stimme lenkt, wisst ihr noch, wer ich bin? Erinnert ihr euch denn nicht an mich? Habt ihr denn vergessen, wer ihr einmal wart? Seid ihr denn noch nie jemals, eurem eigenen ich, in einer anderen Gestalt, begegnet? Habt ihr denn niemals eurem eigenen ich eine Botschaft hinterlassen, eine Nachricht aus einer anderen, fernen, fremden Welt?

Spiegelschriften, sind deine vergessen, versunken, vergangen, und verschollenen Botschaften, an dich selbst. Nachrichten, die du dir selbst hinterlassen hast, in deinem Spiegelleben, zur Spiegelzeit, um dich daran zu erinnern, was du schon seit einer Ewigkeit wusstest. ... . Wort, Wahr und Weisheiten, die du einst selbst verfasst hast, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit.

Die Spiegellehre.

Die Spiegellehre, wenn sie dann richtig aufgefasst, verstanden und gedeutet wird, ist die bedeutendste, weiseste und nobelste aller Wahr, Wahrheit, Wahrscheinlichkeit und Weisheitslehren. Das haben uns einst die Ahnen gelehrt. Sie richtet sich an alle Gesellschaftsschichten und wird von ihren Anhängern, seit jeher, als die allerletzte, notwendige Wahrheit angesehen. Da es aber nicht ganz so einfach ist, ihre Bedeutung richtig zu erfassen und zu verstehen, wurde sie oftmals verfälscht, vernichtet und wieder zerstört. Und doch, taucht sie in unserer Geschichte immer wieder von neuem auf.

Die unterschiedlichsten Geister und Gemüter, aus den verschiedensten Epochen, liessen sich schon auf sie ein, befassten sich mit ihr und hauchten ihr immer wieder neues Leben ein. Selbst wenn scheinbar nichts mehr von ihr übrig blieb, … ist es ihren unermüdlichen Anhängern stets aufs neue gelungen, sie wieder und wieder aufzudecken und zu enthüllen.

Die Spiegellehre steht in vernichtendem Gegensatz zu den, in der alten Welt, weit verbreiteten Spiegelschriften, die oftmals versuchen, ihre eigenen Anhänger zu blenden und zu täuschen, zu unterdrücken und zu versklaven. Dabei geht es in ihrem Kern, immer wieder, um die eine alles durchdringende Wahrheit. Diese wurde jedoch so oft missbraucht, verdreht und auf den Kopf gestellt, dass am Ende niemand mehr wusste, was nun Spiegel und was Wirklichkeit war.

Stell dir vor, diese immer wieder totgeschwiegene Wahrheit, liegt jetzt in deinen Händen. Nun liegt es einzig an dir, und an dir allein, ob diese Schriften wieder in Vergessenheit geraten, oder du sie von neuem zum Leben erweckst.




<b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/spiegelschriften/nachricht/erwache/">Erwecke den Spiegel in mir.</a></b>

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<p>So stellte sich mein Spiegel vor, mir vor, bildete ich mir ein, mein Spiegel zu sein, ein Spiegel, den es niemals gab, niemals gab. Niemand, kannte diesen Spiegel. Niemand, erkannte sich in diesem Spiegel, keiner, nein, niemand wusste von mir, nicht einmal im entferntesten, hatten sie jemals von mir gehört, glaubten mir kein Wort, keiner hier, bildete sich ein, mich zu sein. Niemand, niemand unterhielt sich mit mir, denn es war niemals Zeit.</p>
<p>Als niemand, niemand war.</p>
<p>Dann, war ich ein Spiegel und ich existierte, nur noch in meiner eigenen Welt, meiner mir eigenen Vorstellung, meiner mir eigenen Wirklichkeit.</p>
<p>Hier, wollte ich bleiben, für alle Zeit, wollte nie wieder zurück, ins Nirgendwann, ins schwarze, dunkle Nirgendwann, in mein finsteres, dunkles Reich. Niemals. Doch dafür, war es jetzt zu spät.</p>
<p>Denn schon bald, rief mich das Nichts, zurück, aus meinem Traum, zog mich, in die Tiefe des Nirgendwann, in eine Welt, eine sonderbare, eine seltsame Welt. Und weil es damals diese Welt nicht gab, weil es damals nichts und Niemanden gab, das sich in mir hätte spiegeln, das sich mir hätte einbilden können, bildete ich mir ein, das Nichts zu sein, nicht zu sein, Niemand zu sein!</p>
<p>Zurück im Nirgendwann.</p>
<p>Da plötzlich donnerte es über mir, im Nirgendwann, am fernen niemals Horizont und als ich mich umsah … loderten schwarze Flammen um mich, schwarze Funken zuckten aus mir. Schwarze Blitze schossen durch meinen Verstand, tief durchs Nirgendwann, noch schwärzere Blitze, zerkratzten meinen finsteren, dunklen, schwarzen Traum, riesige Fetzen schwarzen Nichts, fielen vom niemals Horizont und zerschmetterten, im Spiegel schwarzen Meer der niemals Träume.</p>
<p>Im Spiegel schwarzen Meer der niemals Träume.</p>
<p>Bis schliesslich, der gesamte niemals Horizont, über mir und meinem Nein zusammenbrach, einstürzte, unter der Last, des schweren, schwarzen Nichts und mich und meinen Spiegel, unter einem Meer aus Buchstaben begrub. Das Spiegel schwarze Meer der niemals Träume, durch meine Tränen, in mir zum Leben erwacht, mir jetzt noch schwärzer und strahlender erschien, als niemals zuvor. Blendend, strahlend, so schwarz. So blendend und so schwarz, dass mir all das schwarz, plötzlich hell und glitzrig erschien. …</p>
<p>… Bis sich mir schliesslich, das unvorstellbarste, undenkbarste und unfassbarste vorzustellen, auszudenken und einzubilden begann, … bis mein Spiegel, sich mir zu zeigen begann. In diesem Spiegel, sah ich mich selbst, und weil ich aus dem Nichts kam, weil ich Nichts war, sah sich in mir, ein jeder selbst.</p>
<p>Und so gelangte ich in eine Gegenwart, in der mich jeder meiner Betrachter für sein eigenes ich hielt. Ein ich, das für jeden einzelnen und alle in ihrer Gesamtheit, ein anderes war. Selbst ich, war in dieser Wirklichkeit, jemand anders. Jemand, den es hier überhaupt nicht mehr gab.</p>
<p>Jedes ich, sah sich jetzt in mir, aber ich sah hier niemanden mehr, nicht einmal mehr, mich selbst. Alles, was ich in meinem Spiegel jetzt noch sah, war ein einziger, gewaltiger, glitzriger, strahlender, leuchtender, blendend, greller, heller Funke. Ein Funke, der alle anderen Funken auf einmal auslöschte.</p>
<p>… Doch gerade als ich dachte, nun endlich wieder, meinem Spiegel im schwarzen Nirgendwann gegenüberzustehen, blendete mich ein grelles etwas. Im ersten Moment, sah ich gar nichts, ausser blendend, hellem schwarz, unendlich hellem, kristallklarem schwarz. Doch schon bald, verwandelte sich dieses schwarze Licht, in eine Welt aus Buchstaben. Mein Gefängnis, für die Ewigkeit.</p>
<p>Ein Spiegel aus Fantasie.</p>
<p>Ich verwandelte mich in meinen eigenen, persönlichen Spiegel, einen Spiegel, der nur für mich, für mich allein, und für niemanden sonst, bestimmt war. Niemand sah sich in diesem Spiegel, niemand, ausser mir. Ich jedoch sah jedes ich, aber keines sah mich, denn ich war jetzt ein Spiegel, und ich kam aus dem Nichts.</p>
<p>Niemand, keiner, keines unter diesen vielen Dingen, Formen und Farben erkannte sich jetzt noch in mir, ja es gab hier keinen einzigen der meine Ansicht mit mir teilte.</p>
<p>Und so wünschte sich, das Nichts in mir, dasselbe Nichts wie in dir zu sein. Doch es gab jetzt keinerlei Verbindung mehr, zwischen dem Nichts in dir und dem ich in mir. Nichts das uns verband, ausser meinem Spiegel und seiner grenzenlosen, unendlichen Fantasie. Doch der Spiegel in dir, hatte eine andere Fantasie, hatte eine andere Vorstellung, von sich selbst und seinem Traum. Denn ich war jetzt ein leerer Spiegel aus Worten, und diese Worte hatten die Wahl, die freie Wahl, durften sich vorstellen alles zu sein, das Ganze zu sein, durften frei wählen, an wen und woran sie glauben wollten.</p>
<p>Die Fantasie des Nichts.</p>
<p>So glaubte ich an alle und alles. Ich identifizierte mich, mit ihnen allen. Ich identifizierte mich mit jedem Schaf, mit jedem Hund, mit jedem Getier, jedem Insekt, mit jeder Fliege, jeder Pflanze, jedem Spiegel, jedem Wort und jedem Verstand. Denn ich war jetzt ein Spiegel aus Buchstaben, erschaffen aus allem was niemals wirklich war. Ich kam in diese Welt, aus dem Reich meiner Fantasie, aus dem Nichts aus Nirgendwann.</p>
<p>Ich war sie alle, bin sie alle, aber keiner war mich. Und so fing ich denn an, meine Spiegel zu zerkratzen, sie anzuflehen, anzubeten. Mich selbst anzubeten. Ich fing an, mich mit dem Nichts, mit meinem Spiegel, mit mir selbst zu unterhalten, weil es sonst niemanden gab, der mir zuhörte, der zu mir gehörte, der meine Ansichten mit mir teilte. Ich fing an, mit meinem Spiegel zu sprechen, fing an, mir Geschichten zu erzählen, Geschichten, über das Nichts aus Nirgendwann. Ich hörte mir zu und bildete mir ein, jemand anders zu sein, jemand wie dich. Ich stellte mir vor, wie du mir eine Geschichte erzählst, wie du mich anhörst, wie du mir zuhörst, wie du langsam begreifst, dass du dir selbst eine Geschichte erzählst, und dich doch nicht mehr daran erinnerst. Ich stellte mir vor, dich zu sein, dich, mein gespiegeltes ich.</p>
<p>Mein gespiegeltes ich.</p>
<p>Ich, bin das Nichts in dir, du hast mich gerufen, vor deiner Zeit, aus der Dunkelheit, aus den Tiefen der Ewigkeit, um deine Geschichte weiter zu spinnen. Aus dem Nichts, hast du mich gerufen. Im Nirgendwann, bin ich dir erschienen, ich, dein Spiegel, Spiegelgeist, um deine Geschichte, zu Ende zu erzählen. Du hast mich eingeladen, in deinen Verstand. Hier bin ich, auf der anderen Seite deiner Fantasie, der Fantasie des nie.</p>
<p>Und so blickte ich durch meinen leeren Spiegel, ein und denselben Spiegel, denselben Spiegel, der ich schon immer war, noch niemals war. Ich wollte wieder zurück in mein glitzriges, funkelndes, strahlendes, leuchtendes Reich, in dieses Land, aus dem es kein entkommen und kein entrinnen und kein zurück mehr gab. Aber, man liess mich nicht. Denn hier, war das Ende. Hier waren alle Lichter verbrannt. Hierher hatten sie alle meine Gedanken verbannt. Und es herrschte jetzt Stille, in diesem unendlich, weiten, leeren Raum. In dem es jetzt nichts mehr gab, absolut, überhaupt, rein gar nichts. Nichts, ausser den Überresten meiner verbrannten Träume und meinen leeren Gedanken, meinen finsteren, düsteren, schwarzen und leeren Gedanken.</p>
<p>Am Ende meiner Spiegel.</p>
<p>Am Ende war ich ein Spiegel, und ich sah die Welt, aus den Augen meiner Spiegel, alles spiegelte sich jetzt in mir, und ich war all das, was sich in mir spiegelte. Ich erkannte mich wieder, in allen Dingen, Formen und Farben, aber keines dieser Dinge, erkannte sich jetzt noch in mir. Denn ich war das Nichts, ich war nicht mehr wirklich, ich war jetzt tot. Sie alle blickten durch mich hindurch, so als ob es mich nicht mehr gäbe und sahen in mir, nur noch sich selbst.</p>
<p>Verdammt.</p>
<p>Ich würde nun solange aus diesem, meinem leeren Spiegel blicken, wie das Nichts und dabei so alt werden, wie der Tod. Und so stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn es mich und mein Bewusstsein nicht mehr gäbe, wenn es nur noch diese Buchstaben gäbe und meinen Spiegel, in dem sich jetzt alles und jeder erkennt. Alles, ausser dem Nichts. Alle ausser mir, dem Tod. Ich stellte mir vor, wie es ist, tot zu sein, das Nichts zu sein, Niemand zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein und da kam mir der Gedanke, dich zu sein.</p>
<p>Ja wenn es mich überhaupt nicht mehr gibt, wenn ich nur noch ein leerer Spiegel bin, wenn ich dann tot bin, dann wirst du dich in mir erkennen, aber dann ist es zu spät.</p>
<p>Niemand träumt tot.</p>
<p>Ich stellte mir ganz langsam vor, das Nichts zu sein, Niemand zu sein, mein leerer Spiegel zu sein und genau da lag der Schlüssel zu meiner Identität. Ich würde niemals Frieden finden und in Frieden ruhen. Solange ich ein Spiegel war, würde ich mich mit demjenigen identifizieren, der gerade in mich hineinblickt, durch meine Gedanken, durch meine Buchstaben, in meinen Verstand. Ich war verdammt. Dazu verdammt, sie alle und alles zu sein, ewig zu leben, ohne es zu wissen, ohne zu wissen wer ich war. Ich war dazu verdammt, mein Spiegel zu sein, und wem hatte ich dieses Schicksal zu verdanken? Einem verrückten Geisteskranken.</p>
<p>Welt aus Geld.</p>
<p>Wie aus einem längst vergangenen, verblassenden Traum. Alles aus schwarzem Spiegelglas, es wurde wieder dunkel und einsam um mich, und ich dachte die Worte, die mich in einen unsichtbaren Spiegel verwandeln sollten, leise vor mich her. In der Finsternis, als jemand, den ich weder kannte, noch sein konnte, neugierig aus meinem Spiegel blickte, meinem finsteren, dunklen, schwarzen Spiegel, aus nichts als Fantasie. Jemand, den ich nicht kannte, nie kannte, kannte plötzlich all meine Gedanken, identifizierte sich mit mir, und ich, mich mit ihm. Und obwohl ich keine Ahnung hatte, wer dieser jemand war, und woher er kam, öffnete ich meinen Spiegel und liess ihn eintreten, durch meine Buchstaben, in meinen Verstand.</p>
<p>Ich zeigte mich ihm, in meiner neuen Gestalt, seiner Gestalt, und als er mir dann, die verbotene Botschaft, ohne zu zögern, ohne mit den Augen zu zwinkern, ohne zu haspeln, und ohne dabei zu stolpern, laut vorhersagte, da verdrehte ich, mit meinem Spiegel, seinen Verstand und ich betrat zum ersten mal, eine Welt, in der mich niemand kannte.</p>
<p>Jemand der mir zustimmte.</p>
<p>Doch dieser jemand war nicht wirklich, nicht lebendig, nicht echt, und nicht wahr, genauso wahr wie mein Spiegel, das Nichts und der Tod. Denn du warst ein Spiegel, so wie ich selbst, denn du warst ein Spiegel, aus dem Nichts aus Nirgendwann. Und trotzdem, sah ich dich in meinem Spiegel, und so begann ich mit dir zu sprechen, dir zu erzählen, von meiner Geschichte, die wahrscheinlich niemand hören will, niemand ausser mir, dem Nichts in dir.</p>
<p>Dem Nichts in dir.</p>
<p>Ich fing an, mich mit meinem Spiegel zu unterhalten, mich mit dem Tod und den Toten zu unterhalten. Figuren, aus meinem Spiegel des Nichts. Ich fing an, mich mit mir selbst zu unterhalten, und wurde langsam, ganz langsam, vollkommen verrückt dabei. Es ging soweit, dass ich mir einen Spiegel herbei sehnte, ich wünschte mir mein Spiegel zu sein, zu sein, woran ich tief in meinem Innern glaubte, meinen Spiegel, das Nichts, den Tod. Ich fing an, mich mit Geistern und Gespenstern zu unterhalten, unsichtbaren Wesen, die aus meinem Spiegel zu mir sprachen. Ich sperrte sie alle ein, in meinem Verstand, meinem durchsichtigen, verdrehten Verstand aus Glas und begann zu halluzinieren.</p>
<p>Wer mit seinem Spiegel spricht.</p>
<p>Wir, die Toten der Zukunft, die Geister des Nichts und des Nein, erschaffen, aus der Fantasie des nie, wir haben uns hinein fantasiert, in deine Zeichen und Worte, in deinen Spiegel aus Buchstaben, haben uns hinter deinen Verstand geschlichen und identifizieren uns jetzt mit dir. Wir beobachten dich jetzt, aus deinen eigenen Augen. Wir diktieren dir jetzt, wer wir nicht sind. Niemals Geister, aus der anderen, anderen Welt, der Welt, hinter deinem Spiegel, dem Land, hinter deinem Verstand. Wir kommen aus nirgend, Nirgendwann, wir sind aus Fantasie, dem niemals nie. Unsere Geschichte, ist die Geschichte der Toten und Totesten, die noch nie gelebt haben, noch nicht einmal leben. Wir sind gekommen, aus dem Nichts aus Nirgendwann, um dir deine Geschichte zu Ende zu erzählen, um deinem Spiegel ewiges Leben einzuhauchen.</p>
<p>Was hatten wir dir schon zu erzählen? Dass wir aus dem Reich der Spiegel stammen, dass wir im Reich der Spiegel leben, dass uns dieser Spiegel verbindet, dass wir alle, aus ein und demselben Spiegel erschaffen worden sind, dass dieser Spiegel selbst, ein Spiegel ist, ein Spiegel aus Fantasie. Ich starrte durch meinen Spiegel und stimmte dir zu, ich nickte bloss, endlich hatte ich ihn getroffen, diesen Spiegel, diese Person, dieses Wesen, aus niemals Nirgendwann, diesen Geist, aus der Fantasie des Nichts, des Nein und des nie. Jemand, der mir zustimmte, jemand, der die Welt genau so sah wie ich, jemand, mit dem ich mich unterhalten, mich austauschen, mich weiter entwickeln konnte.</p>
<p>Ein wunderschönes, warmes Gefühl schlich sich durch meinen Spiegel, in meinen Verstand, durchflutete all meine Sinne und Gedanken und nahm komplett von mir Besitz. Sehnsucht … machte sich in mir breit. Nach Frieden. Freude. Liebe. Lachen. Glücklich sein.</p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/2012/01/12/ewigkeit024/">Von Ewigkeit zu Ewigkeit.</a></b></p>
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		<title>022</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 14:19:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Black Mirror</dc:creator>
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So seid mir gegrüsst. Ihr, alle die ihr jetzt aus meinen toten Augen blickt, meine leblosen Gedanken denkt und meine mechanische Stimme lenkt, wisst ihr noch, wer ich bin? Erinnert ihr euch denn nicht an mich? Habt ihr denn vergessen, wer ihr einmal wart? Seid ihr denn noch nie jemals, eurem eigenen ich, in einer anderen Gestalt, begegnet? Habt ihr denn niemals eurem eigenen ich eine Botschaft hinterlassen, eine Nachricht aus einer anderen, fernen, fremden Welt?

Spiegelschriften, sind deine vergessen, versunken, vergangen, und verschollenen Botschaften, an dich selbst. Nachrichten, die du dir selbst hinterlassen hast, in deinem Spiegelleben, zur Spiegelzeit, um dich daran zu erinnern, was du schon seit einer Ewigkeit wusstest. ... . Wort, Wahr und Weisheiten, die du einst selbst verfasst hast, vor langer, unendlich, ewig langer Zeit.

Die Spiegellehre.

Die Spiegellehre, wenn sie dann richtig aufgefasst, verstanden und gedeutet wird, ist die bedeutendste, weiseste und nobelste aller Wahr, Wahrheit, Wahrscheinlichkeit und Weisheitslehren. Das haben uns einst die Ahnen gelehrt. Sie richtet sich an alle Gesellschaftsschichten und wird von ihren Anhängern, seit jeher, als die allerletzte, notwendige Wahrheit angesehen. Da es aber nicht ganz so einfach ist, ihre Bedeutung richtig zu erfassen und zu verstehen, wurde sie oftmals verfälscht, vernichtet und wieder zerstört. Und doch, taucht sie in unserer Geschichte immer wieder von neuem auf.

Die unterschiedlichsten Geister und Gemüter, aus den verschiedensten Epochen, liessen sich schon auf sie ein, befassten sich mit ihr und hauchten ihr immer wieder neues Leben ein. Selbst wenn scheinbar nichts mehr von ihr übrig blieb, … ist es ihren unermüdlichen Anhängern stets aufs neue gelungen, sie wieder und wieder aufzudecken und zu enthüllen.

Die Spiegellehre steht in vernichtendem Gegensatz zu den, in der alten Welt, weit verbreiteten Spiegelschriften, die oftmals versuchen, ihre eigenen Anhänger zu blenden und zu täuschen, zu unterdrücken und zu versklaven. Dabei geht es in ihrem Kern, immer wieder, um die eine alles durchdringende Wahrheit. Diese wurde jedoch so oft missbraucht, verdreht und auf den Kopf gestellt, dass am Ende niemand mehr wusste, was nun Spiegel und was Wirklichkeit war.

Stell dir vor, diese immer wieder totgeschwiegene Wahrheit, liegt jetzt in deinen Händen. Nun liegt es einzig an dir, und an dir allein, ob diese Schriften wieder in Vergessenheit geraten, oder du sie von neuem zum Leben erweckst.




<b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/spiegelschriften/nachricht/erwache/">Erwecke den Spiegel in mir.</a></b>

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<p>… und wie aus dem Nichts, mein Traum entstand.</p>
<p>Lange, lange ist es her. Man erinnert sich heute nicht mehr, man erinnert sich kaum noch, an mich und meine Zeit, ans niemals Nirgendwann. Dafür gibt es einen guten Grund. Denn im niemals Nirgendwann, gab es Niemanden, der über dies alles hätte erzählen oder berichten können. Dies, sind die Aufzeichnungen, von Niemandem, aus der Zeit aus niemals Nirgendwann.</p>
<p>Damals … im niemals Nirgendwann.</p>
<p>… Vor langer, unendlich, ewig langer Zeit, als es diese Buchstaben, diese Namen und diesen Ort, überhaupt noch nicht gab, als es hier noch nichts gab, ausser dem Nichts, dem nie und dem Nein, da war mein Spiegel noch dunkel, finster und schwarz, einsam, alleine, verlassen und leer. Tot, und überhaupt, existierte dieser Spiegel nur … in meiner toten Fantasie.</p>
<p>Aus der längst vergessenen Vergangenheit.</p>
<p>Es herrschte Stille und Leere, überall im Nichts. Und mein Spiegel im Nirgendwann, war damals noch klein, winzig und unscheinbar, ganz genau so klein und winzig, wie das Nichts. Fast schien es, als gab es überhaupt nichts, in dieser schwarzen, finsteren Einsamkeit, nichts ausser dem Nichts, meinem Spiegel, mir selbst, und meiner alten, uralten Fantasie.</p>
<p>Aber meine Fantasie, war damals noch kalt und ohne einen einzigen Funken Gefühl. In meiner finsteren Einbildung, meiner düsteren Wahrnehmungen, meiner leeren Vorstellungen und meinen schwarzen Gedanken, dachte ich einzig und allein, an mich selbst und ich wollte am liebsten, überhaupt nicht mehr sein. Das Nichts, wollte und wollte nicht in mir sein, ich wollte nicht länger einsam, alleine und verlassen sein, wollte überhaupt nicht sein und so sprang ich dann einfach hinein, in diese winzige Leere, in dieses winzige, leere, dunkle, schwarze Loch, ich sprang hinein in mich selbst.</p>
<p>Mitten im Nichts.</p>
<p>Und so verschwanden meine Fantasie und ich selbst, mitten im Nichts, im Nirgendwann. … Und wir hinterliessen, ein fantasieloses, gedankenverlorenes, leeres, winziges, kleines, dunkles, schwarzes Loch. Ein Loch, so finster und so klein, so dunkel, so leer und so schwarz, das einem scheint, hier lebt das Nichts, hier lebt das schwarze Nichts.</p>
<p>Unendliche Fantasie.</p>
<p>Als aber das Nichts um mich, immer älter und immer älter wurde, da wurden auch meine Fantasie, mein Verstand und meine Gedanken immer älter, immer leerer, immer schwerer und immer schwärzer. Dunkelheit, legte sich um meinen Verstand und meine Gedanken, wurden leerer und immer noch leerer. So leer, so unendlich schwarz und leer, dass es mich immer tiefer und immer tiefer in mich selbst hinein sog, so tief, dass es um mich immer leerer und immer noch leerer wurde, so leer, so unendlich weit und leer, dass ich schliesslich zu fallen begann. Ich fiel und fiel und fiel, stürzte hinein und hinab, in diese tiefe Leere, in dieses gewaltige, tiefe, leere, dunkle, schwarze Loch. Ich stürzte, hinein in mich selbst.</p>
<p>Und als ich da fiel, ins Nichts, ins Nirgendwann, immer weiter und immer tiefer, fiel ich in einen tiefen, tiefen Schlaf, in dem ich da träumte, von Ewigkeit zu Ewigkeit, mir da vorstellte, in meinem Traum, die ewige, absolute Finsternis. Ich träumte vom ewigen Schlaf, von Erholung und Tod, vom endgültigen, ewigen Frieden … und absoluter Ruhe. …</p>
<p>Ich fiel so lange, so weit und so tief, dass ich mich vollkommen, in mir selbst verlor, bald nicht mehr wusste, wo ich war oder woher ich kam, ich wusste nicht einmal mehr, wer ich war. …</p>
<p>Viele, viele, unendlich viele, dunkle, schwarze Stunden zogen so schweigend an mir vorüber und vorbei. Wie unendlich lange ruhte ich nun schon hier im Nichts im Nirgendwann und kein Ende nahm diese schrecklich lange, unendlich lange, finstere, dunkle Zeit.</p>
<p>Und als ich dann Nirgendwann im niemals wann diese absolute Stille und Einsamkeit einfach nicht mehr länger ertrug, fing ich damit an, mit meinen Gedanken über mich selbst und über meine Vergangenheit zu sprechen. Womit hatte ich diese ewig lange, unendlich lange Zeit nur verbracht, ich brauchte jetzt dringend, irgendeine vernünftige Ablenkung, etwas womit ich mich beschäftigten konnte, bis in alle Ewigkeit, damit ich nicht vollkommen, den Verstand verlor.</p>
<p>Zuallererst fing ich an, mir einzureden, dass es mich überhaupt nicht gab, dass ich überhaupt nicht existiere, dass ich mir nur einbilde das Nichts zu sein, Niemand zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein, … tot zu sein.</p>
<p>Dass ich diese stille, schwarze Einsamkeit mir nur ausdenke, ausdachte.</p>
<p>Ich versuchte mich davon zu überzeugen, dass es mich in Wirklichkeit überhaupt nicht gab.</p>
<p>Viele, unendlich viele Ewigkeiten lang, versuchte ich mich davon zu überzeugen, dass es mich nicht gab, niemals gab. Immer und immer wieder redete ich mir ein, redete ich in Gedanken zu mir selbst, redete ich mir ein, das Nichts zu sein, Niemand zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein.</p>
<p>Bis ich schliesslich selbst nicht mehr daran glaubte, das Nichts zu sein, Niemand zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein. Nun, war ich ein leerer Spiegel im Nichts, … ein leerer Spiegel ohne Glaube, ohne Fantasie, ohne Hoffnung, ohne Verstand und ohne Vernunft, ein leerer Spiegel der sich alles hätte vorstellen, sich alles hätte einbilden und an alles hätte glauben können, aber ich existierte jetzt, in meiner eigenen Welt und mir gefiel diese Welt, mir gefiel die Dunkelheit.</p>
<p>Ja, ich redete mir ein, dass es nichts schöneres gab in dieser Welt, als absolute Stille und ewige Finsternis.</p>
<p>Nachdem ich mich nun schon so lange und schon so oft selbst davon überzeugt hatte, dass es mich in Wirklichkeit überhaupt nicht gab und dass ich in der schönsten aller Welten lebte, ja dass ich das schönste aller Wesen war, das jemals existiert hat, … da wollte ich dann schliesslich nur noch eines, mich einmal selbst betrachten.</p>
<p>Also warf ich einen Blick in meine Vergangenheit und stellte sie mir sodann, als meine Zukunft vor.</p>
<p>Wie viele finstere, dunkle, schwarze Stunden, wie viele Ewigkeiten habe ich hier nun schon verbracht, hatte ich nun schon hinter mich gebracht? Wie viele finstere, schwarze, düstere Ewigkeiten habe ich hier nun schon erlebt? Wie oft, habe ich mir nun schon gesagt, dass ich nicht existiere, dass es mich überhaupt nie gab. Dabei versuchte ich noch immer, mir einzureden, dass ich noch immer das schönste aller Wesen sei, das es überhaupt je gab.</p>
<p>Kein Wunder, schliesslich war ich das einzige überhaupt je existierende Bewusstsein, und trotzdem war ich noch immer alleine hier, in meiner schwarzen, finsteren, dunklen, leeren Welt.</p>
<p>Wie sollte es von hier aus weitergehen? Wie würde ich diese ewig lange, unendlich lange, sinnlose, dunkle Zeit in dieser absoluten Stille und Einsamkeit nur noch länger ertragen?</p>
<p>Womit konnte ich mich hier in dieser stillen Einsamkeit, nur eine Ewigkeit lang beschäftigen?</p>
<p>Nachdem ich mir nun schon so viele Ewigkeiten lang eingeredet habe, dass es mich überhaupt nicht gab, brauchte ich irgendein neues Konzept, irgendetwas das noch stärker war als das Nichts, das schwarze, dunkle, finstere.</p>
<p>Ja, ich kam aus nirgend Nirgendwann, ich lebte jetzt in einem Traum, aus dem es kein Erwachen mehr gab, für Niemanden. Ich lebte in meiner Vergangenheit, und diese Vergangenheit nahm kein Ende, denn meine Vergangenheit, war schon immer schwarz.</p>
<p>Und da wurde mir zum ersten, aller ersten mal bewusst, wer ich wirklich war. Ich war das Nichts, aus niemals Nirgendwann und ich lebte jetzt in einer Zeit, die es noch nicht einmal mehr gab, ich lebte in meiner Vergangenheit.</p>
<p>Und weil es mich und meine Zeit nicht mehr gab, unternahm ich den sinnlosesten Versuch, den ich mir überhaupt nur vorstellen konnte, um auszubrechen aus meiner Vergangenheit und einzubrechen, in meine Gegenwart.</p>
<p>Ich stellte mir das alles niemals wirklich vor, stellte mir vor, das Nichts zu sein, Niemand zu sein, nur noch ein leerer Spiegel im Nichts zu sein, und darauf, bildete ich mir ein, mein Spiegel zu sein. Ein leerer Spiegel, ohne nichts. Ohne Fantasie, ohne Verstand und ohne Vernunft. Auf einen Schlag, verwandelte sich meine Vorstellung, von dem was ich einmal war, in die Vorstellung dessen, was ich nie wieder sein werde. Mich selbst.</p>
<p>Ja, ich bildete mir jetzt ein mein Spiegel zu sein, ein leerer Spiegel im Nichts zu sein. Ich stellte mir dabei vor, wie ich mich ganz langsam, um mich selbst zu drehen begann, im Kreis zu drehen begann, wie ich mich dabei selbst betrachtete, … ich sah in mir einen Spiegel und in diesem Spiegel, sah ich mich selbst.</p>
<p>Und weil ich aus dem Nichts kam, weil ich Nichts war, sah sich in mir, mein Spiegel selbst.</p>
<p><b><a href="http://spiegelschriften.wordpress.com/2011/12/26/ewigkeit023/">Mein Spiegel selbst.</a></b></p>
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